alles muss raus - mit Thilo Mischke

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00:00:00: Man sagt es immer, ich bin für dich da, wenn du mich brauchst.

00:00:02: Aber wenn man zum ersten Mal sieht, da sind Leute wirklich für dich da, wenn du sie brauchst, ist das ein sehr schönes Gefühl.

00:00:08: Und ich glaube, ich hab mich noch nie so wenig einsam gefühlt wie dieses Jahr.

00:00:46: Liebe Hörerinnen, liebe Hörer, herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Alles muss raus mit mir Tilo Mischke und heute mit Teresa Breuer und Martin Lautwein.

00:00:53: Wir sind drei Menschen, die sich in den Kriegsgebieten dieser Welt sehr gut auskennen.

00:00:58: Teresa Breuer, besonders auch im Nahen Osten.

00:01:00: Martin Lautwein, besonders in Syrien.

00:01:02: Warum in Syrien?

00:01:03: Das konntet ihr dieses Jahr auch in unserer Doku sehen, die wir auf ProSieben gezeigt haben.

00:01:07: Wir haben uns am Morgen des derzebendsten Dezember zusammengefunden und miteinander gesprochen.

00:01:11: Eine Weihnachtsfolge aufgenommen, die beginnt mit der Arbeit, nämlich mit der aktuellen Situation in Syrien, die sich ja derzeit ein bisschen verschärft und dann relativ schnell in ein konzentriertes Plaudern umschwingt über die Weltlage, über das, wie unser Jahr war, wie wir Weihnachten feiern, was wir verschenken über Klassismus und gleichzeitig über Karl Marx und seine Geburtsstadt Trier, beziehungsweise Chemnitz, was wir da lernen über Martin Lautwein.

00:01:41: Ich wünsche euch viel Spaß mit dieser Folge und hoffe, dass das Gespräch, das wir geführt haben, auch ein bisschen zu Weihnachtlich-er Zerstreuung führen wird, auch ein bisschen dazu führen wird, dass ihr runterkommt.

00:01:54: Mir hat's geholfen und ich hoffe, es hilft euch auch.

00:01:58: Und an dieser Stelle möchte ich noch mal allen Hörern und Hörern dieses Podcasts Danke sagen für die Treue und das Hören in diesem Jahr, das auch für mich sehr wichtig war, auch journalistisch noch mal ganz anders war.

00:02:11: Und ja, danke, dass ihr da seid.

00:02:15: Und danke, dass ihr uns auf Patreon unterstützt, dass ihr diesen Podcast möglich macht, unabhängigen Journalismus möglich macht.

00:02:21: Ihr seid toll, bin ganz berührt von euch.

00:02:24: Nach.

00:02:26: Ich würde sagen, ich mache dieses Mal auch keine Patreon-Werbung, sondern vielleicht mache ich Werbung einfach für die Buchhandlung meiner Mutti.

00:02:32: Wenn ihr in Berlin seid, geht in die Franz-Mädchen-Buchhandlung, kauft Bücher beim Buchhändler oder bei der Buchhändlerin und nicht bei Amazon.

00:02:38: Werbungende.

00:02:40: Und in dieser Folge gibt es auch keine Frage, sondern einfach, was wir Weihnachten machen als Folgenmotto.

00:02:48: Wir hören uns nächste Woche.

00:02:52: Mittwoch, der vierundzwanzigste Dezember, zweitausendfünfundzwanzig um vierzehn

00:03:00: Uhr.

00:03:00: Ja, auf jeden Fall macht vor allen Dingen der T-Shirt Ausschnitt.

00:03:02: Das ist super, wenn das Bild darunter fehlt.

00:03:05: Das stimmt.

00:03:05: Ist das mir auch gerade aufgefallen, auf dem Bild steht Make America Great Again.

00:03:09: Aber man muss das Bild im Kontext sehen.

00:03:14: Ja.

00:03:14: Paracelton sehe ich, Paracelton sehe ich, Britney Spears sehe ich und die Person links kann ich nicht erkennen.

00:03:19: Das ist natürlich Lindsay Lohan.

00:03:21: Ah.

00:03:22: Lizzi Lohan, wirklich, bei der größte Lizzi Lohan-Fan, beziehungsweise ich glaub, es wird immer noch, aber ich hab lange keine Lizzi Lohan-Fan-Filmen mehr gesehen.

00:03:28: Gird, ich glaub, Vorsicht, Bissig.

00:03:30: Äh, wirklich ein Meisterwerk der Filmbrunnen.

00:03:33: Ich meine, das ist nicht mal ironisch gerade.

00:03:34: Ich meine, das ist gerade sogar ernst.

00:03:36: Ja, als Gird, nee, der hieß wie, ist der Mean Girls.

00:03:39: Mean

00:03:39: Girls.

00:03:40: Ja, auf Englisch.

00:03:42: Ich hab mich dem ja nie gebeugt, dass man als intellektueller Film auf Englisch gucken muss.

00:03:47: Ach so, der auf Deutsch hieß der anders.

00:03:49: Ja, ja.

00:03:49: Okay.

00:03:51: Soll ich das T-Shirt wechseln?

00:03:52: Nicht, dass wir das vielleicht irgendwelche... Nein,

00:03:55: was soll ich noch nicht wechseln?

00:03:56: So, ich will einmal ganz kurz einen guten Tag sagen, liebe Hörerinnen und Hörer.

00:03:59: Mit mir im Gespräch heute, Theresa Breuer.

00:04:02: Kollegen, Wegbegleiterin, Kriegsreporterin, Reporterin, Schreiberin, Freundin und Martin Lautwein.

00:04:11: Wegbegleiter, Freund.

00:04:13: Kriegsreporter, er wird immer mehr zum Kriegsreporter, Journalist, Sicherheitsberater und wöchentlicher Gesprächspartner bei Patreon im AMR Recap.

00:04:21: Und ich habe mich entschieden, ganz kurz vor Weihnachten, und zwar am vierzehnsten Dezember um acht Uhr sieben, eine Weihnachten bei den Kriegsreportern Folge zu machen.

00:04:29: Weil ich glaube, es sind einige Dinge passiert.

00:04:31: Menschen fahren jetzt nach Hause wieder, wollen lange Gespräche hören oder längere Gespräche hören.

00:04:35: Und ich glaube, wir drei können ganz gute Geschichten erzählen.

00:04:37: Ich würde aber wollen, dass wir erst über die Arbeit und dann über das Vergnügen reden.

00:04:41: Ganz kurzes Update.

00:04:42: Was ist gerade in Syrien los?

00:04:46: Das ist jetzt die Arbeit.

00:04:47: Einfach so, ich habe jetzt irgendwie, was ist genau ein Jahr?

00:04:49: Wir haben uns vor tatsächlich vor zwei Tagen vor einem Jahr in Damaskus in einem Restaurant getroffen.

00:04:56: Ich saß dort völlig im Inneren erschüttert.

00:05:00: durch ein Shitstorm, der in Deutschland lief und eine Revolution, die in Syrien lief.

00:05:04: Martin sah es im Inneren völlig erschüttert, weil er gerade im Gefängnis war und seine Zelle seines Voltergefängnis gesehen hat.

00:05:12: Und Theresa Breuer war das blühende Leben, so wie hier in diesem Gespräch.

00:05:16: Ich bin auch heute das blühende Leben, kann ich sagen.

00:05:18: Also Syrien, ich habe Syrien natürlich ganz eng verfolgt im letzten Jahr, weil ... Wie ihr wisst, ich liebe den Nahen Osten und der Nahe Osten ist leider eine Region, die oft ja doch irgendwie von Krisen gebeutelt und geschüttelt wird.

00:05:33: Und als letztes Jahr Assad gestürzt ist, waren wir alle so.

00:05:36: um Gottes Willen, es wird endlich ein Land geben, das jetzt friedlich ist ein Land, das es jetzt geschafft hat, ein Land, das es geschafft hat.

00:05:42: Ein unfassbar brutalen Diktator nach so vielen Jahrzehnten tatsächlich los zu werden.

00:05:48: Und dann hat sich diese neue Truppe rund um Ahmed al-Sharah ja erst mal leider so ein bisschen entzaubert.

00:05:54: Und es gab dann erste Kämpfe in der Küstenregion Latakya, wo tatsächlich allerdings Ashat-Loyalisten ja zuerst Angriffe gestartet hatten auf Regierungstruppen oder diese neuen Regierungstruppen.

00:06:07: Und diese Regierungstruppen dann aber doch auch Racherakte begangen haben, also erst mal diesen Aufschlag niedergeschlagen haben.

00:06:13: Und das Ganze ging dann eben noch mal weiter im Sommer in Sueda.

00:06:17: Das war dann die größere, ehrlich gesagt, muss man schon ein bisschen sein, Katastrophe für das Land.

00:06:23: Das habt ihr ja sicherlich auch verfolgt.

00:06:25: Das waren die Drusen und das Krankenhaus und das war diese Geschichte.

00:06:28: Genau.

00:06:28: Die Drusen, die sich also im Prinzip ging, ist ja darum, dass sich Bedouinenstämme und Drusen erst mal bekämpft hatten.

00:06:34: Und das Ganze ist dann aber eben eskaliert, als die Regierungstruppen eingeschritten sind und auch als israelische Streitkräfte einmarschiert sind.

00:06:42: Also diese ganze, was eigentlich erst mal so ein lokaler Konflikt war, ist dann doch auf der Gewaltebene noch mal massiv eskaliert.

00:06:49: Und es war gerade hier in Deutschland, gab es ja dann viele, viele Sorgen, dass das jetzt hier ein Völkermord an den Drusen geschehen könnte.

00:06:58: Weil man hat Bilder gesehen, wie Drusen misshandelt wurden.

00:07:01: Jetzt muss man sagen, auch drusische Milizen irgendwie Biduinemess handelt und getötet haben.

00:07:06: Aber natürlich ist man immer noch mal in so einer anderen Rolle, wenn man oder sollte in einer anderen Rolle sein, wenn man jetzt zu den neuen Regierungstruppen gehört.

00:07:15: Und da haben sich dann sehr, sehr viele Leute doch gesorgt.

00:07:18: Aha, okay, wir sehen hier ja, was wir hier gerade sehen, ist jetzt eigentlich der nächste Diktator, das nächste Regime, das nächste Unrechtsregime, das jetzt eben nur irgendwie eine andere Minderheit unterdrückt.

00:07:28: Und die Sachen, die dann aber nicht so sehr angekommen sind in Deutschland, die aber durchaus auch geschehen sind hinter den Kulissen, ist, dass die neue Regierung oder die Übergangsregierung da schon ziemlich hart durchgegriffen hat danach.

00:07:40: Also Hunderte Kämpfer auch festgenommen hat, die sich an Gräueltaten beteiligt haben.

00:07:46: Und es scheint da schon, so wirkt es zumindest auf mich, scheint da schon den Willen zu geben, die Fehler der Vorgängerregierung oder des Regimes nicht zu wiederholen, sondern tatsächlich eben das nicht zu dulden, wenn hier im Prinzip Kriegsverbrechen begangen werden.

00:08:02: Wenn du sagst, du hattest Kämpfer, meinst du damit Kämpfer aus den eigenen Reihen, die festgenommen

00:08:05: wurden?

00:08:06: Aus den eigenen Reihen.

00:08:07: Das ist nur was, das wird halt, das hängt die Regierung nicht an die große Glocke, weil natürlich, weil diese, ja, das Sicherheitsgefüge eben so instabil ist in Syrien.

00:08:17: Und wenn man jetzt eben ist, und das sind natürlich so nitische Kämpfer, so.

00:08:20: Und wenn jetzt... Wenn Chara jetzt sagen würde, hey, wir haben jetzt die Männer, die zum Beispiel in den Krankenhaus einfach jemanden erschossen haben, wir haben die jetzt festgesetzt, dann melden sich die Sunni und sagen, ja, und was ist mit den Alaviten, die die ganzen Grolltaten unter Assad begangen haben, und was ist überhaupt mit den Drusen, die da irgendwie Massaka begangen haben.

00:08:40: Und du hast da dadurch, dass die Gesellschaft eben noch sehr fragmentiert ist und es kein einheitliches geeintes Syrien gibt, was es eben braucht, um einen funktionierenden Nationalstaat aufzubauen.

00:08:50: wird das Ganze noch so unter dem Radar gehandhabt.

00:08:53: Mein Eindruck ist aber trotzdem, und das war auch mein Eindruck mit vielen Leuten, mit denen ich da gesprochen habe.

00:08:59: Wann warst du das letzte Mal da?

00:09:00: Das ist vielleicht auch ganz wichtig.

00:09:01: Ich war das letzte Mal jetzt dann im Dezember da.

00:09:03: Ich war zum Jahrestag da.

00:09:05: Ich war zum Jahrestag da und das war auch wirklich, wirklich schön, weil die Woche davor habe ich mit vielen Menschen geredet, die durchaus große Sorgen hatten.

00:09:15: Gerade die jungen Leuten, gerade irgendwie auch die, weiß ich, so Leute wie wir, die gerne mal feiern gehen oder die gerne mal tanzen gehen, die sorgen sich, dass mit den Barkonzessionen und ob der Alkohol in Zukunft noch ausgeschenkt werden darf, wenn Islamisten an der Macht sind.

00:09:29: Das ist alles ein bisschen auf wackeligen Boden.

00:09:33: Und die sorgen sich schon, die sorgen sich schon, dass wenn das islamistisch weiterregiert wird, Obwohl nur vier Ministerien der aktuellen Regierung auch von HTS-Land regiert werden.

00:09:44: Alles andere sind Technokraten und Funktionäre, die teilweise aus dem Ausland wiedergekommen sind.

00:09:50: Trotzdem machen die sich eben Sorgen, weil natürlich unter Assats konnte man zumindest, kannst du zumindest eine Kneipe gehen oder da wurdest du nicht angemahnt, dass du den Schleier tragen musst.

00:10:00: So, und das ist natürlich für manche Leute, ist das halt auch ein Zeichen von Freiheit.

00:10:05: Aber... Bei diesem Jahrestag, mich hat der total gerührt, weil es waren wirklich Feiern in ganz Syrien.

00:10:12: Die Syrien haben die ganze Woche lang gesungen, getanzt, haben sich gefreut.

00:10:19: Es gibt so ein Lied, das läuft jetzt in jeder Shisha Bar, in jedem Bus, das heißt Irfa Rassakfo in Tassurihor und das heißt übersetzt Halt deinen Kopf nach oben, du bist jetzt ein freier Syrer.

00:10:33: Und so geht der Text die ganze Zeit.

00:10:34: Und das wird auf jeder Straße, wo das gekrölt, in jeder Kneipe, das war wirklich, wirklich schön.

00:10:40: Und ich, mein Eindruck ist noch immer, dass die Menschen, dass die Menschen ein geeintes Syrien möchten, ein Großteil möchte das.

00:10:49: Es ist aber immer noch, es muss halt noch so wahnsinnig viel aufgearbeitet werden und es gibt auch noch so wahnsinnig viel zu klären, wie das genau aussehen kann.

00:10:56: Martin, wie hast du denn eigentlich diesen Jahrestag wahrgenommen?

00:10:58: Weil das ist ja auch dein Jahrestag, an dem du zurückgekommen bist, an den Ursprungen dessen, was dein Leben maßgeblich verändert hat.

00:11:07: Naja, ich bin halt immer in dieser ungünstigen Situation, dass ich irgendwie permanent Leuten rede und Antwort stehen muss, was ich jetzt vom neuen Machthaber halte.

00:11:15: Bei mir auch im Podcast.

00:11:17: Ja, aber ich mein, das ist halt irgendwie so was Anstrengendes.

