alles muss raus - mit Thilo Mischke

alles muss raus - mit Thilo Mischke

Pqpp2 Audio

Transkript

Zurück zur Episode

00:00:00: Wir sehen das natürlich im Vergleich zu zum Beispiel den Nullerjahren, die Pressefreiheit gerade in der harte Zeit erlebt.

00:00:05: Das heißt, wenn man jetzt jemanden wie mich nimmt, der gute dreißig Jahre alt ist, dann kann man sagen, in meiner Lebensspanne hat sich die Pressefreiheit in vielen, vielen Ländern eher verschlechtet.

00:00:14: Und das Versprechen, dass es ein Grundricht an Privileg ist, dass sich eher global ausbreiten wird und zum Beispiel durch das Internet auch unbesiegbar und unzählbar wird, hat sich soweit erst mal nicht gehalten.

00:00:25: Das heißt, wir müssen weiterhin sehr gut auf dieses Gut aufpassen.

00:01:04: Heute gibt es eine neue Teamfolge.

00:01:06: Und ich, Luca, möchte über Journalistinnen und Journalisten sprechen, die aus Kriegs- und Krisengebieten berichten und dabei häufig mit Inhaftierung, Entführung oder sogar dem Tod bedroht sind.

00:01:17: Konkret gesagt möchte ich wissen, wie es um die weltweite Pressefreiheit steht.

00:01:21: Und dafür spreche ich heute mit Katharina Weiß von Reporter ohne Grenzen.

00:01:25: einer Menschenrechtsorganisation, die sich weltweit für Presse- und Informationsfreiheit einsetzt.

00:01:30: Ende Dezember hat Reporter ohne Grenzen seine Jahresbilanz veröffentlicht und die Zahlen machen deutlich, wie gefährdet Pressefreiheit weltweit ist.

00:01:38: Gemeinsam schauen wir hinter die Zahlen der Bilanz und auf Journalistinnen und Journalisten in Gaza, Russland, China, der Ukraine, Myanmar und anderen Ländern.

00:01:48: Mich interessiert dabei besonders, wie diese Zahlen entstehen, welche Geschichten bei der Organisation hängen bleiben und ob sich die Lage der Pressefreiheit weltweit eher verbessert oder weiter verschlechtert.

00:01:58: Außerdem geht es darum, was Organisationen wie Reporter ohne Grenzen ganz konkret bewirken können, von Nothilfe und Rechtsbeistand bis hin zu internationalen Kampagnen.

00:02:09: Und am Ende dieser Folge wird klar, wie kostbar Pressefreiheit ist und dass sie uns alle betrifft.

00:02:15: Redaktionsschluss für die heutige Folge war Dienstag, der sechste Januar, zwanzig um zwanzig Uhr.

00:02:24: Okay, Reporter ohne Grenzen veröffentlicht jedes Jahr zum Jahresende eine Bilanz zur weltweiten Pressefreiheit.

00:02:32: Und das ist für mich heute der Anlass, warum ich mit dir sprechen will.

00:02:35: Vor allem natürlich auch über die Zahlen und über diese Statistik.

00:02:38: Aber zuallererst will ich eigentlich dich fragen, was ist Reporter ohne Grenzen überhaupt und wer bist du?

00:02:45: Hallo, mein Name ist Katharina Weiß und ich arbeite für die deutsche Sektion von Reporter ohne Grenzen.

00:02:50: Das ist eine internationale Menschenrechtsorganisation, die sich weltweit für Presse und Informationsfreiheit einsetzt.

00:02:57: Unser Berliner Büro, dem ich auch arbeite, liegt in Neukölln.

00:03:02: Oder das Büro des Gebäudes heißt quasi Publix-Haus des gemeinnössigen Journalismus.

00:03:06: Da sitzen noch ganz, ganz viele andere spannende Organisationen drin.

00:03:09: Und wir sind aber Eisreporter ohne Grenzen Teil eines globalen Netzwerks.

00:03:13: mitsitz in Paris.

00:03:14: Die deutsche Sektion ist gute dreißig Jahre alt.

00:03:17: Die Pariser sind dieses Jahr vierzig geworden.

00:03:20: Und wir dokumentieren Verstöße gegen die Pressefreiheit, setzen uns für bedrohte Journalisten ein, leisten Nothilfe, betreiben politische Lobbyarbeit und informieren eben durch Aufklärungskampagnen die Öffentlichkeit.

00:03:33: In meinem ganz spezifischen Fall gucke ich mir vor allem Europa und die Türkei an, mit großem Schwerpunkt auch auf Deutschland.

00:03:40: Aber wir sind natürlich eine globale Organisation.

00:03:43: Deswegen geht mein Blick immer wieder auch in asiatischer Länder, in Yusufsahara, nach der San Amerika, wo es zum Beispiel viele Probleme mit Cattelmord-Antonialisten geht, aber jetzt leider immer häufiger zum Beispiel auch nach Nordamerika hat Donald Trump widerregiert.

00:03:57: Ich will eigentlich auch dann direkt über die Statistik sprechen, weil ich habe mir die im Dezember dann angeguckt und

00:04:02: habe

00:04:02: Diverse Dinge, ich meine die Statistik kommt ja jedes Jahr raus und diverse Dinge kannte man aus dem vorher ja schon, aber trotzdem sind ja auch immer wieder Zahlen und Dinge, die passieren neu und ich möchte gar nicht so viel auch über die Zahlen sprechen.

00:04:16: Ich möchte eigentlich viel lieber auch über die Menschen und die Geschichten sprechen und eben die Journalisten und Journalistinnen vor Ort.

00:04:21: Deshalb hat dich an der Statistik dieses Jahr irgendwas besonders beunruhigt oder war irgendwas ganz überraschend für dich?

00:04:28: Leider ist in dem Sinne für uns ja nicht überraschend, weil wir ja das ganze Jahr über zu übergriffen, auf MedienvertreterInnen recherchieren mit Betroffenen sprechen, wir betreuen Einzelfälle juristisch, finanziell und kommunizieren dann auch mit Parlamentarierinnen, kämpfen eben auch gegen Straflosigkeit bei Verbrechen an Journalistinnen und Alarmieren, dreihundertfünfundsechzehnte Tage im Jahr die Öffentlichkeit zum Beispiel im Rahmen unserer Jahresbilanz oder unserer Rangliste der Pressefreiheit.

00:04:54: Und interessant ist natürlich leider, leider seit... und eigentlich bereits seit Beginn der Menschenrechtsverletzungen in Gaza, was dort mit Journalisten passiert.

00:05:04: Und auch in diesem Jahr waren natürlich die Zahlen der getöteten Kolleginnen und Kollegen im Gasastreifen wieder unfassbar und eigentlich auch mit die höchsten seit Beginn des ganzen Monitorings von Reporter ohne Grenzen.

00:05:16: Auf der anderen Seite schauen wir weiterhin nach Russland zum Beispiel, wo sehr viele ukrainische Kolleginnen und Kollegen weiterhin festgehalten werden.

00:05:24: Und wenn es um das Thema getötete Kolleginnen geht, dann ist zum Beispiel auch in Amerika ein großes Thema gewesen, weil von Peru bis Mexiko die Katelmorde dort ein großes Thema bleiben.

00:05:35: Wie kommt Reporter ohne Grenzen eigentlich auf die Zahlen?

00:05:38: Das habe ich mich auch gefragt, weil ich kann mir vorstellen, dass es bestimmt auch hohe Dunkelsiffen gibt.

00:05:41: oder gerade in autokratischen Systemen weiß man vielleicht auch gar nicht immer, was passiert.

00:05:45: Ich meine, ich erfasse ja auch nur verschwundene Journalisten.

00:05:49: Da weiß man ja meistens schon gar nicht, was überhaupt passiert ist, ob die noch leben oder nicht.

00:05:53: Aber wie kommt ihr auf eure Zahlen?

00:05:56: Wir generieren die Zahlen sozusagen aus dem Netzwerk heraus.

00:05:59: Das heißt, wann immer zum Beispiel Journalisten verschwinden, sind wir darauf angewiesen, dass Kolleginnen oder Angehörige oder andere Teile ihres Netzwerks, Reporter und in Grenzen oder Partnerorganisationen vor Ort darauf aufmerksam machen und dann beobachten wird, dass kommt irgendwann raus, dass sie zum Beispiel von der bewaffneten Haramilis verschleppt worden sind.

00:06:20: Kommt vielleicht irgendwann raus, dass sie gefoltert wurden und in einem Regierungsgefängnis gerade hängen.

00:06:26: Und im aller allerstimmsten Fall kann es auch passieren, dass man so eine Person ein paar Tage später ermordet, am Straßenrand findet.

00:06:32: Natürlich ist es immer sehr schwierig, die Zahlen final zu ermitteln und dauert lange Zeit, denn Reporter und Enginzen kümmert sich ja im Schwerpunkt eben nur um Medien schaffen.

