Pqpp2 Audio
00:00:00: Okay, es gibt heute eine neue Buchklubfolge und anwesend sind Tilo, Coco und Katy.
00:00:08: die das Buch sogar ganz gelesen hat.
00:00:10: Ich
00:00:10: auch.
00:00:11: Ich auch.
00:00:12: Alle haben das Buch ganz gelesen.
00:00:13: Aber Kathi ist ja bekannt dafür, dass die Bücher auch gerne mal abricht.
00:00:16: Ja, das stimmt.
00:00:17: Und aus dem Grund ist, glaube ich, extra besonders, dass du heute dabei bist.
00:00:20: Ich
00:00:20: freue mich auch hier zu sein.
00:00:21: Ich bin auch ein bisschen stolz.
00:00:22: Ich wollte das nicht so stehen lassen wie in der Wandfolge, als wir die Wand besprochen haben, die ich ja nicht zu Ende gelesen
00:00:28: habe.
00:00:29: Immer noch nicht.
00:00:30: Und
00:00:31: so ganz
00:00:33: nett, am Anfang
00:00:33: so
00:00:34: voll cool, dass sie nicht da auch so da zu stehen.
00:00:36: Über noch nicht, hast du die Wand zu Ende gelesen, beschrieben?
00:00:38: Na
00:00:38: ja, wir haben sie ja dann wirklich ganz schön ausgiebig besprochen, von dem her.
00:00:42: Dachte ich, ich weiß ja dann schon, was passiert.
00:00:44: Genau, aber Lazar... Guck, du wirst es
00:00:46: nicht.
00:00:47: Ah, okay, ich gehe da mal... Nee, genau.
00:00:50: Aber ich bin sehr stolz, dass ich es zu Ende gelesen habe und deswegen freue ich mich auch, dass ich heute auch mit dabei sein darf.
00:00:56: Du hast gerade das Wort ja, die Titel gesagt.
00:00:57: Wollen wir kurz einmal anfangen mit... Welches Buch haben wir gelesen?
00:01:01: Worum geht es in dem Buch?
00:01:03: Genau, wir wollen ja heute eine Folge produzieren, die ein bisschen strukturierter ist.
00:01:07: Und deshalb wollen wir auch damit anfangen, um was geht es in dem Buch und wer ist eigentlich der Autor.
00:01:12: Willst du sagen, was es in dem Buch geht?
00:01:14: Ja, viel Glück.
00:01:16: Letztlich gerne machen, ich versuche es kurz zu halten.
00:01:18: Genau, LASA, glaube ich, spricht man es aus.
00:01:22: Es geht um die Familie von LASA und es geht um eine, also die Familie von LASA ist eine Adelsfamilie, die wir durch die Wirren der Zeitgeschichte begleiten, also quasi durch die Umbrüche ins Zweiten Weltkrieg, durch Revolutionen, Enteignung und dann letztendlich auch zur Flucht.
00:01:47: Und wir begleiten die Familie dabei, wie sie das erlebt, ganz.
00:01:54: Knappgesagt.
00:01:55: Es ist, glaube ich, ein klassischer Familienroman, so bezeichnest du eine...
00:01:59: Familien-Saga.
00:02:00: Familien-Saga, davon gibt es viele.
00:02:01: Ich glaube, die berühmteste ist vom Winde Verweht.
00:02:04: Die Brunnenbruchs.
00:02:05: Die Brunnenbruchs in Deutschland, ja.
00:02:06: Hätt ich getippt, ja.
00:02:07: Ja, also es gibt das ist ein Genre, was auf jeden Fall ein klassisches Genre ist.
00:02:11: Und was mich aber überrascht hat, dass wir gleich am Anfang, es ist dann dafür eigentlich ganz schön dünn.
00:02:14: Dafür ist es kein dickes Buch.
00:02:16: Ich muss jetzt aufhören.
00:02:19: Wir kommen ja gleich dazu, was jeder über dieses Buch denkt.
00:02:22: Es ist ein nicht so dickes, aber sehr dichtes Buch.
00:02:25: Das
00:02:25: ist sehr gut.
00:02:26: Aber
00:02:26: herrlich sind ja so, eigentlich begleitet man ja manchmal Menschen über mehrere Jahre und dann sind die Bücher extrem dick schon.
00:02:33: Und dafür, dass man ja nicht nur eine Person, sondern eigentlich eine Familie über Generationen begleitet, ist es wirklich ein sehr dünnes Buch.
00:02:40: Aber ich fand auch, es war okay.
00:02:41: Ja, dann
00:02:43: fahre ich doch mal direkt in die Runde rein.
00:02:45: Es ist ja ein megagehyptes Buch.
00:02:46: Ja.
00:02:47: Und ich würde fast behaupten, mein subjektives Gefühl seid, dass nicht alle von diesem Buch hier in dieser Runde überzeugt sind.
00:02:53: Da liegt es möglicherweise daran, dass es so krass gehypt ist auch.
00:02:56: Glaub ich nicht.
00:02:57: Glaub
00:02:57: ich auch nicht, weil jetzt andere Bücher, die gehypt sind, wo ich mich lange gewährt habe und dann gelesen habe und dann war ich auch hypt.
00:03:04: Die gibt es ja auch.
00:03:05: Und bei LASA, ich tue mir richtig, weil ich wirklich denke, seit Tagen da drüben, ich habe dreimal dieses Buch angefangen zu lesen.
00:03:12: No Jogges mache ich nie.
00:03:15: Und jetzt vorgestern, als ich gestern in Brandenburg festgeeist war, habe ich es noch mal von vorne gelesen.
00:03:22: Also, ich glaube, ich bin zu dumm.
00:03:24: Ich sag so viel.
00:03:25: Zu dumm?
00:03:26: Ich glaube,
00:03:26: es liegt nicht am Buch.
00:03:27: Ich glaube, ich bin zu dumm.
00:03:28: Ich habe alleine auf den ersten... Guck mal, wie viele Notizen ich da drin habe.
00:03:31: Das habe ich nie.
00:03:33: Wer ist hier wer?
00:03:35: Wer ist Imre?
00:03:36: Wo kommt denn Imre jetzt auf Seite zwölf her?
00:03:39: Da habe ich sogar meinen Freund Jibran angerufen.
00:03:40: Wer ist... Fuck ist Imre?
00:03:42: Wer habe ich null verstanden?
00:03:45: Also, ich glaube, ich bin... Nicht die Zielgruppe für dieses Buch gewesen.
00:03:48: Interessant,
00:03:48: dass du das sagst mit den Namen, weil ich hatte auch Probleme.
00:03:50: Ich habe mir für heute dann nochmal extra so mit Chat-Schiviti zusammen so eine Aufstellung der Figuren, weil ich immer nicht so richtig frustrierte.
00:03:55: Wer
00:03:56: war denn wirklich... Ich habe mir tatsächlich auch so eine Auflistung gemacht, also die Namen und auch... die Zeitpunkte, durch die wir sie begleiten, weil es manchmal sehr schnell voranschreitet das Buch aus.
00:04:07: Ja,
00:04:07: ich habe mir auch irgendwann während des Buchs gewünscht, so auf der letzten Seite, dass es wie so mal so ein Stammbaum der ganzen Familie gibt, wer eigentlich wann da war.
00:04:14: Und weil ich mir auch versucht habe, so ein paar Kategorien zu überlegen, dachte ich so, wie spannend wäre es eigentlich über seinen Lieblingscharakter zu sprechen.
00:04:19: Und dann habe ich selbst darüber nachgedacht, wer mein Lieblingscharakter ist.
00:04:23: Und darüber können wir auch gleich sprechen, weil ich habe eher Lieblingscharaktere, aber ich... hatte keinen.
00:04:28: Also ich glaube, weil einfach alle Charaktere für mich irgendwie auch sehr... Also man konnte zu keinem eine Bindung aufbauen und es waren so viele und das passiert mir auch selten, aber ich war ab einem gewissen Punkt auch verwirrt, wer wer ist.
00:04:40: Habt ihr, glaube ich, auch verwechselt in Teilen?
00:04:42: Ich glaube, man kam auch schwerer rein, weil der Anfang so sprunghaft war.
00:04:47: Ab irgendeinem Punkt war ich aber drin und dann habe ich das, weil ich habe sehr viele Rezensionen auch dazu gelesen, dann habe ich auch verstanden, dass viele schreiben, das hat so eine Sogwirkung, weil irgendwo fängt doch... der Sohn anzusprechen, dessen Namen ich jetzt auch schon wieder verdrängt hab.
00:05:00: Der Vater säuft sich tot, stürzt die Treppe runter.
00:05:03: Das ist Baron Sandor.
00:05:04: Und der ist Laos, sein Sohn?
00:05:07: Laos
00:05:07: ist sein Sohn.
00:05:08: Aber das ist sozusagen nicht der Erzähler, sondern wir sind, glaube ich, das ist das Verwirrende, nämlich, weil Laos ist, glaube ich, die zentrale Figur, um die sich viel dreht.
00:05:18: Aber irgendjemand anderes, ich hab immer das Gefühl, es erzählt mir noch jemand anderes, die Geschichte.
00:05:22: Ist es nicht am Ende Piste?
00:05:23: Genau.
00:05:24: Und ich glaube, da bin ich erst eingestiegen.
00:05:27: Da war ich dann in der Geschichte als Pistar anfängt.
00:05:29: Ist Pistar nicht ein Spitzname für seinen eigentlichen Namen?
00:05:32: Genau, also ja, es ist ein Spitzname.
00:05:36: Der wird aber auch, glaube ich, nur einmal erwähnt und dann ist es nur Pistar.
00:05:39: Genau, Pistar und Eva sind die Geschwister.
00:05:42: Laos ist der Vater von Pistar und Eva.
00:05:44: Pistar erzählt uns die Geschichte.
00:05:45: Und Baron Sandor, der die Treppe runterstürzt, sehr theatralisch und dann da in seinem Suff vergeht, ist der... Opa.
00:05:53: Und jetzt sind wir mal ganz kurz auf die Leistungskurs, Grundkurs Deutsch, der elfte Klasse, zwölfte.
00:05:59: Aber die stehen ja für was.
00:06:00: Das sind ja dann so Metaphern, dass jeder einzelne Figur für was steht und das endet an der Stelle der Satz.
00:06:11: Also ich hatte viel darüber nachgedacht, weil ich hab auch schon mal so eine Familien-Saga angefangen, das achte Leben.
00:06:17: Und das haben ja super viele Leute geliebt.
00:06:20: Sag bitte den Namen, das ist doch diese georgische Riesenname.
00:06:23: Nino Hatish-Willi oder so.
00:06:24: Harashi-Willi.
00:06:26: Genau.
00:06:27: Ich hab jede Folge empfohlen.
00:06:28: Kritika, das achte Leben.
00:06:30: Genau.
00:06:30: Mochtest du auch nicht?
00:06:34: Also ich muss dir auch ein bisschen die ... Genau, ich muss dir auch die Leute repräsentieren, die mal hier, mal da lesen.
00:06:40: Ich bin irgendwie nicht reingekommen in die Familien-Saga und deswegen dachte ich am Anfang, vielleicht bin ich einfach nicht so ein Familien-Saga-Teil, vielleicht bin ich dumm.
00:06:48: Oh, actually, ich bin dumm.
00:06:51: Nee, genau.
00:06:52: Aber dann ist mir aufgefallen, ich glaube, mir ist auch aufgefallen, dass die Charaktere oft sehr zweidimensional bleiben irgendwie.
00:06:58: Und das ist auch, weil natürlich das so superdicht ist und man super schnell über die Jahre so ein bisschen springt, aber auch, weil es so Märchenhaft erzählt ist.
00:07:07: Jedenfalls am Anfang ganz viel, da reden wir bestimmt auch später noch mal drüber.
00:07:11: Aber in Märchen sind die Charaktere ja auch oft eher zweidimensional.
00:07:14: Und das ist quasi am Ende, also das Märchen wird erzählt, weil am Ende gibt es eine Moral, aber es ist nicht dafür da, dass man sich identifiziert mit dem Prinzen oder der Prinzessin.