00:11:21: Ich glaub gleichzeitig, also natürlich alles, was Theresa gerade gesagt hat.

00:11:24: Ich glaube, es gibt ja jetzt auch aktuell wieder auseinandersetzungen in Aleppo und so was, was ja jetzt auch wieder losgeht.

00:11:31: Das ist, glaube ich, das syrische Regime gegen ... Regime, die syrische Übergangsregion gegen die Koten, um es ganz vereinfacht darzustellen.

00:11:39: Genau, ne?

00:11:41: Das hat sich ja jetzt auch, es gab ja auch jetzt vor mehreren Wochen, gab es diese auseinandersetzungen ja schon mal.

00:11:45: Ich meine, es gibt halt immer noch so super viel, was halt irgendwie problematisch ist.

00:11:50: Ich finde es aber gleichzeitig irgendwie, wenn man so ... sage ich mal, sich so generell anguckt, so von außen muss ich sagen, ich meine klar, es gibt super viel Unzufriedenheit in Syrien auch mit der neuen Regierung, aber was halt irgendwie so spannend ist und ich glaube, dass so ein Unterschied, der oft nicht gesehen wird ist, die Leute äußern das jetzt öffentlich.

00:12:09: Und das ist zum Beispiel so was, wo man sagen muss, ja irgendwie, das ist schon ein krasser Wandel, der das stattgefunden hat.

00:12:18: Ich muss jetzt, weil ich zwischen euch beiden hin und her spreng, das ist das, was Martin und mir aufgefallen ist.

00:12:23: Die Leute wussten vor einem Jahr noch gar nicht, wie richtig äußern geht.

00:12:26: Also, alle unsere Gesprächpartner hatten super Angst, irgendwas zu sagen, weil Assad war ja gerade mal fünf Tage weg und die wussten ja auch nicht, wer kommt als Nächstes, was passiert, wie lange bleibt die Übergangsregierung, wie ist die Stimmung jetzt?

00:12:40: Ist da noch was übrig von dieser Furcht, von dem Flüstern, was ich so krass war, alle haben geflüstert?

00:12:45: Das ist genau das.

00:12:46: Ich habe dieses Mal auch wieder darüber nachgedacht, weil tatsächlich im letztes Jahr ist mir das noch viel extremer aufgefallen, dass eben Menschen, dass die Syrer generell so eine ganz sanfte weiche leise Art haben.

00:13:00: Wie man das halt, glaube ich, entwickelt in Diktaturen, wo jedes falsche Wort, jeder aufbrausende Gefühlsregung einfach zum Schlimmsten führen kann zu Taftfolter und Tod.

00:13:13: Das habe ich jetzt ein bisschen anders über erlebt.

00:13:16: Also die Leute, ich habe das Gefühl, sie werden ein bisschen lauter, ein bisschen herzlicher dadurch.

00:13:22: bisschen offener.

00:13:24: Sie wollen ganz oft wissen, was was man denkt und sagen es einem selber auch.

00:13:30: Also es und von Taxifahrern, wenn man so ein Klassiker ist, aber auch in Cafes.

00:13:38: Also wir halten irgendwie ganz oft an so Raststätten.

00:13:40: Raststätten sind irgendwie so nette Orte in in Syrien, wo dann auch noch eine Bäckerei daneben ist und dein Auto kannst du reparieren lassen und triffst immer immer irgendwelche Leute, die sich auch ansprechen und fragen, was du hier machst.

00:13:52: Und ich glaube, das wandelt sich gerade so ein bisschen.

00:13:54: Genau das.

00:13:55: Ich glaube, das ist eben auch der große Unterschied zwischen im Regime, dass alles negiert, alles totschweigt.

00:14:04: und ja, vielleicht eine Übergangsregierung, die noch so ein bisschen holprig da rein stolpert und sicherlich das noch nicht ideal macht und man auch tatsächlich gucken muss, wo das langfristig hingeht.

00:14:14: Aber die Leute können sagen, das passt uns nicht.

00:14:19: Und sie machen das auch manchmal ganz spannend.

00:14:21: Also es gibt auch immer mal wieder so kleinere Demonstrationen.

00:14:25: Und diese werden nicht angegangen, niemals.

00:14:28: Ja, da steht dann vielleicht Polizei dabei, aber das hat die Übergangsregierung auch ganz klar verstanden.

00:14:33: Wenn du hier einmal anfängst, mit Drehengas auf eine Demonstration zu schießen, dann war es das.

00:14:39: Dann hast du deine komplette Legitimation verloren, weil genau so hat es unter Assad eben auch angefangen.

00:14:45: Ich finde es wirklich überraschend, dass die, also ich nenne es jetzt auch einfach mal die Islamisten.

00:14:50: Die demokratischste Bewegung innerhalb von Syrien scheinbar jetzt gerade sind.

00:14:55: Also auch eben Demonstrationen, die gegen diese Regierung sind oder der kritische Meinung haben, nicht anzugreifen, ist schon überraschend, wenn man überlegt, dass die vor fünf Jahren einfach in die, nicht Tränengas benutzt hätten, sondern einfach reingeschossen hätten in die Masse.

00:15:06: So ist einfach ein krasser Wandel.

00:15:08: Ja, ich glaube auch generell und das ist irgendwie, muss man einfach sagen, der Maßstab, der da angewendet wird.

00:15:13: Also es gibt keinen Fall irgendwie, wo... die erste Regierung nach dem Sturz einer Diktatur sein, das war ein Putsch, wo dann eine andere Diktatur übernommen hat, direkt stabil und endgültig war.

00:15:27: Das ist immer so.

00:15:28: diese schwierige Maßstäbe, die gerade in Syrien angewendet werden.

00:15:31: Die sind total unrealistisch.

00:15:33: Wer erwartet, dass es nach Jahren der Diktatur Also Generation der Diktatur, der Diktator gestürzt wird und jetzt irgendwie da eine Demokratie nach westlichem Vorbild von heute auf morgen entsteht.

00:15:47: Also mal abgesehen davon, dass das generell so ein bisschen unrealistisch ist.

00:15:52: Also

00:15:52: ich hier als ehemaliger Bürger der DDR widerspreche DDR maßgeblich, da wurde nach einer Diktatur westliche Demokratie einrichtet.

00:16:00: Naja, gut, aber man muss jetzt sagen, man kann jetzt die Diktatur der DDR, egal wie ungereich.

00:16:05: Ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja,

00:16:08: ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja.

00:16:23: Und die ist ja aber eigentlich so ein Flickenteppich, der eigentlich so aufzeigt, dass man irgendwie versucht, allen einen Tisch zu holen.

00:16:29: Also es ist jetzt auch nicht so, als wären die Islamisten, die damit zufrieden sind, ne?

00:16:34: Wir hören dann halt hier immer, dass Drusen, dass Alaviten, dass Christen, dass man von der SDF nicht zufrieden ist mit der Verfassung, aber das ist ja auf der Seite von den Islamisten genauso wenig, weil irgendwie allen Kompromisse abgefordert wird da drin.

00:16:48: So, ne?

00:16:49: Und ich glaube, man muss halt einfach mal realistisch sein, dass innerhalb von einem Jahr kann es nicht so perfekt werden, wie wir uns das gerne wünschen.

00:16:59: Und ich glaube, das ist halt so ein Punkt, der einfach völlig vergessen wird dabei.

00:17:04: Dafür ist ja auch die wirtschaftliche Lage noch viel zu desaströs.

00:17:09: Es ist auch immer noch nicht alle Sanktionen endgültig aufgehoben.

00:17:13: Dieses Land braucht auch massive wirtschaftliche Unterstützung, wenn es eine Zukunft haben soll.

00:17:19: Und ich glaube, wenn man kann schon sagen, hey, als allererstes mal brauchen alle Leute ein Dach über den Kopf und ein Einkommen und eine Gesundheitsversorgung.

00:17:26: und die Möglichkeit, ihre Kinder zur Schule zu schicken.

00:17:29: Wenn das erst mal gegeben ist, dann kannst du dir, also wenn erst mal dieser Teil der Bedürfnispyramide erfüllt ist, kannst du dir langsam über die ganzen anderen Sachen Gedanken machen, die auch parallel laufen sollten.

00:17:40: Aber das eine funktioniert nicht ohne das andere.

00:17:42: Also ich glaube, dass wir vor allem, wenn es jetzt darum geht, was Wie kann jetzt Europa Syrien unterstützen, oder meinetwegen auch noch die USA, dann heißt es erst mal wirtschaftlich beim Wiederaufbau.

00:17:55: Es wird irgendwie zweihundertsechzehn Milliarden US-Dollar kosten, irgendwie dieses Land wieder aufzubauen, die infrastrukturiert zerstört wurde.

00:18:01: Das ist irgendwie erst mal der Anfang, weil nur wenn die Leute auch das Gefühl haben, hey, ich kann hier irgendwie sicher leben, dann kann man sich, dann kann man die weiteren Schritte gehen und sich in der Demokratie festigen.

00:18:12: Das ist insofern ein Drittel von Elon Musk's Gesamtvermögen.

00:18:15: Der hat ja mittlerweile, glaube ich, knapp bis siebenhundert Milliarden Dollar Privat- oder Vermögen.

00:18:20: Und du könntest mit einem Drittel davon Syrien aufbauen.

00:18:24: Das ist die Mehrwertsteuer, der im Quartal abführt.

00:18:26: Das ist irgendwie

00:18:28: so... Sag mal, wie wurde eigentlich... Hast du was mitbekommen über Wadefoul und Wadefouls Äußerung, die ich ja für einen konservativen CDU-Außenminister überraschend empathisch fand?

00:18:38: Wurde das diskutiert in Syrien?

00:18:40: Ja, das ist in Syrien.

00:18:41: Es ist sehr, sehr gut angekommen.

00:18:42: Sehr gut angekommen.

00:18:43: Vor allem auch.

00:18:44: Ich habe ja ganz viel mit Deutschsyrand zu tun.

00:18:48: Und die, die fanden das sehr gut, weil die haben sich in den letzten Monaten, das war eigentlich auch interessant, im letzten Jahr sehr, sehr unwillkommen gefühlt in Deutschland.

00:18:59: Sie waren sehr angegriffen durch März-Aussage über das Stadtbild.

00:19:07: Und dann ... haben teilweise auch deshalb überlegt, will ich hier eigentlich weiter in Deutschland bleiben oder nicht, weil... Das

00:19:13: ist ja, glaube ich, Deutschlands grundsätzliches Problem, dass auch Menschen, die zum Arbeiten herkommen, die nicht auf der Flucht sind, einfach sich extrem unwohl in Deutschland fühlen, weil es ist jetzt nicht der... Du hast jetzt diesen Winter, ich gucke hier gerade aus dem Fenster in Berlin, plus Rassismus, daher hätte ich jetzt auch, also es ist auch nicht einfach, würde ich sagen.

00:19:32: Absolut, ja.

00:19:33: Und gerade eben so fachkräftig, wir haben in Deutschland jetzt noch siebentausend... Syrische Ärzte und das sind dann syrische Ärzte, also noch ohne deutsche Staatsbürgerschaft.

00:19:42: Wie viele davon inzwischen die deutsche Staatsbürgerschaft hat, weiß man ja gar nicht, sind mindestens fünfzehntausend.

00:19:48: Vielleicht hat auch dieses Gesundheitssystem irgendwie am Laufen.

00:19:51: Ich habe gerade mit einem Freund gesprochen, der lebt um Kaff im Bodensee, der meinte, wenn die zwei syrischen Ärzten nicht hier waren, dann gäbe es hier gar kein Arzt mehr auf dem Land.

00:20:00: Und sich das dann so was natürlich anzuhören, plus, naja, wir schieben jetzt dann auch irgendwie zurück, die Leute nochmal zurück in ihre Heimat.

00:20:06: Das hat vielen Menschen, glaube ich, schon sehr gut getan, dass der Außenminister einmal sagt, also hier kann man Leute nicht hin zurückschicken, das geht nicht.

00:20:13: Und trotzdem hat Dobrindt es gestern getan, ne?

00:20:16: Der Erzgebirge.

00:20:17: Und den

00:20:18: Feinheitsgeschenk an die deutsche Gesellschaft.

00:20:20: Dobrindt hat die erste Abschiebung durchgesetzt nach Syrien.

00:20:25: So, jetzt wollen wir das mal machen wie bei so einem richtig klassischen Familienessen am ersten Weihnachtsfeiertag oder am vierzehnzehnten.

00:20:30: Wir wollen mal die schwierigen Themen jetzt außen vorlassen.

00:20:32: Wir wollen ja auch für ein bisschen Leiterkeit sorgen, wenn die Leute diesen Podcast hören.

00:20:37: Jetzt möchte ich natürlich die brennende Frage an euch beide stellen.

00:20:39: Jetzt warte mal

00:20:39: kurz, Tino.

00:20:40: Ich kenne es eher so am Weihnachtszisch, dass es dann eskaliert.

00:20:43: Ich dachte, du wolltest jetzt die totale Eskalation.

00:20:46: Aber

00:20:46: erst muss verdrängt werden.

00:20:48: Erst wird nicht drüber geredet.

00:20:49: Jetzt reden wir mal über was Schönes, Leute.

00:20:52: Wie macht ihr eigentlich Weihnachten?

00:20:53: Das frag ich mich so grundsätzlich, weil werdet ihr gefragt von dem, was ihr so beruflich erlebt habt?

00:21:02: Ich glaube, das ist schon... Ich setze mich mal so bequemer hin.

00:21:04: Ehrlich gesagt, nicht wirklich, weil ich sehe meine Familie ungefähr dreimal die Woche.

00:21:09: Die kriegen das sowieso immer alle mit.

00:21:11: Okay, aber Weihnachten... Hast du große Familie oder kleine Familie?

00:21:14: Bei uns ist die Familie sehr, sehr klein.

00:21:16: Also wir sind wirklich winzig.

00:21:17: Also ich feier mit meinen drei Geschwistern, deren drei Kindern.

00:21:23: Vier Kindern inzwischen.

00:21:25: Meine Mama, meinem Stiefvater, meiner Oma und mit dem Mann meiner Schwester und seiner Mutter.

00:21:32: So.

00:21:32: Keine Ahnung, wie viele Leute, vierzig?

00:21:34: Sind das vierzig Leute gerade gewesen?

00:21:36: Ich weiß nicht, so fünfzehn bis zwanzig.

00:21:40: Das ist unsere Weihnachtskonstellation seit vielen Jahren.

00:21:44: Aber viele dieser Leute sehe ich halt ständig.

00:21:46: Meine Schwester wohnt hier nebenan mit meinem Bruder.

00:21:49: Gehe ich joggen, seitdem du nicht mehr so erreichbar bist.

00:21:52: Tilo, mit dem mache ich dieses Jahr den Marathon in Berlin.

00:21:55: Hast du dich jetzt angemeldet?

00:21:56: Habe

00:21:56: ich mich angemeldet.

00:21:57: Sehr gut.

00:21:57: Also ich werde nie wieder in meinem Leben einen Marathon laufen.

00:22:00: Das finde ich ganz schrecklich.

00:22:02: Aber ich bin immer bei einem Halbmarathon dabei.

00:22:05: Kann ich an der Stelle, liebe Hörer und Hörer, ihr könnt euch den Grund angucken, warum ich kein Marathon mehr laufen möchte.

00:22:10: Das ist ein Film, den man bei Join sich angucken kann.

00:22:13: Man kann meinen Namen bei Join eingeben.

00:22:14: Ich glaube, man findet es recht schwer.

00:22:16: Und wenn man den Titel Marathon eingebt, findet man es auch recht schwer.

00:22:19: Aber dafür, liebe Hörer und Hörer, ist die Join-Mediathek ja bekannt.