00:06:41: Das heißt, wir müssen auch erst mal eine Mandatsprüfung machen.

00:06:45: Ist die Person, über die wir einen Inweis haben, wirklich journalistisch tätig gewesen.

00:06:49: Und dann ist für uns auch sehr, sehr entscheidend und wichtig.

00:06:53: Wir zählen zwar auch wie alle anderen, wenn Medien schaffen, in dem Sinne getötet werden oder sterben.

00:06:59: Aber bei uns ist auch immer eine zusichtliche Frage für das Barometer von Reporter ohne Grenzen, ob sie während oder wegen ihrer Arbeit getötet wurden.

00:07:08: Also als ganz plattes Beispiel, jeder Journalist kann ja auch ... zum Beispiel Opfer eines bewaffneten Raubüberfalls mit Todesfolge werden, der nichts mit seiner Arbeit zu tun hat, so wie jeder andere Zivilist auch, aber für uns ist quasi auch entscheidend, herauszufinden, wo es Verbrechen gegen den Investigativen Journalismus sind.

00:07:27: Und gibt es da Gemeinsamkeiten in den Themen über die die Journalisten, die davon betroffen sind, berichtet haben?

00:07:33: Also kann man das für allgemein an über die Länder hinweg oder ist das wirklich länderspezifisch, dass da Journalisten weggesperrt oder getötet werden, weil sie über gewisse Themen berichten?

00:07:42: Besonders gefährdet sind natürlich Journalistinnen und Journalisten, die aus Krisengebieten berichten oder aus Ländern mit harter Zensur.

00:07:50: Für diese Arbeit riskieren sie eben oft ihre Freiheit, manchmal sogar ihr Leben, weil sie eben sehen, wie Macht, Missbrauch, Korruption, Gewalt hatten einen Fortschritt in ihren Ländern hemmen.

00:07:59: Und anstatt zu schweigen, wollen sie Bewegungen anstoßen, welche eben die Lebensumstände ihrer Communities verbessern können.

00:08:05: Und da setzen sie sie eben häufig lieber schwer wegen den Gefahren aus, als die Mächtigen mit ihren Machenschaften davonkommen zu lassen.

00:08:12: Themen, die zum Beispiel dieses Jahr besonders polarisiert haben, sind unter anderem Klimajournalismus.

00:08:17: Und ich meine jetzt nicht unbedingt, dass jemand in Deutschland an der Uni, in seinem sicheren Büro sozusagen über den Klimawandel schreibt, sondern es gibt ganz, ganz viele Kollegen zum Beispiel aus Sub-Sahara, Afrika oder aus seitanamerikanischen Ländern, die über die Abholzung oder von Regenwäldern oder die Ausbeutung von Rohstoffen schreiben oder auch über Korruption in der Vergabe von Ländern und so weiter und so fort und die sich dann dadurch in Gefahr bringen.

00:08:41: Ich glaube, ich würde voll gerne auch wirklich in die Länder mal eintauchen, über die ihr vor allem gesprochen habt in eurer Jahresbilanz.

00:08:48: Und ich glaube, euer Top-Land war dabei ja Gaza dieses Jahr und ich habe auch gelesen, dass seit dem siebten Oktober, zweihundertzwanzig Journalisten, palästinense Journalisten dort ermordet worden sind.

00:08:59: Ich glaube, es sind auch wirklich vor allem palästinense Journalisten, weil ja relativ schnell auch keine anderen Personen aus anderen Ländern in den Gaserstreifen gekommen sind, um dort zu berichten.

00:09:10: Wie sieht eure Arbeit denn da genau aus?

00:09:12: Also monitort ihr das quasi?

00:09:13: oder gibt es da auch andere Dinge, die ihr noch macht vor Ort und gibt es da... Geschichten, die du erzählen kannst, auch.

00:09:21: Also das Wichtige als Rahmen ist erst mal, dass unter der Regierung von Benjamin Tanyaou die israelische Armee wirklich eine beispiellose Zahl von palästinensischen Journalisten getötet hat.

00:09:31: Und um diese Verbrechen zu rechtfertigen, steuert die israelische Armee so eine weltweite Propagandakampagne und verbreitet auch größtendes unbegründete Anschuldungen, die im palästinensischen Medien schaffen, der Allstheroristen zum Beispiel darstellen.

00:09:44: Und seit Oktober, zwanzig, wurden nach Angaben von Reporter ohne Grenzen also quasi nach Recherchen von unseren Netzwerken sozusagen, mindestens über zwei Hundertzwanzig geprüft Journalisten von der israelischen Ami in Gaza getötet, mindestens fünfundsechzig davon im Zusammenhang mit ihrer journalistischen Arbeit.

00:10:04: Und aus genau dem Grund, den du gerade angesprochen hast, nämlich, dass die Zugangsbeschränkungen weiterhin aktiv bleiben.

00:10:11: Und ich weiß es nicht, wann genau dieser Podcast erscheint, aber wir haben heute früh zum Beispiel eine Nachricht gelesen, in der Times of Israel wurde das zum Beispiel verkündet, dass die Entscheidung vom Justizministerium weiterhin keinen Zugang internationalen Journalisten für Gaza zu gewähren erst mal aufrecht erhalten bleibt.

00:10:30: Als diese Nachrichtenbokade wird sich erst mal nicht lockern.

00:10:33: Was Reporter ohne Grenzen dann vor Ort tun kann, ist aufgrund dieser Blockade natürlich sehr, sehr eingeschränkt.

00:10:39: Das heißt, in vielen anderen Kriegs- und Krisengebieten konnten wir zum Beispiel Schutzausrüstung liefern.

00:10:45: Wir konnten psychologische Unterstützung vor Ort liefern.

00:10:49: Das heißt, dass man zum Beispiel Personen, die in der Ukraine als Fixer oder als Frontalistin tieten sind, in der Zwischenzeit immer mal wieder in, ich sag mal, Mental Health Camps holen und so was.

00:10:59: Es gab die Möglichkeit, beschädigte Ausrüstung zu ersetzen.

00:11:03: All das war in der Form in Gaza so gut wie gar nicht möglich, weil zum Beispiel alleine schon Schutzwesten und Helme als Kriegsausrüstung galten und deswegen nicht eingeführt werden durften.

00:11:12: Auch die Lieferung von Solar-Power-Banks, wenn die Stromintrusche tut, zerstört das und so.

00:11:18: war beschränkt, gab es wenig Möglichkeiten, was ARSF zum Beispiel gemacht hat.

00:11:22: Es ist ein Zelt für Weibliche Journalistenen, wo die sich quasi kurz ausruhen können, kurz versuchen konnten, ruhig Material hochzuladen und so was zu erbauen.

00:11:30: Und ansonsten ist das große Thema natürlich, dass wir nach außen hin versuchen, unter anderem durch ganz, ganz, ganz viel Öffentlichkeitsarbeit, aber auch durch Klagenmord im internationalen Gerichtshof für Menschenrechte auf diese Fälle aufmerksam zu machen.

00:11:44: Und wenn du Lust hast, können wir gerne auch mal gleich über ein paar Spezif- und Kollegen sprechen, deren Schicksalreporter und den Grenzen in den vergangenen zwölf Monaten besonders berührt hat.

00:11:53: Ja, sehr gerne.

00:11:54: Genau, also in den vergangenen zwölf Monaten war die israelische Armee für fast die Hälfte, circa dreinvierzig Prozent aller weltweit getöteten Medienschaffenden verantwortlich.

00:12:04: Heißt zwischen Dezember, zwei Tausendvierundzwanzig und Dezember, zwei Tausendvierundzwanzig, jetzt eben zu unserer Jahresbilanz, wurden mindestens neunundzwanzig palästinensische Journalistenen im Gaserstreifen bei der Berichtsschaltung getötet.

00:12:16: Und ein Fall, der uns auch besonders berührt hat, der auch sehr bekannt wurde, war Mariam Abu Dagger.

00:12:24: Ich weiß nicht, ob du schon mal von ihr gehört hast, aber sie wurde am fünfundzwanzigsten August, falls schon so ein Fünfundzwanzig getötet und zwar bei einem israelischen Angriff auf ein Gebäude innerhalb des Al-Nasser-Krankenhauses.

00:12:34: Das ist ja alles sehr bekannt geworden in Nachrichten.

00:12:37: Da sind auch noch andere Kollegen von ihr gestorben.

00:12:40: Sie ist sozusagen nur hinzugeeilt.

00:12:42: Deswegen habe ich es gerade ein bisschen falsch gesagt.

00:12:44: Es wurde schon andere Kollegen gehabt.

00:12:46: Husam Almastri wurde bei dem Angriff selber getötet.

00:12:49: Und sie ist hinzugeeilt, um diesen Angriff zu dokumentieren.

00:12:54: Sie arbeitet unter anderem für Independent Arabia and Associated Press.

00:12:58: Und wollte dort eben Rettungsmaßnahmen und die Schicksale vor Ort dokumentieren.