00:07:25: Und ich hatte mich gefragt, ob es auch vielleicht bewusst so ein bisschen so gemacht war.
00:07:30: Also, dass ich nicht vielleicht doof bin, sondern dass das so eine Technik war, weil es einfach ... an Märchen angelehnt ist.
00:07:38: Ich finde du sagst was ganz wichtig ist, du definierst dich selbst als eine Person die mal hier mal da liest.
00:07:45: Das ist kein Buch für jemanden der mal hier mal da liest.
00:07:50: Da würde ich voll widersprechen, das ist genau das.
00:07:52: Also ich empfinde das als mal hier mal da Buch.
00:07:54: Also wenn man Du kannst ja, die Kapitel sind kurz, du kannst da einfach reinlesen, du kannst da mit rein, du kannst auch mal vergessen, welche Figur da eigentlich was gerade erzählt.
00:08:03: Weil ich glaube nämlich, die Hauptaufgabe dieses Buchs ist, ist pro Kapitel eine Stimmung und ein Gefühl zu erzeugen.
00:08:09: Also das ist, ich sage es mal ganz kurz, ich fahre am Anfang richtig begeistert von diesem Buch.
00:08:13: Ich habe das gelesen und meinte so, was für eine interessante Sprache, der Typ ist Dreiundzwanzig, der war noch jünger, als er das geschrieben hat.
00:08:19: Dann habe ich das Buch gelesen.
00:08:21: relativ zügig auch durchgelesen, wo bei mir ersetzte diese Sogwirkung ein und fühlte sich auf Begeistert von dieser Sogwirkung, war einer der ersten Bücher seit über einem Jahr, dass ich wieder so konzentriert gelesen habe, wo ich nicht so abgedriftet bin.
00:08:33: So, und dann war das Buch fertig.
00:08:35: und dann war das... und dann habe ich mich gefragt so, einfach ich erinnere mich ja an gar nichts.
00:08:39: Es gibt einen einzigen Satz, an dem ich mich in dem ganzen Buch erinnere, der hängen geblieben ist, den ich auch Leuten sage, das ist ein stilistisch unterterrarisch eine ganz tolle Szene, die kann ich gerne gleich erzählen.
00:08:51: Aber sonst ist nichts hingeblieben, weil am Ende, und jetzt kommt meine wirkliche Meinung zu dem Buch, es ist sehr dür und auf Effekt geschrieben.
00:09:01: So erschien mir das.
00:09:02: Das ist so ein bisschen kennt ihr in der Schule, aus der Schulzeit oder aus dem Studium, diese Männer oder Frauen, meistens Männer, die immer so eine seltsam komplicierte Sprache sprechen, um aufzufallen.
00:09:14: Und so kam mir dieses Buch dann irgendwann vor, dass es so... Der Autor ist sich dessen bewusst, dass er Dreiundzwanzig ist.
00:09:20: Der Autor nutzt sein Alter, um diese Sprache zu sprechen, um diesen zirkusartigen Moment eines Artisten zu erzeugen.
00:09:27: Wieso wird das dann so ein Halb?
00:09:29: Das finde ich die interessanteste Frage an dieser Sache.
00:09:34: Wie können wir das alle identifizieren als das, was es ist?
00:09:37: Mir ist super wichtig, das ist kein schlechtes Buch.
00:09:39: Das ist eine hochintellektuelle Leistung, die er mit seinem unfassbar jungen Alter abgeliefert hat.
00:09:44: Dass Daniel Kilmann blöb darauf, dass es Ritterschlag des Todes wirklich mehr geht nicht, weiß ich fast danach.
00:09:50: Also keine Ahnung.
00:09:51: Weil Daniel Kilmann ist ja der Meister dieser Bücher.
00:09:54: Wie kann das sein, dass wir... Vier Erwachsene sitzen und das so über das Buch sprechen.
00:09:59: Wie ist das so ein Hype geworden?
00:10:00: Ich glaube, es
00:10:00: liegt tatsächlich wirklich viel an der Sprache.
00:10:02: Also, ich habe mir darüber nämlich auch Gedanken gemacht.
00:10:04: Ich habe gestern auch noch mal ganz viele Rezensionen dazu gelesen und dachte mir so, teilweise haben die Leute geschrieben, dazu muss man nichts mehr sagen.
00:10:09: Das ist ein Meisterwerk.
00:10:11: Und ich dachte mir in dem Moment auch so, what?
00:10:13: Ich weiß nicht, aber ich glaube, ich hab das dann auch irgendwann gelesen.
00:10:15: und irgendwann dachte ich bei der Sprache nämlich auch so, das war ein zwanzigjähriger Autor, der wirklich sehr toll schreibt und ich mein jeder Person, die ein Buch schreibt, das ist ja super viel Arbeit und die hat er da reingesteckt in sein Herzblut.
00:10:26: und das ist ja auch einfach krass wie poetisch erschreibt, aber ich dachte irgendwann so, es könnte auch leichter sein.
00:10:32: Und dann dachte ich irgendwann auch so... Ich checke es auch gar nicht mehr.
00:10:34: Und das ist jetzt der hundertste verschachtelte Satz.
00:10:37: Und irgendwie ist es dann so auf Adelik angelehnt.
00:10:40: Und ich hatte mir so, aber du bist Zweiundzwanzig.
00:10:42: Würdest du das nicht so fühlen?
00:10:43: Nein, schreibt doch im Legen.
00:10:45: Wirklich, ich gebe jetzt so wie, also wie fühlt sich dieses Buch an?
00:10:48: Ja.
00:10:48: So wie eine Inszenierung eines Theaterstücks am Friede-Stadt-Palast.
00:10:52: Ja.
00:10:53: Es ist halt einfach, es tut so, als wäre es das, also, nee, warte.
00:10:58: Es ist oder wie Cirque du Soleil.
00:11:00: Du siehst so ein perfekt inszenierte Welt mit den besten Artisten der Erde, die dir irgendwie ein Stück aufführen über Schmetterlinge, die sich gegenseitig lieben.
00:11:12: Du kannst den Blick davon nicht abwenden.
00:11:14: Du empfindest es als wirklich toll.
00:11:17: Der Production Value ist extrem hoch.
00:11:19: Ja, aber du kommst dann da raus und dann fragst, was habe ich da eigentlich gerade gesehen?
00:11:24: Leute, die unter dem Dach Salto machen.
00:11:27: Und das ist der Production Value dieses Buchs.
00:11:29: Ist enorm hoch.
00:11:30: Aber du kommst am Ende raus und dann fällt das Buch hinten einfach runter.
00:11:34: So, es bleibt nichts übrig.
00:11:35: Und das Interessante ist, ich hab in den letzten Wochen zufälligerweise ganz viele solche Bücher gelesen.
00:11:39: Also von Jenny Erpenbeck, Die Heimsuchung.
00:11:42: Ist eigentlich genau das Gleiche.
00:11:43: Ein Haus in Brandenburg, das über über hundertfünfzig Jahre ... Du bist Teil dieser Menschen, die in diesem Haus leben.
00:11:54: Es werden auch die ähnliche Themen, sexuelle Gewalt, Zweiter Weltkrieg, DDR, Socialismus im Lazar.
00:12:01: Es werden ähnliche Themen verhandelt.
00:12:03: In diesem Buch ist in jedem Kapitel, würde ich ein Mensch sein, der in Büchern anstreicht.
00:12:07: Hätte ich mir hundert Sachen angestrichen.
00:12:08: Hier, das lese ich einfach durch, es ist ein Beat-Treat.
00:12:11: Wenn wir ehrlich sagen, es ist ein Beat-Treat.
00:12:13: Es ist ein Beat-Treat, der so tut, als wäre eher die intellektuelle Hochliterat.
00:12:18: Aber was auch keine Wertung ist, es ist total okay, dass es ein Beat-Treat ist.
00:12:22: Ich finde aber zum Beispiel auch Daniel Kilmann Entdeckung der Welt ist ein Beat-Treat.
00:12:26: Also, ich glaube, meine Diffusion von einem Beat-Street-Werk, glaube ich, so ein leichtes Buch, wo man so nicht viele Gedanken sich macht, aber so eine Geschichte, so.
00:12:33: Wir hatten ja schon mal darüber gesprochen, so zwanzig Bahnen.
00:12:35: Das
00:12:35: ist Beat-Street.
00:12:37: Das
00:12:38: war für mich gar kein Beat-Street.
00:12:40: Es war immer nur Schmerz, Leid, Vergewaltigung.
00:12:43: Es war alles schrecklich.
00:12:44: Enteignung, Armut.
00:12:45: Aber
00:12:45: es steht alles da.
00:12:46: Ja genau, das ist ein
00:12:48: sehr direktes Buch.
00:12:49: Du musst nichts nachdenken, es wird dir sofort gesagt, was du zu empfinden hast.
00:12:52: Du hast sozusagen, jeder Empfindung beim Lesenden steht dort.
00:12:58: Es gibt wirklich, es ist so eine dürre Decke an Interpretationsmöglichkeiten.
00:13:01: Du kannst eigentlich nichts interpretieren.
00:13:03: Man
00:13:03: muss sich schon sehr stark konzentrieren.
00:13:05: Erst mal wegen seiner krassen Sprache und natürlich auch mit
00:13:07: den
00:13:08: tausend Charakteren.
00:13:09: Und der Geschichte
00:13:10: vor allem, die sich drumherr abspielt und die man vielleicht nicht immer so auf dem Schirm hat.
00:13:14: Und man muss sich immer daran erinnern, wo sind wir eigentlich gerade zeitlich
00:13:18: gesehen?
00:13:18: Ich fand es, also das war wirklich kein Buch, wo ich...
00:13:21: Man muss sich unterschiedlich wie dieses Buch annehmen.
00:13:24: Sondern ich war wirklich so, ich muss dieses Buch eigentlich am besten einem Stück durchlesen, weil sonst check ich es nicht.
00:13:29: Ich hab das schon wieder gar nicht in welchem Jahrhundert.
00:13:30: Ich bin nämlich drei Stunden nicht gelesen.
00:13:33: Ja.
00:13:33: Ich verlege, als Buchhändler Kind, es gibt immer wieder solche Bücher, die man auf den Tisch legt und so sich schwer angucken kann.
00:13:41: Das hast du jetzt durchgelesen.
00:13:41: Und Lasage hört genau in diese Kategorie Bücher rein.
00:13:43: Das ist so ein Topbuch, Topbuch.
00:13:48: Aber das ist für mich das, was hier und da Leserin
00:13:53: klingt.
00:13:53: Und das finde ich so schade an Literatur, die dann so gehypt ist.
00:13:57: Und ich selbst als ... Ich hab das studiert, ich mach nichts anderes als lesen.
00:14:01: Du sitzt davor und denkst, ich bin dumm.
00:14:03: Und das würde, ach mehr, neunzig Prozent der Nichtleser, denen ich das, hey, liest doch mal, ist ein Super-Easy-Read-Beat-Read.
00:14:10: Die würden an Seite drei würden die denken, okay, lesen ist ultra scheiße.
00:14:14: Das macht gar keinen Spaß.
00:14:15: Weil es einfach wahnsinnig
00:14:17: fordernd,
00:14:19: ich wollte jetzt komplex sagen, wir sagen ja, es ist eigentlich Dürr.
00:14:21: Also, ich komm gar nicht dahin zu sagen, was das für ein Buch ist.
00:14:26: Ich fand es wahnsinnig blockierend.
00:14:28: Ich fand es schwierig zu folgen, zu vielen Namen.
00:14:32: Und ich muss jetzt noch mal auf Daniel Kiehlmann einsteigen, weil ich liebe alles von Daniel Kiehlmann.
00:14:36: Ich habe Lichtspiel sein letztes Buch verschlungen.
00:14:40: Das ist genial.
00:14:41: Und weil ich so in diesem Rohwaldkosmos jahrelang war, wo ja Daniel Kiehlmann publiziert und jetzt auch Neljo Wiedermann und auch Tonio Schachinger, sagt euch echt Zeit, Alter.
