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00:00:00: Wir können, wenn wir das sehen, uns nicht denken, ah, das passiert irgendwo ganz fern weg.
00:00:04: Sondern wir können uns denken, ey, das sind Menschen, die einfach nur so leben wollen wie ich selber.
00:00:09: Und vor allem nicht vergessen, dass wir dazu auch ein bisschen Empathie haben sollten, auch wenn die Menschen nicht unsere Sprache sprechen.
00:00:17: Ständig frage ich mich Dinge.
00:00:18: Tag ein, Tag aus.
00:00:20: Und will verstehen, wie dieses oder jenes funktioniert.
00:00:24: Egal ob in Politik, Gesellschaft, Kultur oder Naturwissenschaft.
00:00:28: Es gibt so viel, was mich interessiert, was neu ist, was ich lernen kann.
00:00:33: Deswegen teilen hier bei alles muss raus Menschen ihre Perspektive, ihren Standpunkt, ihr Wissen, ihre Haltung.
00:00:40: Und in dieser Woche hat mich folgende Frage beschäftigt.
00:00:44: Warum sind die Proteste im Iran nicht nur für das Iranische Volk wichtig?
00:01:05: Ich habe heute mit der Musikerin Mariam gesprochen.
00:01:08: Ihr Vater ist Iraner, nach Deutschland eingewandert und hat einen besonderen Zug auch zum Iran.
00:01:12: Sie begleitet die Proteste seit Jahren intellektuell, nämlich indem sie Musik auch dazu machst, indem sie darüber singt.
00:01:19: Heute sprechen wir darüber, wie die aktuelle Situation im Iran ist, was das bedeutet für unsere Generation, was wir aus diesen Protesten lernen können, was Autokraten auch aus diesen Protesten lernen.
00:01:29: könnten, wenn sie genau hingucken, warum es so schwer fällt, sich emotional auch an diesen Protest zu binden, was wir allerdings auch tun können in diesem Protest und wie natürlich auch der aktuelle Stand der Protestbewegung im Iran ist.
00:01:42: Und wir versuchen auch einen kleinen Ausblick in die Zukunft zu wagen.
00:01:46: Ich wünsche viel Freude mit dieser Folge und ich hoffe, dass ihr genauso viel lernt, wie ich gelernt habe nach diesem Gespräch.
00:01:54: Redaktionsschluss für die heutige Folge war Mittwoch, der vierzehnte Januar, zwei Tausend, sechsundzwanzig um vierzehn und dreißig.
00:02:05: Mariam, ich brauche von dir, muss ich so direkt sagen, ein Update, was gerade im Iran los ist.
00:02:11: Du beobachtest die Situation wahrscheinlich nicht erst seit zwei Wochen, sondern schon viel länger.
00:02:14: Aber jetzt in den letzten zwei Wochen ist wieder richtig viel passiert, richtig viel los.
00:02:18: Die letzte Nachricht, die ich gelesen habe, ist, dass eine NGO gesagt hat, mittlerweile sind mit über zwei Tausend Fünfhundert Menschen tot.
00:02:25: Dann habe ich gelesen, zwölf tausend Menschen sind tot.
00:02:28: Dann habe ich gelesen, der die USA sagt, bitte verlassen das Land auf dem Landweg, liebe US-Bürger.
00:02:33: Wie ist der Zustand des Iranes jetzt am, ich glaube, heute ist der dreizehnte, der vierzehnte, am vierzehnten Januar, im Jahr Jahrzehntausend, sechsundzwanzig?
00:02:41: Was ist da los jetzt?
00:02:43: Das ist eine große Frage.
00:02:44: Also du hast mitbekommen, dass am derzeiten Dezember die Proteste wirklich angefangen haben, weil die Basarhändler sich dazu entschlossen haben zu streiken, ihre Läden zu schließen und wieder angefangen haben zu demonstrieren.
00:02:58: Das hat sich zu Massenprotesten entwickelt.
00:03:00: die sehr großes Ausmaß angenommen haben, sehr schnell in den größten Städten im Iran, in allen Provinzen haben die Menschen demonstriert und ganz schnell wurde halt der Slogan nieder mit der Diktatur, tot dem Diktator, tot dem Khomeini, wurde immer lauter.
00:03:19: So, dass die Menschen vor allem ... Das in dem Moment hat sich rauskristallisiert, die Basaris haben sich gerade zu Wort gemeldet, aber das war wieder dieser eine Tropfen, der das Fass jetzt zum Überlaufen gebracht hat.
00:03:30: Und plötzlich sind wieder alle da und erinnern sich dran, wir wollen dieses System nicht mehr.
00:03:34: Und jetzt ist es aber noch eine Bevölkerungsgruppe mehr.
00:03:37: Es ist ja immer so, dass in den letzten Protesten, ich weiß gar nicht, wer es beim letzten Mal, also beim letzten Mal war es Dina Masa Amani, weswegen die Proteste begonnen haben.
00:03:45: Aber solange diese Basaris, die Konservativen eigentlich, in der Gesellschaft sich noch halten können, kann sich das Regime auch noch legitimieren.
00:03:55: Und jetzt war es wieder so eine Gruppe, wo man sagen kann, okay, die könnten so das Zündlein an der Waage sein, was jetzt das Regime zum Fallen bringt.
00:04:02: Und da sind dann alle mit aufgesprungen und waren mit auf den Straßen, also die Bilder waren krass, die wir gesehen haben.
00:04:09: Und jetzt ist aber so, dass wir am Tag im Donnerstag letzte Woche ... Tag sieben eigentlich eines Blackouts, eines Internet-Blackouts sind.
00:04:18: Das Regime hat die Internetverbindung ins Ausland, die in der Zwerbindung runtergefahren.
00:04:23: Man kann wohl auch im Land nur beschränkt sich miteinander verbinden.
00:04:28: Und immer, wenn sowas passiert, wissen Leute, die irgendwie sich damit schon einfach beschäftigt haben, dass das Regime das nutzt, um brutal vorzugehen gegen die Menschen.
00:04:36: Also, die sind dann ungesehen, die Bilder geraten nicht ins Ausland, die Menschen können nicht wirklich um Hilfe rufen, die können sie auch nicht organisieren.
00:04:43: Und damit machen die sich ja sehr.
00:04:45: der einzige Weg, wie sie sich wieder Macht beschaffen können.
00:04:47: In so einem Moment, wenn ein Volk von wieviel Millionen, neunzig Millionen aufsteht gegen seine... Entschuldigung, neunzig Millionen ist wahrscheinlich völlig gefatscht.
00:04:55: Ich bin mir nicht ganz sicher.
00:04:56: Aber wenn so ein Volk in der Größe aufsteht gegen seinen Regime, die können sich ja nicht anders halten, außer mit... Gewalt.
00:05:06: Und immer, wenn dann dieser Blackout geschieht, dann geschieht auch Gewalt.
00:05:09: Und jetzt haben wir, wie gesagt, diese ganzen Nachrichten bestätigt bekommen, auch von internationalen Menschenrechtsorganisationen.
00:05:17: Die werden über verschiedene Medien jetzt gerade mehr und mehr bestätigt, habe ich auch noch mal nachgelesen.
00:05:21: Gestern war die Zahl von zwölf Tausend bestätigt und... Was besonders ist, was auch in den letzten Protestwellen, so bezeichnend war, dass die Sicherheitskräfte, die Revolutionskarten gezielt auf die Menschen schießen.
00:05:37: Also die schießen gezielt in Gesichter, auf Helse, in erstens lebenswichtige Gegenden, wo es besonders lebensgefährlich wird und zweitens um Angst und Schreckensverbreiten.
00:05:50: Wenn man auf Höhe einer pulsierenden Ader schießt, dann ... Spritz ist so grausam, die Vorstellung ist.