00:13:03: Und circa acht Minuten nach dem ersten Angriff fließt die israelische Armee im Erneutbaum bei Dieren und sie und mindestens zwei weitere Kollegen wurden getötet.

00:13:11: Und solche Nachrichten haben wir aus Gaza das ganze Jahr überständig bekommen.

00:13:15: Aber mich interessiert er noch einmal, wer war eigentlich so der Mensch dahinter?

00:13:18: Und Marim Abadaka wurde zum Beispiel Anfang der Neunziger in Kranjunis im Gaserstreifen geboren, studierte Journalismus an der Achser Universität.

00:13:27: Sie hat im Krieg auch schon ihre Mutter und enge Kolleginnen verloren, blieb aber im Feld, um weiter zu berichten.

00:13:33: und berichterstattende waren ja noch mehr als alle anderen jeden tag vor Ort mit diesem absoluten grauen konfrontiert.

00:13:41: in einem ihrer letzten video beiträge hat sie auch Sinngemäß gesagt, so jeder Ort ist gefährlich, wird von Luftangriffen getroffen.

00:13:48: In jedem Haus gibt es eine Geschichte, in jedem Haus gibt es einen Gefangenen, in jedem Haus gibt es Leid, eben über diese Realität in Gaza und die Unmöglichkeit Schutz zu finden.

00:13:58: Laut allen Aquälen hat sie auch einen engen Freund ihr Testament gegeben, weil sie wusste, dass ihre Arbeit sie gefährden könnte.

00:14:04: Und laut mehrerer Medienbericht enthielt das eben dann zwei Wünsche.

00:14:08: Falls sie sterben sollte, bittet sie die Kollegen bei ihrer Beerdigung nicht zu weinen.

00:14:12: Und ihr Drazenjähriger Sohn soll einmal ein Leben führen, auf das sie als Mutter stolz sein könne.

00:14:17: Und als sie in dem Sommer getötet wurde, war sie dreiunddreißig, also nur wenig, älter als ich.

00:14:22: Ich bin Jahrgang vierundneunzig.

00:14:24: Und deswegen berührt mich das immer total, wenn man sich vorstellt.

00:14:27: Ich habe ja auch lange als Journalistin gearbeitet und tue es neben meiner tätigkeitsche Reporte und Engenzen immer noch, dass das auch unser Schicksal hätte sein können.

00:14:35: Gar nicht mal so weit entfernt in Anführungszeichen.

00:14:38: Ja, ich glaube, das ist auch eine Sache, die ich mich immer frage, weil ich arbeite natürlich auch als Journalistin und ich finde das immer sehr beeindruckend und extrem krass, was Reporter in Kriegs- und Krisengebieten eben leisten und unter welchen Bedingungen die dort vor Ort arbeiten und trotzdem irgendwie weiter arbeiten, um eben über Unrecht zu berichten und über diese Kriege und diese schrecklichen Dinge, die dort vor Ort passieren, eben weiter zu berichten und nicht irgendwann entscheiden, okay, ich verlass das Land, ich meine jetzt ... Gaza ist natürlich nochmal ein ganz anderes Beispiel, weil die Leute konnten ja auch in Teilen gar nicht das Land verlassen.

00:15:10: Aber in anderen Kriegsregionen, wo Journalisten hin kommen, das muss ja auch nicht die eigene Bevölkerung sein, sondern Auslandskorrespondenten zum Beispiel, die hätten ja die Möglichkeit, das Land immer wieder zu verlassen, aber entscheiden sich ja trotzdem, dass sie berichten wollen.

00:15:24: Ja, genau.

00:15:25: Und das Spannende, was du gerade gesagt hast, ist, dass Reporter ohne Grenzen auch mit an einem Film beteiligt war oder quasi unterstützt hat, der Inside-Gasa heißt und aktuell auch kostenlos in der Arte-Mediathek verfügbar ist.

00:15:38: Denn die Polizisten und Kolleginnen sind eben immer noch alleine vor Ort.

00:15:42: Über zwei Jahre lang dauert die Abriegelung des Gasa-Streifens bereits an.

00:15:45: Und juristische Aufarbeitung der Verbrecherinnen und Drinnen hat bislang auf.

00:15:48: Das heißt, ich kann diesen Film nur allen, wir haben es ans Herd legen, die sich auch mal mit persönlichen Schicksalen und mit der Perspektive von Fotodonalisten dort beschäftigen wollen?

00:15:58: Ja, ich habe den Film auch gesehen und es hat mich wirklich auch extremst berührt.

00:16:02: All dem, was du jetzt gesagt hast, frage ich mich auch ein bisschen, welchen Impact ihr generell habt, also was du auch gesagt hast.

00:16:08: Also könnt ihr da irgendwie eine Änderung in der Regierung schaffen?

00:16:12: oder auch, dass irgendwie Kriegsverbrecher vor Gerichte kommen, dadurch, dass ihr die Journalisten, die vor Ort sind, unterstützt?

00:16:20: Die Frage nach Impact ist bei NGOs immer eine sehr, sehr gute.

00:16:23: Natürlich ist es nicht immer eindeutig zu beantworten, aber ein Beispiel, das ich persönlich betreuen durfte, fällt mir da ein.

00:16:28: Und zwar gab es in Gambia einen Diktator bis ungefähr zum Jahr Jahr Jahr Jahrme.

00:16:33: Und der hat schon vor langer, langer Zeit, da waren die Kinder unseres Korrespondenten vor Ort noch klein.

00:16:39: Heute sind das erwachsene Männer.

00:16:41: Diesen Korrespondenten von Reporter ohne Grenzen haben ein Stader Hidara umgebracht.

00:16:46: quasi Auftragsmord.

00:16:47: Und erst mal ist das natürlich ungesühnt geblieben, weil dieses Land unter dieser Diktatur stand.

00:16:53: Aber als dieser Herrscher gestürzt wurde, der hockt jetzt bei einem Diktatorenkumpel in Equatorial Guinea im Luxus-Exil sozusagen, sind ganz, ganz viele seiner Günstlinge und Personen sozusagen aus seinem Regime geflohen.

00:17:09: Und viele davon wurden teilweise in Europa gefasst und auch hier nach dem Völkerrecht sozusagen vor Gericht gestellt und verurteilt, unter anderem auch eine Person, die am Mord an unserem Data Hidara, unserem RSF-Korrespondenten, beteiligt war.

00:17:24: Das heißt, dieser Kampf gegen Straflosigkeit, der lohnt sich, man muss dranbleiben.

00:17:30: Es gibt übrigens auch ein Europa-Einfall, nämlich der von Peter de Vries, der sich jetzt in den nächsten Wochen entscheiden würde in den Niederlanden, wo auf einer Straße in Amsterdam wahrscheinlich organisiertes Verbrechen, so wurde der ermordet.

00:17:40: Auf der anderen Seite versuchen wir ja aber unser eigenliches Ziel erst mal durchzusetzen und das ist die Kollegen lebend und unversehrt in ihren Netzwerken, so lange wie möglich, am Arbeiten zu halten.

00:17:51: Und was wir da tun, beginnt eben mit sofortheffeln in Form von Notstipendien, Rechtsbeistand, Ausrüstung.

00:17:59: bei XIV Verhaftung, Überwachung,

00:18:02: aber

00:18:02: auch öffentliche Aber-Öffigkeitsarbeit, zum Beispiel bei Gerichtsprozessen, politischen Kampagnen.

00:18:07: Wir geben ganz, ganz, ganz, ganz viele Sicherheitstraining für physische und digitale Sicherheit und trainieren die Leute dafür, dass sie eben nicht nur in Berlin oder wenn sie mal vor Ort in einem Workshop sind, die das wissen, sie selber anreik, sondern selber schon Coaches werden, um das an ihre Redaktionen und Kollegen weitergeben zu können.

00:18:26: Und dann machen wir natürlich die langfristige Lobbyarbeit zum Beispiel zur Verankerung von Pressefreiheit im Völkerrecht und greifen natürlich so gut es geht auch ein, zum Beispiel auch durch Proteste, wenn wir sehen, dass diese Arbeit im diplomatischen Bereich vielleicht nicht so greift.

00:18:43: Reporter ohne Grenzen wird zum Beispiel Ende Januar am Alexanderplatz eine Aktion rundummelhaftierte Journalisten in Aserbay-Jahn machen.

00:18:51: Und in manchen Fällen merkt man, dass dieses Relentless-Campaining schneller wirkt, in anderen dauerts länger, aber man kann durchaus Veränderungen dadurch beobachten.

00:19:00: Also auf die Schicksale nicht aufmerksam zu machen, wäre keine bessere Alternative.

00:19:05: Sagen zumindest Journalisten, die nach Jahren freigekommen sind und auch im Gefängnis immer wieder mitbekommen haben, wie Menschenrechtsorganisationen in ihrem Fall dran geblieben sind.

00:19:14: bei dem Thema mal zu bleiben, weil das fand ich nämlich auch sehr interessant.

