"Du bist den Leuten nicht so wichtig, wie du denkst" (m. Ricarda Lang)
Ricarda Lang geht eigentlich nie ohne Kopfhörer laufen – und ohne feste Meinung erst recht nicht. Für diese Folge macht sie beide Ausnahmen: ein lockerer Lauf durch Berlin, dazu ein Gespräch, das bei Strava-Scham beginnt und bei der Frage endet, ob man Menschen verzeihen kann, die einen für das eigene Parteibuch hassen.
Die Ex-Grünen-Vorsitzende erzählt, wie sie erst mit Anfang 30 zum Laufen kam – nach einer Schulzeit, die ihr das Gefühl gab, für Sport nicht gemacht zu sein – und warum genau dieses späte Anfangen sie gelassener gegenüber Körperscham und Fitnessstudio-Angst gemacht hat. Von dort aus wird es politisch: über toxische Männlichkeit und „Looksmaxxing", die Frage, warum junge Männer nach rechts abwandern, den Unterschied zwischen Wählern und Mandatsträgern der AfD, das Trauma des Ost-West-Arbeitsplatzverlusts nach der Wende – und darüber, warum sie sich bewusst dafür entschieden hat, niemanden im Aufzug zu ignorieren, aber trotzdem klare Grenzen zu ziehen.
Dazwischen: Vermögenssteuer, Kompetenzsimulation, ihr Rücktritt vom Parteivorsitz, ein Bekenntnis zu Herr der Ringe – und der Traum von einem Halbmarathon durchs Auenland.