00:22:24: Also aber tatsächlich um es vielleicht abzuschließen, bei uns ist Weihnachten eigentlich meistens ganz harmonisch.

00:22:32: Es fließt wahnsinnig viel Alkohol.

00:22:35: Und ich bin früher mal bei so Weihnachtsfeiern, als wir noch in Wiesbaden gelebt haben, manchmal bei Weihnachtsfeiern meiner Eltern eingeladen gewesen, so am XXIII.

00:22:44: Da wurde dann gefragt, da wurde dann so ... Teresa, ist es nicht gefährlich in Bagdad?

00:22:51: Was war das Gefährlichste, was du je erlebt hast?

00:22:53: Genau,

00:22:53: aber ich sag, ja, es ist gefährlich in Bagdad, aber ich wohne ja in Beirut.

00:22:57: Wo das nicht so gefährlich, so waren das, so Gespräche.

00:23:01: Ich glaube, das ist für viele Menschen, diese Antwort ... Auch noch gefährlich.

00:23:05: Also auch der Libanon scheint den meisten Leuten auch gefährlich.

00:23:08: Wie sagt es schön?

00:23:09: Beirut Bagda hat Hauptsache Italien.

00:23:14: Martin, wie sieht dein Weihnachten aus?

00:23:16: Naja, also ich hab ja immer so am XXIII.

00:23:19: den Geburtstag von einem Freund.

00:23:21: Das war ganz nett gestern.

00:23:22: Und dann jetzt heute hier, bin ja bei meiner Mutter, da ist dann noch mein Bruder und meine Schwester mit ihren zwei Plagen.

00:23:29: Die sind jetzt gerade in der Pubertäter.

00:23:30: Das ist ganz schön anstrengend hier tatsächlich.

00:23:33: Das muss man jetzt auch mal einfach sagen, Hut ab an alle Eltern, die proprietierende Kinder haben.

00:23:39: Und dann noch die ganzen Runde und Katzen.

00:23:43: Die ja auch noch.

00:23:43: Das ist eigentlich immer nett.

00:23:45: Und dann, ja, morgen ist ein Großlagerfeuer angesagt in der Nachbarschaft.

00:23:52: Und dann jetzt nochmal ein bisschen Werbung machen natürlich.

00:23:55: Am zweiten Weihnachtsfeiertag, der legendäre Punkrock-Tresen in Trier.

00:23:59: Da ist dann quasi Veterantreffen.

00:24:01: Da kommen dann wie Alten, kommen dann noch mal rein und erzählen den Jugendlichen, was Punk bedeutet und was wir früher alles besser gemacht haben.

00:24:09: Und die, die heute man ja eigentlich gar keinen Punk mehr ist.

00:24:12: Und dann gehen wir ja dann danach wieder zurück in unsere Corporate Jobs.

00:24:22: Oh, da wär ich gerne dabei, Marc.

00:24:24: Ja, komm rum, komm

00:24:25: rum.

00:24:25: Wo gehst du noch mal?

00:24:26: In Trier, der älteste Stadt Deutschland.

00:24:28: Ein Heimatstadt von Karl Marx, der ist ja da geboren.

00:24:32: Die Osis behaupten immer, es wäre Chemnitz.

00:24:34: Dabei hat er dann nur mal gewohnt.

00:24:37: Und auch vor allen Dingen viel wichtiger,

00:24:39: die nur wohnen.

00:24:39: Also, Moment mal.

00:24:40: Kein einziger Osi behauptet, Karl Marx wären Chemnitz hier bohren.

00:24:44: Ja.

00:24:44: Außer vielleicht Kraftclub.

00:24:49: Ja, wir sind Karl-Marx-Stadt.

00:24:50: Also, ich kann nur sagen, hier hat er eine riesen Karl-Marx-Statue.

00:24:55: Ja, der konservative Startrat nie bezahlen wollte und dann hat China gemacht tatsächlich.

00:25:03: Also China hat Tria eine KMH-Startung geschenkt.

00:25:05: Ist

00:25:05: die neu?

00:25:07: Die ist ja jetzt so zehn Jahre alt oder sowas.

00:25:10: Ich kenne ja Tria auch ganz gut, meine älteste Schulfreundin.

00:25:13: Also so dreizehn waren und so immer, was sie so gesagt haben, ich übernachte bei dir und sie übernachte bei mir, dieser klassische... Dann haben wir die ganze Nacht Trierunsicher gemacht.

00:25:24: Ah, Trier ist Wahnsinn.

00:25:25: Okay, ganz kurz.

00:25:25: Stopp, stopp, stopp.

00:25:25: Jetzt gibt es hier klassische Punkt fünf.

00:25:27: Also fünf Punkte.

00:25:28: Wie macht man Trierunsicher?

00:25:30: Gibt es dort mehr als fünf Bars, in die man gehen kann, ohne dass man fünfmal das politische Spektrum wechseln muss?

00:25:36: Mittlerweile ja.

00:25:37: Also Trier hat ja studentisch nochmal einen großen Sprung nach vorne gemacht.

00:25:42: Früher war das nicht so.

00:25:43: Aber da gibt es jetzt schon so ein paar Läden.

00:25:46: Also und wenn du dreizehn bist und wir schreiben das Jahr Neunundneunzig, dann reicht sie auch, in irgendeinem Park abzuhängen.

00:25:56: Also Spielplatz mit einer Bierflasche in der Hand.

00:25:58: Der

00:25:58: Palast, ja.

00:25:59: Ich muss ja sagen, ich habe ja mein erstes Pankkonzert in Trier erlebt.

00:26:02: Was waren die Kassierer?

00:26:03: Ah, das ist doch die, die sich so auf der Bühne pinkeln und so ganz ordinär sind?

00:26:08: Es war so ganz schlimm irgendwie.

00:26:09: Da hat der Sänger mit so einem Latex-Handschuh den Bassisten.

00:26:14: Vorsicht, Vorsicht, Vorsicht.

00:26:17: Ich sage das nur vor, weil wir haben keinen Altersrating bei unserer Podcast.

00:26:22: Und dieser Latex-Hanschuh wurde in eine gewisse Körperregion eingeführt und danach hat so ein Punker diesen Handschuh in den Mund genommen und ins Mikro gesagt, mu, mu, mu, macht die Kuh.

00:26:34: Und dafür hat er ein Bier bekommen.

00:26:37: Und dann war ich so, das ist meine Subkultur.

00:26:39: So ein

00:26:40: Handschuh wurde gerade auch auf den Fotos aus dem Appstien-Archiv nach.

00:26:50: Das ist die Welt, in der wir leben.

00:26:51: Wir leben in der Welt, wo auf der einen Seite der Erde durch nach einer Revolution Islamist versuchten, demokratische Staat zu gründen.

00:26:59: Und auf der anderen Seite der Welt gucken wir uns Fotos von Sexpartys an und von Menschen, die irgendwie missbräuchlich sich gegenüber Frauen verhalten.

00:27:08: Und da wird der Demokratie abgeschafft.

00:27:10: Hilfe!

00:27:11: Das war sowieso eine Frage, die ich vielleicht euch auch als Rat erinnere.

00:27:13: Ich werde immer zynischer.

00:27:15: Ich meine, ich frag glaub ich die falschen Leute, wie wird man weniger immer zynischer?

00:27:19: Weil Theresa Breuer durchaus auch dafür bekannt ist.

00:27:24: Spitz für mich.

00:27:25: Insgesamt würde ich ja doch immer noch sagen, dass wir in der besten Zeit aller Zeiten leben.

00:27:33: Insgesamt.

00:27:34: Weil ich denke immer noch...

00:27:35: Gibt mir fünf Leute lieben Listen.

00:27:36: Gibt mir fünf Gründe, warum wir in der besten Zeit unserer Zeit leben.

00:27:40: Der beste

00:27:41: Zeit unserer Zeit.

00:27:42: Erstens, da muss jetzt ein bisschen weiterfassen.

00:27:45: Also erst mal, wir leben schon in einer Zeit, wo es Anästhesie gibt.

00:27:49: Das finde ich ist irgendwie sehr, sehr, sehr wichtig.

00:27:52: Ganz grundlegend, richtig so politische Weltkundemäßig.

00:27:54: Nee, es wird zu richtig grundlegend.

00:27:57: Wir leben in einer Zeit, wo es tatsächlich, ich meine, wenn ich mir noch Filme anschaue aus den neunziger Jahren, da kann ich gleich eigentlich, obwohl das auf gute Filme sind, sind neun, neun Prozent aller Frauenrollen kompletter Schrott.

00:28:11: Und immer nur da, um irgendwie den Mann zuzuhächeln.

00:28:15: Das ist heute nicht mehr so.

00:28:17: Heute dürfen Frauen noch was zu sagen haben, wenn Frauen ernst genommen, angefangen mit der Mitu-Bewegung.

00:28:22: Das finde ich schon richtig geil.

00:28:24: Was ich aber sagen will, ist, dass ich meistens Frauen auch unterwegs in den Krisengebieten treffe.

00:28:30: Es ist so krass.

00:28:31: Und wie dankbar ich dafür bin, dass man dort auf Frauen trifft.

00:28:35: Weil die Art der Gespräche so viel angenehmer ist, als dieses rodenhafte ... Kriegsgebiet Unterhaltung, wer was hat, wer hat was am krassesten erlebt.

00:28:45: So, das ist so, wenn ich zum Beispiel mit dir, Theresa, wenn wir uns in Afghanistan unterhalten, dann sind es ja... Total angenehme Gespräche über das Land und welche Rolle wir in diesem Land spielen.

00:28:55: Wenn ich mit Johanna Maria Fritz unterhalte, mich über die Ukraine oder in Syrien mit ihr sprechen, dann ist es sowieso wie nehmen wir, dass es diese Welt war.

00:29:04: Dafür bin ich sehr dankbar, dass dieser Arbeits- und Lebensbereich nicht mehr so männlich besetzt ist.

00:29:10: Und ich auch das Gefühl habe, immer mehr Frauen zu treffen und fast nur noch Frauen zu treffen.

00:29:14: Ja.

00:29:15: Ja, und das ist mir ist halt auch so aufgefallen.

00:29:17: Ich bin halt auch so stark in den neunziger Jahren sozialisiert und ich werde es für mich auch nicht rausbekommen.

00:29:21: Aber es wird es wird bei mir irgendwie nicht rauszukommen sein, dass irgendwie das Supermodel die ideale Frau ist.

00:29:28: Das ist so bin ich.

00:29:29: Das kriege ich bei mir nicht mehr raus.

00:29:30: Merke ich.

00:29:31: aber ich merke, dass zum Beispiel meine Nichten und Neffen schon anders erzogen werden.

00:29:34: Und es ist nicht geil, dass sie nicht mehr auch die die Kinder meines Partners.

00:29:38: kein Mädchen rennt da rum und denkt, sie muss irgendwie rosa tragen und irgendwie hübsch sein oder gefallen.

00:29:43: Das schätze ich wahnsinnig an dieser Zeit.

00:29:46: Diese Beobachtung kann ich machen.

00:29:47: Wir sind ja gerade mal bei Punkt zwei von fünf, also wir kommen gleich nochmal zu den anderen drei zurück.

00:29:51: Diese Beobachtung mache ich auch bei meiner Nichte, dass ich einfach so, die kriegt jetzt von, also die kann noch Glück, die ist dreiwürde jetzt, die kann diesen Podcast nicht hören, deswegen wird die Überraschung trotzdem groß sein.

00:29:59: Die kriegt von mir halt ein Bagger-Set.

00:30:01: So, und als wir klein waren, wäre das so komisch gewesen, wenn man eine Mädchen ein Bagger-Set schenkt.

00:30:07: Aber... Dieses Kind mag im Bagger und Murmelbahnen.

00:30:11: Also wird das kombiniert miteinander so.

00:30:13: Und da gibt es überhaupt gar keine Geschlechter-Identifikationsdiskussion.

00:30:17: Was darf ein Mädchen womit darf es spielen?

00:30:20: Auch bei meinem Bruder merke ich, dass das gibt es überhaupt in keinster Weise.

00:30:24: Wenn meine Nichte sagt, sie will Astronautin werden, wird da nicht einmal irgendwie so... Ja, also muss jetzt eher ein Mädchenhaften-Job aussuchen.

00:30:31: Gar nicht.

00:30:31: Und ich finde das irgendwie ganz toll.

00:30:33: Frage mich allerdings auch, ob hier auch ein kleiner gesellschaftlicher Unterschied wieder zwischen Osten und Westen herrscht.

00:30:37: Weil im Osten ja so schon auch immer so bisschen.

00:30:40: alle mussten anpacken, weil sonst gibt es dieses Land nicht.

00:30:43: Bitte Punkt

00:30:44: drei.

00:30:44: Anni Martin.

00:30:45: Nein,

00:30:45: also ich hatte zum Beispiel als kleiner Junge auch nur Barbie.

00:30:49: Ist ein Jutta-Beitrag zum Thema.

00:30:52: Ja, weiß ich nicht.

00:30:53: Ich glaube, das kommt immer ganz viel auf die Eltern an und so was.

00:30:57: Also weiß ich nicht.

00:30:58: Bei mir war halt immer so mein Sohn, der kriegt was da, also so fernet im Bildschirm, was da will und kann machen, was da will und wer was anders sagt, kriegt halt auf den Maul.

00:31:07: So war halt mein Vater unterwegs.

00:31:09: Aber ich glaube, das kommt auch immer so ganz da drauf an.

00:31:12: Also ich glaube schon, dass es vielleicht weniger hinter Vorhängen stattfindet.

00:31:17: Ich glaube aber, dass es gleichzeitig auch gerade jetzt auch noch genug Eltern gibt, die der Junge trägt Blau und dann Mädchen trägt Rosa.

00:31:25: Auf jeden Fall.

00:31:26: Aber ich merke, das sind so die gesellschaftlichen Fortschritte, die wir einfach erreicht haben.

00:31:29: Und da muss ich dann sagen, als jemand, der fünf Wochen dieses Jahr in den USA waren, auch wieder zurückgehen können.

00:31:34: Also, man kann es auch erleben, wie es das wieder umkippt in die andere Richtung und wieder alles konservativer durch.

00:31:40: Ich hab so ein bisschen Angst, weil man spricht ja immer von Pendelbewegung, dass das Pendel, das nach links ausgeschlagen ist, bzw.

00:31:46: einfach in eine humanistische Richtung ausgeschlagen ist, jetzt umso mehr nach rechts in so eine antidemokratische, antifeministische Bewegung umkippt.

00:31:57: Jedes Interview mit Erika Kirk macht das eigentlich deutlich.

00:31:59: Aber das Problem ist halt immer nur, und ich glaub, das ist halt so dieses Hauptproblem, ist das ... die die sichtbar sind, sind halt immer nur die Reichen.

00:32:06: Und ich meine, da sieht man ja auch, sag ich mal, wenn man sich so Social Media Bubbles anguckt und sowas.

00:32:11: Das sind ja überwiegend auch eher akademische Personen, die da ihre Meinung zum Besten geben und da irgendwelche pastelfarbenen Reals machen.

00:32:20: Und mal sind halt die Reichen auf der linken Seite laut, mal sind die Reichen auf der rechten Seite laut und darunter ist sozusagen so die Arbeiterklasse.

00:32:30: Und die ist ja nirgendwo repräsentiert.

00:32:33: Und die schwingt natürlich immer genau auf das Gegenteil von dem, wer gerade spricht, so mit der Zeit.

00:32:40: Und ich meine, das hat man ja in den USA schön gesehen.

00:32:43: Die Leute waren total angefressen von der Politik der Republikaner, gerade die Arbeiterklasse.

00:32:50: Und dann kommen die Demokraten an die Macht.

