alles muss raus - mit Thilo Mischke

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Unterwegs in Tokio: Zwischen Erdbeben, Anpassungsdruck und verschwundenen Menschen (m. Julia Shimura)

Unterwegs in Tokio: Zwischen Erdbeben, Anpassungsdruck und verschwundenen Menschen (m. Julia Shimura)

Ein schweres Erdbeben erschüttert Japan. Während die Bilder um die Welt gehen, scheint der Alltag in Tokio fast unberührt weiterzulaufen. Warum ist das so? Und was sagt dieser Umgang mit Naturkatastrophen über ein Land aus, in dem Erdbeben zum Leben dazugehören?

Gemeinsam mit der freien ARD-Korrespondentin Julia Shimura, die seit über zehn Jahren in Japan lebt und arbeitet, erkundet Thilo Mischke Tokio. Auf ihrem Spaziergang sprechen sie über Erdbeben, Menschen, die freiwillig aus ihrem Leben verschwinden, Abschiedsbriefe, gesellschaftlichen Druck und die Regeln, die das Zusammenleben in Japan prägen.

Außerdem geht es um den schwachen Yen, den Tourismus-Boom, Japans Arbeitskultur und die Frage, warum viele westliche Vorstellungen von Japan zu kurz greifen.

Eine Folge über die Widersprüche eines Landes, das gelernt hat, mit Unsicherheit zu leben – und das gerade deshalb oft so missverstanden wird.

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Terroranschlag auf den Christopher Street Day in Berlin – Was jetzt?

Am Samstagabend beim Christopher Street Day in Berlin fährt ein Auto in die Menschenmenge. Eine Frau stirbt, 16 weitere werden verletzt, drei schweben in Lebensgefahr. Ein junger Mann wird zur Fahndung ausgeschrieben – radikalisiert, bereit. Im Teamwagen auf dem Weg zum Hotel in Tokio spricht Thilo mit Martin Lautwein über das, was passiert ist: über den Täter und seine Verbindung zum Islamischen Staat, über die Psychologie des Traumas für Menschen, die dabei waren, und über die Radikalisierung in sozialen Medien, die längst nicht nur Islamisten betrifft.

Aber vor allem über Solidarität – konkret, jetzt, nicht in einer Woche.

Wie geht ihr damit um? Schreibt in die Kommentare, wie ihr das Wochenende erlebt habt.

FAKTENCHECK

Diese Episode enthält mehrere überprüfbare Faktenbehauptungen zu den Auswirkungen des Anschlags und der Rolle des Islamischen Staates. Der Faktencheck fokussiert auf Zahlenangaben, historische Bezüge und organisatorische Informationen.

Anzahl Verletzte und Todesfälle ✅

Das Transkript nennt „mindestens 16 Verletzte" und eine Tote – Martin präzisiert später: drei davon seien „in Lebensgefahr", acht „schwer verletzt", fünf „leicht verletzt". Die Berliner Polizei und die Feuerwehr bestätigten bereits am Sonntagmorgen genau diese Zahlen, weshalb keine Korrektur erforderlich ist.

Abdul B., Alter und Herkunft ✅

Das Transkript identifiziert den Tatverdächtigen als „Abdul B.", „21-jähriger deutscher Staatsbürger mit libanesischen Wurzeln". Die Polizeimitteilung und alle Qualitätsmedien (Tagesspiegel, taz, Berliner Zeitung) bestätigen die Identität, das Alter und die Staatsbürgerschaft. Libanesische Wurzeln sind ebenfalls dokumentiert.

Verhaftung im Libanon und Syrien-Versuch ✅

Martin sagt: Der Tatverdächtige „wurde im Libanon festgenommen und nach Deutschland ausgeliefert, als er sich von dort nach Syrien wollte, sich dem IS anzuschließen." Das Rechercheergebnis: Ende 2025 wurde Abdul B. bei der Rückkehr aus dem Libanon am Flughafen BER festgenommen; er hatte nach Syrien ausreisen wollen, um sich dem IS anzuschließen. Kern richtig, Timing im Transkript minimal ungenau („Monate lang wird man das nicht geplant haben" — es war eher wenige Wochen davor), aber nicht faktisch falsch.

Charlie Hebdo und Bataclan als komplexe Anschläge ✅

Martin nennt die Anschläge „in den 2015er, 2016er, 2017er Jahren". Tatsächlich fanden beide Anschläge 2015 statt: Charlie Hebdo am 7. Januar 2015, Bataclan am 13. November 2015. Die Aussage ist zeitlich imprecise, bezieht sich aber korrekt auf zwei zentrale IS-gesteuerte Terroranschläge in Frankreich.