00:05:57: Aber wenn das eine Menschenmenge ist und die geziegelt schießen, teilweise waren die Revolutionsgarn wohl verschleiert, als Hijabis verkleidet und haben auf die Menschen geschossen.
00:06:07: Aus nächster Nähe mit scharfer Munition.
00:06:09: Geschichten darüber, dass Verletzte in Krankenhäuser eingeliefert wurden und kontrolliert wurde, wie diese Menschen verletzt waren und diese dann abgewiesen wurden.
00:06:18: Dann die ersten Bilder von toten Körpern, die sich stapeln in Krankenhäusern.
00:06:25: und dann auch auf einem großen Friedhof bei Tehran, wo dann transporterweise die Körper der emordeten Menschen abgeladen wurden und diese zur Identifikation hingebracht wurden.
00:06:37: Und die Menschen noch dazu gebracht wurden.
00:06:40: Millionen Tumaren.
00:06:41: Mittlerweile ist ja die Währung der Real auch noch komplett.
00:06:44: Kollabiert hat ja kein Gehen mehr,
00:06:46: aber null.
00:06:47: Genau.
00:06:47: Das ist, das passieren so ganz viele Sachen, die man überhaupt nicht versteht.
00:06:50: Also stelle dir vor, der Euro hat gar keinen Wert mehr.
00:06:53: Dann ein Regime, was den X-ten versucht, des Sturzes mit größter Gewalt versucht zu verhindern und die ganze Welt guckt hin.
00:07:01: Und ich meine, du fragst dich so, hey, wie lange willst du das denn jetzt noch durchhalten als Regime?
00:07:05: So was, also was ist der Grund?
00:07:07: Also ehrlich gesagt, dieses Regime hält sich ja jetzt schon seit über sieben, vierzig Jahren seit neunzehn, neun, siebzig halten.
00:07:12: Das ist ja schon so.
00:07:13: Das ist ja nicht das erste Mal, dass diese Protestwellen so aufkommen.
00:07:16: Und das ist ja auch das, warum sie es immer wieder schaffen, die so zu ersticken, weil die so mit Angst und Gewalt vorgehen und die Menschen ja auch schon so finanziell am Ruin stehen.
00:07:24: Die haben ja gar nichts mehr.
00:07:26: Womit sollen sie jetzt noch durchhalten und sich irgendwie Vorräte beschaffen?
00:07:28: Und natürlich wird jetzt innerhalb des Landes damit geworben, dass ... Reformen eintreten, dass sie das alles verbessern, dass sie den Forderungen nachkommen.
00:07:37: Aber gleichermaßen durch diesen Blackout setzen die ja auch darauf, die Molasses, dass die Menschen nicht mitbekommen, was wirklich passiert überall erstens und was man im Ausland darüber sagt.
00:07:46: Das kriegen die ja nicht mit.
00:07:47: Jetzt ist es wohl sogar soweit, dass die Regierungs-, die Revolutionsgarnie wieder rumgehen und die Satellitenschüsseln von den Haushalten einsammeln, weil über diese Satellitenschüsseln Fernsehen, also Satellitenfersen, empfangen werden kann, um sich eben zu informieren.
00:08:01: Das muss man sich vorstellen.
00:08:02: Das sind ja wirklich mittelalterliche Methoden, die jetzt gerade wieder eingesetzt werden, was das Regime sehr gerne macht.
00:08:07: Heute, am vierzehnten Januar, soll der erste öffentlich hingerichtet werden, der erste beurteilt
00:08:15: werden.
00:08:16: Demonstrant, ja.
00:08:17: Ja, Erhard Chaminé hat ja im Staatsfernsehen die Demonstrierenden als Terroristen, als Unifierräter geframed, damit die quasi... zum Abschluss freigegeben sind.
00:08:27: Und die nehmen sich dabei jetzt auch raus, dass sie öffentliche Hinrichtungen durchführen möchten.
00:08:32: Und ich bin ehrlich gesagt gespannt.
00:08:34: Entschuldigung, ich höre ihr einmal kurz auf.
00:08:37: Ich höre dir sehr aufmerksam zu, du hättest fast gar nicht unterbrechen müssen, weil ich mich natürlich auch frage, was man dagegen tun kann.
00:08:42: Dieser junge Mann, der heute hingerichtet werden sollte, geht auch gerade durch die sozialen Medien, das wird geteilt.
00:08:46: Elfans
00:08:47: Soltani heißt der und das wird so oft geteilt, weil vor drei Jahren zum Beispiel hat es immer mal wieder dazu geführt, dass wenn so ein Gesicht und so ein Name... im Internet so repetitiv geteilt wurde, dass diese Namen die ganze Welt kannte.
00:09:01: Also es gibt ja Nika Shakarami.
00:09:03: Es gibt so Paarnamen, die weißt du, weil du das Gesicht gesehen hast.
00:09:07: Hunderte Male auf deinem Feed, weil alle das geteilt haben.
00:09:11: Und es ist einerseits so traurig, aber auch so gut, dass diese Menschen im Gedächtnis bleiben.
00:09:17: Und auch dieser Name Elphan Zoltani werden sich auch alle merken.
00:09:20: Und oftmals hat es nämlich dazu geführt, dass Hinrichtungen vertagt wurden, dass die Menschen eben in dem Moment verschont wurden, weil das Regime dann doch irgendwie Angst vor dem Backlash hatte oder vor großen neuen Protesten oder so.
00:09:33: Die haben sicherlich auch jetzt große, große Angst.
00:09:36: Sonst könnten sie sich ja nicht nur mit Gewalt gegen ihre eigene Bevölkerung am Leben halten.
00:09:42: Aber die wissen halt auch, dass ihre einzige Option die Einschüchterung ist.
00:09:47: Was braucht jetzt das iranische Volk vom Rest der Welt?
00:09:50: Was können wir tun?
00:09:52: Also ich bin ganz ehrlich, es ist total interessant diesen Protest zu beobachten, diese Revolution zu beobachten, auch aus sozialer Mediensicht.
00:10:00: Ich hab das Gefühl, hier passiert viel weniger.
00:10:02: als zum Beispiel Gaza.
00:10:04: Also ich will die beiden Sachen nicht miteinander vergleichen, auf gar keinen Fall, sondern einfach die Bereitschaft in den sozialen Medien, sich dazu zu äußern und sich dazu zu positionieren, ist beim Iran aktuell so gering.
00:10:16: Auch die Berichterstattung ist gefühlt da und findet auch statt, aber sie hat in keinster Weise diese Dimension erreicht, wie zum Beispiel bei Gaza.
00:10:24: Ich will jetzt nicht, dass du den vergleich, warum ist das so,
00:10:26: sondern
00:10:26: eher die Frage, was brauchen die Menschen jetzt im Iran?
00:10:29: Was können wir als westliche Gesellschaft tun?
00:10:32: Was ich sagen muss auf jeden Fall, was ich hier schon auch den Medien anrechne, auch wenn die immer ein bisschen, die öffentlichen Medien immer erst ein bisschen zu spät und zu wenig darüber sprechen, ist, dass sie kein Framing übernehmen.
00:10:44: Was oftmals bei Gaza passiert ist, es wurde darüber gesprochen, dass Menschen umgekommen sind.
00:10:49: Die Menschen wurden ermordet und es wird hier betitelt und es wird davon geredet, dass es das eigene Regime ist, was seine Menschen gewaltsam niederschlägt.
00:10:56: Und es wurde oftmals nicht so geframed.
00:10:59: Und ehrlich gesagt, Ich hab das natürlich auch beobachtet.
00:11:02: Viele haben auch gepostet, wo sind jetzt die ganzen Palästina-Aktivistinnen?
00:11:07: Die sind da.
00:11:09: Ich weiß, dass sie da sind, aber nach über zwei Jahren, die sich mit so was auseinander setzen, jeden Tag aufs Neue, verstehe ich auch, dass man psychisch vielleicht ein bisschen ... bedingte Kapazität hat, noch weiter für ein weiteres Volk aufzustehen.