00:32:51: Und auch da war die Arbeiterklasse nicht gesehen.

00:32:55: Und man wird dann halt immer an irgendwelche Diskussionen und gesellschaftlichen Diskussionen reingezwängt, die aber erst mal unrelevant sind, wenn dein Lohn nicht reicht, wenn du nicht die medizinische Versorgung hast, die du brauchst und wenn du sozial unsicher bist.

00:33:08: Und ich glaube, das ist gar nicht irgendwie... So ein Pendel mit.

00:33:13: die Gesellschaft schwenkt von ganz links nach ganz rechts, sondern die, die laut sind und halt einfach, egal wer da gerade spricht, so ein Großteil der Gesellschaft, nämlich die Leute, die keinen Zugang zu guter Bildung haben oder zu gut bezahlten Jobs oder sowas, die bleiben halt unten liegen.

00:33:26: Und für die interessiert sich halt keiner, egal ob links oder rechts.

00:33:30: Ich meine, kannst du ja in Deutschland die Linkspartei angucken.

00:33:31: Ich meine, dass die AfD, dass die halt generell nicht auf der Seite der Arme steht, ist klar.

00:33:36: Aber wenn ich mir linke Politik angucke und das Verhältnis von wie oft sprechen wir über Studiengebühren, wie oft sprechen wir über Akademische, hier dies, das Gleichberechtigung und was auch immer?

00:33:48: und wie oft sprechen wir über, wie können wir das Leben von der Arbeiterklasse real besser machen?

00:33:53: Das ist schon merkwürdig.

00:33:54: Und da denke ich mir halt so...

00:33:56: Also es gibt natürlich auch eine, also mir fällt der Johnson-Köck-Turk ein, für die für die Linke Bundestag sind und die kümmert sich schon sehr um die sozialen Themen.

00:34:03: Also die Linke macht es auch, aber man hat das Gefühl, es wird da gerade nicht so richtig hingehört.

00:34:07: Was natürlich auch daran liegt, dass zum Beispiel in Deutschland einfach auch immer mehr Abiturienten existieren, dieses Bildungsbürgertum auch immer größer geworden ist in den letzten Jahrzehnten und damit natürlich auch richtigerweise die Probleme sicher auch verschieben.

00:34:22: Ich finde es aber interessant, was du gerade gesagt hast.

00:34:24: Ich glaube, das ist ein Trier.

00:34:25: Bald von den Chinesen bezahlt auch von dir ein Denkmal geben wird, lieber Martin.

00:34:29: Na, hoffentlich.

00:34:33: Ja, aber du hast, ich meine, als du gesagt hast irgendwie, wer ist auf Instagram, wer ist auf Facebook, das stimmt schon.

00:34:39: Es gibt auch Menschen, die irgendwie normale Leben leben, nenn ich es jetzt einfach mal, die man auch auf Instagram findet, aber du hast recht, es gibt eigentlich keine richtige Plattform für die Arbeiterbewegung.

00:34:52: Twitter, findest du es oder?

00:34:54: Twitter?

00:34:55: Nicht mehr?

00:34:56: Ist das jetzt nicht

00:34:58: ex?

00:34:58: Ich dachte, das ist einfach so.

00:34:59: Ulf Poschardt.

00:35:01: Ja.

00:35:04: Der schreibt ja auch nichts mehr auf.

00:35:06: Wer ist denn in Deutschland noch bei Twitter außer alle Redakteure der jungen Freiheit?

00:35:10: Ja, aber jetzt mal ohne Mist.

00:35:12: Der guckst ja an und ich meine, das treibt die Leute aber doch in die Arme.

00:35:15: Stell dir mal vor, du gehst für Mindestlohn auf den Baugnippern.

00:35:17: So.

00:35:18: Und dann solltest du, dann möchtest du dich engagieren, politisch vielleicht, arbeiterpolitisch.

00:35:23: Und dann gehst du zu linken Gruppierungen, linken Kreisen, um dich da irgendwie aktiv zu machen.

00:35:28: Und dann während du für Mindestlohn arbeitest, solltest du aber auf den Treffen über gewaltfreie Kommunikation sprechen.

00:35:34: So.

00:35:35: Das ist doch klar, dass irgendwie diese ganzen Sachen gerade für Leute aus der Arbeiterklasse absolut abschreckend sind.

00:35:42: So.

00:35:43: Und solange dann irgendwie die Alternativen für die Leute irgendwie so ein Müll wie AfD oder Sarah Wagenknecht ist, braucht man sich doch überhaupt gar nicht wundern, dass man da keinen Anschluss findet mehr.

00:35:52: Okay,

00:35:52: jetzt verstehe ich, was du meinst.

00:35:53: Ja, das war sehr nachvollziehbar.

00:35:56: Aber ich meine, das wäre jetzt eigentlich die Chance der Sozialdemokraten, da reinzugehen, aber die schaffen es ja auch nicht, also gar nicht.

00:36:03: Die Einzigen, und das ist ja der Witz, da kommt die CDU im Wahlprogramm und möchte den Meistertitel... kostenlos machen, weil den bezahlt man ja und zwar richtig teuer.

00:36:14: Und da denkt man sich so ja, Meistertitel ist eine der wenigen Möglichkeiten für Leute, die jetzt keinen Abitur haben oder sowas, auf einen halbwegs ansatzweise akademisches Niveau zu kommen.

00:36:25: Und da frage ich mich, wie kann das bitte sein, dass das die Idee der CDU ist und nicht die Idee der Linken oder der SPD, wo das ja eigentlich klassische Arbeiterpolitik ist, aber Kunst oder gut, ich möchte nicht, ich muss aufhören, über so Studien zu reden, weil das ist auch nicht fair.

00:36:42: Aber studieren muss immer billiger und immer kostenloser werden.

00:36:46: Und da ist ein Semesterticket in Begriffen.

00:36:48: Jeder Azubi hat bis vor kurzem, jetzt gibt es ja Deutschlandticket und so was, aber seine Monatskarte, teuer bezahlen müssen.

00:36:56: Und diese Monatskarten für Azubis waren teurer als jeder Semesterbeitrag am Ende vom Tag.

00:37:02: Ich finde das gerade ganz fasziniert Martin.

00:37:04: Also ich meine das jetzt vollkommen ernst, dass ich sage, dass man an dem Gespräch, was wir zu dritt gerade führen, Unterschiede in Klassen spürt.

00:37:12: Ich spürte es zum ersten Mal und wir beide kennen uns ja nun wirklich schon länger, Martin, dass ich einfach als Berliner Groß steht er aus einer Buchheim-La Famille, wo der eine Teil ein Studium hat und der andere eine, wie nennt man, das Berufsschulausbildung hat.

00:37:27: Das meine Problemwelt eine ganz andere ist als dein.

00:37:28: Ich hab noch nie darüber nachgedacht, dass ein Azubi-Ticket teurer sein könnte als ein Studierenden-Ticket.

00:37:34: Noch nie.

00:37:34: Aber der Tod, wie du es gerade erzählst, macht es gerade sehr deutlich.

00:37:37: Also ob es mittlerweile behoben ist, kann ich nicht sagen, ich bin ja keiner zu wie mehr, ne?

00:37:40: Und ich wollte jetzt ja auch nichts gegen Studierende sagen, ganz im Gegenteil.

00:37:43: Nein, nein, nein, so habe ich das gar nicht wahrgenommen.

00:37:45: Aber da ist tatsächlich irgendwie eine ganz krasse Ungleichgewicht in ganz vielen Sachen.

00:37:51: Und dann kommt ja noch dazu, die Arbeitsstunden, die du als Azubi machst, die sind ja bei weitem unter dem Mindestlohn.

00:38:01: Also du hast ja am Ende, hast du für diese Ausbildung richtig viel Geld bezahlt.

00:38:05: Wenn du einfach mal deine Arbeitsstunden gegenrechnest, sozusagen zu dem, was du eigentlich als ungelernte Kraft an Mindestlohn verdienen würdest in der Zeit.

00:38:13: Und wenn du dann aber überlegst, dass du nach all dem, was du für diese Ausbildung ja bezahlt hast durch deine Arbeitskraft unter dem stehst, was jemand als Akademiker, der dann studiert hat, auf Staatskosten, auf Steuergeldkosten überwiegend stehst, das ist ja irgendwie eine Ungerechtigkeit, die dann der Gesellschaft vorstellt und über die spricht gar keiner.

00:38:32: Das ist mein Weihnachtstisch.

00:38:34: Aber wir sind halt alle keine Akademie, keine Familie.

00:38:37: bei uns hat keiner studiert.

00:38:39: Aber ich finde krass, dass du in so ein Modus um Zwitschern kannst.

00:38:42: Ich weiß nicht, Therese, sagst du mal Martin Englisch reden hören?

00:38:45: Nee.

00:38:45: Das Klima jetzt glaube ich jetzt nicht spontan.

00:38:47: Martin klingt als würde er so, den Klima dich hin musst du auch nicht machen, ich würde dich da auch nicht rein nötigen.

00:38:51: Also wenn Martin Englisch spricht, ist es so, als würdest du einfach jemanden reden, der so englische Literatur in Oxford studiert hat.

00:38:57: Ja, echt?

00:38:58: Das ist richtig krass.

00:38:59: Weil ich war eine Martin, ich hab Martin ja auch kennengelernt, so als Sicherheitsknüppel auf Corona-Demos.

00:39:04: Ja.

00:39:05: So, und dann ist es an meiner Arroganz, ist ja in dem Moment, naja, ich bin froh, dass er nicht aus dem rechten Spektrum kommt.

00:39:11: Ja, sehr gut zum Recht.

00:39:14: Ja, so.

00:39:15: Das ist darüber, und da freust du dich dann drüber auf so einer Demo, und dann lernst du dich immer mehr kennen.

00:39:20: Und das ist das Schönste an, nicht das Schönste, aber einer der tollen Dinge ist, dass ... ist Martin nicht darum geht, die Klasse zu überwinden.

00:39:31: Du hast nicht das Gefühl, dass durch das Aneignen vom Habitus einer anderen Klasse Martin unbedingt jetzt zu den Reichen dazugehört.

00:39:38: Mein Versuch wäre, irgendwann zu den Wohlständigen zu gehören.

00:39:41: Martins Versuch wäre, irgendwann zu den Universitären Gebildeten zu gehören.

00:39:45: Und bei Theresa, Theresa hat, glaube ich, beides, oder?

00:39:47: Wo willst du hin, Theresa?

00:39:49: Ich möchte Königin werden.

00:39:52: Ich bin ja von quasi mittelschicht Bildungsbürgertum eher so runter zur Antifa gegangen, das war immer gemeint.

00:40:03: Ich will nicht Abstieg nennen, aber tatsächlich.

00:40:08: Man könnte den moralischen Aufstieg vielleicht nennen.

00:40:11: Moralischer Aufstieg, sozialer Abstieg.

00:40:13: Genau, sozialer Abstieg, moralischer Aufstieg.

00:40:17: Aber ich finde das sowieso toll, dass das so.

00:40:21: Zwischen uns drei merkt man, dass gerade so wie sehr Klassenunterschiede keine Rolle spielen können.

00:40:26: Ich finde das total angenehm.

00:40:27: Also auch zwischen Martin und ich verbringen mehr Zeit als wir beide, Theresa, obwohl ich sehr gerne auch viel Zeit mit ihr verbringen wollen würde.

00:40:33: Ich bin so ehrlich, saß so frei.

00:40:35: Aber irgendwie ist es schön.

00:40:41: Ich habe keine weiteren Punkte mehr, das ist das Problem.

00:40:46: Für mich ist der Punkt, dass man nicht mehr auf dem OP-Tisch stirbt und dass Frauen noch deutlich mehr Rechte haben, auch in Deutschland, als noch vor zwanzig Jahren.

00:40:54: Dass ich meine, guck dir mal diese Mädels an auf meinem T-Shirt, Lindsay Lohan, Britney Spears.

00:40:58: Damals wurde den Frauen unter den Rock fotografiert, dann wurden die widerlichsten Sachen über die geschrieben.

00:41:03: Das war so eine Zeit, da waren Frauen einfach wie Frauen.

00:41:07: die man zum Abschluss freigegeben.

00:41:08: Und zwar überall.

00:41:09: Ich glaube, geredet sind sie zu dumm, sind sie zu dick, sind sie zu dünn, sind sie zu hässlich.

00:41:13: Und es war einfach, Frauen wurden richtig widerlich behandelt auch von den Medien.

00:41:18: Und ich hab das Gefühl, das ist heute nicht mehr so.

00:41:20: Und das finde ich sehr schön.

00:41:21: Aber so, die Zeit heute ist überhaupt nicht besser.

00:41:26: Was ganz viele andere Dinge angeht und ich hab neulich gibt doch dieses Spotify rappt das sagt ihr dann noch mal was wie alt wirst du für dein musik geschmack?

00:41:34: ich bin sieben und vierzig Jahre alt und dachte das passt genau.

00:41:38: Weil ich höre mich diesen ganzen kram aus den frühen neunzigern das ist so mein mein weib und das ist die zeit in die ich mich total hin zurücksehne.

00:41:46: dieses.

00:41:49: Also diese Generation, zu der ich ja jetzt auch nicht wirklich gehöre, weil ich ja dann eher millennial bin und irgendwie nicht Gen X, aber die Generation, die quasi ohne älterliche Aufsicht ihre Nachmittage verbringen musste.

00:42:01: Ohne das, also hat, hat sie niemand dabei beobachtet.

00:42:04: Es gab aber noch kein Internet.

00:42:05: Es gab keine sozialen Medien.

00:42:06: Du bist zu Konzerten gegangen.

00:42:07: Niemand hat eine Handy hochgehalten, um das Konzert zu filmen, sondern alle waren im Moment dabei.

00:42:12: Es wurde großartige Musik geschrieben.

00:42:13: Es wurden großartige Bücher geschrieben.

00:42:15: Es waren irgendwie von American Psycho oder, oder Filme wie Kids produziert.

00:42:20: Das ist eine Zeit, die ich als wahnsinnig kreativ und wahnsinnig ja irgendwie roh und authentisch und erstrebenswert.

00:42:28: finde und zu der ich mich sehr zurücksehe.

00:42:31: Martin, du bekommst eine Hausarbeit.

00:42:35: Die jungen Leute ziehen sich ja so an, wie wir in den Neunzigern uns angezogen haben.

00:42:38: Also ich meine, ich war fünfzehn, neunzehn, neunzehnt, neunzig.

00:42:40: Also so, peak neunziger, peak pubertät.

00:42:43: Martin, du bekommst als Hausaufgabe, Kids zu gucken unbedingt.

00:42:47: Den haben wir damals in der Schule geguckt, weil unsere Lehrer Angst haben, dass wir uns mit HIV infizieren.

00:42:52: Okay,

00:42:53: damit hast du im Kern diesen Film zusammengefasst.

00:42:54: Ich habe jedes Mal, wenn ich Kids in meinem Leben geguckt habe, danach ein IV-Test gemacht.

00:42:59: Wirklich.

00:43:00: Jedes Mal, dieser Film hat mich im Innersten so erschüttert über dieses, so wie schnell das gehen kann.

00:43:08: Das ist natürlich mittlerweile wissenschaftlich auch ... Wissen wir, das ist dramaturgisch übertrieben, die Hochgeschwindigkeit.

00:43:14: Aber ich hab so viel über ... Ja, auch, also so viel gelernt über so, wie man, was heißt, jung und traurig zu sein in den Neunzigern.

00:43:22: Ich muss sagen, so mein Schlüssel, also ich erinnere mich nicht an viel an den Film, aber so diese Frage ist also ganz komisch, weil wir haben ihn dann in der Schule und dann kommt der Lehrer mit diesem Rollwagen-Reihe und der Röhren-Fernseher da drin und dann wird der Videorekorder angeschmissen.