00:14:52: Das kann man anderbar drüber reden.
00:14:54: Und
00:14:55: Echtzeitalter, Tonio ist ja auch so ein junger, nicht ganz so jung wie Nelio, aber ist auch ein sehr junger Mann.
00:15:00: Und die wollen alle so wahnsinnig hochliterarisch schreiben.
00:15:03: Und das fällt dann auf, weil Tonio erwähnt Danielineck in seinen Texten.
00:15:08: Hier ist jeder von Kafka bis erwähnt worden.
00:15:11: Und ich denke die ganze Zeit, wofür die Nichtleserin, die genalte, würde das lesen, würde denken.
00:15:18: Was?
00:15:19: Wer muss sich jetzt kurz googeln, wer das Brust geschrieben hat?
00:15:22: Und muss sich noch... Ja,
00:15:24: es gibt ja diese Brust-Alektote da.
00:15:26: Und das finde ich so schade, dass es diese Kodierung, die für so eine intellektuelle Elite gemacht wird, und das schreckt sehr junge Personen, Hin- und Widerlesende, einfach ab.
00:15:38: Und das machen wir
00:15:39: Leute, die gerne lesen.
00:15:40: Darf ich dazu auch noch was einwerfen?
00:15:43: Weil ich hatte... Also... Ich muss schon sagen, ich bin trotzdem sehr beeindruckt, die mich auch nochmal betonen.
00:15:49: Und ich habe schon bei vielen Sätzen gedacht, wow.
00:15:51: Wie kann er jetzt gerade den Bezug herstellen?
00:15:54: Also es war wunderschön und sehr poetisch gemacht und geschrieben und es hat sehr viele Gefühle erzeugt.
00:15:59: Aber es knüpft vielleicht so ein bisschen an.
00:16:02: Er sagt ja auch in irgendeinem Satz, redet er oder schreibt er über jemanden, der schreibt.
00:16:07: Danke, dass du das... Danke, die ich da auch noch raus suche.
00:16:09: Genau
00:16:10: und ich kann es leider nur paraphrasieren, aber der so schreibt wie ein Besessener des Schreibens wegen, weil er Angst hat, sonst was zu vergessen und deswegen schreibt er und schreibt er und schreibt er.
00:16:20: Und ich hatte mich dann gefragt, weil also Nelio Biedermann schreibt ja wirklich sautoll, ob er einfach so viel schreibt.
00:16:29: Und er hat ja auch, ich glaube, ich habe irgendein Interview gehört, wo er auch meinte, dass er super viel rausgekürzt hat schon, aus dem Anfang oder so.
00:16:36: Und ich habe mich gefragt, ob er einfach so viel geschrieben hat und so Situationen in halt so tausend Arten beschreiben kann, dass dadurch die Situationen vielleicht... länger geblieben sind, als sie hätten sein müssen, dass man der Geschichte besser folgen kann.
00:16:51: Also, dass quasi das Buch auch geschrieben wurde, um das schreiben zu wollen.
00:16:55: Und auch der Familiengeschichte wegen, das dürfen wir ja auch nicht vergessen, dass die eigene Familie Inspiration war.
00:17:01: Das muss man natürlich auch im Hinterkopf behalten.
00:17:05: Genau, aber das... Also ich hatte immer den Eindruck, dass meine Wahrnehmung, dass er so wortgewaltig schreiben kann, dass er manchmal nicht weiß wohin mit den Worten und die Worte sind alle hier drin gelandet und es waren vielleicht ein paar zu viele.
00:17:20: Und das ist ein sehr, sehr guter Gedanke, weil das überschneidet sich dann auch mit meinem Artistikgedanken wieder, weil ein Artist ist ja erst dann ein guter Artist, wenn er unfassbar trainiert und sozusagen immer wieder aufs Trapez geht.
00:17:33: Immer wieder.
00:17:33: Und irgendwann ist er gut.
00:17:34: Das macht ihn aber noch nicht zu einem eindrücklichen Künstler am Trapez, sondern einfach nur jemand, der das gut bedienen kann.
00:17:40: Und ich glaube, du hast sehr gut erkannt, finde ich.
00:17:42: Also ich stimme dir vollkommen zu, dass Nelio einem... hoch trainierter Schreiber ist.
00:17:48: Ja, es fühlt sich an wie Kunst.
00:17:49: Also wie ein Theaterstück.
00:17:50: Also eigentlich macht es voll Sinn, was ihr gerade sagt, weil ich glaube, ich lese auch gerne so Bücher, wo man einfach dem Autor oder der Autorin einfach folgt und dann sind da mal so lustige Gedanken eingestreut und man kann das irgendwie so alles so lesen und das hat sich mehr angefühlt.
00:18:03: Das hat sich ein bisschen auch angefühlt wie so Bücher, die man früher in der Schule gelesen hat.
00:18:07: Das waren dann auch so hochgestochene Sätze und dann hat man da ganz viel darüber nachgedacht, was der Autor jetzt vielleicht auch meint und auch zu vollen gesagt hat mit den einzelnen Personen da.
00:18:15: stehen die eigentlich alle für irgendwas und so hat sich das Buch ein bisschen angefühlt und ich glaube aus dem Grund habe ich irgendwann nach der Hälfte das Gefühl bekommen, ich fühle mich wieder in die Schulzeit versetzt, ich muss dieses Buch lesen für den Buchklub.
00:18:26: Und was steht das eigentlich alles und was bedeuten die Sätze?
00:18:28: und dann ist es natürlich auch noch geschichtlich, sind das ja riesige Ereignisse und deshalb ist das auch der Grund, warum ich trotzdem sagen würde, dass ich das Buch... Obwohl es mir auch nicht so getaukt hat, finde ich die Themen, die natürlich behandelt werden, super wichtig.
00:18:40: Natürlich, so wie ihr schreibt auch, ist es einfach auch krass.
00:18:43: Deshalb will ich auch niemals sagen, es ist ein schlechtes Buch, sondern vielleicht hat es mir nicht so getaukt.
00:18:49: Genau, es ist auf jeden Fall kein schlechtes Buch.
00:18:52: Es ist interessant, dass es da sich wieder einmal noch so ein Hot-Take machen.
00:18:56: Für mich ist es wirklich.
00:18:57: Zweiundzwanzig Bahnen für Zeitabonnenten.
00:18:59: Das
00:18:59: ist absurd.
00:19:00: Ich liebe dich, aber das ist absurd.
00:19:02: Das kaufst du dir für Zeitabonnenten.
00:19:04: Das ist so einfach für eine andere Klasse.
00:19:10: Du machst mich fertig damit.
00:19:11: wirklich, wenn du das ... ... neunzig Prozent von den Leseren von Karoval geben würdest.
00:19:15: Das ist
00:19:16: nicht für die Leseren von Karoval, sondern für die, die sagen ...
00:19:20: Ich guck Arte zu Hause.
00:19:21: Nee, ich hab noch eine andere Stufe.
00:19:23: Das sind eher die so, ach, kommt nicht ein neuer Film von Volker Schlündorf.
00:19:28: Ich könnte mal wieder die Blech-Trommel lesen.
00:19:29: Sind das die, die früher eine Regler-Max-Frig-Ausgabe in ihrer Gesäßtasche Jeans hatten, als sie Abi gemacht haben?
00:19:36: Ja.
00:19:40: Die sind jetzt mittlerweile Mitte-Sächsig.
00:19:41: Ja, und lesen
00:19:43: von einem zwanzigjährigen Garnet.
00:19:45: Ach Mensch, ja, das kann ich irgendwie... Also, das ist... Also das ist am Ende keine Herausforderung.
00:19:52: Das Buch ist wie gesagt ein großer Zaubertrick.
00:19:54: Das finde ich eine superinteressante Theorie und kann es nicht fühlen, weil ich mich zu dumm gefühlt habe.
00:19:59: Nein,
00:19:59: das hat nichts mit Dummheit, glaube ich, zu tun, sondern...
00:20:01: Aber es ist auch krass, weil ich glaube, wir haben alle das Buch gelesen und ich glaube, wir wussten auch alle schon über den Autor, das Wunderkind.
00:20:09: Weil ich das Buch jetzt gelesen ohne zu wissen, wer der Autor ist, hätte ich gedacht.
00:20:13: Vielleicht ein alter weißer Mann.
00:20:14: Sechzig.
00:20:16: Das finde
00:20:17: ich halt interessant.
00:20:18: Und jetzt
00:20:18: sieht man halt so, wow, aber das ist ein Künstler, erst zwei zwanzig.
00:20:21: Und
00:20:22: also...
00:20:23: Das ist ob wir zu auch als zwanzigjähriger Künstler möchtest du auf jeden Fall, wenn niemand weiß, wie alt du bist, gelesen werden als alterweißer Mann Mitte Sechzig.
00:20:29: Also, Estonia Schachinger und Nilio Biedermann bestimmt.
00:20:32: Die
00:20:32: finden das gut.
00:20:33: Also,
00:20:34: ohne das abwerden Sie mal ein Stolio?
00:20:35: Nee, alles gut.
00:20:37: Ich finde
00:20:38: es total interessant.
00:20:39: Also... Genau, also ich stimme dir auf jeden Fall zu, dass ich das Buch anders gelesen habe, dadurch, dass wir es hierfür gelesen haben und ich mir dann natürlich auch mehr Mühe gegeben habe, irgendwie zu verstehen, was er sich bei bestimmten Dingen gedacht hat.
00:20:52: Und das macht man vielleicht nicht, wenn man ein Buch einfach mal so schnell wegliest, wie Thilo das gerne sagt, sondern einfach so, ja, wenn man es einfach mal liest und dann weglegt.
00:21:00: Genau.
00:21:01: Und ich wollte nur sagen, dass ich den Eindruck hatte, dass ich je länger ich darüber nachgedacht habe, habe ich gemerkt, dass ich ihn, glaube ich, missverstanden habe.
00:21:11: Also die ersten Dinge, die ich da rausgezogen habe und es gibt viele Textstellen, über die wir bestimmt auch noch sprechen werden, über die wir gestolpert sind, also kam mir an den Vorgesprächen jetzt so ein bisschen raus, dass wir da erst mal drüber gestolpert sind.
00:21:23: und je länger ich drüber nachgedacht habe, desto mehr denke ich, dass er es anders gemeint hat und ich glaube nämlich sogar... nicht, dass er gerne als alterweiser Mann wahrgenommen würde.
00:21:33: Ich glaube, eigentlich seine Intention war, ich glaube, es hatte auch in irgendeinem Interview gesagt, die Geschichte, die Familiengeschichte aus einer moderneren Perspektive zu erzählen.
00:21:41: Und es finde ich interessant, dass es so rüber kam, obwohl es, glaube ich, gar nicht die Intention war.
00:21:47: Da können wir ja vielleicht noch mal ein bisschen...
00:21:48: Wir können ja mal über diese einzelnen Stellen... Also Samuel Benke war ja vor Kurzem hier, mit dem ich auch über dieses Buch kurz gesprochen habe.
00:21:53: Und er störte sich an etwas, an dem sich eigentlich... in den letzten Wochen ist mir das aufgefallen, sehr viele Menschen gestört haben, auch hier in dieser Runde habe ich schon darüber geredet, und zwar die Darstellung von sexueller Gewalt in dem Buch, dass es so unangebracht sei.
00:22:09: Wie seht ihr das?
00:22:10: Also, ja, sexuelle Gewalt, liebe generell, und auch so ein bisschen Frau sein, würde ich sagen.
00:22:17: Aber
00:22:18: ich finde, das hebt da am Ende auf, weil er erklärt dir in der ganzen Passage, du weißt genau, welche Passage
00:22:22: ich
00:22:22: habe.
00:22:23: Ja, danke.
00:22:24: Erzählt
00:22:24: mal, erzähl mal.
00:22:25: Dann
00:22:27: kriege ich eine Einsplitte.
00:22:30: Von den lesenden Personen kriegst du eine Einsplitte.
00:22:32: Er nutzt ein ganzes Kapitel um, ich glaube Eva, die ja gelesen hat, das Buch von ...