00:11:23: Die Palästinenser und Gasa-Aktivistinnen sind nämlich auch diejenigen, die die ganze Zeit rufen, Free Sudan, Free Congo, Free Kurdistan.
00:11:29: Die sind nicht still.
00:11:31: Und deswegen sehe ich das denen ehrlich gesagt nach, dass sie jetzt irgendwie sagen, boah, es gibt genug Menschen, die dafür die Kapazität haben.
00:11:40: Viele Iran-Aktivistinnen waren auch nicht für die Menschen in Gaza immer da.
00:11:44: Also ...
00:11:46: Wie gesagt, aber ich würde es nicht miteinander vergleichen.
00:11:49: Ich meine nur,
00:11:51: es ist sagen manche, aber ich finde es ein harten Vorwurf, den man noch mal ein bisschen detaillierter eingehen kann, was dafür nur aus dem Mitschwingen.
00:12:03: Was ich auf jeden Fall immer sage, was wir tun können, was wir auch vor drei Jahren schon tun konnten, was wir die ganze Zeit tun können bei solchen Situationen.
00:12:12: Es gibt Sparnachrichten, die teilweise aus dem Land rauskommen, wo die Menschen sagen, wir brauchen euch, dass ihr unsere Stimme seid.
00:12:20: Die haben keinen Zugang.
00:12:21: Die können ihre geängstigten Geschichten nicht auf Social Media teilen.
00:12:25: Es kriegt keiner mit.
00:12:26: Wir müssen darüber sprechen.
00:12:28: Was vor drei Jahren hätte passieren müssen, wäre, dass unser Bundeskanzler Friedrich Merz, wer jetzt gestern endlich gesagt hat.
00:12:33: das iranische Regime muss endlich aufhören, seine Bevölkerung umzubringen.
00:12:36: Sowas haben wir vor drei Jahren mal gebraucht und wir hätten auch Konsequenzen daraus gebraucht, dass die EU-Staaten geschlossen alle Revolutionskardemitglieder auf die Terroristen setzen, dass die aufhören, mit denen noch weiter wirtschaftliche Geschäfte zu betreiben, nicht mehr mit denen irgendwie Handel betreiben, am besten noch Überwachungssysteme in Iran weiterverdielen.
00:12:53: Das hätten wir gebraucht, dass vor drei Jahren schon Konsequenzen stattfinden, als dieser Tunnel schon mal offen war, als die Menschen schon mal so den Mut hatten und aufgestanden sind.
00:13:02: Das brauchen wir jetzt immer noch.
00:13:04: Jetzt hat Friedrich Merz sich gestern geäußert und gesagt, ja, die letzten Tage des Regimes sind gezählt.
00:13:09: Aber ehrlich gesagt, für mich fühlt sich das für Heuchelei an, von jemandem, der vor sechs Monaten noch sagt, dass das Drecksarbeit sei, dass genau diese Menschen, von denen er jetzt sagt, die sollen nicht mehr umgebracht werden, dass die da von Raketen umgebracht wurden, als dieser kurzfristige Krieg ausgebrochen ist.
00:13:25: Von daher weiß ich nicht genau.
00:13:26: Ich glaube, wir brauchen vor allem ... unseren demokratischen und bürgerlichen Zusammenhalt und die Sichtbarkeit, wie wir brauchen, dass wir alle auf die Straße gehen und dafür demonstrieren und von unserer Politik Konsequenzen einfordern, wo sie sich nicht mit irgendwelchen Dippenbekenntnissen drum herumdrücken können und es nicht auf irgendwie die Amerikaner auslasten können und sagen können, ja, wir warten jetzt kurz ab, was Trump macht oder so.
00:13:50: Natürlich, das ist eine Lage, soweit ich gelesen habe, ich bin keine Völkerrechtlerin, aber es ist eine Lage, wo jetzt auch die Vereinten Nationen sich zu geäußert haben und Konsequenzen irgendwie auf größerer Ebene gefordert sind.
00:14:03: Aber wie oft war das schon notwendig?
00:14:05: So, das war ja schon oft der Fall und trotzdem ist nichts passiert.
00:14:08: Was weißt du über den Alltag im Iran?
00:14:09: Also wie ist das Leben jetzt vor dem achtentzehnsten Dezember gewesen für die Menschen?
00:14:13: Also lass uns doch, stellen wir, wir beide leben jetzt im Iran, wie wäre das Leben für uns beide gewesen so studiert?
00:14:20: Mittelschicht, so?
00:14:21: wie würde sich das für uns anfühlen?
00:14:23: Was hast du gehört, was weißt du?
00:14:24: Gute Frage, ich weiß nicht, ob ich überhaupt mich dazu enttiteln darf, darüber so zu erzählen, weil ich habe nie da gelebt, ich war vor zehn Jahren oder so zuletzt noch mal da, bevor die Situation schwieriger wurde und wie immer wieder Angst hat, mit der Familie hinzureisen.
00:14:37: Aber
00:14:37: was hast du gehört, wie das Leben ist?
00:14:40: Genau, ich hab gehört, gesehen, viele Bilder, dass die Menschen sich über diese ganze Kopftuchfrage so ein bisschen hinweggesetzt haben, dass damit viel laxer umgegangen wird und dass sie mit offenem Haar, oftmals sich bewegen, dann irgendwie das zugelassen wurde, dass Frauen in Fußball scheinen konnten.
00:14:56: Ja, das sind so kleine Schritte, wo man so gesehen hat, okay.
00:14:59: Das ist irgendwie wieder was, womit die Menschen dann weiter leben können, ohne in dieser Wut zu sein und zu sagen, boah, jetzt müssen wir wirklich mit unserem Leben um eine Veränderung kämpfen.
00:15:09: Das sind immer so Sachen, wo man sieht, so kleine Veränderungen passieren dann, die dazu führen, dass die Menschen so weiter machen können.
00:15:14: Aber ich hab immer mitbekommen, was auch in den letzten Jahren, dass die Armut größer und größer geworden ist.
00:15:20: So.
00:15:21: Und das auch immer wieder die Revolutionskarten angefangen haben, hart zurückzuschlagen, weil man so viel nicht mitbekommen hat, das einfach unter verdeckter Hand, also in der Unsichtbarkeit irgendwie Menschen verschwinden oder so.
00:15:32: Und dann dafür Gelder gefordert werden, womit die sich vielleicht auch im Leben halten, dieses Regime.
00:15:37: Weißt du, was ich krass finde?
00:15:38: Wir reden über den Iran und es war eigentlich vor drei, vier Jahren war das noch so was eine abstrakte Welt für die meisten Menschen in Europa, in Nordamerika.
00:15:46: Aber wenn du jetzt mal nach Nordamerika guckst, das ist gar nicht mehr so abstrakt.
00:15:50: Diese Regimes, die es gibt, die jetzt im Iran gerade zusammenbrechen, die entstehen gerade in der westlichen Welt neu.
00:15:56: Also wenn du dir anguckst, wie Frauen in Nordamerika in den USA behandelt werden, wie ihre Rechte eingeschränkt werden, was die AfD sich wünscht für Frauenrechte in Deutschland und in Europa, wie sehr wir unsere Freiheit aufgeben, wie groß die Schere zwischen Arm und Reich wird, wie arm die Menschen immer mehr werden.
00:16:12: Es ist irgendwie auch, also eigentlich der Blick in den Iran und das Ende dieses Regimes ist eigentlich auch ein Blick in das Ende möglicherweise von anderen Regimes, die gerade entstehen.
00:16:22: Es ist komplett dystopisch und vor allem ist es total krass, weil ganz viele Menschen, die nicht im Iran sind, die natürlich wahrscheinlich gar keine Ahnung haben, genauso wie ich.