00:19:17: Ich glaube, die meisten inhaftierten Journalisten laut eurer Bilanz sitzen ja gerade in China ein.

00:19:23: Das fand ich irgendwie interessant, weil ich glaube, China ist schon seit Längerem auf Platz eins.

00:19:27: Ich glaube, es ist nicht das erste Jahr, wo China auf Platz eins ist.

00:19:30: Es gibt es dann auch darum, also das heißt, die Leute werden immer wiedergezählt.

00:19:34: Das heißt, die sitzen einfach schon seit Jahren ein und das passiert quasi nichts.

00:19:37: Und da sind es wirklich die Leute, die in zwanzig, fünfundzwanzig inhaftiert wurden.

00:19:42: Nein, du hast es absolut richtig erfasst.

00:19:44: Das sind ganz, ganz viele Fälle von Personen, die schon seit Jahrzehnten einsetzen.

00:19:49: Und die Lage der Pressefreiheit lockert sich auch nicht, was man jetzt zum Beispiel am kürzlich sehr prominent gewordenen Pfeil des britisch-chinesischen Pubizisten und Verlegers Jimmy Lai sieht, der jetzt auch zu einer sehr langen Haftstrafe dort verurteilt wurde.

00:20:04: Ja, ich dachte nämlich irgendwie, also ... Als ich mich darüber informiert habe, hatte ich gedacht, dass bestimmt in Russland die meisten Inhaftierten sitzen.

00:20:13: Fand ich dann aber auch spannend.

00:20:14: Ich kann auch jedem empfehlen, mal in diese Statistik reinzugucken, weil man doch auch viele Sachen rauslesen kann, die man vielleicht gar nicht so erwartet hätte.

00:20:21: Dass in Russland aber die meisten Journalisten, die nicht russisch sind, also quasi ausländische Journalisten, fest sitzen.

00:20:26: Und das finde ich natürlich auch ein... krassen, krassen Fakt.

00:20:31: Also vielleicht gibt es ja auch irgendwas, was du zu der Russland- und Ukraine, zu dem Russland-Ukraine-Krieg erzählen kannst.

00:20:37: Ja, du hast recht.

00:20:38: Tatsächlich hält Russland mehr aus in den Journalisten fest als jeder andere Staat, nämlich aktuell sechsundzwanzig Ukraine-Innen, von denen wir wissen.

00:20:46: Einige sind inhaft gestorben.

00:20:48: Ein Fall, der mich auch dieses Jahr wieder umgetragen hat, war Victoria Brashchina.

00:20:51: Victoria Brashchina war eine ukrainische Investigativjournalistin, die ist so neunzigundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundund.

00:21:01: Also auch nicht besonders alt geworden, denn sie ist bereits in den Russischen Haft gestorben.

00:21:06: Trotzdem hat es noch was mit diesem Jahr zu tun und das erzähle ich dir gleich.

00:21:11: Ich fange aber quasi von vorne an.

00:21:13: Sie war zeitweise die einzige ukrainische Journalistin, die systematisch aus russisch besetzten Gebieten berichtete.

00:21:19: Sie verschwand häufig wochenlang, um von dort Gebieten zu recherchieren.

00:21:22: Aus ihrem Privatleben ist jetzt in dem Sinne dann weniger bekannt, außer dass sie laut Freunden und Kollegen ein richtiger Workaholic war.

00:21:29: Und sie trock ihre Haare meist lang blond gefärbt an den Spitzen.

00:21:32: Und das wird dann später leider relevant für die Identifizierung.

00:21:36: Und was ich so besonders spannend finde, ist die Geschichte, an der sie zuletzt gearbeitet hat.

00:21:41: Und zwar war das ein System der sogenannten Ghost Detainees.

00:21:47: Hausende ukrainische Zivilistinnen, die ohne Anklage, ohne Registrierung, ohne Kontakt zur Außenwelt in informellen Haft- und Folterzentren festgehalten werden.

00:21:57: Und sie begann diese Fälle und auch Namen russischer Besatzer und FSB-Beamter zu sammeln.

00:22:01: Und man kann schon sagen, dass diese Geschichte für ihren Tod verantwortlich ist, denn es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen ihrer Recherche zu illegalen Haftorten.

00:22:11: und ihre eigenen Verstebungen.

00:22:13: Ich kriege immer wieder Gänsehaut, wenn ich das Zitat ihrer Chefredakteurin lese, die nämlich über sie gesagt hat, also über Victoria, sie ging los und über die Ghostie-Tenis zu berichten und wurde dann selber einer von ihnen, weil sie eben durch ihre krassen Recherchen wusste, Wo gefoltert wurde, wer folterte und begann, diese Informationen zu strukturieren.

00:22:32: Das war eben ein Hochrisiko-Ziel.

00:22:34: Und nachdem, was wir wissen, wurde sie eben im August, oder das sind dreiundzwanzig, bereits verschleppt.

00:22:40: Haft ohne Anklage, ohne Anwalt, praktisch ohne Außenkontakt.

00:22:43: Es gab dann einen einzigen Kontakt, mein viermitteliges Telefonat mit den Eltern im Sommer, zweitausendzwanzig.

00:22:50: Also deutlich, deutlich später.

00:22:52: Und dann quasi wieder stille, bis ihr Tod bekanntgegeben wurde.

00:22:58: von russischen Behörden ihr Tod in Haft sozusagen und dann also das offizielle Todesdatum wurde mit dem neunzehnten September angegeben.

00:23:05: aber erst im Februar diesen Jahres wurde ihr Leichnam zurückgegeben.

00:23:10: auch die offizielle Trauerfeier und so was ist noch gar nicht so lange her.

00:23:14: und wenn man sich da vorstellt was die Angehörigen durchgemacht haben da wird einem wirklich schlecht denn die Leiche wurde so halb angefroren quasi mit auch noch einem falschen Name Tag und irgendwie als männlich zugeschrieben.

00:23:28: In so einem Beutel übergeben, brandwunden an den Füßen, Hinweise auf Elektrostücks, Abschürfungen und Puttungen und Hüften und Kopf, gebrochene Rippen, Verletzungen am Heiß, gebrochene Zungenbein, typisch bei Strangulation zum Beispiel, stark unterernährt sagen, eine Gequellengewicht vielleicht noch bei dreißig Kilo.

00:23:46: Haare abrasiert, fehlende Organe bei Rückgabe, Teile des Gehirns waren irgendwie weg, Kekopfe, Augen, also das sind auch unterschiedliche Quellen, aber ich habe mir das halt alles natürlich sehr grafisch gemerkt, da kommt man nicht drum herum.

00:23:58: Ein Grund, warum das mit der Leiche gemacht wurde, könnte sein, dass man da die mit die Todesursache vielleicht verschleiern wollte.

00:24:03: Auf jeden Fall konnte man die dadurch nicht mehr offiziell feststellen wegen dem Zustand der Leiche und den fehlenden Organen.

00:24:10: Und ja, es ist einfach unfassbar, was mit dieser jungen Journalistin passiert ist und dass sie genau an dem System gestorben ist, das sie dokumentieren wollte.

00:24:18: Was mich dann aber bewegt, ist, dass es eine ganz tolle Website namens Forbidden Stories gibt, die oft die Recherchen von solchen Journalisten übernehmen.

00:24:27: Weil die quasi sagen, wer den Journalisten tötet, tötet nicht gleich auch die Geschichte.

00:24:32: Wer möchte, kann sich das mal angucken, Forbidden Stories, The Victoria Project.

00:24:36: Und ... Ja, da kann man wirklich nur sagen, absoluter Wahnsinn, was da passiert.

00:24:42: Sehr bewegend auch für Mitarbeiter von Reporter ohne Grenzen, die natürlich jeden Tag mit diesen Geschichten arbeiten.

00:24:48: Hat

00:24:48: sich die russische Regierung dann eigentlich zu diesem Fall geäußert?

00:24:50: Also

00:24:51: natürlich gab es immer wieder Anfragen und es gab ja quasi einen Austausch dieses Leichnamens.

00:24:55: Es wurde auch mal über einen gefangenen Austausch, in dem sie vorkommen sollte, dass.

00:24:59: es gab quasi einen Eingeständnis, dass sie in russischer Haft sozusagen verbleibt.

00:25:05: Aber soweit ich jetzt persönlich weiß, müsste man vielleicht den Russland-Experten bei uns mal noch mal fragen, gab es kein Statement zur Todesursache in Haft, kein offizielles.

00:25:15: Beziehungsweise kein offizielles, dass damit den Evidenzen des Körpers übereinstimmen würde oder irgendwie so.

00:25:20: Aber das würde ich noch mal nach recherchieren, wenn ich du wäre.

00:25:23: Okay, mal ganz allgemein noch mal mit Blick auf die Statistik.

00:25:27: Kannst du einschätzen, ob der Trend eher positiver wird, also die Pressefreiheit verbessert sich oder verschlechtert sie sich?

00:25:36: Das ist eine gute Frage.