00:22:38: Virginia Wu.
00:22:39: Danke.
00:22:39: ... für ein Zimmer für sich allein.
00:22:41: Und da erklärt er ja, dass sie immer noch versucht, oder die die fünfzig Jahre früher geboren sein möchte, um zu verstehen, ob ...
00:22:48: Kafka.
00:22:49: Kafka,
00:22:50: Frauen wirklich auch so behandelt hat, wie ihr sie beschreibt und wer auch irgendwie noch im Gemälde und wie Frauen dargestellt wurden.
00:22:56: Ich finde, da hebelt er das so ein bisschen aus.
00:22:58: Ja, also er zeigt ja durchaus, dass er das reflektiert.
00:23:01: Ich glaube, darüber, wie alle reden, sind vor allem viele ... Also Szenen des sexuellen Erwachens, vor allem der Mädchen zu der Zeit ja noch.
00:23:11: Wir haben auch über das Einsetzen der Instruation gesprochen, dass wir da auch kurzüber gesteupert sind.
00:23:16: Also es war einfach so ein diffuses Gefühl von warum die Sex-Szene oder warum die... das sexuelle Erwachen.
00:23:23: Also was ist der Zweck für die Erzählung?
00:23:26: Also das war so ein bisschen, wo drüber ich gesteupert bin.
00:23:29: Und ich glaube auch, das Problem natürlich ist, worüber wir viel geredet haben, dass er ein Zweiundzwanzigjähriger zu der Zeit Autor ist, der dieses Buch geschrieben hat und er war von Anfang an super präsent.
00:23:39: Das heißt, ich habe das Buch gelesen mit dem Gedanken, das hat gerade ein Zweiundzwanzigjähriger geschrieben,
00:23:44: auch
00:23:44: bei den Szenen des sexuellen Erwachens.
00:23:46: Und ich glaube, das hat natürlich nochmal doppelt dazu geführt, dass ich Da so ein bisschen ein komisches Gefühl dabei hatte und ich habe mich immer gefragt, warum ist es notwendig?
00:23:55: Aber
00:23:55: kann ein Mann, frag an euch, kann ein Mann denn sowas schreiben?
00:23:58: Was ist denn, wenn der Fünfzig gewesen wäre und der hätte über die erste Menstruation vor dem
00:24:01: Mädchen geschrieben?
00:24:02: Ja, dann hätte ich es sehr fetzt.
00:24:03: Bei ihm finde ich es jetzt, aber jetzt bin ich nicht gestolpert.
00:24:06: Okay.
00:24:06: Aber da zählt halt rein, dass ich weiß, wie er aussieht, dass ich wahrscheinlich einschätzen kann, wie sein moralischer Kompass ausgerichtet ist, dass er super modern ist, dass ich weiß, dass er mit Karoval... Konnekt und so samt das Spiel dir alles damit rein, dass ich denke, ja, ja, okay, da wird schon mit genug Respekt an Menstruation und sexuelles Erwachen von jungen Frauen rangegangen sein.
00:24:26: Hattest
00:24:26: du denn das Gefühl beim Lesen?
00:24:27: Nein, tatsächlich nicht.
00:24:30: Das bin ich auch so spannend, weil ich würde nämlich auch sagen, oder darüber habe ich mir nicht auch sehr viel Gedanken gemacht, warum ich so doll über diese Szenen gestolpert bin, weil ich nicht so ein richtig komisches Gefühl, wie so weibliche Lust beschrieben wird.
00:24:41: Ich bin da jedes Mal drüber gestalten, dachte mir so, warum?
00:24:44: Das hat ja gar nicht.
00:24:46: Das
00:24:46: wurde häufiger ja auch nicht nur hier in der Rundnahme, sondern es wurde ihm auch in der Literaturforen vorgeworfen, dass ihm es nicht zustünde so zu schreiben.
00:24:57: würde ich, glaube ich, ein bisschen zurücknehmen, weil dann kann man ja irgendwann, das haben wir darüber auch schon gesprochen, dann kann man ja gar nicht mehr über irgendwas schreiben, also wenn jetzt ein Mann nicht mehr darüber schreiben kann oder also so funktionär Bücher, dass Leute einfach sich Geschichten ausdenken und darüber schreiben.
00:25:11: Ich weiß nicht, warum ich darüber gesteuert bin und vor allem finde ich es auch krass, weil ich ihn auch nicht so einschätze, also gerade weil er ein junger Mann ist, der eigentlich auch sehr sympathisch wirkt und sich ja auch... viel mit Themen auseinander gesetzt hat, das merkt man ja in dem Buch.
00:25:24: Aber trotzdem bin ich drüber gestolpert.
00:25:26: Ich frag mich die ganze Zeit und ich komme auch nicht wirklich auf eine Lösung.
00:25:29: Warum habe ich mich daran so ein bisschen gestört?
00:25:31: Also jetzt auch nicht richtig doll, aber... Ja,
00:25:33: aber ich muss auch, darf ich kurz noch sagen, nur, dass ich auch so ein diffuses Gefühl von so, ich war so ein bisschen so, so, Hä?
00:25:40: Was soll das?
00:25:42: Also so ein bisschen so, weil es auch so ein bisschen derbe beschrieben wird.
00:25:46: Und ich hatte den Eindruck, dass die weibliche Lust... der aber beschrieben wird, als die der Männer, aber vielleicht ist mir das auch mehr aufgefallen, weil ich eine Frau bin.
00:25:55: Genau und deswegen, aber da, ich wollte nochmal dann deswegen auch nochmal zu der Stelle sagen, weil er ja da sogar sagt, dass Eva sich dafür interessiert, wie Schriftsteller ihre Frauenfiguren sehen.
00:26:07: Und ich habe mich dann die ganze Zeit gefragt, so warum hat er das gemacht, also was war die Intention?
00:26:11: Und eigentlich... Jetzt je länger ich drüber nachdenke, das ist aber nicht mein erstes Gefühl dazu, sondern das so vierte oder fünfte Gefühl, ist, dass er eigentlich damit meinte, dass die Frauen nicht so passiv sind und eigentlich die Intention war, mit geschlechter Rollen zu brechen.
00:26:26: Und eben dieses typische, die Frau ist eher passiv oder das sexuelle Erwachen ist so tabuisiert, die braucht kein sexuelles Wesen.
00:26:35: Also in diesem Mail-Gaze, wenn man das so nennen möchte, in der Literatur oder so, dass er das eigentlich so umkehren wollte.
00:26:43: Aber ist das nicht auch zeitlich, in dem das Buch spielt, angemessen, gell?
00:26:47: Und dann gibt er ja Eva am Ende noch mal diese Stimme, dass sie diesen hotten Boy auf dem Reisfeld trifft und ihn unbedingt verführen will.
00:26:58: Die dann Sechste, der da Schäune haben.
00:27:00: Also, da gibt er ja schon wieder der Frau, diese Selbstermächtigung.
00:27:04: Also, mir und ihr wisst, wie empfindlich ich mir sowas bin, ich bin nicht gestäupert.
00:27:09: Voll interessant.
00:27:10: Ich bin
00:27:11: auch nicht gestorbert, es ist ein Generationsding, was wir hier
00:27:14: haben.
00:27:15: Ich bin sogar nicht gestorbert, für mich war das so, also sozusagen die Beschreibung von Sexualität, die im Konsens stattfindet, fand ich wie normal zu lesen.
00:27:25: und auch die eben sexuelle Gewalt, die beschrieben wurde, fand ich im Rahmen dessen, was ich über sexuelle Gewalt gelesen habe, schon so häufig,
00:27:32: habe
00:27:32: ich diese Art der Beschreibung gelesen, bin aber auch drüber gestolpert.
00:27:36: Also das ist so, weil nämlich oft in der Literatur sexueller Missbrauch und Vergewaltigung mit Sexualität verbunden wird.
00:27:43: und Vergewaltigung ist keine Sexualität.
00:27:46: Gewalt und Missbrauch.
00:27:48: Und man liest es und wundert sich so ein bisschen auch bei Heimsuchung.
00:27:51: Gibt es auch eine Vergewaltigung durch einen Soldaten, einer Frau und du liest es und fragst dich so von einer weiblichen ... Also Jenny Erdmerk ihm geschrieben, fragst du, warum liest sich das so sexuell?
00:28:02: Das finde ich irgendwie strange, dass wenn du so einen drastischen Moment hast im Leben einer Frau, der so sexualisiert wird.
00:28:10: Das sollte ... Also ... Ich muss vermieden werden, finde ich, wenn man über sexuelle Gewalt spricht.
00:28:16: Aber
00:28:16: all in zu diesem Sexualitätsthema in diesem Buch, finde ich, am Ende sagt er ja auch nochmal, dass die Kinder in dieser Kleinhütte die Eltern jeden Abend Sex hören, haben hören.
00:28:30: Ich finde, das klingt jetzt völlig strange in dem Kondens.
00:28:33: Es ist ein sehr ausgeglichenes Verhältnis für die Zeit, dass da... vergewaltigt wurde und Frauen überfallen und schieß mich tot.
00:28:43: Und dann aber die Sexualität auch als was Schönes dargestellt wird und das auch Eva am Ende noch mal in dieser Szene sagt, dieses Kapitel mag ich sehr gerne, dass Eva am Ende noch mal sagt, Mutter hat immer gesagt, dass Sex, was damit zu tun hat, dass man jemanden sehr fest lieben muss.
00:28:59: Und sie das aber demso enthebt, dass Sexualität auch was sehr Praktisches und triebbefriedigendes sein kann, ausschließlich, das fand ich schon.
00:29:06: Also ich fand das ausgeglichen, beschrieben.
00:29:08: Ich fühl mich da nicht...
00:29:10: Ich glaube, es war einfach dieses Derbe.
00:29:12: Also dieses so... Vor allem Ilona ganz am Anfang, ein sexuelles Erwachen irgendwie und dann... Ich glaube, das hatte mich vielleicht so ein bisschen schockiert, aber... Also ich glaube, auch Literatur darf schockieren und ich glaube auch, dass auch männliche Autoren aus weiblichen Perspektiven natürlich schreiben dürfen.
00:29:30: Aber trotzdem, ich glaube, mein Problem war eins, dass ich die ganze Zeit wusste, wer der Autor ist.
00:29:34: Ich hatte ein Gesicht dazu.
00:29:37: Und manchmal mag ich auch Bücher lesen und nicht genau wissen, wie die Autorinnen aussehen.
00:29:42: Klar, schwierig, weil es ihre Geschichte kommt aus ihrem Kopf.
00:29:44: Natürlich ist es so ihr Buch, aber manchmal will ich, dass es meine eigene Geschichte ist.
00:29:49: Und dann manchmal mag ich es, wenn ich nicht genau weiß, wer es ist, weil es auch zu meiner wird.
00:29:54: Genau, in meinem Kopf baue ich mir da ja auch was.
00:29:57: Deswegen, vielleicht wäre es anders gewesen, wenn ich das nicht so präsent gehabt hätte irgendwie.
00:30:01: Und ich glaube auch im Nachhinein macht es schon Sinn, dass die Frauen sich ermächtigen im Kontext der Zeit.
00:30:07: Ja, genau.
00:30:08: Und dann also, dass quasi Eva vor allem auch so ein bisschen fühlt.
00:30:13: Die Selbstermächigung der Frau steht zu der Zeit und irgendwie so weit.
00:30:16: Also es hat schon Sinn gemacht im Nachhinein.
00:30:19: In dem Moment bin ich irgendwie trotzdem drüber gestolpert.
00:30:22: Ich
00:30:22: finde es richtig gut.
00:30:23: Ja, deshalb macht es auch so Spaß, ich glaube, ich auszutauschen, weil wenn wir sprechen jetzt gerade, merke ich auch so, okay, ich glaube, ich merke so ein bisschen, woran ich mich gestört habe, weil eigentlich stimmt es ja, es ist irgendwie voll der Bruch eigentlich zu der Zeit, wie aber Frauen dann dargestellt wird oder wie generell Sexualität dargestellt wird.