00:16:31: Die relativ wenig Ahnung haben von dem, was wirklich abgeht und was wirklich gebraucht ist im Land, sagen jetzt, wir brauchen jetzt, dass Trump was macht, wir brauchen jetzt irgendeinen von außen.
00:16:42: Und ich verstehe schon, dass man zu diesem Schluss kommt und dass man sagt, da muss jetzt was passieren.
00:16:47: Wir brauchen jetzt irgendwas.
00:16:48: Und wenn die so scharf auf ihre eigene Bevölkerung schießen, wie kann da noch was passieren, wenn die Menschen sich nicht mehr organisieren können vor Ort, weil die kein Netz zueinander haben.
00:16:56: Aber diese Vorstellung, dass im Ausland gefordert wird, dass der Sohn des ehemaligen Schaars zurückkehrt und da das Regime übernimmt, die Führung übernimmt.
00:17:08: Das verwirrt mich total, also es gibt ganz viele verschiedene Forderungen im Ausland, die wahrscheinlich im Iran selber gar nicht getragen werden vom Volk bzw.
00:17:15: immer wieder hört man hier und da was darüber, es kommt auch an, von welcher Plattform du die News konsumierst, ist ja auch total geframed.
00:17:21: dann jeweils, dass die eine Plattform wirklich sehr hinter dem Schaar steht und die andere gar nicht, aber es ist wirklich absurd was alles von außen.
00:17:29: getitelt wird, was die Menschen im Iran alles brauchen.
00:17:31: Und das Ding ist, die wissen es ja alles selber.
00:17:34: Die ganzen Oppositionellen, die ganzen Intellektuellen, die politisch Engagierten, die Künstlerinnen, die das Land voranbringen und verändern und weiterformen sollen und können, die sitzen in den Gefängnissen in Terran.
00:17:46: Die sitzen da immer noch.
00:17:47: Die sind mundtotgemacht.
00:17:49: Der Regisseur Jaffa Panahi, dessen Film jetzt gerade Premiere gefeiert hat, der geht jetzt bald in Iran zurück, um da seine Gefängnisstrafe abzusitzen.
00:17:56: Die sind alle nicht frei.
00:17:59: Wie sollen die überhaupt zu irgendeiner Progressivität beitragen, wenn die alle in Gefängnissen eingesperrt sitzen?
00:18:06: Die brauchen alle von außen gar nicht irgendeinen Input, sobald diese Menschen wieder da sind.
00:18:11: Aber momentan ist es halt sehr schwer, dass das Volk sich irgendwie organisieren kann und natürlich auch dann organisiert für eine Revolution letzten Endes sorgen kann.
00:18:21: Kannst du mir mal den Schaar erklären?
00:18:23: Diese ganze Idee, dieses ganze Ding, es gibt eine extra Folge, die wir mal gemacht haben, wenn ich mich erinnere schon etwas länger her über diese Schar-Familie und was das bedeutet.
00:18:31: Aber was weißt du darüber, dass der Sohn...
00:18:33: Hast du mich mit mir gemacht?
00:18:35: Nein,
00:18:36: nicht mit dir.
00:18:37: Aber was weißt du aktuell darüber?
00:18:39: Die Forderung ist, dass der Sohn vom Schad zurückkommt und das Land wieder übernimmt.
00:18:42: Was ich weiß, ist, dass der Vater überwunden wurde und dann das Regime kam.
00:18:48: Ja, genau.
00:18:49: Der Vater wurde damals gestürzt.
00:18:51: Er wurde ja auch von außen installiert, quasi der Schad damals.
00:18:54: Und dass es den Menschen allen unter dem Schad besser ging, ist ja auch ... ist ja auch nur eine einseitige Wahrnehmung.
00:19:00: Also die Armen waren besonders arm, den Reichen ging es gut.
00:19:04: Vielleicht ist es auch dadurch, dass viele von denen, die hier im Ausland den Schaar gerne wieder hätten, weil das die Familien sind, die unter dem Schaar floriert haben und finanziell gut standen.
00:19:13: Ich kann dir leider keine ausführliche Antwort darüber geben, was es bedeuten würde, aber ehrlich gesagt jemand, der keine politische Führungserfahrung hat, Führungskalität irgendwie.
00:19:22: erlernt hat und nur weil er einen Grundprinz nachkomme ist, ein Monarchen nachkomme ist.
00:19:27: Es klingt jetzt auf jeden Fall nicht nach der besten Variante um ehrlich zu sein.
00:19:30: Also einfach jetzt rein subjektiv vom Gefühl her einen Grundprinzen
00:19:33: einsetzen.
00:19:35: Es obliegt auch nicht den Menschen mit iranischen Wurzeln außerhalb des Landes, das zu bestimmen.
00:19:43: Das würde mich interessieren.
00:19:44: Wie ist der Blick von Iranern auf Menschen, die im Exil leben, im Ausland leben?
00:19:48: Weil viele Iranerinnen haben das Land verlassen.
00:19:51: Gibt es eine Art Zwistigkeiten untereinander?
00:19:53: Oder ist das iranische Volk weltweit vereint?
00:19:56: Das ist ein Vielfölter Staat.
00:19:59: Alle sieben Weltreligionen sind im Iran auch ausgelebt.
00:20:03: Wie viele Sprachen werden da gesprochen?
00:20:05: Wie viele verschiedene Sprachen?
00:20:07: Wie viele Provinzen hat der Iran?
00:20:09: Dieses Land in sich geeint.
00:20:11: Wir sind ja auch als Deutsche nicht geeint.
00:20:13: Fangen wir an mit Ost und Westdeutschland.
00:20:15: Also, Tilo, das ist wirklich weit gegriffen, aber...
00:20:19: Es ist tatsächlich die Antwort auf meine Frage.
00:20:20: Also sozusagen, ich habe dich ja gefragt, kann dieses Land oder können diese Iraner und Iraner weltweit kündige ein sein?
00:20:26: Also, du
00:20:27: hast gesagt, ob es dann inzwischen in den Siegspiel gibt.
00:20:29: Ich meine natürlich die ganzen... Die ganzen, die in meinem Alter sind, die Kinder von den damals das Land verlassen haben, dann, ich sag extra nicht, geflohen und weil viele davon offendet sind, wenn man sagt, die sind geflohen, die sind gegangen, weil die auch noch vor der Revolution gegangen sind und weil die finanziellen Mittel hatten vielleicht.
00:20:46: Und die ganzen Kinder von denen, die jetzt so alt sind wie ich, natürlich sind die in einem komischen Zwiespalt aufgewachsen, zu wissen, dass ihre Eltern ihre Heimat hinter sich gelassen haben, oftmals hart gearbeitet haben und es beobacht haben.
00:20:56: Du weißt auch diese ganze Schuld, die man als Kind mit dem migrantischen Hintergrund mit sich trägt.
00:21:01: Na klar, davon wird man wahrscheinlich nicht so schnell frei sein.
00:21:04: Aber wie das wirklich den Menschen im Land geht, das sind wahrscheinlich alles.
00:21:07: dann wieder interpersonelle Fragen, die da aufkommen.
00:21:10: Also kein ganzes Volk kann ja so böse sein und es den Menschen nachsehen, wenn sie sich nach Sicherheit und Freiheit irgendwie sehen.
00:21:19: Die wollen wahrscheinlich bestenfalls auch in Freiheit leben, aber die sind noch nicht bereit, ihre Heimat zu verlassen oder haben vielleicht nicht die Möglichkeit oder familiäre Verstrickungen, warum sie nicht gehen können.
00:21:29: Fühlst du dich im Iran verbunden?
00:21:30: Also ich sage immer extra, ich bin nicht halb halb.
00:21:32: Ich möchte nicht halb Iranerin, halb Deutsche.
00:21:35: Was ist das?