00:43:38: Und dann diese eine Szene, wo diese zwei Jungs draußen

00:43:42: saufen.

00:43:42: Okay, wartet euch

00:43:43: wieder.

00:43:44: Ja, warte, ich muss gleich wieder so einen kleinen Trigger aussprechen, oder?

00:43:46: Ich weiß, wie viele du meinst.

00:43:47: Nee,

00:43:48: kommt kein Trigger.

00:43:48: Einfach, dass die den, also ich weiß nicht, dann haben die so diesen Alkohol in Papiertypen, ne?

00:43:55: Und du stehst da irgendwie und so, weiß ich, als Deutscher Jugendlicher aus der Eiste, und das war für mich so ganz unverständlich, dass man als Jugendlicher nicht in der Öffentlichkeit trinken darf.

00:44:04: Habt

00:44:04: ihr den auf Deutsch geguckt?

00:44:05: Ja, klar.

00:44:06: Ja, auch.

00:44:07: Kannst du, Thera, hast du den auf Deutsch geguckt?

00:44:09: Ich glaube nicht.

00:44:10: Ich hab den nicht in der Schule geschaut.

00:44:11: Ich glaube, ich war schon erwachsen, als ich den gesehen habe.

00:44:14: Wir haben den auch auf Deutsch, dann so auf VHS-Kassette, so beim Kiffen bei Freunden, bevor man ausgegangen ist, bevor man Graffiti gemacht hat, hat man diesen Film geguckt.

00:44:22: Und da gab es halt diese eine Szene, wo sie diesen Alkohol aus dem Laden klauen.

00:44:27: Und dann packen sie sich da so in ihre Beggie-Pans, diese anderthalb Liter Flaschen Bier oder was das dann nochmal ist.

00:44:32: Und dann kann ich ... Es hat sich so eingebrannt, was die für einen Dialog führen.

00:44:36: Und zwar fragt Casper, glaub ich, den anderen, ob er einen dicken Sack hat.

00:44:42: Also es wurde ... Deutsch übersetzt und für jugensprachlich ein dicken Sack zu haben.

00:44:48: Und dieses Diggensack wurde dann zu unserer Jugensprache bei uns in der Schule.

00:44:55: Also die halbherzige, herzige Synchronisation.

00:44:59: Ja,

00:44:59: das ist eigentlich ein Diggensack.

00:45:00: Okay, cool.

00:45:01: Das sagen wir jetzt auch, das sagen wir jetzt auch.

00:45:03: Ein Diggensack.

00:45:07: Ja, okay, zwei von fünf Dingen, warum es sich lohnt, twenty-fünfundzwanzig zu existieren.

00:45:12: Ich glaube, Sozialversicherung generell, also, dass du hier einfach ins Krankenhaus oder zum Arzt gehen kannst.

00:45:17: Ja, das ist das Beste.

00:45:18: Das ist das Beste.

00:45:19: Aber das vergisst man manchmal, das ist nicht selbstverständlich, ne?

00:45:22: Ich glaube, dass wir drei sowieso einen Blick auf Deutschland haben.

00:45:25: Also, egal wen du fragst, wenn du Sophia, Maya, Paul, Ronzeimer, Vanessa, Schleser, egal wen du von unseren Kolleginnen und Kollegen fragen würdest, die haben alle einen ganz anderen Blick auf das, was schön bei uns zu Hause ist.

00:45:34: Also, es ist auch tatsächlich so, dass wenn ich gefragt werde, du hast die ganze Welt gesehen, Tilo, wo würdest du leben wollt?

00:45:39: Ey, ich sag immer, Berlin.

00:45:40: Und ich würde es auch noch kleiner machen auf den Bezirk, in welchem ich lebe, weil Deutschland kriegt schon extrem vieles gut hin.

00:45:51: Und natürlich kannst du dich aufregen irgendwie über schmutzige U-Bahn-Höfe und es gibt mehr Obdachlose, aber dann regt man sich nicht über die Obdachlosen auf, sondern über das System, in dem man lebt und dass man daran was ändern kann.

00:45:59: Und dass es möglich ist, so, dass die eben nicht auf der Straße bei uns wie in den USA sterben, weil das eben dazugehört, dass du als Obdachloser stirbst bei uns auf der Straße.

00:46:08: Sondern hier kannst du Hilfe bekommen.

00:46:10: Und Deutschland macht schon, ist schon auch, also, dass ich das mal sage, wirklich, also so ein gutes Land.

00:46:16: Ich finde auch, man kann sich nicht beschweren.

00:46:19: Also, man kann sich über viel beschweren.

00:46:20: Eben.

00:46:20: Aber das ist auch immer ein sehr, sehr, ja, vom hohen Rost beschweren, würde ich sagen.

00:46:28: Ja, man kann es ist ja auch okay.

00:46:30: Die eigene Gesellschaft soll sich ja auch weiterentwickeln.

00:46:33: Das ist ja auch irgendwie notwendig.

00:46:35: Aber sagen wir mal so, die Struktur, wir leben in der Struktur, das Fundament, das wir haben, da gibt es kaum ein besseres.

00:46:44: Also es gibt wenig Länder,

00:46:46: wo sagen

00:46:47: wir, würde ich lieber als Frau geboren werden.

00:46:50: Also du kannst natürlich dann immer sagen so mein Lieblingsland Island wie so all female Parlament.

00:46:54: Das ist so.

00:46:55: ich liebe die Fortschrittlichkeit dieses Landes und für mich da auch wirklich sehr wohl.

00:47:00: Aber dann bist du halt gefangen in einem Land wo niemand ist.

00:47:03: Ja, so

00:47:04: du bist in einem Land gefangen.

00:47:06: Außer Björk du bist in einem Land gefangen, wo man bevor man eine Partnerschaft beginnt eine App installiert auf seinem Telefon um zu gucken ob man miteinander verwandt ist.

00:47:12: Also ich meine so.

00:47:14: ist auf jeden Fall, also diese Vielfalt, die wir in Deutschland haben, dafür bin ich sehr dankbar und für mich auch so sehr wohl.

00:47:19: Und dass wir eben am fünffendsten Dezember, also ich gehe gleich in den Tierpark, was sind eure Weihnachtsbräuche?

00:47:23: Wir gehen, weil es sind ja so krasse Heiden in unserer Familie, also da ist ja gar kein christlicher Glaubenkirche und so, gibt's alles nicht.

00:47:28: Wir gehen in den Tierpark, was macht ihr?

00:47:30: Vielleicht gehe ich doch noch laufen, aber das gehört jetzt nicht zu den Bräuchen.

00:47:34: Wenn du Lust hast, können wir nach dem Tierpark laufen gehen?

00:47:36: Ja, meck,

00:47:38: machen wir das doch noch.

00:47:42: Jetzt haben wir dich schon wieder unterbrochen, Therese.

00:47:44: Das tut mir total leid.

00:47:45: Das muss die überhaupt nicht leid tun, Martin.

00:47:47: Das ist ja auch manchmal schwierig, ein Wort reinzubekommen, weil ich auch so ein kleiner Laber sack bin.

00:47:51: Deshalb bitte, sprich.

00:47:54: Ich fahre mit den Plagen auf der Mariensäule.

00:47:56: Auch in Trier.

00:47:57: Ich

00:47:57: weiß nicht, was das ist.

00:47:58: Das ist so eine Säule, die wird ab und zu mal angeleuchtet.

00:48:00: Kannst du die Geld bezahlen?

00:48:01: Dann wird die für dich angemacht nachts.

00:48:03: Und da hat man so einen Ausblick.

00:48:05: Und da soll ich mit denen hinfahren, weil ... Wenn wir zurückkommen, wir gehen jetzt erst mal davon aus, dass die mit ihren vierzehn Jahren noch ans Christkind glauben.

00:48:13: Ja, dass wir zurückkommen, dann liegen diese Geschenke drin und dann Weihnachtsbaum.

00:48:17: Und dann müssen die die Kirche und ich muss mir noch eine Ausrede einfallen, warum ich da leider heute nicht kommen kann.

00:48:22: Und dann gibt's danach Kartoffelsalat und Würstchen.

00:48:25: Ah ja, ihr habt Kartoffelsalat und Würstchen, ne?

00:48:27: Teresa, was ist bei euch?

00:48:28: Bei uns gibt es eine Pastinakensuppe mit Jakobsmuscheln.

00:48:33: Dann geht es weiter mit einem ...

00:48:34: Ja, man hört's, direkt moralisch.

00:48:38: Dann geht es weiter mit einem Rinderfilet in so einer ganz schönen Steinpilz.

00:48:43: Whisky, Sahnesoße, dazu Kartoffelgratter.

00:48:47: Und dann weiter mit einem Beerencrumble.

00:48:50: Und davor gibt's die Bescherung und danach das Besäufnis.

00:48:55: Wir sollten so einen Format machen, so der Weihnachtsaustausch, dass wir dann jeder von uns darauf bei dem anderen Weihnachten feiert.

00:49:03: Ich würde euch gerne meinen Wohnzimmer zeigen, weil ich bin ein Weihnachts-Ultra.

00:49:08: Es gibt keinen Ecke in meinem Wohnzimmer, den ich mit Lichterketten fange.

00:49:12: Mein Tannenbaum ist grandios verziert.

00:49:16: Aber du hast auf dem Brandschutz

00:49:18: gehabt, hoffentlich.

00:49:18: Ich habe in meiner Wohnung nichts Weihnachtliches, gar nichts.

00:49:24: Meine Nichte hat mir eine Hüerzinte geschenkt, mit rotem Papier umwandelt.

00:49:30: Töpfchen.

00:49:31: Das ist das Weihnachtlichste in meiner Wohnung.

00:49:33: Ich wurde fast mich als Grinch bezeichnen.

00:49:34: Und dass du, Teresa, eine komplett durchgeweihnachtete Wohnung hast, überrascht mich sehr.

00:49:39: Wirklich?

00:49:40: Ja.

00:49:40: Da bin ich ultra.

00:49:42: Weißt du was?

00:49:42: Weihnachten war bei mir in meiner Familie.

00:49:44: Also, ich bin ja... Inzwischen bin ich ja gar nicht mehr so viel im Ausland.

00:49:48: Aber als ich noch viel im Ausland gelebt habe, war klar, in Weihnachten bist du zu Hause.

00:49:53: Sonst fürchtest du nicht die Taliban, sonst fürchtest du deine Mutter.

00:49:56: War ich auch.

00:49:57: Ich war Weihnachten immer da.

00:49:59: Und das gehört bei uns einfach dazu.

00:50:00: Manchmal ist es anstrengender.

00:50:02: Wir haben uns auch manchmal so richtig verkracht.

00:50:04: Und manchmal ist es weniger anstrengend.

00:50:06: Aber ich liebe das einfach generell.

00:50:07: Ich liebe das auch mit Familie zusammen zu sein.

00:50:09: Ich finde, es gibt nichts Schöneres als irgendwie, wenn man eng mit seiner Familie ist.

00:50:14: Und ich weiß, dass Weihnachten für Leute oft nicht schön ist, wenn sie kein gutes Verhältnis zu ihrer Familie haben.

00:50:18: Und es tut mir dann immer richtig so im Herzen weh, weil es einfach bei Familie so was Wertvolles ist.

00:50:22: Und es ist so schön, wenn man eine Familie hat, mit der man sich versteht.

00:50:26: Ich finde das auch so.

00:50:27: Bei uns ist gerade so ein bisschen konfliktig, weil das Jahr war sauer anstrengend auf, für die ganze Familie.

00:50:32: Aber ich glaube, das geht auch wieder weg.

00:50:34: Warum ist es aber eigentlich so, dass Weihnachten sich gezankt wird?

00:50:37: Was ist da dafür der Grund?

00:50:39: Ich kann mich die wenigen Streits in meiner Familie gab, die gab es am Vierundzwanzigsten.

00:50:43: Ich schätze, sonst kommt man nicht so oft zusammen oder als Familie in so einem Rahmen.

00:50:49: Mein Eltern

00:50:50: wurden gegenüber, ne?

00:50:54: Also,

00:50:54: ich könnte mich dran... Da ich hab ein Bruder, der wohnt aber die Straße runter.

00:50:58: Wir wohnen alle im Radius von fünf Minuten.

00:51:00: Und meine Oma, als er noch gelebt hat, hat auch auf dem Hof gewohnt.

00:51:03: Das ist so wie in einem Dorf eigentlich.

00:51:05: Wir hätten uns eigentlich das ganze Jahr überstreiten können.

00:51:07: Aber wenn ihr dann zusammengekommen seid, habt ihr euch nicht gestritten?

00:51:11: Nee, wenn wir zusammen ... Es wenn es nicht gestritten wurde, am vierundzwanzigsten.

00:51:15: Okay.

00:51:16: Und bei den anderen, bei den anderen ... Ich versuch's daraus, bei den anderen ... Nee, so ... Tja.

00:51:19: Ich weiß nicht,

00:51:21: ich glaub,

00:51:22: es hat ein bisschen was damit zu tun, dass es halt immer das bestimmte Bräuche gibt oder bestimmte Rituale, die eingehalten, wer was kocht, wer was mitbringt.

00:51:31: Dann sind die Wochen davor ja doch immer so ein bisschen anstrengend, wenn man noch irgendwie Geschenke besorgt oder dieses.

00:51:36: Und dann, glaube ich, dann ist auch einfach, wenn, ja, es ist irgendwie viel Druck drauf immer auf Weihnachten.

00:51:43: Es ist viel Druck, dass es schön sein muss.

00:51:45: Also ich will auf jeden Fall Geschenke.

00:51:47: So, ich auch.

00:51:48: Wertig, nicht selbst gebastelt.

00:51:50: Also, mein Eltern haben nicht die Mauer eingerissen dafür, dass wir selbst hier bastelte Geschenke bekommen.

00:51:54: Irgendwie, thirty-five Jahre später.

00:51:56: Ich verstehe, der Mann, der spätkapitalistische Dikadenz ist endlich auch bei Mischkagen gekommen.

00:52:05: Also, wenn ich nicht den Gameboy bekomme, dann fange ich an zu heulen unter dem Weihnachtsbaum.

00:52:08: Wenn ich nicht das große Lego-Piraten-Schiff, das sind alles Anekdoten aus meinem echten Leben.

00:52:12: Wenn ich nicht das große Lego-Piratschiff bekomme, dann weine ich unter dem Weihnachtsbaum.

00:52:17: Hast du gewalt?

00:52:19: Ich hab sehr oft geweint, sowohl zum Geburtstag als auch zum Weihnachten.

00:52:22: Also nicht richtig oft geweint.

00:52:24: Meine Mutter meinte irgendwann mal, man könne mir die Enttäuschung recht gut ansehen, bei Geschenken, die ich bekommen habe als Kind.

00:52:30: Das ist jetzt erwachsen, da bin ich total froh.

00:52:32: Das hat sich verändert.

00:52:34: Da hab ich einfach Bock, bei meinen Eltern zu sein, auf der Couch zu liegen und Geschenke zu verteilen.

00:52:39: Oder auch für kleine.

00:52:41: Ich wünsche mir, ich hab auch recht konkrete Wünsche dann.

00:52:43: Meistens sind es Bücher bei mir.

00:52:46: Ich wünsche mir immer Konzert-Tickets.

00:52:48: Ich will nur einfach zu Punkrock tanzen.

00:52:52: Nichts anderes.

00:52:53: Du warst gestern bei Feinde Sahne für Schwilly, habe ich gesehen.

00:52:55: Das war

00:52:56: fantastisch.

00:52:57: War

00:52:57: das gestern oder vorgestern?

00:52:58: Vorgestern.