00:30:38: Und ich glaube, das ist vielleicht auch der Grund, warum ich es so ein bisschen gestolpert bin, weil ich so, ich habe dieses Buch angefangen.
00:30:42: war so ein bisschen Märchen, Saga, dann die Sprache, die ja auch eigentlich eher was Konservatives hat, also nicht so diese neue junge Sprache und dann wird da auch offen über Sexualität gesprochen oder was auch immer.
00:30:55: Und dann war ich, glaube ich, nicht immer über diese Stellen so gestolpert, die ja eigentlich voll fortschrittlich sind.
00:31:01: Und dann war ich so ein bisschen so verwirrt, aber eigentlich stimmt es ja, also es ist eigentlich ja... Ja, was Gutes.
00:31:08: Ja.
00:31:09: Was aber funktioniert, weil wir ihn vor Augen haben, gell?
00:31:11: Ja, voll.
00:31:12: Total.
00:31:13: Das
00:31:13: kann man wirklich nicht rausdiskutieren.
00:31:15: Ich möchte unbedingt einmal, bevor ich das gleich vergesse, diese Stellen, da macht nämlich zwei Kapitel, das Kapitel, achtzehn und Kapitel, neunzehn Lüge.
00:31:23: Ich treue durch.
00:31:24: Ich treue
00:31:24: aber durch, dass diese Buchlauter Wesels Ohren hat und reingeschrieben mit einem echten Stift ins Buch.
00:31:31: Gar nicht.
00:31:33: Also ich drehe auch durch, aber wie toll, dass ihr beide aufgeschlagenen Bücher habt, mit Markierungen, Tilo.
00:31:42: Auf uns im Mist gewachsen
00:31:44: die.
00:31:46: Der, der hier Kollektion zeigelt.
00:31:48: Also, ach, neunzehntundzwanzig, ich möchte wieder mich infrage stellen, habe ich das richtig verstanden, dass er da als Schriftsteller uns anspricht?
00:31:59: Der Schriftsteller fürchtet sich vor nichts mehr als vor dem Glück, was nur verständlich ist.
00:32:03: Denn schreiben ist konservieren, festhalten, ordnen.
00:32:07: Das Glück aber meinte die Sprache, entzieht sich den Wörtern, versteckt sich, bla bla bla, ewig langer Satz.
00:32:13: Kapitel ... Siehst du?
00:32:15: Kapitel zwanzig.
00:32:16: Doch der Striftsteller weiß auch, dass das Glück vorübergeht und er sich nur gedulden muss, bis es anderen Gefühlen Platz macht.
00:32:22: Also sollte ich das richtig verstehen, dass er mich da als Schriftstelle anspricht als Leserin?
00:32:27: Entschuldig bitte, das wurde bei Karowal in der Assistentin zerrissen des Todes.
00:32:33: Das wurde ihr vorgeworfen, da gibt keinen Sinn.
00:32:35: Wie kann das sein, dass dann Autoren, die den Leseren oft Topik-Geschicht anspricht?
00:32:40: Habe ich nicht einen Kommentar zugesehen von keiner Rezension?
00:32:43: Wie kann das sein?
00:32:44: Habe ich das richtig verstanden?
00:32:45: Das ist meine erste Frage.
00:32:45: Also
00:32:45: ich glaube, ich weiß nicht, ob er jetzt direkt... einen anspricht, aber ich glaube, weil es passiert ja sehr viel tragisches in dem Buch und ich bin auch irgendwann so ein bisschen müde davon geworden, dass alles immer schlechter wird, aber es ist ja oft in Büchern.
00:33:00: Wollte ich generell mal fragen, später vielleicht, wie er zu tragisch in Büchern steht und ob ein gutes Buch immer tragisch sein muss, aber dann kann ich später besprechen oder nachher, aber dann bin ich immer müde geworden und mich hat dieses, mir hat das Kapitel total geholfen, weil ich es wunderschön fand und ich hatte das Gefühl, er spricht schon zu mir.
00:33:18: Ja, wie interessant.
00:33:19: Das ist mein Lieblingskapitel.
00:33:20: Oh,
00:33:21: lustig.
00:33:21: Ja.
00:33:21: Witzig.
00:33:22: Hab ich so nie gelesen, sondern ich hab das einfach wie so ein Gedanken gelesen.
00:33:25: Das ist so, weil der Schriftsteller, also weil es geht ja auch um Kultur und Kunst und Literatur, so der Schriftsteller fürchtet sich von nichts.
00:33:32: Und dann da aber weder Lilly noch Laios Schriftsteller waren, war das für mich einfach so ein Gedanke.
00:33:37: Aber das spricht eine oft-topic-Stimme zu mir in dem Moment.
00:33:40: Also er erhebt sich aus der Geschichte geradeaus.
00:33:42: Das ist so wie wenn ein Schauspieler in die Kamera reingeguckt und dich direkt
00:33:45: an den Adressiert.
00:33:46: Vierte Wand oder so heißt das.
00:33:47: Das ist der Fachbegriff dafür, glaub ich.
00:33:49: Hab ich so während des Lesens nicht gemerkt?
00:33:51: Interessant.
00:33:52: Lieblingskapitel nicht
00:33:54: gemerkt?
00:33:55: Also es hat mich auch.
00:33:56: Und für dich Karo Wall verteidigen?
00:33:57: Ja, total.
00:33:59: Für mich sofort im Sofa.
00:34:00: Wie kann das sein?
00:34:01: Kann es sein, dass dieses Buch... dass da auch so eine große Differenz zwischen Kritikerinnen und Leserinnen existiert.
00:34:07: Also, dass dieses Buch von Menschen, die sich professionell, so wie wir hier alle, mit der Literatur auseinandersetzen, mehr geschätzt wird als von Lesenden.
00:34:15: Weil ich gerade bei Goodreads noch mal geguckt habe, es hat eine Drei Komma Neun, was ... Ist
00:34:19: nicht doll, oder?
00:34:20: Ist nicht so doll.
00:34:21: So, das ist so, also so, alles muss raus, als beispielsweise ne Vier Komma Eins oder Vier Komma Zwei oder sowas.
00:34:25: Also, das ist ja literarisch auf keinem Fall so weit entfernt von dem Anspruch, der dieses Buch hat.
00:34:33: Ich glaube, das ist auch wirklich ein Buches, weil, weil eben, der ist Zweiundzwanzig, der schreibt so, das lieben ja Leute, um darüber zu schreiben.
00:34:42: So, die lieben, dass es kein weißer alter Mann ist.
00:34:45: Wie kann das Buch solch gute Verkaufszahlen haben, wenn die große Leser schafft?
00:34:51: Wir wollen es ausprobieren, weil wir es lesen wollen.
00:34:53: Ich glaube, es gab einfach diesen Hype und wir wollten das ja auch alle lesen.
00:34:57: Wir haben den letzten Mal gemerkt, wir haben es alle noch nicht gelesen und wir wollen es unbedingt lesen.
00:35:00: Und irgendwie auch mit dem Cover und ich hatte so ein Märchen, sage so was liest man ja voll.
00:35:05: Also ich liest das zum Beispiel nicht so oft, noch das so cool, weil was Neues.
00:35:09: Ich habe mir darüber Gedanken gemacht.
00:35:11: Für wen dieses Buch perfekt ist und ich bin nämlich dazu gekommen, zu dem Schluss gekommen, dass ich das das perfekte Buch für Buchklops finde.
00:35:20: Es stimmt, weil du kannst gut
00:35:21: darüber reden.
00:35:22: Das kannst du super gut darüber reden, weil ich habe das Gefühl, erstmal will man den Hype verstehen, dann will man generell, kann man sich so viele Sachen da zu fragen und ich habe das Gefühl, es gibt halt extrem Meinungen dazu.
00:35:33: Wem würdet ihr dieses Buch empfehlen?
00:35:34: Niemandem.
00:35:35: Also du würdest im Buchklub zu diesen Freien empfehlen?
00:35:38: Also hier, du hörst ja diesen Kotty, haben die dir das auch besprochen?
00:35:41: Nee.
00:35:42: Okay, würdest du dir im Buchklub das empfehlen, dass sie darüber reden?
00:35:44: Ja.
00:35:45: Okay, vielleicht machen wir mal eine Crossover-Folge.
00:35:47: Das ist ja so cool, ich würde die so gerne mal anfragen.
00:35:50: Du würdest es nie mal empfehlen?
00:35:51: Nein, das ist falsch, aber nur wirklich lesenden Personen.
00:35:55: Wirklich, die deep im Thema sind, die Bock haben, sich zu konzentrieren.
00:35:59: Also genau das, was du nicht sagen würdest.
00:36:01: Es ist kein Easy-Read.
00:36:03: Also für mich ist es ja auch einfach wie so eine Teenie-Version von neunzendreizend.
00:36:06: Du machst mich fadig, Tilo, wirklich.
00:36:08: So
00:36:09: Florian Ilias, also diese Bücher, die sozusagen so eine große Zeitspannung umfassen, viele Personen tauchen auf, die erzählen sich ständig komplizierte Sachen und du liest es dann so.
00:36:17: Und das ist, weißt du wie das ist?
00:36:20: Jetzt habe ich noch einen Vergleich.
00:36:22: Ich habe auch noch, immer wieder auch noch einen.
00:36:23: Forrest Gump.
00:36:25: Das ist Forrest Gump als Buch.
00:36:28: Du guckst
00:36:28: es,
00:36:29: du kriegst so ganz komplexe Ereignisse des zwanzigsten Jahrhunderts.
00:36:33: Ja, nicht schlecht.
00:36:33: Ja, ja, ja.
00:36:35: Und du kannst den Forrest Gump vierzigmal gucken und immer wieder was Neues entdecken und kannst sagen, Forrest Gump ist extrem gut erzählt.
00:36:41: Es ist ein extrem tolles Drehbuch.
00:36:42: Es ist extrem gut gefilmt.
00:36:44: Es ist irgendwie, alle Schauspieler sind in Meisterleistung in diesem Buch.
00:36:49: Und du kommst aus diesem Film raus und denkst so ... Ja, krass.
00:36:52: Und so ging es mir bei dem Buch auch.
00:36:54: Alles ist perfekt, alles ist extrem gut.
00:36:55: Du kriegst riesige Prozesse des Jahrhunderts erzählt und dann so kommst du aus dem Buch raus und denkst so, einen Satz hab ich mir gemerkt.
00:37:01: Ich möchte dir den jetzt sagen.
00:37:03: Das ist diese Situation, das wäre des Zweiten Weltkriegs und die Beteiligung dieser Familie an der Shoah.
00:37:09: Und dann gibt es eben diesen Satz immer das Laslo.
00:37:12: Wie heißt der?
00:37:13: Leijos.
00:37:15: Leijos.
00:37:17: Leijos.
00:37:19: Leijos.
00:37:21: Leijos.
00:37:22: Leijos.
00:37:22: Leijos.
00:37:23: Leijos.
00:37:25: Leijos.
00:37:25: Leijos.
00:37:28: Leijos.
00:37:29: Leijos.
00:37:30: Leijos.
00:37:31: Leijos.
00:37:32: Leijos.
00:37:34: Ah ja.
00:37:35: Laosch hat organisiert.
00:37:36: Ja, damit auch.
00:37:36: Und das war nicht
00:37:37: so gut.
00:37:37: Und das ist das.
00:37:38: Und das war für mich der ehrlichste und literarischste Moment in diesem Buch ist dieser Satz.
00:37:42: Weil da ist so viel drin.
00:37:45: Und der Rest des Buchs ist ja alles erzählt.
00:37:47: Alles ist immer erzählt.
00:37:48: Alles ist immer da.
00:37:49: Da ist nichts zum Nachdenken.
00:37:50: Jedes Gefühl ist dir da gelegt.
00:37:52: Und so und da nicht.
00:37:53: Und das war nicht... Deswegen ist es für mich der Kern dieses Buchs, dieser Satz.
00:37:57: Und für mich ist... auch über Schuld und Verantwortung.