00:21:35: Fünfzig Prozent ist, weil dann trage ich lieber zwei Wesen, zwei irgendwie Seelen in mir oder so, wie auch immer spirituell ich das jetzt erklären soll.
00:21:43: Aber ich betone immer gern, dass ich beides bin.
00:21:46: Ich habe auch zwei Staatsbürgerschaften, auch wenn man sich mit der iranischen Staatsbürgerschaft nicht unbedingt schmücken kann.
00:21:52: Aber hier bin ich immer noch ein bisschen Ausländerin.
00:21:55: Wenn ich in Iran gehe, bin ich auch da Ausländerin.
00:21:57: Ich bin trotzdem sehr dankbar und sehr froh darüber, dass ich beides so in mir trage.
00:22:01: Weißt du, wir feiern doppelt Feiertage, auch wenn die in jede Richtung nie so hundert Prozent ausgefeiert werden.
00:22:09: Weil hier fehlt halt was, wenn man iranische Feiertage feiert.
00:22:11: Und wir als halbiranische, also Familie, da fehlt dann was, wenn wir deutsche Feiertage feiern.
00:22:20: Liebe Hörerinnen, liebe Hörer, ich melde mich ganz kurz im Urlaub und möchte eine Werbung machen für Patreon.
00:22:24: Bitte schließt einen Account ab.
00:22:26: Bitte geht zu Patreon, neun, fünf oder drei Euro.
00:22:28: Ihr bekommt dafür wahnsinnig viel Content.
00:22:30: Und ich kann schon mal andeuten, es wird große Veränderungen geben dieses Jahr.
00:22:34: Es wird spannend werden für all diejenigen, die unabhängigen Journalismus finanziell unterstützen.
00:22:40: Und natürlich für andere auch.
00:22:41: Für alle anderen wird es auch spannend.
00:22:43: Ich sag's mal so, wie's ist.
00:22:45: Vielen Dank.
00:22:47: Kannst du dir vorstellen, in Iran zu gehen, dort zu sein, wenn das Land befreit ist, wenn das Land frei ist?
00:22:53: Diese Frage, allein mit dieser Frage, könnte ich am liebsten anfangen zu weinen, weil es wirklich, glaube ich, wenige Sachen, die man sich mehr wünscht, nicht nur für sich selber, aber für seine ganzen Familien und für seine Freunde und die ganzen Familien von seinen Freunden, als dass sie da wieder hinreisen können.
00:23:09: Dass sie ihre Heimat sehen können, dass unsere Väter und unsere Onkel ihr Zuhause noch mal sehen können, bevor sie sterben.
00:23:16: Die sind ja als junge Menschen gegangen und ja, das wäre schön.
00:23:20: Was löst diese Sehnsucht aus, außer Familie?
00:23:22: Was ist das?
00:23:24: Also, muss der Kampf jetzt nicht, diese Sehnsucht, die du beschreibst, die ich hier gerade in diesem Video-Chat auch sehen kann, ich frage mich, ob dieser Kampf, der von innen mit großem Mut geführt wird, eben auch von außen geführt werden muss.
00:23:35: Also, dass jetzt eigentlich alle Exil-Iraner geflohen oder nicht geflohen auf die Straße, gehen zusammen mit Deutschen und sagen, ey, Merz, du musst jetzt was machen.
00:23:42: Das ist deine Aufgabe.
00:23:44: Wartefühl.
00:23:45: Du musst jetzt nicht nach Washington fliegen, sondern du musst jetzt eigentlich nach Teheran, was nicht geht, aber du weißt, was ich meine.
00:23:50: Ja, ich glaube, das ist tatsächlich unsere Verpflichtung jetzt gerade, weil wir sind in einem Zeitalter angelangt, wofür sowas.
00:23:57: Und das ist auch unsere Verpflichtung schon bei Gaza gewesen.
00:23:59: Das ist immer unsere Verpflichtung, wenn in so einem Ausmaß ein wehrloses Volk von seinem Regime oder von anderen Regimen, wenn Menschen, unschuldige Menschen in so einer Zahl vor sehendem Auge... Niedergemacht werden.
00:24:13: Ich kann doch auch nicht in einem Raum sein, wo ich sehe, dass da vorne ein Wehrloser von zwei Stärkeren verprügelt wird.
00:24:21: Dann muss ich doch auch hingehen und was tun, oder?
00:24:23: Wieso hört es dann auf?
00:24:24: Sobald wir das nicht im eigenen Raum sehen können und diese hört es dann auf, wenn Menschen denken, ich spreche die Sprache nicht.
00:24:32: Warum hört es überhaupt auf, dass wir denken, wir müssen gegenseitig als Menschen füreinander da sein, frage ich mich jedes Mal wirklich.
00:24:38: Ich habe jedes Mal das Bedürfnis, wenn ich von so einer Katastrophe mitbekomme, mit auf die Straße zu gehen.
00:24:43: Aber irgendwie ist man auch dann beschränkt und dann kommt wieder das zu tragen, dass man sagt, man fühlt sich halt doch am Ende nur.
00:24:49: emotionalisiert genug, um wirklich in so eine machende Kraft zu kommen, wenn man selber irgendeine Connection hat.
00:24:55: Und dann kann man dafür sorgen, dass man irgendwie Empathie erweckt.
00:24:59: Vor zwei, drei Jahren, als ich so sehr mich in so einen aktivistischen Modus geschmissen habe, habe ich alle möglichen Unternehmen auch kontaktiert, meine ganzen Connections ausgenutzt und gesagt, ja, sprecht über Iran, ihr seid so ein großes Unternehmen.
00:25:09: Und die waren alle so... Ja, wir haben damit halt nichts zu tun.
00:25:13: Ja, weil ihr nicht irgendwie emotional damit verbunden seid, weil ihr keine persönliche Verbindung damit habt.
00:25:17: Aber diese große, was da alles passiert gerade, das ist ja eine Revolution.
00:25:24: Das ist ja ein großes feministisches Thema, das sollte uns alle interessieren, genau auch aus dem Grund, was du sagst, das ist, was sein könnte, was wir auch in den nächsten Jahren wieder in anderen Regimen beobachten, genau.
00:25:35: Wie gehen wir damit um?
00:25:36: Berufen wir uns darauf, dass wir noch eine politische Freiheit haben, dass wir Demokratie und die Freiheit haben zu protestieren?
00:25:44: Berufen wir uns darauf, dass wir Menschen mit Werten sind und empathisch sind?
00:25:48: Oder sind wir dann so stumpf?
00:25:50: Sind wir dann zu sehr in unserem eigenen Film eingefahren?
00:25:53: Wie lange geht es überhaupt, dass man so unbehelligt vor sich hin lebt, während alle Völker um uns herum irgendwie Leid erfahren?
00:26:02: Frage ich mich sowieso.
00:26:03: Das ist also die dramatischste Verstellung in meinem Beruf und was in der Konflikberichterstattung ist, ist, wie sehr wir als Journalisten auch darüber kämpfen, über Konflikte zu berichten, die jetzt nicht sofort Beispiel, bestes Beispiel ist immer der Sudan oder best gutes Beispiel auch mittlerweile ist Afghanistan oder Syrien.
00:26:20: Ich glaube, das ist einfach der brutalste Rassismus, den man echt daran sehen kann.
00:26:24: Solange die Leute nicht weiß sind, solange nicht mein eigenes Einkommen davon betroffen ist oder mein eigenes Weltbild davon betroffen ist, interessiert es mich eigentlich nicht.
00:26:31: Die Leute interessieren sich für Syrien oder interessiert weniger.
00:26:33: Die Leute haben sich für Syrien interessiert, weil sie wussten, da gehen Deutsche hin.
00:26:38: als der islamische Staat noch in der Kontrolle in Syrien war und im Irak.