00:25:37: Zum Einen ist die Pressefreiheit natürlich ein relativ modernes Gut.

00:25:43: Auch in Deutschland ist die flächendeckende Pressefreiheit ja noch keine hundert Jahre alt.

00:25:49: Es gab Versuche in der Weimar Republik.

00:25:52: Und dann im Dritten Reich waren die natürlich alle dahin, aber so solide und auch mit dem Aufbau einer wirklich stabilen, fiesertigen Medienlandschaft, so wie wir sie dann quasi Ende des einundzwanzigsten Jahrhunderts gesehen haben, ist das ja wirklich was total modernes.

00:26:06: Wir sehen das natürlich im Vergleich zu zum Beispiel den Nullerjahren, die Pressefreiheit gerade in der harte Zeit erlebt.

00:26:11: Das heißt, wenn man jetzt jemanden wie mich nimmt, der gute dreißig Jahre alt ist, dann kann man sagen, in meiner Lebensspanne hat sich die Pressefreiheit in vielen, vielen Ländern eher verschlechtet.

00:26:21: dass es ein Grundrecht an Privileg ist, dass sich eher global ausbreiten wird und zum Beispiel durch das Internet auch unbesiegbar und unzählbar wird, hat sich soweit erst mal nicht gehalten.

00:26:31: Das heißt, wir müssen weiterhin sehr gut auf dieses Gut aufpassen.

00:26:35: Gibt es denn aus dem letzten Jahr ein bestimmtes Ereignis, was du so pinn pointen könntest, wo du gemerkt hast, okay, jetzt gerät die Pressefreiheit echt nochmal mehr ins Banken?

00:26:45: Ich glaube, es gibt immer wieder Kipppunkte.

00:26:47: Und natürlich ist die Wahl von Donald Trump ein schwieriges Zeichen.

00:26:51: Aber es gab immer wieder Kipppunkte.

00:26:53: Zum Beispiel für die Türkei war es, der Staatsputsch, der dazu geführt hat, dass das Regime unter Erdogan sehr hart bis heute gegen Journalistinnen vorgeht.

00:27:03: Da gab es einen weiteren Kipppunkt, letztes Jahr auch mit dem Marmolo, also den Bürgermeisterprotesten in Istanbul, für Personen, die zum Beispiel in Russland journalistisch-investigativ journalistisch tätig sind.

00:27:14: Das waren, war es eben, so gerade wenn Länder in Kriege eintreten, dann zieht sich noch mal die Schlinge um den Hals-Familien-Schaffenden ganz deutlich zu.

00:27:22: Deswegen würde ich jetzt nicht sagen, dass es ein Kipppunkt war.

00:27:25: Man kann grundsätzlich schon sagen, dass die Pandemie in Sachen Menschenrechte schon so ein Staat war, wonach sich ganz, ganz viel auch negativ in Bewegung gesetzt hat und gerade auch im Westen pressefeindliche Rhetorik stark zugenommen hat.

00:27:38: Wenn wir aber zum Thema Inhaftierungen schauen oder so was.

00:27:42: Dann gibt es halt auch so einzelne Länder, die wir vielleicht gar nicht so auf dem Schirm haben wie zum Beispiel Azerbaijan.

00:27:46: Weil wir, wenn wir oft schon große Kipppunkte denken, dann denken wir an den Kipppunkt zum Beispiel für die Pressefalt in den USA, was darüber so viele Nachrichten gibt oder für die Pressefreiheit speziell in Deutschland.

00:27:57: Aber es gibt ja immer wieder auch Regime-Changes wie jetzt eben vor ein paar Jahren in Azerbaijan, die dazu führen, dass es für die Kollegen vor Ort immer schwieriger wird.

00:28:06: Und so ist es z.B.

00:28:07: so, dass wir einen Fall haben, der uns gerade besonders am Herzen legt.

00:28:10: Sevinji ist eine ehemalige Stipendiatin von Reporter ohne Grenzen.

00:28:14: Sie hat hier in Berlin zwar noch ein bisschen vor meiner Zeit mit Kollegen und Kollegen von mir gearbeitet und wurde im Jahr- und-Zwanzig inhaftiert.

00:28:22: Vorgeblich wegen Devison-Schmuggel, also die denkt sich ja immer irgendwas aus.

00:28:26: Und bei der Urtesverkündung hat sie den Richtern aus Protest den Rücken zugedreht.

00:28:30: Und was wir jetzt bald auch in Berlin auf die Beine stellen wollen, ist ein Container, der die Lebensrealität dieser inhaftierten Journalisten darstellt.

00:28:37: Die leben oft unter einer vier Quadratmeter-Grenze, Zellen sind überfüllt, persönlicher Raum existiert kaum.

00:28:44: Journalisten beschreiben ihre Zellen in Schritten, nicht in Quadratmetern.

00:28:48: Ich glaube, nach europäischen Standards müssen es eigentlich mindestens sieben sein.

00:28:52: Seventierend

00:28:53: auch mal aus dem Knast geschrieben, dass jede inhaftierte Person dort eben in Schritten misst.

00:28:59: Meine Gezellen sind nur so zweieinhalb Schritte breit und sieben Schritte lang.

00:29:02: Und wenn der Wachmann reinkommt, dann muss man sich aufs Bett legen, damit die Person vorbeigehen kann.

00:29:08: Aufnah zu jeder Etage des Haftzentrums.

00:29:10: Da gibt es zum Beispiel ein ganz berühmtes in Baku, wo ganz, ganz viele von diesen Journalisten am Anfang ... festgehalten wurden, sitzen eigentlich Medien schaffen wegen ihrer beruflichen Tätigkeit im Gefängnis.

00:29:21: Und dann ist so Wasserschmutz, Insekten und Würdigungen als Alltag, kaltes Wasser.

00:29:27: Da deckt man sich am Anfang ja meine Güte.

00:29:29: Man kann auch kalt duschen.

00:29:30: Das Problem ist aber, dass dann zum Beispiel kleine Tierchen wie Läuse, die ja in diesen schwierigen hygienischen Bedingungen stärker überleben können, einfach nicht so auf diese Art und Weise ausgespült werden.

00:29:41: Ich habe sehr viel darüber gelernt in den letzten Wochen.

00:29:45: Was halt in diesen Geschenknissen, wenn es defekte Leitungen gibt, stehen es Abwasser, dauerhaft feuchte Wände, alles geben kann, Läusebefall, Kackalaten, keine Reinigungsmittel, keine Wechselkleidung.

00:29:56: Hunger, Isolation, es gibt Berichte, Überschläge, Fesselungen, Aufhängen an Eisenstangen, Matratzen, Kissen, Ventilatoren wurden gezielt verweigert.

00:30:05: Da wird es im Sommer extrem heiß.

00:30:07: Und unsere Experimentärinventie wurde eben explizit gesagt, dass sie keinen Ventilator haben kann, wenn sie weiterhin Übermenschenrechtsverletzungen innerhalb dieser Gefängnisse schreibt.

00:30:17: Denn genau wie viele andere Kollegen oder auch zum Beispiel das Exil Medium Made on TV, gibt es noch Widerstand sozusagen.

00:30:25: und auch die, die aktuell inhaftiert sind, versuchen sozusagen aus dem Gefängnis daraus weiterzuschreiben.

00:30:32: Es gibt zwar Informationsblockaden und die besuchen die Realität da nicht zufrieden, aber sie versuchen, über Anwälte oder über die wenigen Besuche von Angehörigen, zum Beispiel Informationen über die Haftbedingungen nach draußen zu tragen, auch um die Situation anderer Inhaftierter dort zu verbessern, weil Journalismus eben kein Verbrechen ist, sondern eine Berufung, wie einer der Inhaftiererionalisten dort auch sagt.

00:30:53: Was erhoffen sich diese Regime denn eigentlich davon, Journalisten zu inhaftieren?

00:30:57: Also bestimmt natürlich Einschüchterung, auch das, was du gerade gesagt hast, irgendwie so zu zeigen, okay, wenn ihr weiter daran berichtet, dann wird es auch euch passieren, wenn ihr da nicht aufhört.

00:31:07: Oder ist es auch so eine Art Druckmittel?

00:31:09: Also was wollen die damit erreichen, wenn man andere Journalisten einsperrt?

00:31:12: Weil das kommt natürlich aus dem Land, wo die Journalisten kommen oder auch, wenn Journalisten aus dem eigenen Land sind.

00:31:17: Natürlich wird es da immer Stimmen geben, die sich ja auch einsetzen, dass die Journalisten wieder freikommen.

00:31:23: Das ist deswegen interessant, weil du eigentlich schon die beiden Grundpfeile angeläutet hast.

00:31:27: Das eine ist natürlich die Einschüchterung.

00:31:30: Man wird den Journalisten erst mal los, die aus dem Verkehr.