00:38:00: Weil das ist der Moment in diesem Buch, wo du merkst, okay, diese Familie hat Dreck am Stecken.
00:38:04: Da sind richtig schlimme, furchtbare Sachen in dieser Familie passiert.
00:38:08: Und das ist auch die Meisterleistung von Biedermann.
00:38:10: Er könnte ein ganzes Buch nur über diesen Satz schreiben.
00:38:13: Hat er aber nicht.
00:38:14: Er hat einfach nur diesen Satz drin stehen lassen.
00:38:15: Und dieser Satz ist der Grund, warum ich das Buch empfehlen würde.
00:38:18: Geht nur für Leserinnen.
00:38:20: Okay.
00:38:21: Ich glaube, wenn man das Buch vielleicht auch empfehlt, und ich glaube, vielleicht spalten sich da auch gerade die beiden ... Meinungen.
00:38:27: Ich glaube, es sind einmal die Leute, die einfach extrem auf Sprache achten und die Leute, die extrem auf den Blot achten.
00:38:31: Weil jetzt habe ich gerade darüber nachgedacht, wir haben ja auch die Community gefragt, was die so denken.
00:38:36: Und wir haben da auch natürlich... positive Nachrichten bekommen, also Leute, die das Buch mochten.
00:38:39: Und da ging es vor allem auch in der Nachricht, die wir bekommen haben, um die Sprache.
00:38:43: Also wie toll und wie poetisch das war.
00:38:46: Und die Leute, denen das nicht so gut gefallen haben, die haben, wie wir auch gesagt haben, vor allem gesagt haben, zu viele Charaktere, irgendwie zu dünn.
00:38:52: Irgendwie war man dann irgendwann verwirrt.
00:38:53: Man hat vielleicht auch den roten Faden verloren und so was.
00:38:56: Und vielleicht ist es dann wirklich so, die Leute, die eh viel lesen und deshalb vielleicht auch mehr auf die Sprache achten, die schätzen es vielleicht wirklich mehr und Leute, die wirklich dann eher so lesen, was sie gerade bekommen und da irgendwie auch so ein easy read wollen und ein bisschen drüber quatschen, das ist glaube ich nicht das richtige Buch dann.
00:39:10: Das ist dann einfach zu viel konzentrieren, zu viel Plot, der aber irgendwie dann auch doch nicht zu, also das ist ja auch das Verwirrende, was wir gerade merken, es ist irgendwie super viel Plot, super viel Charaktere, aber irgendwie am Ende des Tages auch nicht so ausgereift, keine ausgereiften Figuren, irgendwie die Geschichte schreitet voll schnell voran, vielleicht ist es das ein bisschen und dann deshalb spalten sich irgendwie die Leute, die das hypen und die Leute die sagen, weiß ich nicht.
00:39:37: Was nicht auserzählt ist, macht mich, dass hast du bestimmt auch dir notiert.
00:39:41: Immer den Namen bitte zu sagen.
00:39:42: Karthik Lange ist das, der das auch notiert hat.
00:39:45: Dieser Wahnsinn, den ganz vielen attestiert wird.
00:39:47: Diese Schatten, die sie auf einmal in dem Wald sind.
00:39:49: Und auch der Imre, der immer in den blauen Zimmer eingesperrt hat, hinterher in die, wie sagt man in der Zeit, in die Psychiatrie
00:39:57: für
00:39:58: Geistes.
00:39:58: Also da wird dann noch diese Geistgestörte Begriff benutzt.
00:40:02: Das ist auch so, hey, ist das jetzt was Übernaturiges?
00:40:05: Ist der Hirsch, den die da alle sehen?
00:40:07: Dass Rehkitz, nachdem dieses Mädchen blutend im Wald finden, hey, kommen jetzt vielleicht noch irgendwelche Geister um die Ecke.
00:40:13: Ich war so völlig lost in diesem, sind die jetzt alle wahnsinnig?
00:40:16: Ist das... Und jetzt aber, wenn wir so intensiv darüber reden, denke ich, dass man wahrscheinlich noch länger darüber nachdenken könnte.
00:40:22: und irgendwie auch dieser Wahnsinn, dieser immer wieder anklopfende bei allen Figuren, könnte man vielleicht irgendwie auch... Interpretieren so als Familienbedrohung.
00:40:35: der Schatten, der über diese Familie, dieser viele Alkoholismus, den All, dieses viele Rauchen, dieses ich ess nichts mehr.
00:40:42: Rauchen, das mag ich auch mal sehr.
00:40:44: Ja, richtig.
00:40:45: Und noch ein kurzer Gedanke, da werde ich gleich nicht vergessen, die Mutter, die sich teicherträngt.
00:40:52: Stark, stark.
00:40:53: Starkes Szenen, sehr gut geschrieben, finde ich extra auch.
00:40:56: Es fängt ja an mit, sie fühlt sich wie im Wochenbett, als hätte sie... Steine in der Jackentasche, dann bringt sie sich tatsächlich so um.
00:41:04: Erst schläft sie sechs Tage, weil der Stalljunge umgebracht wird.
00:41:08: Und dann ist sie sechs Tage wach, weil der Hauslehrer umgebracht wird.
00:41:13: Also, da sind so krass viele interessante Brücken.
00:41:16: Aber hört mal, wir reden hier wie ... Also, das ist ja nicht mal mein Deutsch-LK.
00:41:20: Ja, wie war's?
00:41:21: Das ist ja nicht mehr nur Deutsch-LK, sondern du musst ja wirklich viel Aufmerksamkeit.
00:41:26: Ich muss mir viel notieren, ich muss viel ... Und das
00:41:28: ist kein Theory.
00:41:29: Nee, das ist kein
00:41:29: Theory.
00:41:31: Das
00:41:31: liegt ja arrogant vor mir, aber so war das wirklich nicht gemeint, dass ich das arrogant meine.
00:41:34: Weil für mich war das einfach, das ist alles Staffage.
00:41:37: Das hatte so am Ende keine Bedeutung.
00:41:40: Ich hab das gerne gelesen.
00:41:41: Bist
00:41:41: du sicher, wenn wir länger drüber
00:41:43: nachdenken werden?
00:41:43: Also meine persönliche Meinung ist, dass es am Ende einfach nur aufgeladen ist, wie True Detective.
00:41:55: So, du guckst True Detective und das ist alles einfach massiv aufgeladen, damit du ein Gefühl bekommst.
00:42:00: Aber dahinter verbirgt sich am Ende nur, also diese Krimiserie, die vor zehn Jahren so mega gehypt war.
00:42:05: Ich hab die jetzt vor kurzem das erste Mal gesehen.
00:42:07: Die sind jünger, als wir die haben.
00:42:08: Okay.
00:42:09: Und du liest es und das ist, wie gesagt, ich finde das extrem stimmungsvoll.
00:42:14: Und das ist irgendwie, ich hab auch diese Suizid-Zähne mit der Frau.
00:42:17: Das hat mich wirklich berührt und sehr beeindruckt.
00:42:19: Aber es ist am Ende ein toll gemachter Salto.
00:42:22: Im Trapez im Zirkuszelt.
00:42:24: Wie interessant.
00:42:25: Ich glaube, ihr habt beide irgendwie recht.
00:42:27: Also ich finde, das kann schon nebeneinander existieren.
00:42:29: Genau, ich will auf gar keinen Fall Widerspruch an der Stelle leisten.
00:42:31: Also sehe ich dieses
00:42:32: Buch
00:42:32: so und ich verstehe jede Haltung hier.
00:42:34: Aber ich meine, und damit hat er eigentlich eine Meisterleistung gemacht.
00:42:36: Wie, deswegen sagst du ja Luca, richtigerweise ist es toll für Buchklubs.
00:42:41: Man kann toll darüber diskutieren.
00:42:42: Und damit hat er irgendwie, das ist doch auch toll, wenn man darüber diskutieren kann.
00:42:45: Man
00:42:45: könnte ewig über irgendeine Symbolik... Grübeln.
00:42:49: Ob der Wahnsinn und diese Schatten für irgendwas stehen.
00:42:51: Ja,
00:42:51: was bedeutete ist, ich hab dann angefangen, ungarische Märchen zu googeln.
00:42:54: Kommt immer der Wald vor, die Ufer, Gänse, die fliegen, irgendwie das Taubabpferd, das ja auch auf dem Cover ist.
00:43:02: Krass, das stimmt.
00:43:02: Ich hab mir noch gar keine Gedanken über das Cover gemacht, warum eigentlich dieses Pferd da drauf ist.
00:43:06: Also,
00:43:06: das ist jetzt nur eine...
00:43:08: Aber
00:43:08: ich bin
00:43:08: gespannt, sag mal.
00:43:09: Ich habe eine andere.
00:43:11: Also
00:43:11: meine Theorie ist auch gar nicht so ausgereift.
00:43:13: Also einfach nur, dass es ein ungarisches Märchen, das ich im Internet gefunden habe, gibt über so ein Zauberpferd.
00:43:20: Und ich dachte irgendwie, wahrscheinlich ist es deswegen...
00:43:23: Hat es nicht was mit dem Stallburschen zu tun, der eigentlich der Urheber für das gläserne Kind ist?
00:43:29: Die Kokomorra, aus jeder Ecke in der Suche.
00:43:32: Ja, das ist krass.
00:43:34: Weil das ist ja eigentlich der Ursprung für
00:43:36: alles.
00:43:37: Genau, das ist ja Leijosch.
00:43:39: Ja, stimmt.
00:43:39: Und es geht ja auch um, das ist ja auch irgendwie in der Beschreibung das Geheimnis von Leijosch.
00:43:44: Und irgendwann war ich so, was war eigentlich noch mal das Geheimnis?
00:43:46: Er
00:43:46: ist durchsichtig.
00:43:47: Ein
00:43:48: Gespenst.
00:43:50: Ja, voll.
00:43:51: Aber jeder hat ja so seine Leidensgeschichte und hat so ... Ich hab Gefühl, jeder Charakter besteht so aus entweder einer Affäre oder durch eine Lüge oder durch eine Lüge in sich oder kämpft mit irgendeiner Krankheit.
00:44:03: Also das zieht sich ja schon sehr durch.
00:44:04: Das
00:44:04: finde ich aber ein sehr schöner Gedanken, dass alle irgendwie irgendeine Last mit sich tragen.
00:44:10: Das hab ich so noch gar nicht gesehen.
00:44:11: Das finde ich sehr interessant auch, weil ich am Ende jetzt gestolpert bin, weil ... Sorry, Namen nicht parat.
00:44:16: Der, der am Ende die ganze Zeit erzählt.
00:44:18: Der
00:44:19: hat
00:44:20: so wenig gegen die Nazis aufgebäumten, die Juden an sich vorbeiziehen, obwohl er das Gefühl hatte, was tun können zu wollen, zu müssen.
00:44:26: Also der darüber auch wahnsinnig geworden ist, der da schätzt Gewissen bekommen hat.
00:44:29: Genau,
00:44:29: am Ende, ja.
00:44:31: Sorry, fahren verloren.
00:44:33: Die letzten beiden waren, glaube ich, Piste und Eva, oder?
00:44:35: Ah,
00:44:35: und das ist Piste auch der, der Eva rechnen will, weil sein Freund Eva Gewaltig ist.
00:44:40: Also alle tragen wahnsinnig viel Last und Bürde mit sich rum.
00:44:44: Und wenn ich Eva schon nicht beschützen kann, will ich sie rechnen.
00:44:47: Also hört mal, allein wie viel Platz wir da jetzt angerissen haben und das ist nicht ein Ansatz.
00:44:51: das ganze Buch, das ist wirklich
00:44:52: krass.
00:44:52: Und honestly auch wie viele Meta-Ebenen.
00:44:55: Also ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, ich steig immer so ruhig von Farben.
00:44:57: Ja, für
00:44:58: Tilo gibt es keine Meta-Ebenen, für Tilo
00:44:59: ist es einfach ein bisschen dümmer als Tilo.