00:26:42: Die Leute interessieren sich für Afghanistan, weil da Bundeswehrsoldaten waren und das ist ganz hart, so eine ganz unangenehme, harte Wirklichkeit, die ich auch als Berichterstattender extrem scheiße finde, um ehrlich zu sein.
00:26:53: Jetzt gerade oder generell?
00:26:55: Grundsätzlich.
00:26:56: Nein, aber jetzt gerade für die Kurden in Syrien interessiert sich gefühlt ja auch niemand und sowieso dieses... Der Titel des kurdischen Volks ist ja sowieso schon seit Jahren mit so einem, ah ja, da ist ja sowieso wieder was.
00:27:12: Keine
00:27:12: Ahnung.
00:27:12: Es gibt ja sowieso nicht so richtig, ja, das ist halt so, die werden halt umgebracht.
00:27:17: So ungefähr wird es ja gerne mal überspitzt, sage ich das jetzt natürlich, aber gerne mal in so einem Volksmund irgendwie weitergetragen und das ist ... Ja, schrecklich.
00:27:28: Ich glaube, besonders bei den Koden, das macht mich da auch immer sehr traurig oder berührt mich tatsächlich auch sehr, weil ich sehr oft in Kodistan auch war und von dort aus berichtet habe.
00:27:36: Und ich habe so das Gefühl, der Einsatz für die Koden ist für die meisten Menschen auf der Fusion an diesem Kodenzelt vorbeizugehen, dass wir hier für Kodistan sind.
00:27:44: So, das ist das Brutale, dass man auf einer Party, auf einer linken Party sagt, na ja, ich bin auch für die Freiheit von Kodistan.
00:27:51: Also ich habe wirklich selten treffig Menschen, die sich ernsthaft journalistisch Und auch aktivistisch, also getrennt voneinander natürlich, einsetzen für die Sache Kurdistanz.
00:28:02: Das ist total falsch, das fasziniert mich wirklich.
00:28:04: Aber wir wollen nicht über Kurdistan reden, wir reden über den Iran.
00:28:08: Das Ding ist ja, mir schreiben mittlerweile auch, manchmal habe ich auf Social Media gepostet, frag mal bei euren iranischen, bei euren kurdischen Freunden nach, wie es hingeht.
00:28:17: Jetzt schreiben mir manchmal Leute, hey du, wie geht's dir, es tut mir leid, dass ich nicht mehr poste oder sowas.
00:28:22: Und irgendwie ... Ich bin so langsam darüber weg, von irgendjemandem noch zu erwarten, dass sie für einen mit da sind.
00:28:31: Also, mir hat auch oft die Muße gefehlt, dann wieder zu posten, zu irgendwelchen Konflikten in dieser Welt und zu sagen, hey, wir müssen dafür wieder zusammen dastehen und so.
00:28:42: Jetzt gerade habe ich wieder die Energie.
00:28:43: Mal sehen, wie lang die noch reicht.
00:28:45: Es ist ja immer so ein bisschen, wie weit kommt man mit seiner eigenen Energie über seinen eigenen Tag hinweg und ... hat man dann noch darüber hinaus.
00:28:53: Ich habe aufgehört, daraus wirklich Menschen, die in unserem System einen Job nachgehen, einen Vorruf zu machen, weil wie viel Zeit und Energie bleibt da noch über?
00:29:05: Glaubst du, dass der Grund warum ist?
00:29:06: Genau weil das was du gerade sagst, wie viel Zeit bleibt da noch über?
00:29:09: Kann es sein, dass wir unsere Generation, also wir beide sind zwei unterschiedliche Generationen, aber deine Generation und meine Generation, dass wir gerade seit vierzig, fünfzig Jahren zum ersten Mal eigentlich wieder selbst genug zu tun haben, selbst genug Probleme haben und deswegen gar keine Kraft haben, uns für andere Konflikte zu einzusetzen.
00:29:28: Also weil ich sehe ja in Europa die Demokratie in sich zusammenfallen.
00:29:32: Ich sehe irgendwie meine eigene Freiheit bedroht, deine Freiheit bedroht, dass wir sagen, ich habe jetzt eigentlich gar keine Kraft, mich für den Iran einzusetzen.
00:29:40: Dieses Jahr ist Wahl in Sachsen-Anhalt und MV.
00:29:42: Mal sehen, was da passiert.
00:29:44: Ja, ja ein.
00:29:45: Ich glaube, dass, wenn man anfängt, sich wieder für Menschen, für andere Menschen einzusetzen, ich glaube, dann wird es leichter, das vermehrt zu machen.
00:29:54: Du weißt, es ist ein Sportreiben
00:29:55: eigentlich.
00:29:56: Ja, ja, ja, total.
00:29:57: Es sagen ja viele Empathie, wie so ein Muskel oder auch irgendwie... nett sein zu Menschen.
00:30:03: Man kann das einfach üben.
00:30:04: Das sind so Kleinigkeiten, diese Handlungen, die du einfach übst.
00:30:07: Und danach fällt sie nicht mehr so schwer.
00:30:08: Das erste Mal, wenn du auf ein Demo gehst, bist du total unsicher und weiß gar nicht, was dich erwartet.
00:30:12: Und danach wird es so ein bisschen normaler.
00:30:13: Und klar, das ist vielleicht dann auch nicht immer ganz so emotionalisierend oder vielleicht auch schon.
00:30:17: Aber es ist irgendwie was, was du schon kennst.
00:30:19: Und ich glaube, so ist es auch in dem Fall.
00:30:21: Ich merke es auch bei mir immer wieder, wenn ich mich eine lange zurückgehalten habe, damit darüber zu posten, dann ist immer so, fange ich jetzt damit an.
00:30:30: Aber wenn man das dann macht, dann ist es irgendwie auch nicht so schwer.
00:30:33: Andererseits ist es halt auch so, dass viele sich das gar nicht anschauen.
00:30:37: Die ganze Zeit.
00:30:37: Deswegen ist es wahrscheinlich auch gar nicht so klug, durchgehend nur über Missstände in dieser Welt zu posten, weil sich das keiner mehr anschaut, weil man auch das nicht die ganze Zeit ertragen kann, sich das anzugucken auf Dauer.
00:30:48: Also ich glaube, dass es natürlich so ein Zusammenspiel ist von, wir haben selber keine Kraft, wir sind erschöpft davon, dass wir so viel und zu viel von schlechten Nachrichten sehen, über lange Dauer und wenig positive Veränderungen.
00:31:00: und dadurch vielleicht auch in so eine Lähmung kommen, dass wir gar nicht dazu kommen, irgendwie eine Selbstwirksamkeit zu erfahren.
00:31:07: Also ich habe durch diese Sachen, die ich dann gemacht habe oder auch immer wieder durch so was posten, total Selbstwirksamkeit erfahren, ehrlich gesagt.
00:31:15: weil viele Menschen gesagt haben, hey, danke, dass du das sagst, weil viele Menschen das geteilt haben und gesagt haben, hey, durch dich hab ich was daraus gelernt, das hat mir voll weitergeholfen.
00:31:23: Dann war ich so, ey, das ergibt doch einen Sinn.
00:31:25: Guck mal, am Ende ist es ein Teil von der Veränderung, wenn durch mich fünf mehr Menschen darüber Bescheid wissen und vielleicht drei mehr auf der nächsten Demo stehen, dann sind es, wenn es mehrere machen, dann sind es nicht nur drei mehr, sondern hundert oder tausend oder wieviel mehr.
00:31:38: Und wenn da so viel mehr stehen, dann sind die auch nicht so leicht zu ignorieren.
00:31:41: Weißt du ja selber, wieso was ist.
00:31:43: Was glaubst du, was die Perspektive jetzt ist?
00:31:44: Also, wie werden die nächsten Tage aussehen?
00:31:46: Wird diese Revolution zum ersten Mal erfolgreich sein?