00:52:59: Vorgestern, ja.

00:52:59: Also wäre aufnehmen vorgestern ein bisschen schwierig geworden, da hatte ich nämlich kaum Stimme.

00:53:04: Aber es war ein grandioses Konzert.

00:53:06: Sehr schön.

00:53:07: Übrigens so ein Konzert, wo einfach ... fast niemand mit seinem Handy darstand und die ganze Zeit gefilmt hat.

00:53:12: So wie bei Radiohead.

00:53:13: Da standen sehr viele Leute da und haben die ganze Zeit mit ihrem Handy dieses Konzert gefilmt, was echt schlechten Ton hatte.

00:53:17: Seid doch einfach

00:53:18: da, hab ich gedacht.

00:53:20: Ich kann den Puls verstehen.

00:53:23: Ganz kurz hab ich dann auch draufgehalten, aber ansonsten bin ich einfach beim Konzert da.

00:53:27: Ich brauche auch ehrlich gesagt meine Hände, um entweder Bier in die Menge zu schütten oder meine Ellbungen auszufahren.

00:53:32: Ich kann die ganze Zeit nicht ein Handy halten, das ist ja...

00:53:34: So gar kemper neben dir auf einem Konzert zu stehen.

00:53:37: Ich stell mir gerade vor, wie du auf dem... Konzert, auf das wir beide gegangen sind.

00:53:41: Du dann so anfängst zu bogen.

00:53:42: Du warst nicht

00:53:43: da.

00:53:43: Nein, ich hatte keine Karten bekommen.

00:53:48: Ich steh bei sowas ja immer hinten und dann diskutiere ich, warum früher die Konzerte besser waren.

00:53:54: Weil du Sicherheit machst oder weil du dort erst bist.

00:53:59: Ich weiß nicht, wann ich der letzte Mal auf dem Konzert war, um ehrlich zu sein.

00:54:02: Was ist denn mit deinem Punk-Abend-Intrier?

00:54:04: Ich bin darauf völlig.

00:54:04: es angefickst davon jetzt, ne?

00:54:06: Ja,

00:54:06: das ist ja so Punkrock aus der Dose immer und das ist immer sehr schön.

00:54:09: Heißt Veranstaltung so oder ist das eine Bezeichnung unter Punkrock?

00:54:12: Einfach Punkrock-Tresen.

00:54:14: Also man trifft sich in so einem linken Kulturzentrum und dann läuft Punkrock aus dem CD-Player und es gibt Bier für ein Euro.

00:54:24: Und das ist quasi der kulturelle Inhalt dieser Veranstaltung.

00:54:27: Wird getanzt?

00:54:29: Mit Sicherheit irgendwann, ne?

00:54:30: Also, das ergibt sich ja dann.

00:54:32: Ja,

00:54:33: cool.

00:54:34: Einfach noch mal so alle, die zuhören, Punkrock-Resen, Trier.

00:54:37: Heute am sechsten, zwanzigsten.

00:54:38: Am sechsten, zwanzigsten.

00:54:39: Das

00:54:40: ist ja bei uns übereck.

00:54:41: Also in Berlin ist das ja natürlich ganz toll.

00:54:42: In Berlin sind ja alle weg.

00:54:44: Jetzt mittlerweile haben wir aber die erste Generation von denjenigen, die hier bleiben, was auch überraschend ist.

00:54:49: Also ich habe jetzt mehrere Instagram-Posts gesehen, wo so Zugezogene sagen, sie bleiben jetzt hier und genießen, wie leer diese Stadt ist.

00:54:56: Und ich muss sagen, ich genieße das auch jedes Jahr mehr.

00:55:02: Ich war jetzt zehn Jahre in Berlin und ich finde ja so diese zugezogenen, ich bin selber zugezogener.

00:55:08: Aber die, die jetzt die besseren zugezogenen sind, weil ihr Leben jetzt so hart in Berlin ist, dass sie über Weihnachten da bleiben, so wo ich mir so denke, ja die meisten von euch, ihr habt jetzt halt einfach eigene Kinder gemacht.

00:55:19: Ihr seid halt einfach in die Kleinfamilie jetzt reingerutscht.

00:55:23: Und eure Eltern kommen jetzt zu euch zu Besuch.

00:55:25: in eure dicken Dachgeschosswohnung.

00:55:28: Wir wollen hier nicht so pauschal über die zugezogenen Reden.

00:55:31: Na, ich wär selber einer.

00:55:32: Ja, du bist das beste Beispiel für Dachgeschosswohnung.

00:55:36: Genau, und wir gehen immer abends dann ins Überegg.

00:55:38: Also, ich geh heute Abend am vierundzwanzigsten werde ich ins Überegg in der Prenzlauer Legien.

00:55:41: Und da hab ich letztes Jahr, war ich da auch etwas klapprig.

00:55:45: aufgrund der Erfahrungen des letzten Jahres, ist mir aufgefallen, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben gesagt habe, puh, die Leute rauchen aber ganz schön viel.

00:55:54: Ganz schlimm sowas, oder?

00:55:57: Ich hab immer gerne als ehemaliger Raucher diesen passiven Rauch eingeatmet.

00:56:01: Letztes Jahr war's dann aber wirklich so so, meine Haare riechen ja jetzt nach Rauch.

00:56:05: Ganz schlimm, hier auf dem Dorf gibt's ja auch die Märchengrotte.

00:56:08: Das ist ja die Kneipe hier.

00:56:10: Und das ist auch so ein Raucherloka, das ist so ganz, ganz schlimm.

00:56:14: Man geht da so rein und ein wird so ein bisschen schlecht auch einfach.

00:56:17: Also machst du, bleibst du jetzt bis zum Ende dieser Weihnachtsnacht, Teresa, bleibst du dann... Bei deinen Eltern oder gehst du auch noch mal weg?

00:56:24: Meistens bleibe ich eigentlich dann bei meinen Eltern.

00:56:27: Weil morgen früh wird der große Weihnachtsbrunch bei mir ausgerichtet.

00:56:32: Mit Trüffelbutter und Kavir, den ihr euch aus St.

00:56:35: Petersburg einvorgraht.

00:56:37: Gänselstopfleber und Kavir aus St.

00:56:39: Petersburg.

00:56:40: Da so feiert das einfach Volk.

00:56:44: Das

00:56:44: ist wirklich vorgraht.

00:56:46: Das ist nicht verboten in Deutschland?

00:56:47: Nein,

00:56:48: es ist überhaupt nicht verboten.

00:56:49: Kriegt man bei Trüffel, Lindner.

00:56:52: Ist Trüffel-Lindner das Gleiche wie Butter-Lindner?

00:56:54: Oder ist es noch mal für euch?

00:56:55: Na ja, ich

00:56:56: meine Butter-Lindner.

00:56:58: Hey, Theresa, man merkt wirklich, wir sind alle aus derselben Klasse.

00:57:01: Man merkt

00:57:01: es einfach direkt.

00:57:04: Ich dachte, ihr habt noch mal einen eigenen Butter-Lindner.

00:57:06: Weißt du, für uns ist es ein Butter-Lindner,

00:57:08: wenn über was Feine ist.

00:57:09: Der Trüffel-Lindner, der ist nur für die Rollkarten.

00:57:12: Gibt es, weißt du, wie so Metro-Karten?

00:57:15: Da darf man nur rein, muss man so einen Kontostand einschicken, dass man zu Trüffel-Lindner darf.

00:57:19: Also es ist tatsächlich so, dass ich gestern den ganzen Tag in diversen Supermärkten verbracht habe im Centro Italia, um irgendwie nochmal den Rosmarin schinken und nochmal ein paar die Köstlichkeiten, die Bresaola selbstverständlich, die Milano Salami, die Trüffelleberwurst für meine Schwester, weil die ist dann die liebsten Leberwurst.

00:57:37: Ja, das alles ist ein Frühstück, Tilo, wenn du möchtest.

00:57:41: Komm morgens zum Frühstück vorbei, wenn du mal ordentliches Frühstück haben möchtest.

00:57:46: Weißt du, da könnt ihr da so einen richtigen Ostdeutschen alle euch mal angucken, ne?

00:57:48: Dann setzt ihr den da so hin.

00:57:50: Was ist das denn?

00:57:51: Das ist Salami-Tilo.

00:57:53: Oh, und was ist das?

00:57:54: Weintrauben sind das, Tilo?

00:57:56: Dann kriegst du erst mal eine Banane.

00:57:58: Oh, dann frisch gepressten

00:58:03: Orangensaft.

00:58:05: Ja, aber dieses, ähm, ich weiß nicht, dieses Raucherkneipe von denen du das sprachst, die lacht mich jetzt natürlich irgendwie an.

00:58:10: Na ja, wir können ja mal so eine Tour machen.

00:58:11: Dann machen wir hier mal Pankrock-Resen, Märchengrotte.

00:58:14: Und natürlich auch ganz wichtig, die Diskothek zur Kajüte.

00:58:18: Was kommt dann da?

00:58:19: Da kommt dann, ähm, Britney Spears.

00:58:21: Also Kajüte, das ist so für mich so.

00:58:23: damals, man sagt ja immer, die Friendzone gibt's nicht, aber ich hab da die Handtaschen gehalten.

00:58:28: So, ja.

00:58:29: Und ähm... Und es ist so ganz, ganz skurril, weil es gibt so zwei Etagen gab's damals.

00:58:36: Jetzt hat das übrigens irgendwie so ein Jack Sparrow-Imitator gekauft, der da immer rumläuft.

00:58:40: Das ist ganz toll.

00:58:41: Ja, und es gibt so einen Keller, da ist dann immer so von Schlager bis Lady Gaga alle gelaufen.

00:58:47: Da waren dann quasi wir Deutschen.

00:58:50: Und dann oben waren die Amerikaner alle.

00:58:53: So A, B und Hip-Hop.

00:58:54: Ah ja, du hast ja so diese Basen und so.

00:58:57: Ja, genau.

00:58:58: Und es war immer so ganz schlimm, ne?

00:58:59: Weil natürlich irgendwie die Amerikaner, die haben ja uns Deutschen, die Frauen ausgespannt.

00:59:05: Das war ja immer noch diesen Problem.

00:59:07: Das ist halt echt so, ne?

00:59:08: Also jetzt nicht böse gemeint.

00:59:12: Gut, wenn ich mich dann so angucke und auch so, wie wir alle irgendwie waren in dem Alter, wäre ich als Frau auch zu so einem gestriegelten Ami gegangen, muss ich ehrlich sagen.

00:59:22: Aber das haben wir damals nicht verstanden, das war immer hochproblematisch.

00:59:25: Ja, das habt ich dann auch geschlagen und so.

00:59:28: Nein, ich war ja nicht so der Schlägertyp, aber es gab dann doch auch mitunter dann mal Schlägereien, wenn so, aber ja, das ist ja auch so ein bisschen so das Klischee, dass sich die Frauen dann immer alle nach Amerika gezogen sind früher.

00:59:42: Also ich komme aus Wiesbaden, da gab es ja durchaus auch jede Menge Army-Bases.

00:59:46: Und auch da sind die Schmucken GIs immer abends durch die Kneipen gezogen.

00:59:50: Das fanden wir als Fünfzehnjährige durchaus sehr beeindruckend.

00:59:53: Das war so ein Status-Symbol, wenn man als Frau einen Army hatte.

00:59:57: War das im Osten auch so, wenn man Russen hatte?

01:00:00: Also ich bin jetzt nicht Fünfzig, ne?

01:00:02: Also ich bin jetzt noch nicht Sechzig, dass ich das noch so erlebt habe, wie wir in Parkshorst die russische, die sowjetische... Wie sagt man, Kaserne eingeläutet haben?

01:00:11: Ich weiß es nicht, ich glaube aber eher nicht.

01:00:13: Ich weiß auf jeden Fall noch.

01:00:14: weiß ist, dass die Rotarmisten sehr streng getrennt waren von der Zivilbevölkerung.

01:00:19: Also du hast die nicht im allgemeinen Bild gesehen.

01:00:22: Also auch nicht so bei Erste Mai-Demos oder sowas.

01:00:26: Ich weiß, als Kind kann ich mich so ganz dunkel erinnern.

01:00:29: Das kann aber auch einigbildet sein, weil ich weißen See geguckt habe, diese tolle Serie.

01:00:32: Also ich weiß nicht mehr genau sind das Erinnerungen, die ich aus dem Fernsehen habe oder sind es meine eigenen Erinnerungen.

01:00:36: Ich weiß, dass in Karlshorst diese Kaserne eben waren.

01:00:39: Ich war ja auf der Russeschule in Karlshorst und dadurch hatte ich in der Ostzeiten so ein bisschen Kontakt eben zu Russen.

01:00:45: Das war es aber, du hast aber keine Soldaten gesehen.

01:00:48: Vielleicht wäre auch besser gewesen, dann hätte ich vielleicht auch als Teenie eine Freundin gefunden.

01:00:51: Hätte nicht nur die Handtasche halten müssen, aber wie sagt Friends Zone, gibt es nicht?

01:00:57: Das ist doch auch irgendwie so ein sexistisches Stereotyp-Ding, glaube

01:01:03: ich.

01:01:03: Der gibt es auf jeden Fall auch, man sollte das nicht mehr sagen.

01:01:07: Ja, also ich glaub, das ist schon irgendwie, weil das ja immer so dargestellt wird, als wären da Männer so die großen Opfer und so was.

01:01:13: Weiß ich nicht.

01:01:14: Ich bin ja jetzt auch nicht so gebildet, aber ich hab mich da auch selber zu verlegen

01:01:18: gemacht.

01:01:18: Das stimmt immer gar nicht.

01:01:18: Das ist das Gemeinnabeil bei Martin.

01:01:20: Das ist absolut unwahr.

01:01:21: Ich glaube, Martin liest in seiner Freizeit solche Bücher, um sich zu informieren.

01:01:26: Weißt du, nur weil du da einen komischen Trierer-Dialekt redest, den ich nicht richtig einordnen kann?

01:01:31: Ich glaube ja nicht, du bist ja viel, viel schlauer.

01:01:34: Gerade auf ihrem Drehstuhl, so einfach um ihre eigene Achse.

01:01:37: Es musste irgendwie mal kurz sein, dachte ich, ich habe gerade ein Gefühl.

01:01:42: Verliehen wir ja eigentlich gerade den Faden inhaltlich?

01:01:45: Ist ja eine Weihnachtsfolge.

01:01:46: Ist eine Weihnachtsfolge.

01:01:46: Ich muss auch ganz ehrlich sagen, hat es irgendwie auch ein bisschen gefehlt.

01:01:48: Ich habe in diesem Jahr sehr, sehr viele Folgen gemacht, die alle sehr ernst waren, sehr, weil ich auch Angst hatte, mal so ein bisschen den Faden zu verlieren im Gespräch, in der Öffentlichkeit, in dem Podcast.

01:01:58: Lustig, wie ich hier die ganze Zeit immer so die Informationen so reinwerfe.

01:02:02: Aber jetzt ist, glaube ich, die erste richtige Podcastfolge dieses Jahr, die immer wieder so ein bisschen dem Geist des Podcasts entspricht, nämlich, dass man sich einfach mal so ein bisschen unterhält.

01:02:10: Das finde ich sehr schön, im Übrigen.

01:02:11: Danke dafür, dass ihr beide das therapeutisch möglich macht.

01:02:14: Ja, natürlich.

01:02:14: Ich hab mich total gefreut, als du dich gestern gemeldet hast.

01:02:16: Ich so, ja, da hätt ich jetzt genau darauf, vielleicht jetzt Bock, mit euch zwei einfach mal ein bisschen zu quatschen.

01:02:21: Ey, wir machen daraus einen Brauch.