00:45:03: Nein, ich möchte gar keine Veränderung entstehen, dass es wirklich so... Es ist einfach, aber vielleicht liegt es auch daran, dass ich im Zyklus dieses Buchs... Darum dieses Buch herum, darüber im Übrigen liebe Hörerinnen und Hörer, gibt es eine Patreon-Folge, wo wir über die Bücher der letzten Wochen, die wir alle gelesen haben, sprechen werden.
00:45:18: Ich habe es die Hollanderin gelesen, zum Beispiel, oder so ein, auch so ein Vietnam-Epos, tausend Seiten, wo so hundert Figuren drin vorkommen.
00:45:28: Und dann war das alles, das kam ja, also dieses Buch kam ja dann so dürr vor.
00:45:31: Ja,
00:45:31: das verstehe
00:45:32: ich.
00:45:32: Im Vergleich zu zum Beispiel die Hollanderin, also das, was den aktuellen Buchpreis gewonnen hat auch.
00:45:36: Und das ist ein... So anspruchsvolles Buch.
00:45:40: Und ich hab wirklich laut gekichert, weil ich dachte so, das ist eine Frechheit, dieses Buch Menschen anzubieten.
00:45:46: Das Buch hat dreihunderttausend Exemplare verkauft.
00:45:49: Und ich bin mir wirklich, wirklich sicher, nicht viele Menschen haben dieses dünne, sensationelle Büchlein.
00:45:54: Ich fahr's ganz toll.
00:45:55: Durchgelesen, weil es ist ein Buch komplett im Konjunktiv.
00:45:58: Die Holländerin.
00:45:59: Die Holländerin.
00:46:00: Jetzt muss ich das auch lesen.
00:46:03: Das ist ganz dünn.
00:46:04: Das sind, ich glaube, so ne hundertsechzig Seiten oder so, oder hundertfünfzig Seiten.
00:46:08: Und es geht um zwei Holländerinnen, die im Urlaub, im Urwald verschwunden sind.
00:46:11: Und dann gibt es ein Theaterstück, was gespürt werden.
00:46:14: Das ist ein anderes Buch, was wir uns besprechen, da ein Theaterstück dazu gemacht werden.
00:46:17: Und eine, ich weiß, in einer Autorin, ich glaube, oder in Dramatogen, reißt in den Urwald, um mit einem Regisseur zusammen dieses Theaterstück dazu zu inszenieren.
00:46:28: Und du liest es, und du fragst dich so, what?
00:46:32: Was erzählt sie gerade?
00:46:33: Wo bewegt sich diese Geschichte?
00:46:35: Das kann man bitte nicht besprechen.
00:46:36: Das
00:46:36: ist wirklich total krass.
00:46:38: Und da hast du mal so was, so Fragmente und Versatzstücke.
00:46:40: Und dann, wie gesagt, noch mal alles im Konjunktiv geschrieben.
00:46:43: Ich habe noch nie ein Buch gelesen, was komplett im Konjunktiv geschrieben wurde.
00:46:47: Du kannst dieses Buch ja gleich auch vorschlagen.
00:46:50: Nee,
00:46:50: nee.
00:46:54: Das ist richtig Arbeit.
00:46:55: Das ist richtig Arbeit.
00:46:59: Da muss man sich gerade an Tisch setzen, um dieses Buch zu lesen.
00:47:03: Da hab ich mir dann angefangen, Gedanken darüber zu machen, was bedeutet das, wie so gibt es das.
00:47:07: Das Buch endet auch einfach.
00:47:10: Mach mal in der Patreon-Folge, da reden wir doch noch mal darüber.
00:47:13: Katy wollte doch noch darüber sprechen, ob Bücher ... Tragütje braucht, finde ich auch
00:47:19: nirgendwo.
00:47:20: Genau, weil ich fand wirklich also das, was du rausgesucht hast, auch das Kapitel.
00:47:23: Also ich fand ja irgendwie total schön, wie er gesagt hat, der Schriftsteller fürchtet sich vor nichts mehr als vor dem Glück.
00:47:31: Was nur verständlich ist, denn Schreiben ist Konservieren, Festhalten, Ordnen, das Glück aber meidet, die Sprache entzieht sich den Wörtern, versteckt sich in der Vergänglichkeit und zerfällt, wenn man es zu erklären versucht.
00:47:42: Und das fand ich krass schön und irgendwie ja auch... Ist dann die Frage, muss ein gutes
00:47:49: Buch
00:47:50: aber trotzdem dann eine Tragödie sein?
00:47:51: oder kann man trotz, also ist es dann, muss man gar nicht erst probieren, ein glückliches Buch zu schreiben, weil man es eh nicht hinbekommt, das Gefühl so zu beschreiben, wie es wirklich ist in dieser Gänze, weil Glück ist ja so das Gefühl nach dem alle streben und irgendwie man strebt ja immer weiter und man hat immer das Gefühl, man hat es eh nie erreicht.
00:48:10: Das heißt, wie soll man das beschreiben?
00:48:12: Und es fand ich irgendwie so einen sehr schönen Gedanken.
00:48:16: Gleichzeitig ist ja auch oft Geschichte tragisch, nicht nur die Familiengeschichte, sondern auch die generelle Zeitgeschichte.
00:48:24: krass tragisch, in der das spielt.
00:48:26: Also genau, ich habe mich aber dann nur so lange gefragt, muss immer alles so tragisch sein, kann man das auch probieren oder ist es dann einfach keine Geschichte?
00:48:34: Wird sie gerade mal so...
00:48:35: Also in dem Moment muss ich gerade drüber nachdenken, mir fällt keine einzige wirkliche Szene von Glück in den Buch ein.
00:48:41: Als ich das Buch gelesen habe, war in meinem Kopf die ganze Zeit, es war immer grau.
00:48:45: Also es hat kein einziges Mal die Sonne geschienen in diesem Buch für mich.
00:48:48: Deshalb habe ich aber gerade während wir darüber geredet haben, auch gedacht zum Beispiel... Die geschwisterliche Beziehung zwischen Eva und Pista, gerade weil er sie dann auch rechnen will und sowas für die Vergewaltigung, die passiert ist, ist ja schon auch ein starker Bond.
00:49:01: Und vielleicht generell diese Familie, wobei da natürlich auch so viel Schlimmes passiert und lügen.
00:49:07: Aber also mir fällt jetzt da akut nichts ein, würde ich sagen.
00:49:12: Da hat mal die Sonne gestraten im Bühne.
00:49:13: Da war jetzt ein glücklicher Moment.
00:49:15: Es ist
00:49:15: easy read, wie ich sagen würde.
00:49:17: Da
00:49:17: haben die die Sonne geschrieben.
00:49:18: Hey, wie sweet!
00:49:19: Das sieht Stilo Mischka so abstrahlt.
00:49:20: Wenn die Sonne scheint, lese ich Bücher, den es ist.
00:49:23: Aber lustigerweise habe ich den Satz ganz anders gelesen.
00:49:24: Wie hast du den gelesen?
00:49:26: Das ist auch so ein schreibender, also schreibende Schriftsteller, kulturschaffende Satz dieses, du hast Angst davor, glücklich zu sein, weil dann kannst du nicht kreativ sein.
00:49:36: Das bedeutet für mich der Satz, dass der Schriftsteller nicht schreiben kann, die Schutzstellerin, wenn er glücklich ist.
00:49:43: Das ist so eine Sache, die man... Also, ich hab, glaub ich, meine ersten langen Texte, also so, für dreißigvierzigtausend Zeichen.
00:49:50: Liebeskummer.
00:49:51: Liebeskummer.
00:49:52: Prost dich, dass du das sagst.
00:49:53: Ähm,
00:49:54: große... Ich hab damals auf MySpace angefangen, sogar lange Texte zu schreiben.
00:49:59: Irgendwann, als ich anfing, professionell für Geld zu schreiben, hatte ich so Angst.
00:50:04: Krass, ich kann ja gar nicht erzählen, wenn ich nicht traurig bin.
00:50:07: Es hat man ja voll oft auch das Künstler ihre besten Werke geschrieben haben, als sie gerade an ihrem Tiefpunkt waren oder gemalt oder komponiert.
00:50:13: Ich
00:50:14: habe am Wochenende die schlechteste Serie der Welt, The Idol, gesehen, mit und von The Weeknd.
00:50:20: Ah,
00:50:20: davon habe ich gehört.
00:50:21: Das
00:50:22: würde keine zehn Sekunden in die Serie investieren.
00:50:24: Das ist das schlechteste, was ich hier gesehen habe.
00:50:26: Das ist auch sofort abgesetzt worden.
00:50:28: Ich kann empfehlen, Nine One One Lone Star.
00:50:29: Das ist eine Auskopplung von Nine One One.
00:50:31: Das ist eine Polizeistation in LA, aber Lone Star spät in Austin, Texas.
00:50:34: Das ist eine sensationelle Serie, die ich liebe.
00:50:36: Da macht Rob Lowe mit, der die schönsten Haare eines Mannes über fünfzig hat.
00:50:39: Scheint da Sonne ab und zu?
00:50:40: Die ganze Zeit.
00:50:41: Ach, schön.
00:50:42: Perfekt.
00:50:43: Klingt gut.
00:50:44: Also ich glaube, noch mal so, ob das Tragödie braucht.
00:50:48: Ja.
00:50:49: Ja, glaub ich auch.
00:50:51: Wirklich?
00:50:51: Ja.
00:50:52: Überraschung,
00:50:53: wir sind anderer Meinung.
00:50:54: Also, ob ein Buch grundsätzlich Tragödie braucht?
00:50:56: Nee.
00:50:57: Das ist schon die Frage.
00:50:59: Ja,
00:50:59: doch.
00:50:59: Also, bei dem Buch... Hätte ich es jetzt komisch gefunden, wenn es da jetzt irgendwie...
00:51:04: Nee, ich glaube, ich meine auch so generell Literatur.
00:51:06: Doch, da natürlich schon.
00:51:07: Also, ich glaube... Man mag ja, also es kommt drauf an.
00:51:11: Kurko wird das auch hast du noch nicht gesagt, aber ein wenig leben.
00:51:14: In jeder Folge muss einmal.
00:51:16: Da
00:51:16: ist ja auf jeder Seite.
00:51:18: Ja, genau.
00:51:19: Ja, voll.
00:51:20: Aber das finde ich natürlich auch krass, weil da geht es ja um eine Person im Vergleich zu ganz vielen Personen.
00:51:24: Und da kann man viel besser diese Bindung aufbauen.
00:51:26: Also es hat mich viel mehr berührt als jetzt da, obwohl da ja auch super viel Schlimmes passiert.
00:51:31: Es hat mich nicht so berührt, weil ich keine Bindung zu den Personen aufgebaut habe.
00:51:34: Das ist natürlich irgendwie dann auch noch mal was anderes.
00:51:37: Kannst
00:51:38: du ein Buch ohne Tragödie denn?
00:51:39: Ich überlege gerade darüber.
00:51:40: Umlaufbahn.
00:51:41: Es ist ja eigentlich auch, da geht es ja um das Ende der Welt am Ende.
00:51:44: Ach
00:51:44: komm.
00:51:46: Witzigerweise geht es bei den Hollanderen um diese Tragödie.
00:51:49: Also da ist alles etwas Tragödie und da habe ich gelernt und das habe ich jetzt noch mal schnell, weil ich schon wieder vergessen habe.
00:51:54: Da habe ich gelernt, woher der Begriff Tragödie kommt und das muss ich euch erzählen.
00:51:57: Ja gerne.
00:51:57: Denn das ist griechisch Überraschung und bedeutet Bockgesang.
00:52:02: Und Tragos ist der Ziegenbock, der geopfert wurde, der Gesang des Boxes.
00:52:07: Und da geht es nämlich um dieses... Genau, die frühere Köre sollen Ziegenfälle getragen haben.
00:52:12: Der Bock gesang, wäre dann ganz wörtlich zu verstehen, bla, bla, bla.
00:52:15: Der Preis war ein Bock.
00:52:16: Eine ältere These der Sieger eines dramatischen Wettstreis bekam ein Ziegenbock als Preis.