00:31:48: Lass uns kurz spekulieren.
00:31:49: Ja, deswegen, ich hab heute Morgen auch überlegt, sollen wir jetzt überhaupt sprechen oder sollen wir noch abwarten?
00:31:55: Weil dieses ganze Forscherderung, das Trump gesagt hat, wir werden eingreifen, dass du jetzt auch sagst, dass ihre amerikanischen Bürgerinnen gebeten wurden, Iran zu verlassen.
00:32:04: Ich bin gespannt, was passiert.
00:32:07: Also, wenn nichts von außen passiert, wenn ... nicht irgendwie jemand eingreift, dann vielleicht schafft das Regime, dass diese Proteste wieder zu ertrücken und so viele Menschen umzubringen, dass die Angst groß ist und das Ganze wieder weiter aufzuschieben.
00:32:24: Aber der Punkt, dass das Regime fallen wird, der wird kommen.
00:32:29: Die Mullers werden älter, die jungen Menschen werden immer mehr.
00:32:33: Irgendwann sind auch die letzten alten Konservativen tot oder zu schwach oder was auch immer.
00:32:39: Irgendwann wird es passieren so.
00:32:41: Wenn es jetzt nicht passiert, dann geht es wieder in diese Angst und Dunkelheit und wahrscheinlich in noch grausamere Zustände zurück, dass sie die Menschen mit mehr Verschreckung und mehr Angst und mehr dramatischen Maßnahmen der Unterdrückung im Schacht halten.
00:32:54: Ich wünsche mir nicht, dass eine militärische Intervention passiert, weil es am Ende nur auf dem Leid der Bevölkerung wieder zu tragen kommt.
00:33:03: Diese Machtvakuen, die passieren, wenn jetzt so ein Regime gefällt oder stürzt, sind ja irgendwie auch total gefährliche Situationen immer.
00:33:09: Und dann dazu denke ich daran, was wir aus den letzten Tagen für Grafiken gesehen haben mit den Ölvorkommnissen in Venezuela, in Iran, was auch relativ weit oben gerankt war in diesen Grafiken.
00:33:21: So, das sind schon Sachen, die einem dann auch Angst machen werden, wo man nachdenkt, dass von außen in Eingreifen passieren könnte.
00:33:26: Zu welchem Zweck wird das passieren?
00:33:29: Was wird die Konsequenz für das Volkletzen-Endes wirklich sein?
00:33:33: Aber so gesehen, viel schlechter kann es für die Menschen nicht mehr werden.
00:33:38: Das ist sowieso die Frage, die ich mir stelle, ist, woher kommt dieser Mut, weil du weißt ja eigentlich, wenn du auf die Straße gehst jetzt, wenn du dich gegen dieses Mueller-Regime äußerst, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass du sterben kannst,
00:33:51: hoch.
00:33:52: Ist die Wahrscheinlichkeit, dass du im Gefängnissystem verschwindest, im Foltersystem untertaust oder einfach wirklich dort getötet wirst.
00:33:59: ist da.
00:34:00: Also dass die Menschen den Mut haben, das zu machen, glaubst du, dass sie das machen, weil es einfach geht nicht an.
00:34:04: Es gibt hier nichts anderes mehr.
00:34:05: Es ist die einzige Option zu sterben oder Freiheit?
00:34:08: Ich hab da ein paar Videos gesehen, wo Leute gesagt haben, ich gehe jetzt demonstrieren und so und ich gehe heute raus für die Freiheit, für Frau-Leben.
00:34:17: Freiheit, solche Videos wurden teilweise hochgeladen, bevor der Blackout wirklich full an dem Gang war.
00:34:23: Und von denen sind auch einige gestorben.
00:34:24: und es ist halt krass, weil genau das, was du sagst.
00:34:28: die leben jetzt halt, aber die können ja nicht zu einem kompletten Extent leben, die können nicht ihre Träume leben, die können sich nicht in der Öffentlichkeit so wie sie wollen irgendwie lieben, die können nicht lieben, wen sie wollen, die können nicht die Musik konsumieren, die sie wollen, also die können ja nur, das ist ja wie als würde ich nur als mein Schatten existieren dürfen, weil alles andere dazu führt, dass ich, dass ich geschraft werde brutal.
00:34:52: Also ich kann es wahrscheinlich, ich kann es mir nicht vorstellen, ich kann es nicht nachvollziehen.
00:34:58: Was wirklich diese Gefühle sind, die dich zu diesem Schluss treiben, dass du sagst, hey, und wenn ich sterbe, dann soll das so sein.
00:35:05: Das kann ich wirklich mir gar nicht vorstellen, zum Glück nicht.
00:35:08: Aber es ist ein bisschen plausibel, die Menschen haben nie wirklich die Freiheit sehen können.
00:35:11: Die sind damit aufgewachsen, dass sie nicht... die Musik hören konnten, die sie wollten, dass sie nicht tanzen gehen konnten, dass die Frauen nicht frei gekleidet sind, dass sie nicht die Hand von ihrem Freund halten können, ohne dafür von einem Auto was vorbeifährt.
00:35:24: Das ist ja seit Jahren so eine Praktik, dass irgendwie Revolutionskern mit Autos durch Straßen fahren und die Sittenpolizei dann guckt, was passiert und mal Leute ins Auto zieht und die mit Peitschen heben, straft und solche Dinge.
00:35:37: Was können wir jetzt ganz konkret tun?
00:35:38: Also jetzt unsere Follower, deine Follower, meine Follower auf Instagram, die hören und hören dieses Podcast.
00:35:42: Was können die jetzt machen?
00:35:44: Ja, den sage ich immer wieder.
00:35:45: Es gibt verschiedene Links, womit wir unterstützen können, dass zumindest der Zugang irgendwie zum Internet, auch wenn ich noch nicht hundert Prozent durchgeblickt habe, genau das funktioniert.
00:35:54: Also über diesen sogenannten Snowflake Link kann man, ich habe es nachgelesen, das stand da, es ist eine Brücke.
00:36:02: die man damit quasi aufmacht, dass jemand, wenn man selber Snowflake benutzt, quasi Internetzugang hat.
00:36:08: Wir können also damit quasi Internetzugang bereitstellen für die Menschen.
00:36:13: Und dann steht er immer, heute haben fünf Menschen über diesen Snowflake von dir Internetzugang gehabt.
00:36:18: Und irgendwie gibt mir das das Gefühl, okay, wir haben schon zumindest ein kleines bisschen beigetragen.
00:36:23: Das können wir machen.
00:36:24: Und es kostet uns nur zwei Klicks.
00:36:26: Du kannst es
00:36:27: auch von deinem Telefon ausmachen, ne?
00:36:29: Du kannst es irgendwie von jedem Gerät ausmachen.
00:36:30: Ja, du kannst es von deinem Telefon ausmachen.
00:36:31: Genau, genau.
00:36:32: Es ist sehr niedrigschwellig.
00:36:33: Es ist wirklich sehr einfach.
00:36:34: Wir können weiter darüber posten.
00:36:36: Wir können darüber sprechen.
00:36:38: Und man vergisst immer, wie viel Impact diese Posten und darüber sprechen hat.
00:36:41: Wie viel Impact so ein dummer WhatsApp-Status hat.
00:36:43: Was viele Leute aus der Vergangenheit mir wieder geschrieben haben, weil ich was in meinen WhatsApp-Stats gepostet habe und mich gefragt habe, hey, kannst du mir den Link zu diesem Soulflake noch mal schicken?
00:36:51: Oder mich gefragt haben, hey, was ist da gerade los?
00:36:53: Und dann war ich so, okay.
00:36:54: Wir können was tun.
00:36:55: Ja, wir können das in unsere Status posten und wir können unsere Bundesregierung auch fordern, wirklich Konsequenzen daraus zu ziehen, die heranischen Botschaften auszuweisen, auf die Straße gehen und wir können uns organisieren.