01:02:23: Ja.

01:02:24: Nächste Folge Ostern.

01:02:26: Genau.

01:02:27: Nächste Folge Ostern oder nächste Folge auch einfach wieder Weihnachten.

01:02:30: Einfach dieses so am Abend zuvor, also beziehungsweise am Morgen des Vierentzwanzigsten, was ja schon auch wild ist, am Morgen des Vierentzwanzigsten eine Folge aufzunehmen.

01:02:38: Reden wir einfach über das Jahr und über was uns so bewegt und welche Terriere Clubs es gibt, finde ich irgendwie sehr schön.

01:02:44: Aber Timo, ich würde dich jetzt auch gerne irgendwie noch fragen.

01:02:50: Die Frage ist frei raus.

01:02:51: Ja, ist mit Sicherheit zu groß.

01:02:54: Aber gibt es irgendwas, was du zu diesem Jahr noch irgendwie sagen möchtest, irgendwas, was dir irgendwie wichtig ist?

01:02:59: Ich glaube, dieses Jahr kann ruhig vorbeigehen.

01:03:02: Da hab ich kein Problem mit, aber in diesem Jahr sind Freundschaften entstanden und in diesem Jahr sind Bündnisse entstanden und Vertrautheiten, die für mich ganz neu sind.

01:03:10: Und echt so ein riesengroßes Rüttelsieb.

01:03:13: an mein soziales Umfeld habe, konnte ich ungezwungenermaßen anlegen.

01:03:17: Dafür bin ich eigentlich sehr dankbar, weil die Menschen, die da sind, zu denen ... Ich weiß nicht, Theresa, du kennst mich auch jetzt schon länger.

01:03:24: Ich bin eigentlich recht spröde und kühl und so gar nicht so zuneigend oder nahe werdend.

01:03:31: Aber auch z.B.

01:03:31: dir gegenüber habe ich dieses Jahr so eine richtige freundschaftliche Verbundenheit einfach gefühlt.

01:03:36: Auch wenn wir uns nicht sehen.

01:03:37: Und irgendwie zusammen irgendwie, keine Ahnung, was so hopp ... Versahne schießen, was deine Freizeitaktivitäten sind.

01:03:43: Es ist so, ich wusste, du bist da und das ist so, wie gut zu wissen.

01:03:47: So, ich wusste, du bist hier Luftlinie irgendwie vier Kilometer entfernt und wenn was ist, könnte ich mich sofort bei dir melden.

01:03:52: Das gilt auch für Martin und auch viele andere.

01:03:55: Da sind Leute, bei denen ich mich wirklich, wirklich, wirklich melden könnte, wenn es mir schlecht geht oder wenn ich wirklich Hilfe bräuchte, bräuchte und die wären da.

01:04:02: Und das habe ich zum ersten Mal gespürt, dass es das gibt mit forty.

01:04:06: Man sagt es immer.

01:04:07: Ey, ich bin für dich da, wenn du mich brauchst.

01:04:09: Aber wenn man zum ersten Mal sieht, da sind Leute wirklich für dich da, wenn du sie brauchst, ist das ein sehr schönes Gefühl.

01:04:14: Ich glaub, ich hab mich in diesem Jahr noch nie so wenig einsam gefühlt wie dieses Jahr, weil ich wusste, ey, wenn's mir schlecht geht, ich kann irgendwie zu dir gesagt gehen, und dann rennt die mit mir einfach vor forty Kilometern im Kreis durch den Volkspark Friedeskain.

01:04:26: Oder wenn's mir schlecht geht, kann ich Martin sagen, Martin, beruhige mich mal, und dann macht das.

01:04:30: Und viele andere, ich nehm euch beide als Beispiel, wenn ihr in dem Gespräch seid.

01:04:33: Und das ist, glaub ich ... Eine der schönen Seiten dieses Jahres, würde ich sagen.

01:04:37: Das freut mich zu hören.

01:04:39: Ja, und sonst alles andere.

01:04:40: Also im Shit-Song kann ich niemandem empfehlen.

01:04:42: Ja.

01:04:43: Egal, was er verbrochen hat, kann ich niemandem empfehlen.

01:04:46: Das ist ... Nee.

01:04:48: Ein Stern.

01:04:49: Ein Stern,

01:04:50: wenn

01:04:51: man null nicht vergeben kann.

01:04:53: Ja.

01:04:54: Aber ich muss sagen, ich finde halt auch so, ich fand das, also das ging so total dumm, ne, weil das natürlich alles total schlimm war und das auch irgendwie alles so total ... Schlimmer mit anzusehen und so was.

01:05:04: Also es war ja alles nicht schön.

01:05:06: Aber irgendwie für mich war das auch einfach nochmal irgendwie dann so ein... weiß ich nicht.

01:05:12: Und ich glaube das, wo ich ehrlich sagen muss, also ich war auch schon mal jemand, der glaube ich in der Vergangenheit bei irgendwelchen Sachen dann auch mal so zynisch Kommentare hinterlassen hat und so was.

01:05:22: Und das war für mich dann nochmal so was irgendwie, wo ich dann für mich auch so selber gemerkt habe, wie dumm das ist.

01:05:27: Also ich kann nicht von mir behaupten, dass ich... nie in irgendwelchen Shitstorms auch mal Scheiße kommentiert habt.

01:05:34: Also gerade ich bin ja sowieso immer so ein bisschen impulsiv.

01:05:39: Und irgendwie, das war für mich so ein Learning-Nummer, wo ich gemerkt habe, okay, das ist eigentlich so richtig dumm und es führt halt nirgendwo hin.

01:05:47: Und ich fand halt irgendwie so gerade auch da, ich meine, ich hab ja dann auch so Nachrichten bekommen von Leuten, so warst du mit dem nicht gerade in Syrien.

01:05:55: wo ich so gedacht habe, ja, wie wert man, wenn du mich fragst, irgendwie, wie es für mich war, in Syrien zurück zu sein, ne?

01:06:02: So, und ich glaub halt einfach, und das war für mich so das Prägenste bei diesem Shitstorm irgendwie, wo ich gedacht hab, ey, das ging ja alles auf eine Zeit zurück, ne?

01:06:11: Wo ich dann halt auch so gesagt hab, ja gut, ey, weiß ich nicht, ich hätte da drüber gelacht zu der Zeit.

01:06:16: So, ne, da hat man American Pie geguckt.

01:06:18: Da waren Zeiten, da haben wir uns Leute an der Grenze zur geistigen Behinderung beim Dating im Fernsehen angeschaut.

01:06:25: So, und fanden das alle toll.

01:06:26: Und wir haben da alle mitgemacht.

01:06:28: So, und ich glaube, das ist irgendwie das Krasseste, was ich da irgendwie so gemerkt habe.

01:06:31: Weil das Buch auch egal, wie dumm das war und wie beschissen das war, was du da geschrieben hast, aber das waren ja wir alle als Gesellschaft.

01:06:38: Und gerade, wenn man dann so Leute kommentieren gesehen hat, die da dann kommentiert hat, die man so kennt, da waren Personen dabei.

01:06:44: Mit denen habe ich mich damals einmal die Woche getroffen und dann haben wir so Sachen geguckt, wie Traumfrau gesucht.

01:06:51: Weißt du, wo Deutsche nach Rumänen fahren?

01:06:54: sich da eine Partner...

01:06:55: Da ist es auch so, wenn du es jetzt nicht gesagt hättest, ist es völlig verdrängt.

01:06:58: Dass es das mal gab als Format.

01:07:00: Ja, natürlich.

01:07:01: Das gab es doch viel länger als das.

01:07:02: Und da hat keiner was gesagt.

01:07:05: So, ich glaube, das ist halt so dieses Wir-Deutschen.

01:07:09: Wir haben es alle mitgemacht, aber am Ende will es keiner gewesen sein.

01:07:11: Dann waren wir alle Sozialdemokraten.

01:07:15: Genau, oder haben Arte geschaut.

01:07:18: Trau, Frau Gesund, ich?

01:07:19: Nein.

01:07:23: Das

01:07:23: war auf jeden Fall eine gute, das, was du gerade sagst mit dem, das war auch schon, das ist das, was ich auch meine, dieses grobmaschige Sieb, was du da, also was automatisch gerüttelt hat.

01:07:34: Das war halt auch echt ein richtig krasses Lehrbeispiel, Opportunismus.

01:07:39: Ich habe wirklich so viel auch über Opportunismus gelernt.

01:07:42: Wer da plötzlich irgendwie mich nicht mehr kannte und irgendwie eine Meinung zu meiner Person hatte, das war wirklich erstaunlich.

01:07:51: Und ich finde, weil ja heute Weihnachten ist, darf ich vielleicht mal was sagen, was ein bisschen kitschig ist.

01:07:56: Ich finde, dass ja Vergebung irgendwie eine der stärksten menschlichen Dinge ist, die ein Mensch tun kann, ist eben zu vergeben sich selbst und auch anderen und vor allem irgendwie auch an die Jugendsünden anderer.

01:08:10: Und ich finde, dass das was ist, was ich mir viel mehr wünschen würde in der Gesellschaft, dass man sich erst mal überlegt, so, hey, Lohnt es sich jetzt, muss ich mich jetzt dazu äußern, muss ich die Person dafür auch noch fertig machen, steht mir das eigentlich zu.

01:08:25: In welchem Kontext ist was passiert, wie lange ist was her und kann man nicht einfach irgendwie, kann man das nicht, ist es nicht okay, dass es damals scheiße war, aber auf heute irgendwie keine Auswirkungen mehr hat.

01:08:34: Ich finde, so können wir, also können wir Leuten auch einfach mal nicht immer die Perfektion erwarten und einen heiligen Schein erwarten, sondern auch mal sagen, nobody's perfect, jeder hat mal Scheiße gebaut und es gehört auch irgendwie dazu.

01:08:48: Ja, ich glaube, das ist Fehlerkultur.

01:08:50: Auch das, ich hatte das Gefühl, dass es dieses, ich weiß nicht, ob es einfach an diesem subjektiven Blick auf das Thema lag, aber ich hatte das Gefühl, dass dieses Jahr besonders viel dann auch über Shitstorms diskutiert wurde und über Fehlerkultur und Fehler verzeihen und irgendwie aufeinander zugehen.

01:09:02: Und ich war ja auch bei Marci Hitscher am Podcast und ich finde, wir leben echt in einer Zeit, wo wir wirklich gucken müssen, wie wir hier durchkommen als demokratische Gesellschaft.

01:09:12: Ich finde es irgendwie so wichtig, dass wir uns miteinander auseinandersetzen.

01:09:16: Auch in die Debatte gehen, aber nicht ins Vernichten.

01:09:22: Wenn wir anfangen, andere zu vernichten oder unsichtbar machen zu wollen, dann sind wir irgendwo falsch abgebogen.

01:09:28: Inhaltlich.

01:09:29: Wenn dein Ziel geworden ist, eine Person aus der Gesellschaft zu schneiden, weil sie dieses oder jenes gemacht hat und nicht die Debatte mehr suchst, Ich halte für enorm und demokratisch.

01:09:40: Ja, generell, wenn sich hundert Kulturschaffende für eine repräsentierende Instanz von einer Gesellschaft halten, wo ein Großteil im Niedriglohnsektor arbeitet.

01:09:51: Weiß ich nicht, das ist doch alles, wenn man sich das angeschaut hat, was da gelaufen ist.

01:09:57: Die Kritik total berechtigt.

01:09:59: Ich wäre auch gerne bereit gewesen auf einem ... Also du weißt nicht, nicht in Kommentarspalten das zu diskutieren, weil du da kannst, du kannst nichts in Kommentarspalten diskutieren, so überhaupt nichts.

01:10:10: Diese Debatte, ich meine, wie oft habe ich damals gesagt in der Zeit, lasst uns doch daraus einen TTT-Beitrag machen.

01:10:15: Das wäre doch der ideale TTT-Film, eine Doku, forty-fünf Minuten irgendwie.

01:10:21: Wie gehen wir mit der Vergangenheit um?

01:10:22: Ich meine, das betrifft ja so viele kulturschaffende... Aus der Vergangenheit, was haben Sie früher geschafft?

01:10:28: Wie geht man damit in der Gegenwart um?

01:10:29: Was macht man?

01:10:30: So, das ist doch ein super Thema.

01:10:32: Aber das Problem ist ja immer dieses Verhalten von, es ist nicht meine Aufgabe, dir jetzt zu erklären.

01:10:39: Und das ist ja immer dieses selbe Ding irgendwie, so, ja, du hast das und das falsch gemacht, dann sagst du, erklär's mir bitte, nee, das ist nicht meine Aufgabe, dir das zu erklären.

01:10:48: Und das ist ja total, das ist total dumm, wenn ich auch manchmal so denke, Leute, Ihr müsst weg von dieser Arroganz.

01:10:55: Wenn ihr jetzt mal zurückdenkt, das ist kein großes Geheimnis.

01:10:58: Ich

01:10:58: fähre so eine Uhr, die rückwärtsroter läuft, lasst uns gleich aufhören über diesen Shitstorm.

01:11:03: Okay, aber eine Sache.

01:11:05: Macht noch dein Buch mit Theresa, will ich auch noch was sagen.

01:11:07: So,

01:11:08: und jetzt gehe ich da hin und gucke ich meine alten Kollegen an.

01:11:11: Jetzt kann ich natürlich, wenn ich zu dem hingehe und dem jetzt sage, okay, pass mal auf, Gender bedeutet auch das, das, das und das und das.

01:11:18: Und natürlich hat er das noch nie gehört.

01:11:22: Und jetzt fragt er so, warum?

01:11:23: Und dann kommste, das ist jetzt nicht meine Aufgabe, dir das zu erklären.

01:11:28: Dein Spruch war sexistisch.

01:11:29: Was ist daran sexistisch?

01:11:30: Entschuldigung, frag danach.

01:11:32: Nicht meine Aufgabe, dir das zu erklären.

01:11:34: Und das ist diese Attitüde.

01:11:35: Gut, kann man sagen, ist vielleicht nicht deine Aufgabe, aber so überzeugst du halt auch keinen.

01:11:40: Der wird danach nicht hingehen und wird sich denken, oh mein Gott, da war es wohl falsch.

01:11:44: Dann wird denkensamer, wer war das jetzt?

01:11:49: Ja, und ich glaub, das ist das, was wir alle drei irgendwie sagen.

01:11:52: Du musst dann schon auch irgendwie einen ehrlichen Austausch miteinander gehen.

01:11:55: Das war echt nicht nur jemandem, was zuzubrüllen, warum er sich jetzt sexistisch, rassistisch oder sonst was ist, sondern du musst dann halt auch eben in den Dialog gehen.

01:12:05: Und wenn du nicht bereit sind, in den Dialog zu treten, dann halte ich am besten wahrscheinlich auch aus der Kommentarspalte raus.

01:12:11: Ja.

01:12:12: So.

01:12:13: Tippi-Toppi.

01:12:14: Also, ich würde ... Aber sonst war das ja natürlich auch ... irgendwie wieder toll.

01:12:17: Ich hab ja irgendwie ... Für die ProSieben waren wir eben in den USA.

01:12:20: Es kommt jetzt im Januar ein ZDF-Film, auf den ich sehr, sehr stolz bin, wo es irgendwie um die Unfähigkeit der Deutschen in den Dialog zu treten, mit sich selbst und ihrer Familie geht.

01:12:29: Unser Syrien-Film, Martin war total toll.

01:12:32: Also ich meine, das ist so ... Also auch das härteste, was je auf ProSieben ausgestrahlt wurde.

01:12:36: Ich würde sagen, mit Abstand irgendwie so, wie man eine Zuschauerschaft traumatisiert.

01:12:41: Martin, ja.