Islamischer Staat aktiv in Irak, Syrien, Somalia und Sahel-Zone ✅

Martin sagt: „Der Islamische Staat ist immer noch als Terrororganisation aktiv. Nicht nur im Irak und in Syrien, sondern vor allen Dingen auch auf dem afrikanischen Kontinent. Wir beobachten das gerade in Somalia, wir beobachten das aber auch in der Sahel-Zone." Multiple aktuelle Quellen (2024–2025) bestätigen: Der IS ist tatsächlich in Somalia, der Sahel-Zone (Mali, Burkina Faso, Niger), dem Lake Chad Basin sowie in Afghanistan präsent und operiert als dezentrales Netzwerk. Die Aussage ist korrekt.

Zusammenfassung:

🟢 Keine kritischen Fehler, die vor Veröffentlichung korrigiert werden müssen.

🟡 Minimale Imprecision: Die zeitliche Einordnung der Charlie-Hebdo- und Bataclan-Anschläge könnte präzisiert werden (beide 2015, nicht über mehrere Jahre verteilt). Dies schadet der Aussage nicht.

Summer of Drugs: Wie fühlt sich eine Kokainsucht an? (m. Marco Müller)

Kokain ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen, und der Konsum bei jungen Erwachsenen in Deutschland hat sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdreifacht.

In dieser Folge spricht Redakteur Marlon mit Marco, 25 Jahre alt, offen darüber, wie aus gelegentlichem Konsum mit 17 eine Abhängigkeit wurde, die zum Schluss bei bis zu zehn Gramm Kokain pro Tag lag. Er erzählt, wie der erste Kontakt mit der Droge entstand und warum daraus schnell mehr wurde, welche Rolle Leistungsdruck, Selbstwertgefühl und Einsamkeit dabei spielten, und wie sich sein Alltag, seine Freundschaften und die Beziehung zu seiner Familie durch den Konsum veränderten.

Er beschreibt den Moment, der für ihn zum Wendepunkt wurde, den Weg über Entgiftung und Reha, und was von der Sucht bis heute geblieben ist. Am Ende erzählt Marco, was sich in seinem Leben seit dem Entzug verändert hat und was er anderen jungen Menschen raten würde, die selbst mit Kokain in Kontakt kommen.

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Summer of Drugs: Ein Zufall in Tokio – und eine Geschichte über Crystal Meth (m. Sebastian Caspar)

Für eine große Recherche ist Thilo gerade in Japan unterwegs. Vor einem Supermarkt in Tokio trifft er zufällig auf Sebastian Caspar – und schnell wird klar: dieses zufällige Treffen ist ein perfekter Match.

Sebastian Caspar ist Autor und hat ein Buch über seine Crystal Meth Abhängigkeit geschrieben. Außerdem ist er auch Sozialarbeiter und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Suchthilfe, Prävention und Drogenpolitik. Gleichzeitig kennt er das Thema aus eigener Erfahrung: Er war abhängig von Crystal Meth und spricht heute offen über seine Suchtgeschichte.

Während Thilo und Sebastian gemeinsam durch Tokio laufen, sprechen sie über Sebastians Vergangenheit, sein Aufwachsen und darüber, wie Crystal Meth sein Leben verändert hat. Es geht um die Frage, wie Abhängigkeit entsteht, welche Drogen gerade im Trend sind, warum Prävention oft zu kurz greift und was Menschen wirklich hilft.

Neben Drogen geht es aber auch um Liebe, Politik und die großen Fragen dahinter: Warum konsumieren Menschen überhaupt? Und wie können wir einen besseren Umgang mit Sucht finden?

Eine weitere Folge aus der Reihe Summer of Drugs.

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Summer of Drugs: Wie LSD Friedrich Merz retten könnte (m. Norman Ohler)