00:31:34: Aber alle, die mit diesem Journalisten gearbeitet haben, sowohl die Quellen, als natürlich auch Angehörige und ganz besonders Kolleginnen und Kollegen, sind natürlich massiv eingeschüttet und hoffen, dass ihnen dieses Schicksal nicht widerfährt.

00:31:45: Zum anderen kommt es auch immer wieder vor, dass Journalisten als Verhandlungsmasse genutzt werden.

00:31:51: Zum Beispiel Evan Gorkowicz in Russland, der war, ich sag mal, relativ dominanter Fall, auch deswegen, weil gerade wenn westliche Journalisten in anderen Ländern inhaftiert werden, dann ist es eigentlich häufig eine geise Situation, wo dann über den gefangenen Austausch zum Beispiel die eigenen Leute freigepresst werden sollen.

00:32:10: Manchmal geht es aber auch nur ums Geld.

00:32:12: Zum Beispiel im Sudan ist es so.

00:32:14: Da herrscht da gerade Bürgerkriege und Journalistinnen sind von verschiedenen Akteuren schwersten Übergriffen ausgesetzt.

00:32:20: Viele von ihnen wurden in den Jahren der Arbeit getötet, mindestens zwei Staben, nachdem sie von der parlamentarischen Gruppe Rapid Support Forces entführt worden waren.

00:32:31: Es gibt auch hunderte andere Fälle von Entführungen und eben Lösegeldforderungen, aber auch Folter und willkürlicher Festnamen.

00:32:39: Es gibt so ein paar Zahlen, die rumschwören.

00:32:40: Eine besagt das über vier Hundert Nationalisten.

00:32:43: In der letzten Zeit das Land verlassen mussten und Sudan liegt auch bei uns im Ranking von Reporter ohne Grenzen.

00:32:50: Rangles der Pressefreiheit heißt das auf Platz einhundert sechsundfünfzig von hundert achtzig und ist damit wirklich eines der gefährlichsten Länder der Welt für den Journalismus.

00:32:58: Ja, kann mir vorstellen, dass sich bestimmt auch daran, dass, glaube ich, gerade in der aktuellen Situation im Sudan, dass auch ausländische Journalisten gar nicht mehr vor Ort einreisen können und auch berichten können.

00:33:08: und die Journalisten, die noch vor Ort sind.

00:33:11: denen wird es natürlich auch sehr schwer gemacht, noch zu berichten, wenn sie überhaupt noch berichten können.

00:33:15: Ich frage mich, wo verschwinden, in welchem Land verschwinden denn eigentlich die meisten Journalisten und was macht ihr dann?

00:33:20: Also versucht ihr da nachzugehen, um herauszufinden, was mit den Menschen passiert ist?

00:33:25: Genau, also ein großer Teil unserer Statistik war das zum Beispiel, die in dem Sinne verschwundenen Donalisten zahlenmäßig hochgegangen sind, was aber daran liegt, dass wir viele Kollegen und Kollegen in Syrien in Gefängnissen vermutet hatten, weil das der letzte bekannte Aufenthaltsort sozusagen war.

00:33:44: Und als die Gefängnisse geöffnet wurden, sind sie aber nicht aufgefunden worden.

00:33:48: Da musste man jetzt realistischerweise sagen, dass sie vermutlich leider tot sind.

00:33:53: Aber solange wir das nicht abschließend klären konnten und wir geben der Sache jetzt quasi noch Zeit, es gibt auch wirklich Aufarbeitungsteams.

00:34:00: Ich bin selber in Kontakt persönlich mit Journalisten vor Ort oder Personen, die Angehörige haben, die da verschwunden gegangen sind.

00:34:07: Solange die diese Arbeit nicht geleistet haben, wollen wir da nicht vorgreifen.

00:34:11: Und diese Zahl kann sich dann wahrscheinlich oder muss sich wahrscheinlich in ein paar Jahren leider zu getötete.

00:34:17: Umorientieren.

00:34:18: Aber du hast es schon richtig angedeutet.

00:34:20: Das war zum Beispiel eine Auffälligkeit in der Jahresbilanz, dass die Zahl der verschwundenen Journalisten in Syrien hochgegangen ist.

00:34:28: Es gibt noch ein Land, über das ich gerne sprechen wollen würde.

00:34:31: Es ist Myanmar, weil ich mich selbst auch sehr dafür interessiere.

00:34:34: Ich habe auch nach dem Erdbeben letztes Jahr im März, war das ja, glaube ich.

00:34:37: Da hatte ich auch schon mal eine Podcastfolge mit der Welt Hungerhilfe gemacht und dabei ging es auch viel darum, wie schwer es für NGOs allgemein ist, einzureisen und überhaupt helfen zu können, was ja eigentlich erstmal unpolitisch ist.

00:34:48: Nicht wie Journalismus, also für Journalisten ist es ja super schwer, nach Myanmar überhaupt einzureisen.

00:34:53: Und bei eurer Statistik fand ich es krass, wenn ich es richtig im Kopf habe, er habe dir aufgezeichnet, dass in Myanmar Journalisten hingerichtet wurden.

00:35:00: Ich glaube nicht, dass es das einzige Land ist, wo das passiert ist.

00:35:03: Über was haben Journalisten berichtet bzw.

00:35:06: mit welcher Begründung ist das passiert?

00:35:08: Genau, also da vielleicht ein bisschen zum Kontext.

00:35:10: Viele kennen Mürrenmaar noch von davor.

00:35:12: Es ist wunderschönes Reiseland, aber es hat einige Zeit regiert, da eine mit herunter.

00:35:17: Und jetzt eben Schufieser-Hunterschef.

00:35:20: Die staatliche Kommission für Sicherheit und Frieden heißt, dass de facto so eine neue Militärregierung Mürrenmaar ist.

00:35:26: Und glasserlich verschärfte er weiter seine Angriffe auf die Pressefreiheit.

00:35:30: Das wurde zum Beispiel ein Gesetz verabschiedet, dass die Verbreitung von Inhalten unter Strafe stellt.

00:35:36: die als sätlich für den Wahlprozess angesehen werden müssen.

00:35:40: Das ist eine sehr breite Auslegung.

00:35:42: Seit dem Militärputsch, den wir heute angesprochen haben, im Februar zwölf, wurden sieben Journalisten hingerichtet, mindestens zweihundert wurden festgenommen, in den Fünfzig werden derzeit unter unmenschlichen Bedingungen festgehalten und oft auch gefoltert.

00:35:58: Ein Fall, von dem ich kürzlich gehört habe und ich möchte noch mal alle dazu sagen, ich spreche all diese Namen vermutlich furchtbar falsch aus, weil ich ja Europa in Referentien bin und mit den vielen anderen Kollegen oft auch quasi nur schriftlichen Kontakt habe.

00:36:13: Aber Tan Mint, würde ich es jetzt aussprechen, der hat zum Beispiel um deine Frage zu beantworten, seit Jahren unter Bedingungen von Militärgewalt und Zensur.

00:36:23: Über diese Themen, also Korruption, wie sehen sozusagen die neuen Machtgebilde aus?

00:36:29: Wie wird Macht in den verschiedenen Regionen verteilt?

00:36:33: Darüber hat er berichtet oder versucht zu berichten und wurde auch seit dem Militärput schon mehrmals bedroht und eingesperrt und ist dann untergetaucht.

00:36:42: Und jetzt, im Februar, im Februar, ist er aus seinem Versteck zurückgekehrt.

00:36:48: um seine hochschwangere Frau zu besuchen, sozusagen.

00:36:51: Und da haben sie dann zugeschlagen und ihn festgenommen, er ist laut mehrere übereinstimmender Quellen auch geschlagen und misshandelt worden.

00:36:58: Und die Begründung zum Beispiel, warum er inhaftiert wurde, vonseiten der Militärregierung, war in dem Fall Kontakt zu einer Terrororganisation.

00:37:08: auf seinem Mobiltelefon, People Defense Forces PDF, glaube ich, heißen die dort.

00:37:13: Und diese Kontakte waren aber journalistische Quellen notwendig für die Berichterstattung, wie auch die Redaktion betont, die größtenteils aus dem Exil herausarbeitet.

00:37:22: Die Inhaftierung von Tannen steht halt zum Beispiel auch sehr exemplarisch für die Gefährdung von Journalistinnen, die aus wirtschaftlicher Not oder familiären Gründen aus dem Exil zurückkehren, wie in dem Fall ja auch sehr bewegende Grund, dass deine Frau einfach hochschwanger ist.

00:37:37: Gibt es noch ein anderes Land, das dir in der Bilanz im Kopf geblieben ist, wo du noch was zu sagen möchtest, wo es irgendwie noch eine Geschichte gibt oder was irgendwie eine besondere oder eine ungewöhnliche Zahl war, die ihr da dokumentiert habt?

00:37:51: Also, was ich generell auch immer spannend finde, ist natürlich der Fall in Lateinamerika und die Tatsache, dass es zum Beispiel in Peru im Jahr twenty-fünfundzwanzig vier Morde gab und auch in Mexiko, obwohl die Präsidentin sich eigentlich scheinbar für die Pressefreit ausspricht, es weiterhin irre irre schwierig für die Journalisten ist.