00:37:07: Wir können auf die Straße gehen und demonstrieren.
00:37:09: Heute findet um siebzehn Uhr am Hermannplatz in Demonstrationstadt.
00:37:11: Das wird ja wahrscheinlich, ich weiß nicht, ob es heute noch ausgeschreitet wird, aber... Wir können auf diese Demos gehen.
00:37:16: Es findet noch eine weitere große Demo, die Tagestatt.
00:37:19: Darüber können wir uns informieren.
00:37:21: Und wenn wir es sehen, ist es nicht wegignorieren.
00:37:23: Und wenn wir es sehen, uns nicht denken, ah, das passiert irgendwo ganz fern weg.
00:37:27: Sondern wir können uns denken, ey, das sind Menschen, die einfach nur so leben wollen wie ich selber.
00:37:32: Und vor allem nicht vergessen, dass wir dazu auch ein bisschen Empathie haben sollten, auch wenn die Menschen nicht unsere Sprache sprechen.
00:37:39: Ich glaube, das ist die große Lektion.
00:37:41: Ich weiß nicht, wie viele Katastrophen wir noch brauchen.
00:37:43: Moment, da muss ich leider ganz pessimistisch sein.
00:37:46: Als ich vor Kurzem kam unser Film aus Syrien und ich war in diesen Gefängnissen drei Tage nach der Befreiung dieser Gefängnisse und hab diese wirklich die Menschen dort getroffen, wirklich doch aus der Zelle raus, wirklich grausamst, was ich dort erlebt habe.
00:37:57: Und da hab ich dann auch davor festgestellt, ich meine, wie oft wollen wir noch diese Türen zu diesen Gefängnissen öffnen?
00:38:02: Weil es wird im Iran auch wieder so sein.
00:38:03: Irgendwann werden diese Türen zu diesen Gefängnissen geöffnet werden.
00:38:06: Irgendwann werden da auch Mahn, Mayaila werden Gedenkstätten gebaut werden für die Opfer in diesen Gefängnissen.
00:38:11: Aber es setzt sich ja... Ich meine, jetzt haben wir diese Gefängnisse in Florida von Trump gebaut.
00:38:16: Ja.
00:38:17: Und das ist so, es hört einfach nicht auf.
00:38:20: Sorry, dass ich da jetzt mit so einem gewissen Pessimismus am Ende unseres Gesprächs bin.
00:38:23: Ja, aber ich verstehe es leider und irgendwie dieses Spektakel, dieser Botalität, die Regime wegen Macht und Geld immer weiter und weiter tragen und sich damit aufbauen.
00:38:37: immer noch weiter halten können.
00:38:39: Das ist wirklich ein Phänomen.
00:38:42: Ich bin gespannt, ob wenn diese feministische Revolution, nicht nur feministisch, aber wenn diese Revolution im Iran geschieht, ob wir auch irgendwann wirklich eine Veränderung darin sehen können.
00:38:52: Ich hoffe ja, dass man aus diesem Regime da wirklich, das ist meine große Hoffnung, dass diese ganzen Autokraten, die jetzt gerade wie giftige Pilze aus dem Boden sprießen, sehen, wirklich so ist das Ende.
00:39:03: Das Ende einer Autokratie, das Ende einer Diktatur geht nie gut aus für die Autokraten und die Diktatoren.
00:39:09: Ich wünsche
00:39:10: niemals jemandem was Schlechtes, aber solchen Unterdrückern, die es auf diese Welt gibt.
00:39:20: Ja.
00:39:21: Also es ist eine Lektion im Kampf um Freiheit, aber es sollte auch eine Lektion sein für die, die unterdrücken.
00:39:27: Ich habe wahrscheinlich so viele Dinge, die mir jetzt gleich einfallen, die ich noch hätte sagen wollen.
00:39:31: Aber ich glaube, das Wichtigste ist wirklich, wirklich, dass wir Nicht vergessen, dass wir selber was tun können, dass wir jetzt in diesem Fall auch so sehr was bewirken können, weil die Mittel für die Menschen selber vor Ort eingeschränkt sind.
00:39:49: Und wir haben genau diese Mittel, die sich wünschen.
00:39:51: Genau das haben wir und es müssen nutzen.
00:39:54: Wir haben diese Freiheit und damit haben wir einer der wichtigsten Werkzeuge, die wir noch haben.
00:39:59: Ja, noch schießt uns niemand.
00:40:02: weil wir draußen auf der Straße stehen und demonstrieren.
00:40:04: Es sei denn, du bist in den USA und möchtest irgendwie mit deinem Auto schnell wegfahren.
00:40:08: Aber ich bin nicht in den USA.
00:40:09: Ich
00:40:10: würde es immer als Beispiel nennen, dass wie schnell so was gehen kann.
00:40:13: Also wir müssen das auch ganz klar benennen, dass das geht ganz schnell, dass das System kippt.
00:40:19: Ich glaube, da muss man auch jedes Gespräch benutzen, was wir bald nicht jedes, aber dieses Gespräch kann man auch gut dafür nutzen.
00:40:24: Vielen Dank, dass du dir, oder du hast gerade eingeatmet.
00:40:27: Es
00:40:27: ist
00:40:28: noch so früher morgen hier, deswegen ist man wahrscheinlich auch noch mal extra dramatisch, aber es tut mir immer leid, wenn ich dann so viel nur so traurige Dinge erzähle oder selber so gedrückte Stimmung mitbringe in so ein Gespräch.
00:40:41: Aber es ist einfach irgendwie gerade auch schwierig da so froh und mutig drüber hinweg zu gehen und nichts davon an sich ran zu lassen.
00:40:49: Vielleicht ist die frohe Nachricht, die als es losging im Iran und ich glaube, wir hatten kurz geschrieben dazu und dann hatten wir so angebahnt, wollen wir darüber reden für den Podcast.
00:40:57: Und dann hab ich dir, glaube ich, geschrieben, erstell dir vor, irgendwann fahren wir alle zusammen in den Iran.
00:41:02: Sozusagen du deine Familie, irgendwie ich als Journalist, das wär doch das Toll.
00:41:04: Und da hast du doch gesagt, das wär das Tollste.
00:41:05: Ich meine, vielleicht ist das der opemistische Ausblick.
00:41:08: Ja.
00:41:09: In dem Sinne würde ich sagen, machen wir eine Sonderreihe, dann von diesem Podcast, wir fahren alle in den Iran und reisen einmal von links nach rechts.
00:41:17: Das nimmt sich mir
00:41:18: ja.
00:41:19: Vielen Dank fürs Gespräch.
00:41:20: Ja, danke.
00:41:28: Wenn euch alles muss rausgefällt, unterstützt uns gerne auch auf Patreon.
00:41:57: Dort versorgen wir euch mit exklusiven Podcast-Folgen unseren Themenkonferenzen Specials zu unseren Drehs und anderen tollen
00:42:03: Extras.
00:42:05: Alle Links findet ihr unten in den Shownotes.
00:42:09: Neue Folgen erscheinen Donnerstags auf allen gängigen Podcast-Plattformen.
00:42:22: Audioproduktion und Musik Leo Ebert gelangen.
00:42:26: Moderiert wird alles muss raus
00:42:27: von mir,
00:42:28: Tilo Mischke.
00:42:30: Wenn du bei uns werben möchtest, findest du mehr Infos unten in den Show-Notes.
00:42:34: Vielen Dank fürs Zuhören.
00:42:35: Bis bald.
00:42:37: Disclaimer.
00:42:38: Dieser Podcast ist ein zeitaktuelles Dokument.
00:42:41: Informationen und Perspektiven können sich mit der Zeit verändern.
00:42:44: Bitte beachte, dass sich neue Erkenntnisse oder Entwicklung auf die hier besprochenen Themen auswirken können.