Wir reden immer offener darüber, was wir am Wochenende genommen haben, ob auf dem Festival, im Club oder beim Spaziergang in den Bergen. Doch wird der Rausch dadurch auch ungefährlicher? Und waren wir als Menschheit nicht eigentlich schon immer high, mit Ritualen, die uns dabei seit Jahrtausenden begleiten?
Thilo spricht in dieser Folge mit Norman Ohler. Er ist Schriftsteller und Autor, unter anderem des Bestsellers „Der totale Rausch", in dem er sich mit dem Einsatz von Substanzen bei den Nazis beschäftigt hat. Gemeinsam eröffnen die beiden den Sommer der Drogen, eine Reihe, in der in den kommenden Wochen aus unterschiedlichen Perspektiven über Substanzen gesprochen wird.
Norman und Thilo blicken zurück bis zu den Iboga-Ritualen im zentralafrikanischen Regenwald und den ersten Königen im alten Sumer und fragen, wie aus Schamanen irgendwann Herrscher und aus Ritualen Machtinstrumente wurden. Sie sprechen über die Rolle der katholischen Kirche in der Geschichte der Drogenprohibition, über Ibogain und Psilocybin als medizinische Hoffnungsträger gegen Sucht, Demenz und Depression und darüber, was im Gehirn passiert, wenn das sogenannte Default Mode Network zur Ruhe kommt.
Ein Gespräch über Kontrolle und Kontrollverlust, über deutsche Drogenpolitik und die Frage, was sich verändern würde, wenn Friedrich Merz und Lars Klingbeil sich gemeinsam einem psychedelischen Ritual unterziehen würden.
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Zwischen Häppchen und Aperol: Wie verkauft man Krieg? (m. Nikita Teryoshin)

Was passiert eigentlich hinter den Kulissen der globalen Rüstungsindustrie? Wie sehen die Orte aus, an denen Kriege verkauft werden – lange bevor irgendwo der erste Schuss fällt?

In dieser Folge spricht Thilo mit Nikita Teryoshin, einem international ausgezeichneten Dokumentarfotografen. Seit über zehn Jahren reist er zu Waffenmessen auf der ganzen Welt und dokumentiert mit seiner Kamera eine Welt voller Widersprüche: Champagner neben Raketen, Jakobsmuscheln vor Panzern und Marketing-Slogans für Produkte, die zum Töten entwickelt wurden.

Gemeinsam sprechen sie über die Banalität des Krieges, die Inszenierung der Rüstungsindustrie, moralische Grauzonen und darüber, warum Nikitas Bilder oft mehr über Krieg erzählen als Fotos von der Front. Außerdem geht es um seine russischen Wurzeln, seine Haltung zum Krieg in der Ukraine und die Frage, wie man das Unsichtbare hinter bewaffneten Konflikten sichtbar macht.
Eine Folge über die Hinterzimmer des Krieges – und darüber, wie normal das Unvorstellbare wirken kann.

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#amr_buchklub zu "Gelbe Monster" von Clara Leinemann

Heute gibt es eine neue Buchklub-Folge mit Thilo, Coco und Luca – und diesmal sprechen wir über „Gelbe Monster“ von Clara Leinemann. Ein Buch, das uns auf ganz unterschiedliche Weise berührt, überrascht und beschäftigt hat. Im Mittelpunkt steht eine toxische Beziehung – allerdings mit einer Perspektive, die in der Literatur und im öffentlichen Diskurs vergleichsweise selten erzählt wird: Es geht um weibliche Gewalt und darum, wie Manipulation, Kontrolle und emotionaler Missbrauch aussehen können.

Gerade deshalb empfinden wir Gelbe Monster als ein besonderes Buch. Clara Leinemann erzählt leise, präzise und ohne einfache Antworten von einer Dynamik, die oft übersehen wird. Das Buch regt dazu an, über Gewalt, Macht und Abhängigkeit nachzudenken und hinterfragt dabei viele Vorstellungen davon, wie Täter- und Opferrollen aussehen müssen.

In der Folge sprechen wir darüber, weshalb wir mit einigen Figuren gerungen haben und warum wir glauben, dass gerade die Ambivalenz des Romans seine große Stärke ist. Wir diskutieren, was das Buch bei uns ausgelöst hat, für wen wir es empfehlen würden und welche Fragen es über Beziehungen, Verantwortung und gesellschaftliche Erwartungen aufwirft.

Wie immer geht es dabei nicht nur um Literatur, sondern auch um die Themen dahinter! Wir wünschen euch viel Spaß und freuen uns auf eure Meinungen!

Eure

Coco, Thilo und Luca

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Jens Spahn – Macht, Aufstieg, Kontroverse? (m. Frédéric Schwilden)

In dieser Folge spricht Thilo mit dem Journalisten Frédéric Schwilden (u. a. DIE ZEIT) über eine der meistdiskutierten Figuren der deutschen Politik: Jens Spahn. Ausgangspunkt ist die Frage: Wer ist Jens Spahn eigentlich – und warum polarisiert er so sehr?