00:38:10: Ja, ich sage mal sicher durch den Alltag zu kommen, vor allem wenn sie eben über das organisierte Verbrechen vor Ort berichten.

00:38:17: Und kann an der Stelle zum Beispiel nur empfehlen sich auch mal, dass die Fending Voices Programm von Reporter ohne Grenzen zum Beispiel anzuschauen, dass ich mit diesen Schicksal beschäftigt.

00:38:25: Aber wir können gerne am Ende auch noch ein Positivbeispiel beleuchten von einer Freilassung, wenn das jetzt alles etwas deprimierend war.

00:38:31: Auf jeden Fall.

00:38:32: Also ich habe jetzt auch das Gefühl, dass nach den ganzen Geschichten ich natürlich auch fragen möchte, ob es jetzt letzten Jahr oder generell auch Dinge gibt, die positiv gelaufen sind.

00:38:42: Also sowohl Leute, die eben freigekommen sind oder irgendwelche Stimmen oder Organisationen oder generell Länder, wo man merkt, okay, da gibt es jetzt gerade wirklich ein Shift.

00:38:52: Absolut.

00:38:53: Und zwar ist Ägypten, vielen von uns ja, als wunderschönes Reiseland, Land der Pharaonen und der Nikreuzfahrten bekannt.

00:39:01: Leider ist Ägypten aber auch einer der großen Gefängniswärter von Journalisten und Journalisten.

00:39:07: Also die haben sehr, sehr viele Kolleginnen und Kollegen eingesperrt in den letzten Jahrzehnten.

00:39:11: Und einer von denen, der jetzt fast zehn Jahre in Haft saß, allerab der Vatach kam jetzt im September, zwanzig, frei.

00:39:19: Da hat zum Beispiel auch die britische Sektion von RSF ganz viel Arbeit und Campaign geleistet.

00:39:24: Das ist ein absoluter Moment der Erleichterung für die Familie, für die Unterstützerinnen weltweit und natürlich auch für alle, die sich generell von Meinungs- und Pressefreiheit interessieren.

00:39:33: Er wurde nicht wegen Gewalt oder Verbrechenhaftiert, sondern weil er über Folter in ägyptischen Gefängnissen schrieb und gegen dieses thematische Unterdrück um unabhängige Medien protestierte.

00:39:43: Unter anderem ein Facebook-Post war es, der in den damals an die Freiheit kostete.

00:39:48: Die Haftbedingungen waren richtig harezeitweise isoliert, entrechtet, ohne Aussicht auf ein faires Verfahren.

00:39:54: Und erst im Sommer von so'n fünfundzwanzig haben ON-Experten in seine Haft offiziell für Rechtswidrige erklärt, um halt nochmal zu sich Druck aufzuüben, ne?

00:40:02: Und seine Mutter, die selber im Hungerstreik war, um sozusagen die britische Gesellschaft an diesem Thema dran zu lassen und die wirklich dem Tode nah war und seine Schwester haben ihn dann im September in die Arme nehmen können.

00:40:16: Und das zeigt natürlich erst mal das Wahnsinnsmomente, gerade für die Kolleginnen, die da vielleicht auch irgendwie involviert und mit vor Ort waren, aber auch für alle anderen in der Organisation Reporte und in Grenzen, beharrelicher internationaler Druck wirkt.

00:40:30: Jahrelange Kampagnen, Solidarität, Fondonalistinnen, Schriftstellerinnen, Nobelprästikerinnen, Menschheit oder unnatürliche Politikerinnen haben schließlich Bewegung in den Fall gebracht.

00:40:40: Das ist gut zu hören, dass es da irgendwie doch noch vorangeht.

00:40:44: Und gibt es auch irgendein Land, was besonders positiv aufgefallen ist im letzten Jahr?

00:40:47: Es gibt immer wieder Länder.

00:40:49: Wir haben ja Länder wie Norwegen, Schweden, die ja in allen Social Study-Rankings immer ganz oben sind.

00:40:55: Aber dann haben wir zum Beispiel Länder wie Tschechien.

00:40:57: die nicht in der Jahresbilanz, aber in der Rangliste einen relativ guten Platz, ich glaube, Toptennerungen haben, aber durch die Wahlen jetzt Ende diesen Jahres, zwischen den beiden Statistiken liegt Zeit, diesen Ausblick auf eine Regierung unter dem Unternehmer Barbisch haben, wo wieder Unsicherheit herrscht.

00:41:16: Und dadurch habe ich jetzt tatsächlich gerade keine absolute Leuchtgeschichte.

00:41:20: Argentinien unter Milay läuft zum Beispiel auch nicht gut.

00:41:22: In Brasilien geht es dafür aktuell wieder aufwärts.

00:41:25: Aber ich würde jetzt, muss ich sagen, es gibt jetzt keinen absoluten Leuchtturm.

00:41:30: Okay, dann würde mich noch interessieren, wie sieht es eigentlich bei uns in Deutschland vor Ort aus mit der Pressefreiheit?

00:41:37: Also was sind denn die aktuell größten Herausforderungen für die Pressefreiheit in Deutschland?

00:41:41: Viele Journalisten berichten speziell mir als Deutschlandreferentin, dass ihre Arbeit zunehmend infrage gestellt wird.

00:41:47: Durch der Vermierung, Hass im Netz, gezielte Desinformation.

00:41:51: Wichtig ist an der Stelle natürlich, dass wir uns alle sehr bewusst und sowohl innerhalb der Organisation als auch viele Journalisten, mit denen ich spreche, dass wir natürlich wahnsinnig privilegiert sind im Vergleich zu Ländern, die wir gerade aufgezählt haben und über die wir gerade gesprochen haben.

00:42:06: Wenn man aber anguckt, dass wir in dieser privilegierten Lage sind und was auch unsere Geschichte ist, dann ist es trotzdem wichtig, dass wir auch die Bewegung im Auge haben.

00:42:14: Und ein Thema ist zum Beispiel Gewalt.

00:42:17: Wir sind jetzt gerade dabei, unser Monitoring für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den.

00:42:36: Besonders riskant ist die journalistische Arbeit hierzulande bei Recherchen im Rechtsextremen-Milieu.

00:42:41: Also, da sind Gewalt, Bedrohungen und massive Behinderungen der Berichterstattung ganz, ganz häufig auch ein Teil des Berufsalltags, vor allem auch in ländlichen Regionen, wo sich die Kollegen überhaupt noch hintrauen.

00:42:53: Und dann gibt es auch einfach Themen, die in den Jahren im Jahr- und Zwanzig besonders umstritten waren.

00:42:58: Da ihr einen mutigen Podcast macht, weiß ich, dass ihr euch einiges der Themen auch schon gewidmet habt und natürlich auch Journalisten selber wisst, was besonders polarisiert hat.

00:43:07: Und zum Beispiel im Kampf um die Deutungshoheit in der sogenannten Ostberichterstattung.

00:43:11: Da zeigte sich eben zunehmende Polarisierung der Medienlandschaft.

00:43:14: So hatten Journalisten in Schwierigkeiten Menschenrecht zu brechen, der israelischen Armee in Gaza in der gleichen Weise aufzugreifen wie im Fall anderer Staaten und Kriege.

00:43:24: Genauso ging es auch Kolleginnen und Kollegen, die über jüdische Perspektiven in Deutschland schreiben oder über Antisemitismus, dass sie mehr Hass abbekommen haben für diese Themen als sonst eh schon.

00:43:35: Und auch die Situation der Pressefreiheit auf, Palästinia, solidarischen Demonstrationen und eben gerade auch die Rolle der Polizei wurde hitzig diskutiert.

00:43:43: Hinzu kommt und was uns bei RSF sehr beschäftigt, viele Journalisten erleben hierzulande im Exil.

00:43:48: Aber auch hier sind sie eben oft nicht sicher.

00:43:51: Der lange Arm ihrer autoritären Heimatland-Regierungen versucht sie einzuschüchtern, zu überwachen oder ihre Berichterstattung zu verhindern.

00:43:59: Gerade für afghanische, russische, balarussische oder iranische Reporterinnen ist diese Lage teils lebensbedrohlich auch wegen ausgesetzter Aufnahmeprogramme der Bundesregierung gerade im Hinblick auf Kolleginnen aus diesen Ländern.

00:44:12: Und dann natürlich die großen Themen, die die ganze Branche bewegen und auch die ganzen Endnutzer.

00:44:17: So werden gleichzeitig Tech-Plattformen nicht dabei gehindert, journalistische Sichtbarkeit zu schwächen, KI-Modelle ziehen, Reichweite und Einnahmen ab, Ruhe hier bei.

00:44:27: Rechte bleiben oft umgeschützt.

00:44:29: Also es bleibt viel zu tun.

00:44:30: in den Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr

00:44:35: im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr

00:44:51: im Jahr im Denken.