01:12:44: Nee, es war irgendwie auch für Journalismus, für das, was wir machen können, wie wir es machen.

01:12:49: Und war es irgendwie ein gutes Jahr.

01:12:51: Ich war auch froh, dass ich arbeiten konnte, weil sonst wäre ich, glaube ich, voll geworden.

01:12:54: So, um ehrlich zu sein.

01:12:55: Ich meine, Theresa, wie war es bei dir jetzt dieses Jahr?

01:12:59: Ja, es war kein so einfaches Jahr für mich, aus ganz vielen Gründen, aus persönlichen Gründen, aber auch teilweise aus beruflichen Gründen, aus Sachen, die ich auch leider nicht, wirklich nicht sprechen kann.

01:13:08: aufgrund juristischer Sperenzchen.

01:13:11: Aber die Sachen, die ich gemacht habe, haben wir hier sehr gut gefallen.

01:13:14: Wir haben euch auch Geschichten gemacht, die mir wirklich was bedeutet haben.

01:13:16: Wie ihr wisst, bin ich ja auch immer noch sehr in die ganze Afghanistan-Geschichte involviert und auch Menschen, hilfsbedürftige Menschen aus Afghanistan zu evakuieren, vor allem Frauen und Kinder.

01:13:28: Hatten wir jetzt wirklich ein Jahr, das angefangen hat mit dem mit dem mit der Vorstellung, es wird wahrscheinlich diese paar tausend Menschen, die noch eine Aufnahme zusage haben und in Pakistan derzeit fest sitzen, wahrscheinlich nicht mehr nach Deutschland kommen, weil die neue Bundesregierung gesagt hat, wir möchten alle alle Aufnahmeprogramme abschaffen.

01:13:46: Und jetzt sieht es aber so aus, als würde ein Großteil der Menschen es doch noch nach Deutschland schaffen.

01:13:51: und das tatsächlich nur, weil unser Team von Karbo Luftbrücke wirklich Tag und Nacht gearbeitet hat und mit Anwälten, die über Monate pro Bono sich diese Fälle angeschaut hat, weil du hast ja nicht wie in den

01:14:03: U.S.A.,

01:14:03: du kannst ja keine Sammelklage machen, sondern du musst ja jeden einzelnen Fall für jede einzelne Familie, der es die Bundesrepublik Deutschland versprochen hatte, nach Deutschland zu kommen, dann diesen Fall vor Gericht vertreten.

01:14:14: Und das...

01:14:16: Dürfen wir das erzählen?

01:14:18: Ja, klar.

01:14:18: Der Mann, der maßgeblich für unseren beider preisgegründeten Afghanistan-Filmen... weil er uns dieses Land sicher geführt hat, jetzt in Deutschland ist.

01:14:27: Ich bin ganz

01:14:27: toll.

01:14:28: Der ist jetzt in Deutschland.

01:14:29: Da gibt's einen Anwalt, den möchte ich noch mal persönlich.

01:14:32: Matthias Lehnhardt hat sich so sehr um Ludvuller und seine Familie gekümmert, weil am Anfang ist die ganze Familie rausgefallen.

01:14:39: Dann hieß es nur Ludvuller und seine Frau und sein kleines Kind dürfen kommen.

01:14:42: Jetzt dürfen auch die Geschwistern, da hat auch junge Schwestern und die Eltern dürfen jetzt letztlich kommen.

01:14:47: Aber es war ein monatlanger juristischer Streit.

01:14:51: Und da auch echt noch mal, muss man sagen, danke an die deutschen Gerichte, die gesagt haben, nee, nee, also ihr könnt nicht so einfach, ne?

01:14:58: Die Leute haben ihr ja auch gut verkauft, die sind aus Afghanistan weggegangen, die haben monatelang teilweise Jahre in Pakistan auf diese Interviews gewartet.

01:15:07: und dann wurden quasi nach diesen Interviews einfach gesagt, nö, jetzt doch nicht.

01:15:11: Und die neue Bundesregierung hat geprüft, kann man die nicht einfach, kann man nicht einfach diese Ausnahme zusagen, zurückziehen.

01:15:15: Das waren aber schon verbindliche Zusagen.

01:15:19: musste man dann jetzt eben vor Gericht durchsetzen, weil die hätten die Leute einfach eiskalt dann sitzen lassen.

01:15:24: Und das ist schon, da habe ich mich dann bei natürlich entsetzt über das Verhalten der Bundesregierung, aber sehr, sehr froh, dass, dass die deutschen Gerichte dadurch tatsächlich noch irgendwie sagen, nee, also wir sind noch ein Rechtsstaat und es gibt hier gewisse Regeln, an die man sich halten muss.

01:15:41: Und insofern sind das rechtsgültige Aufnahme zu sagen.

01:15:44: Und wenn ihr jetzt nicht wisst, dass diese Personen Terroristen sind, die Deutschland irgendwie Schaden zuführen wollen, dann müssen diese Familien auch kommen.

01:15:52: Und das freut mich natürlich total.

01:15:54: Ich finde das ganz toll, wie wir mit dieser Weihnachtsfolge, die jetzt auch schon eine Stunde siebzen läuft, ganz viel Rage Bait auch produziert haben.

01:15:59: Weil alles, was du gerade gesagt hast, ist so richtig als Erster Weihnachtsfeiertags, CDU, AfD, Rage Bait.

01:16:06: Ich bin sehr froh, dass doch jetzt wieder sehr viele Menschen aus Afghanistan nach Deutschland kommen.

01:16:10: Mit meiner Arbeit, die ich für Kabul-Lufbrücke geleistet habe.

01:16:13: Wir können ja vielleicht ein paar Pferdchen verteilen.

01:16:17: Da kann jeder ein Pferdchen ziehen.

01:16:21: Dann im ersten Weihnachtsfeiertag.

01:16:23: Und du nimmst jetzt die Position ein.

01:16:28: Du findest, dass alle Afghanen nach Deutschland kommen.

01:16:31: Das will ich abschließend wissen.

01:16:32: Was ist bei euch an euren Tischen, Ragebait?

01:16:35: Die Teenies, auf jeden Fall.

01:16:37: Wer

01:16:37: ist das Thema?

01:16:38: Ich brauch ein Thema.

01:16:39: Du musst ein Thema sagen, womit du deinen Weihnachtstisch implodieren lässt oder explodieren lässt.

01:16:45: Boomer haben keine Ahnung von irgendwas.

01:16:48: Wenn das mein junger Bruder sagt, dann flippen meine Eltern aus.

01:16:52: Wir sind ja so eine Familie, wo es immer irgendwie knallt.

01:16:56: Aber nie irgendwie so, dass wir da, also keine Ahnung, wir sind da irgendwie alle so, was diese Themen angeht, irgendwie auf einer, auf einer Ebene, es knallt dann halt irgendwie, meistens, meistens bin ich's, der halt irgendwie einen Dummspruch gemacht hat.

01:17:12: Und dann ist wieder Martin, das hätte jetzt nicht sein müssen, kannst du nicht einmal hier, aber es ist auch meistens...

01:17:18: Einmal, wenn man dir

01:17:19: fragt.

01:17:20: Das vergisst man ja oft.

01:17:24: Was ist das bei dir, Thilo?

01:17:25: Ich

01:17:25: verleg gerade irgendwas mit dem Osten bestimmt.

01:17:28: Ich hab meinen Vater mal irgendwie zur Weißglut gebracht.

01:17:31: Da haben wir eine Diskussion.

01:17:32: Was war das noch mal?

01:17:33: Da ist er richtig sauer.

01:17:34: Da hat er jahrelang mir immer noch irgendwelche Bücher gezeigt, dass ich Unrecht hatte.

01:17:38: Da ging es irgendwie so wirklich um, ich glaub, irgendwie um den Kulturbegriff.

01:17:42: So, und dass der Kulturbegriff im Osten anders ist als der Kulturbegriff im Westen.

01:17:47: Aber ich hab vergessen, was es genau war.

01:17:49: Und der war dann richtig so sauer.

01:17:51: So, und hat dann ... Du hast

01:17:51: eine intellektuelle Debatte, habt ihr da geführt.

01:17:54: Nee, wir als Familie führen sehr gerne angespannte, intellektuellen Diskussionen.

01:17:59: Als meine Oma noch lebte, wurden sehr, sehr viele Ostdiskussionen geführt.

01:18:03: So wer war eigentlich, wer kommt denn da wirklich aus der Familie der Republik Flüchtchen?

01:18:07: Und irgendwie so, welche Privilegien hatte denn eigentlich wer?

01:18:10: Und heute ist es, glaube ich, heute eskaliert es eigentlich.

01:18:13: Um ehrlich zu sein, eskaliert es mittlerweile so, wenn ich meinen Vater streng angucke, dass er nicht noch ein Stück Stolle essen soll, weil Zucker ungesund ist.

01:18:19: Also daran, daran eskaliert es dann eher.

01:18:22: Also meine Oma Rage betet mich gelegentlich.

01:18:25: Einmal mit Träser.

01:18:28: Willst du nicht endlich Lehrerin werden?

01:18:30: Da ist so ein festes Einkommen und viel Ferien.

01:18:32: Das ist bei mir immer ...

01:18:35: Fitsch, das war auch der Berufs- und Schweinermutter für mich.

01:18:38: Wettlehrer, da hast du auch noch viel Ferien.

01:18:41: Da hat

01:18:41: mich gewohnt Frau Breuer.

01:18:43: Und das andere ist immer Träser.

01:18:46: Du solltest niemals einen Seemann-Daten.

01:18:50: Der wird dir niemals treu sein.

01:18:52: Männer brauchen viel Sex und er wird dir niemals treu sein.

01:18:55: Dann sag ich, danke Oma.

01:18:57: Aber steht es in Momenten Seemanns zur Debatte, oder?

01:19:00: Seemanns ist eigentlich kein Seemanns zur Debatte, wahrscheinlich wegen des guten Rates meiner Großmutter.

01:19:06: Hallo Oma, das ist Lutz, ich hab ihn in Rostock kennengelernt.

01:19:10: Beim Finosane Fischfilet-Konzert.

01:19:12: Er ist Tanker und Seemann.

01:19:14: Jetzt, ich hab noch eine letzte Frage, weil mich das auch interessiert.

01:19:16: Was ist euer Aufwendigstes Geschenk dieses Jahr?

01:19:21: Meine Anwesenheit.

01:19:22: Okay.

01:19:24: Stimmt, bei deinem kaputten Autos, mit dem du immer durch Deutschland fährst, ist es, glaub ich, gar nicht mal so unwahrscheinlich.

01:19:28: Ich hab ja immer so dieses kleine Ding, meine Mutter kriegt ja immer mein Flaschenfand aus meinem Auto.

01:19:33: Und das leg ich dir dann immer so als Präsent vor die Haustür.

01:19:36: Und das geht schon lange so, tatsächlich.

01:19:39: Das ist immer so, so weiß ich, wenn ich dann so fahre, die ganzen Sprudelflaschen, Monsterenergie, die ist das, das check ich dann immer motiv, sozusagen.

01:19:48: Weil wer den Fennig nicht erd ist, den Euro nicht wert, ne?

01:19:51: Toll.

01:19:52: Teresa, ist es eine Eigentumswohnung am Arktetriumf?

01:19:56: Es

01:19:56: ist eine Italien-Reise, die anfängt in Modena, in der Osteria Francescana.

01:20:03: Das ist dieses drei Michelin-Sterne-Restaurant.

01:20:07: Von Modena gibt es einen Roadtrip nach Rom zu einem Konzert im Golden Circle von The Offspring.

01:20:14: Das

01:20:16: ist wirklich ein sehr gutes Geschenk.

01:20:19: Das ist wirklich ein schönes Geschenk.

01:20:21: Ich glaube, also ich habe meiner Mutter die gleichen Crocs geschenkt, wie die ich habe.

01:20:28: Und von meinem Bruder ausdrucken lassen den Namen meiner Nichte eine Schote, weil meine Mutter Schoten liebt.

01:20:33: Und weil meine Mutter den Ort Wipersdorf in Brandenburg extrem liebt, habe ich ihr das sozusagen ausgedruckt, mit einem Dreidedrucker.

01:20:40: Und dann kannst du die sofort in diese Löcher stecken.

01:20:42: Das hat, glaube ich, einen Namen, diese Croc-Dinger, die man so rein stecken kann.

01:20:45: So, und dann kam meine Mutter den Namen meiner Nichte, den Namen von Wipersdorf und eine Schote.

01:20:49: eben auf ihrer Schuhspitze tragen.

01:20:51: Ich würde vielleicht gleich noch so ein paar Weihnachtsstärne ausschneiden.

01:20:55: Okay.

01:20:56: Aus Papier.

01:20:57: Nee, aber diese Kroklam, da gibt es ja so Scheinwerfer für die Crocs, ne?

01:21:00: Gibt's alles.

01:21:01: Ich glaub, da richtig so.

01:21:02: meine Mutter kauft regelmäßig Dinge, die ich gerne anziehe.

01:21:05: Und ich versuche mich innerhalb meiner eigenen Familie immer so modisch abzusondern.

01:21:08: Und dann immer so, mein Vater hat dann zum Beispiel, wenn ich mit so einem Schultertestschien, ich liebe kleine Männerhandtaschen.

01:21:13: Ich liebe sie einfach als so Schultertestschien.

01:21:17: Und ich hab immer wirklich ausgefallene Modelle.

01:21:20: Und wirklich, zwei Wochen später hat's mein Vater.

01:21:24: So praktisch.

01:21:25: Und dann hab ich jetzt einfach meiner Mutter, hab ich gesagt, weißt du was, ich schicke dir das gleiche beigefarbenen Krok, den ich auch hab.

01:21:32: Dann brauchst du's nicht nachkaufen.

01:21:34: Okay.

01:21:35: Ja.

01:21:35: Die Schuhe, die sind ja, müssen ja irgendwie liebhaber sein.

01:21:39: Ja, Krok sind die schönsten Schuhe, die es gibt.

01:21:41: Ich hab jetzt, das sind welche mit Fell.

01:21:43: Was gibt's nur

01:21:44: die Schlimmsten?

01:21:45: Das ist die schönsten Schuhe, die es gibt, die je gebaut wurden.

01:21:47: Ich habe mich ja lange gegen Crocs gewährt, weil ich in vielen Ländern gesehen habe, Crocs gelten als Schuhe für ... Ich glaube, Idiotenschuhe sagt man dazu auch.

01:21:58: Ich habe das nicht selbst geprägt, den Begriff.

01:22:01: Aber ich finde einfach, den Fellcroc, den trage ich jetzt bei minus vier Grad, würde ich den ohne Socken tragen.

01:22:06: Wow.

01:22:07: Man sagt auch immer, es wird ernst, wenn beim Croc die Spoiler hinten runtergeklappt werden.

01:22:13: Der Rennen, wenn du Rennen möchtest, kannst du runterklappen.

01:22:15: So, Leute, bevor wir jetzt hier über Crocs weiterreden.

01:22:18: Es war sehr schön, mit euch beiden geredet zu haben, gesprochen zu haben.

01:22:21: Es war sehr schön, das Podcast ja ein bisschen ... Ich hab mehrere ... Es kommt noch nächste Woche eine Jahresendfolge, aber das war auf jeden Fall eine meiner Lieblingsfolgen vielleicht sogar dieses Jahr.

01:22:32: Fand es auch sehr schön.

01:22:33: Ja, war echt schön mit euch.

01:22:36: Tausend Küssen, wo auch immer ihr seid.

01:22:38: Zurück und wir sehen uns ja spätestens bald in Berlin und dann gehen wir hier mal die Märchengrotte.

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01:23:57: Vielen Dank fürs Zuhören.

01:24:11: Bis bald.