Im Gespräch geht es um politische Karrieren in Deutschland – von Parteistrukturen über Netzwerke bis zum Umgang mit medialer Kritik. Außerdem darum, wie Politiker mit Skandalen umgehen und warum manche davon Folgen haben, andere aber einfach vorbeiziehen.

Ein weiterer Fokus liegt auf dem Verhältnis von Medien und Politik: zwischen notwendiger Kritik, öffentlicher Aufmerksamkeit und der Frage, wo Berichterstattung kippen kann.

Außerdem geht es um politische und wirtschaftliche Eliten, Parteispenden und informelle Netzwerke – und generell um die Frage, wie eng Geld, Einfluss und Politik miteinander verbunden sind.

Die Folge ist ein Meinungsporträt eines Journalisten, der Jens Spahn beobachtet und einordnet. Es geht um persönliche Perspektiven und politische Beobachtungen.

Am Ende bleibt die Frage: Wer ist Jens Spahn – und was sagt seine Karriere über Macht und Aufstieg in der deutschen Politik?

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Ist Israel der große Verlierer? (m. Steffi Hentschke)

In der heutigen Folge spricht Thilo mit Steffi Hentschke. Sie lebt und arbeitet als Journalistin in Israel und berichtet seit Jahren über Politik, Gesellschaft und die Entwicklungen im Nahen Osten.

Die zentrale Frage dieser Folge lautet: Wo steht Israel eigentlich gerade?

Während die Welt auf Donald Trump, den Iran und neue Machtverhältnisse im Nahen Osten blickt, richtet sich diese Folge auf die Sicht aus Israel. Wie wird die aktuelle Lage dort wahrgenommen? Welche Folgen haben die jüngsten Entwicklungen für Politik, Gesellschaft und Sicherheitsgefühl?

Gemeinsam sprechen Thilo und Steffi darüber, warum der Iran-Deal für Benjamin Netanyahu zur politischen Belastung werden könnte, weshalb viele Israelis das Gefühl haben, die Kontrolle über ihre Sicherheitslage verloren zu haben und wie sehr der 7. Oktober das Land bis heute prägt.

Es geht um die politische Zukunft Israels, den gesellschaftlichen Rechtsruck, die Folgen des Krieges in Gaza und die Frage, ob Israel aktuell eher als Gewinner oder Verlierer der jüngsten Entwicklungen dasteht. Außerdem diskutieren die beiden, wie sich die internationale Aufmerksamkeit für Israel verändert hat – und welche Auswirkungen das auf die Zukunft des Landes und der Region haben könnte.

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Epstein, Europa und die Modelscouts: Die versteckte Infrastruktur des Missbrauchs (m. Felicitas Kock)

In dieser Folge spricht Thilo mit Felicitas Kock. Sie ist Investigativjournalistin bei der Süddeutsche Zeitung und hat sich intensiv mit dem internationalen Netzwerk rund um Jeffrey Epstein beschäftigt – mit einem besonderen Fokus darauf, wie europäische Modelagenturen und Scouts in dieses System eingebunden waren.Die beiden haben schon einmal über den Fall Jeffrey Epstein gesprochen – und kommen jetzt wieder zusammen, weil das Gefühl bleibt: Irgendwie ist es ruhiger geworden um eines der größten Missbrauchsnetzwerke der letzten Jahrzehnte!

Im Gespräch rekonstruieren die beiden, wie dieses Netzwerk funktioniert haben soll: über Modelscouts, Agenturen und scheinbar seriöse Kontakte wurden junge Frauen in Epsteins Umfeld gebracht. Was nach Karrierechance aussah, war für viele Betroffene der Einstieg in ein System aus Abhängigkeit, Kontrolle und Gewalt. Felicitas Kock beschreibt, wie Vertrauen gezielt aufgebaut wurde – und wie sich daraus ein Kreislauf entwickelte, in dem Grenzen Schritt für Schritt verschoben wurden, bis hin zu schwerem Machtmissbrauch und sexualisierter Gewalt.

Gleichzeitig geht es um die größere Frage dahinter: Wie konnte so ein System über Jahre funktionieren – mitten in der Glamourwelt aus Mode, Reichtum und Jetset? Und warum stoßen solche Recherchen zwar kurz Empörung aus, verlieren dann aber schnell wieder an Aufmerksamkeit? Die Folge blickt deshalb nicht nur zurück auf Epstein, sondern auch auf die Strukturen, die sein Netzwerk möglich gemacht haben – und die Frage, ob sie wirklich verschwunden sind.

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