00:44:51: Ja, und ich persönlich habe sie natürlich auch nicht.

00:44:53: Also gerade die Lösungen gegen das Thema Reichweite und KI oder auch gegen das große Thema Desinformation.

00:45:00: Aber

00:45:00: natürlich können wir Warnen und Mahnen als Menschenrechtsorganisation.

00:45:04: Ja, das ist auch eine Sache, die ich gelesen habe und wo wir auch vielleicht einmal noch kurz drüber sprechen können, weil ihr wurde soweit ich weiß ja selbst auch Ziel von Desinformation von Russland durch.

00:45:14: die Arbeit, die ihr betreibt.

00:45:16: Was ist da genau passiert?

00:45:17: Genau.

00:45:18: Also, Desinformation und Propaganda zielen ja beide auf Meinungsbeeinflussungen.

00:45:23: Unterscheiden sich aber so ein bisschen in der Funktionsweise.

00:45:25: Während Propaganda einseitige und manipulative Inhalte verbreitet, ist Desinformation gezielt darauf ausgerichtet, Verwirrung zu stiften, Misstrauen zu sehen und eben das Vertrauen in demokratische Institutionen zu untergraben.

00:45:38: Auch RSF ist in diesem Rahmen zielsystematischer Desinformationskampagnen geworden.

00:45:44: Insbesondere seit Juli, zwanzig, scham.

00:45:47: Da wurden allein innerhalb von sechs Monaten mindestens sechs gezielte Angriffe in sozialen Medien dokumentiert, wo uns eben Aussagen unterstellt wurden, die nie getätigt wurden.

00:45:57: In mehreren Videos meist zum Krieg der Ukraine wurden falsche Behauptungen unter Nutzung des RSF-Logos verbreitet.

00:46:05: Und doch ... sogenannte Informationswäsche, also die Wiederholung falscher Inhalte durch russische Behörden, sollte dies eben glaubhaft erscheinen für die eigene Bevölkerung.

00:46:14: Eine dieser Falschmeldungen wurde sogar von der Sprecherin des russischen Aufbeministeriums aufgegriffen.

00:46:20: Aber so eine Kampagne kann sich nicht nur gegen die Organisation an sich wenden, sondern auch gegen Einzelpersonen.

00:46:26: oder einzelne Personen innerhalb der Organisation, sag ich mal.

00:46:29: Und zum einen ging es dann zum Beispiel in einem dieser Fälle darum, dass behauptet wurde, RSF habe einen Rechtsstreit gegen die Plattform X, former Twitter verloren.

00:46:38: Tatsächlich hatten wir eine Klage eingereicht.

00:46:41: Das Urteil ist aber quasi noch nicht da.

00:46:43: Und da wurde quasi mit behauptet, zusätzlich zu dieser Information rund um diese Klage, dass unser Generalsekretär Thibault Bretin versucht hätte, sich umzubringen quasi aus Scham und Schande über den Gerichtsverlust.

00:46:58: Ich glaube, er saß im Urlaub unter einer Palme oder so, als er davon erfahren hat von seinem tragischen Suizidversuch.

00:47:04: Ziele natürlich offen, kundig, RSF und auch seine, ich sag mal, dominantesten Sprechpersonen.

00:47:10: Da ist unglaublich, darzustellen und einzuschüchtern.

00:47:12: Man muss jetzt aber auch dazu sagen, dass uns das jetzt nicht so wahnsinnig juckt.

00:47:16: Also wir dokumentieren das natürlich, damit, falls jemand mal zu uns recherchiert und diese unter falschem Logo verbreiteten Informationen findet, auch über Google zum Beispiel die Einordnung zu finden, das ist das Information.

00:47:30: Allerdings gibt es wirklich viele Kolleginnen und Kollegen und Medien, Häuser international, die noch viel, viel mehr unter diesen Diffamierungen leiden, als wir sozusagen.

00:47:39: Ich habe noch eine letzte Frage, um vielleicht auch so ein bisschen aus dem Gespräch rauszugehen, weil wir jetzt auch wirklich, glaube ich, viel über die Zahlen und die Statistik gehört haben und auch viel Einzelschicksale aus den einzelnen Ländern.

00:47:51: Ich

00:47:51: finde, eine Sache, die wir allen Höhrenden mitgeben können, ist eigentlich ein kleines Bild.

00:47:56: Ich bin millennial, ich bin aufgewachsen damit, dass von Musik bis zum neuesten Hollywood-Film eigentlich alles kostenlos und pirated im Internet verfügbar war.

00:48:04: von allen möglichen Streaming-Diensten, das Disney plus Netflix Prime bis zu Spotify, haben viele Branchen aus geschafft, Modelle zu entwickeln, in denen sie sozusagen wieder Geld eintreiben.

00:48:17: der Informationssektor ist davon komplett unbeheilig geblieben.

00:48:22: Das heißt, ein riesengroßes Problem des intermessiger Team-Neuralismus weltweit ist die Finanzierung.

00:48:27: Und was man als Einzelperson da tun kann, ist eben nicht nur über Instagram oder WhatsApp-Kanäle oder das gelegentliche Google-Informationen zu empfangen, sondern wirklich zu sagen, ich suche mir, das können auch kleine Independent-Mediaes auf Englisch sein, es können größere Lokalzeitungen sein, ich suche mir ein... zwei Produkte, an die ich glaube, das heißt nicht, dass immer jeder Artikel moralisch über haben sein muss sozusagen, sondern es geht um diese Stärkung der ganzen Medienlandschaft an sich.

00:48:57: Suche mir die aus und supporte die einfach finanziell, indem ich das abonniere.

00:49:01: Ich finde, dass wir auf jeden Fall eine Säule mit der wir in Deutschland was tun können.

00:49:05: Und dann ist natürlich ein anderer Faktor, wo ich in Richtung Politik schaue, das Thema Medienkompetenz.

00:49:10: Jetzt nach den Feiertagen saßen wir alle mit Familienmitgliedern.

00:49:15: von sieben bis fünfundsiebzig zusammen und wir sehen an beiden Enden des Spektrums, also relativ jung und boomer und aufwärts, werden Videos gezeigt, wie schön doch diese Katzen-Einrichtungsgegenstände sind und manche von uns erkennen halt sofort, dass es KI ist.

00:49:32: andere in der Familie brauchen etwas länger.

00:49:35: Und so ist das leider bei politischer Desinformation oder bei Shady-Nachrichten-Kanälen auch.

00:49:40: Das heißt, wir müssen in verschiedenen Gesellschaftsschichten, und ich würde mich da selber auch super gerne einklingen und Schulungen erhalten, mit Medienkompetenz befassen.

00:49:48: Das ist doch gute Schlussworte.

00:49:50: Vielen Dank, dass du die Zeit genommen hast, mit mir zu sprechen.

00:49:53: Vielen Dank, dass ihr zugehört habt und danke für euer Interesse.

00:49:56: Noch einen schönen Tag.

00:49:57: Danke.

00:49:57: Wenn euch dieser Podcast gefallen hat, dann abonniert ihn bitte.

00:50:07: Zum Beispiel indem ihr bei Spotify auf die Glocke klickt und empfiehlt uns auf jeden Fall weiter.

00:50:11: Ihr möchtet uns Feedback, Lob oder Kritik schicken?

00:50:14: Oder habt sogar ein Themenvorschlag?

00:50:16: Kein Problem.

00:50:17: Schreibt uns einfach eine Mail an amr at pqppzwei.de oder ihr schickt uns eine Nachricht auf Instagram.

00:50:25: Folgt uns dafür auf Instagram unter unserem alles muss raus Kanal.

00:50:29: Wenn euch alles muss raus gefällt, unterstützt uns gerne auch auf Patreon.

00:50:32: Dort versorgen wir euch mit exklusiven Podcast-Folgen unseren Themenkonferenzen Specials zu unseren Drehs und anderen tollen Extras.

00:50:40: Alle Links findet ihr unten in den Shownotes.

00:50:43: Neue Folgen erscheinen Donnerstags auf allen gängigen Podcast-Plattformen.

00:50:48: Alles muss raus, ist eine Produktion von Pekopepi II GmbH, Redaktion, Luca Lau, Katharina Merzenich,

00:50:55: Thilo Mischke,

00:50:56: Marlon Plas, Audio-Produktion und Musik Leo Ebert Glang.

00:51:01: Moderiert wird alles muss raus von mir, Thilo Mischke.

00:51:04: Wenn du bei uns werben möchtest, findest du mehr Infos unten in den Shownotes.

00:51:09: Vielen Dank fürs Zuhören.

00:51:11: Bis bald.

00:51:12: Disclaimer.

00:51:13: Dieser Podcast ist ein zeitaktuelles Dokument.

00:51:16: Informationen und Perspektiven können sich mit der Zeit verändern.

00:51:19: Bitte beachte, dass sich neue Erkenntnisse oder Entwicklung auf die hier besprochenen Themen auswirken können.