00:52:19: Und ich fand das so wahnsinnig witzig, dass in der Tragödie ein Ziegenbock vorkommt.
00:52:24: Ja, das mag ich mir.
00:52:25: Ja, das kam nämlich bei den Hollenden drin und da war ich noch so...
00:52:29: Siegenbox!
00:52:31: Ich überlege gerade, ob ich Bücher gelesen habe ohne Tragödie.
00:52:36: Nee, du hast recht, du brauchst ... Du brauchst
00:52:38: ein Blot, der reinknallt.
00:52:40: Ich finde, da ist ja die Wut, die bleibt von Mariah Gefallwickel, wo auf Seite eins die Mutter Suizid begeht.
00:52:45: Das ist für mich das Paradebeispiel.
00:52:46: Einmal ins Gesicht geschlagen bekommen und dann kannst du anfangen, die gute Geschichte zu erzählen.
00:52:50: Eines der krassesten Bücher.
00:52:51: Ich fand das so gut.
00:52:53: Auch über diese ganzen feministischen Bücher, die ich in den letzten Jahren gelesen hab, da geht's immer einmal tief unter die Gürtelinie und dann geht's los.
00:53:01: Hm.
00:53:02: Ich überlege gerade noch mal.
00:53:03: Ja, ja.
00:53:04: Ich muss sagen, dass ich auch
00:53:05: mal eine eigeneslose, also das ist ja letztendlich eine eigenesloses Buch.
00:53:09: Also es ist ja auch so, zum Beispiel im Film gibt es ja, also als Beispiel muss ich da immer an diese Solarpunk-Genre denken.
00:53:16: Das ist so, also Disney hat, glaube ich, a strange, so a strange, strange world.
00:53:21: Oder so.
00:53:21: auf jeden Fall geht es darum, um eine Welt in der Zukunft, in der die Menschen mit grüner Energie arbeiten und so.
00:53:27: Natürlich gibt es im Plot dann so ein Einschnitt, nämlich irgendwie, ich glaube, die Energie.
00:53:33: Die bekommen die Energie gerade nicht mehr und dann suchen die eben die Lösung.
00:53:37: Aber in dem Plot gibt es keine richtigen Bösewichte.
00:53:42: Also alle machen halt irgendwas, aber am Ende kann man verstehen, warum sie es gemacht haben.
00:53:46: Und am Ende kommen sie zu so einer guten Lösung und es ist so eine, keine Dystopie, sondern so könnte es auch sein.
00:53:53: Aber der Film wurde auch total zerrissen.
00:53:56: Das ist ja so total langweilig.
00:53:59: Manchmal frage ich mich so, muss man einfach besser werden darin, auch so glückliche Sachen zu erzählen?
00:54:05: Also nicht, dass ich das könnte.
00:54:07: Aber ich frage mich das nur, weil es muss ja möglich sein, irgendwie eine gute Geschichte zu schreiben, die irgendwie ohne dieses so... Aber das ist auch nur so ein Gedanke, zu dem ich keine Antwort habe.
00:54:21: Wir würden nicht mal ein Fantasy oder... Märchen oder nichts einfallen, wo nicht eine krasse Sache passiert ist und man denkt, oh Mann, das hätte ich mir jetzt auch gerne gespart.
00:54:30: Also, unser Freund Chechibiti sagt an dieser Stelle... Ich
00:54:32: hasse Chechibiti, das ist nicht mein Freund.
00:54:34: Ja, bitte.
00:54:35: Sagt an dieser Stelle, dass es tatsächlich sehr selten ist.
00:54:37: Es gibt allerdings Romane ohne Tragödie und es gibt als Beispiel, und jetzt haltet euch fest, Marcel Proust.
00:54:44: Ich weiß nicht, wer
00:54:45: das auch hat.
00:54:47: Wie beschreibt man das?
00:54:48: Flo kann uns einen längeren Vortrag darüber unterhalten.
00:54:50: Das ist ein literarisches Floß.
00:54:51: Der Kameramann steht hier.
00:54:53: Es ist ein mehrbändiges E-Pos.
00:54:57: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit, wo es eigentlich um ... Da geht es eigentlich um alles und nichts.
00:55:02: Es ist die größte Mutprobe des Intellektuellen oder der Intellektuellen, das mal durchzulesen.
00:55:07: Ich kenne auch eine Person tatsächlich.
00:55:09: Deine Mutter.
00:55:10: Nein, nein, nein.
00:55:11: Ein richtiger ... Ich würde es
00:55:13: abgeben.
00:55:14: So ein universitärer Intellektueller, der auch an der Universität weiterarbeitet und im naturwissenschaftlichen Sektor forscht und schreibt und existiert und der hat mir mal auf einer neunzigminütigen Rückfahrt.
00:55:25: aus Brandenburg nach Berlin erzählt, was diese Faszination dieses Buchs ist.
00:55:28: Ich habe danach diese mehrere Bände von Marcel Proust lesen wollen, weil er hat es so krass begeistert und mir beschrieben, dass ich immer mal überlegt habe, ob ich den mal einlade für eine Folge, die sehr wenig Menschen hören, warum es sich lohnt, dieses Buch zu hören lesen.
00:55:40: Oder diese Bücher
00:55:41: zu lesen.
00:55:41: Also ich wäre dabei.
00:55:42: Ich auch.
00:55:43: Ich sage das, weil er kommt ja hier drin vor.
00:55:44: Also deswegen, er kommt ja bei Lazar, kommt ja Proust vor, eben dieses wird doch da, dieser eine, der da, das ist immer, irgendwann liest das doch in dem Buch, haben wir doch gerade vorhin gesagt.
00:55:52: Ich glaube, Kavka habe ich mich erinnert.
00:55:53: Also wohl
00:55:54: war ich Kavka, erinnere ich mich auch.
00:55:57: Ich habe Brust gesagt, deswegen bin ich die Urheberin des Gedanken, aber ich würde jetzt nicht die Hand für ins Feier liegen.
00:56:02: Okay, aber Kavka ist jetzt so... Das
00:56:04: ist was anderes.
00:56:05: Also...
00:56:05: Ja, wer geht das zeitlich überhaupt aus?
00:56:07: Kavka zu lesen?
00:56:08: In dem Buch?
00:56:10: Also Kavka sozusagen wurde gelesen ab, frühe, zwanzig, also neunzehn.
00:56:19: Ich weiß nicht,
00:56:19: neunzigzehnt, dreißig?
00:56:20: Da
00:56:20: hab ich ja so ne fünfzigzehnt.
00:56:21: Da kannst du Kafka auf jeden Fall lesen, weil der war ja auch verboten.
00:56:24: Das war ja ziemlich hypig, Kafka zu lesen.
00:56:29: Da empfehle ich im Übrigen eine Dokumentation.
00:56:33: Da durfte ich, haltet euch mal fest, da bin ich richtig stolz drauf.
00:56:36: Bis heute.
00:56:37: Neben Daniel Kehlmann und Rüdiger Saarfranski über Franz Kafka reden.
00:56:41: Das ist aber krass.
00:56:42: Kann man das noch irgendwo sehen?
00:56:43: Das kann man noch irgendwo
00:56:44: sehen.
00:56:44: Ich veräre ja Daniel Kellmann.
00:56:45: Was ich ja sehr selten laut ... Ich durfte den mal kennenlernen, der ist auch noch sympathisch.
00:56:49: Hast du was mit Daniel Kellmann gelesen?
00:56:52: Das macht wirklich
00:56:52: die Spaß.
00:56:53: Daniel Kellmann macht wirklich
00:56:54: die Spaß.
00:56:55: Du setzt dich einmal in diese Schlitterbahn und du schlitterst durch das Boot.
00:56:58: Du musst gar nichts machen.
00:56:59: Die Augen bewegen sich über die Seiten.
00:57:00: Du liest das, du findest das toll.
00:57:01: Der kann wirklich toll schreiben.
00:57:03: Hier gibt es einen richtigen Hot-Tag.
00:57:06: Daniel Kellmann ist der erwachsene Mann, der das so schreibt, wie Lazar ist, aber auf ... End-High-Level gut.
00:57:14: Und ohne viel in Bücher reinpacken zu müssen.
00:57:16: Also ein Lichtspiel hat mich tatsächlich, also mir ist schon klar, warum er den Blob so geschrieben hat.
00:57:21: Die Texte sind sich sehr ähnlich.
00:57:22: Es geht auch um Nazizeit und um Regisseur.
00:57:23: Hast du Lichtspiele gelesen?
00:57:24: Das
00:57:24: ist doch hier Charlie Chaplin, oder?
00:57:26: Nee, da geht es um den Regisseur.
00:57:28: Ah ja.
00:57:29: Der hat diesen auffälligen Namen.
00:57:30: Charlie
00:57:30: Chaplin, sondern ...
00:57:32: Ja, der hat so einen Namen.
00:57:33: Da bin ich hundertmal drüber gestolpert.
00:57:36: Es geht um den Regisseur in Nazizeiten und der soll für die Nazis Filme produzieren, flieht.
00:57:41: Ich würde seine Familie und Mutter beschützen.
00:57:43: Und dann geht diese Filmrolle ein Riesen-Epo.
00:57:47: Also wirklich ein wahnsinnig gutes Buch, auch enddick.
00:57:49: Und Daniel Kehmann.
00:57:51: Papst.
00:57:51: Danke.
00:57:53: Der kann mit sehr viel weniger solche Szeneterien hochheben, die historisch wahnsinnig richtig und beeindruckend sind.
00:58:01: Und er ist halt ein krasser Szenärst.
00:58:03: Dann geht es noch krass ums Kien.
00:58:04: Also wirklich ganz, ganz toll.
00:58:05: Die Szene im Kino, in den Lichtspiel.
00:58:08: Da füllen sie einen Kinosaal oder einen Schauspielsaal und stehen nur schon komplett ausgemärkelte Juden, Jüdinnen, drinnen.
00:58:18: Und der Kameramann sitzt auf so einem Schwenkarm, wie man das früher gemacht hat.
00:58:21: Und er fängt an, diese wahnsinnig kranken Menschen unter sich zu regeln.
00:58:26: Guck mal, Gänsehaut, das ist so krass geschrieben.
00:58:30: Und ich lese wirklich nicht gern über Nazis.
00:58:32: Das ist nicht in meiner Epoche, ich lebe, das zieht mich so krass runter.
00:58:36: Das ist so ein... feiner Leni-Streich, diese Szene.
00:58:41: Also wenn Neilio All älter wird, wünsche ich ihm, dass er so schreiben kann, weil Daniel Kellmann ist Haut, aber sehr an eine Kette.
00:58:48: Scheliga, dann ist das deine Armbänder, die ganze Zeit klappern.
00:58:50: Das
00:58:51: ist mein Trademark.
00:58:53: Also lese bitte mal Daniel Kellmann.
00:58:55: Aber fang ich mit Lichtspiel an, der kann wirklich wahnsinnig gut schreiben.
00:58:59: Ich
00:58:59: hoffe, er hört das und spielt ihm das vor, weil ich bin wirklich ultra von dem.
00:59:03: Okay, dieses Jahr werde ich mehr lesen und auch zu Ende
00:59:06: lesen.
00:59:06: In was sollte man denn bei Daniel K. Mann anfangen?
00:59:08: Ich finde, Vermessung der Welt ist das beste
00:59:09: Problem.
00:59:10: Vermessung der Welt.
00:59:10: Ja,
00:59:12: das hat man schon
00:59:12: mal gehört.
00:59:13: Ich hatte Vermessung der Welt in einer Hängematte im Urwald gelesen und fand das ganz toll.
00:59:16: Es hat mir so wirklich ...
00:59:16: Ein Easy Read!
00:59:18: Ein
00:59:19: Feed Read!
00:59:20: So, das war für mich ... Ich war wirklich im tiefsten, tiefsten Urwald mit Florian, unserem Kameramann, und hab immer abends zur Entspannung, weil das sehr gefährlich dort war, hab ich ... mich in diese Welt von Alexander von Humboldt gegeben und fand es so
00:59:34: schön.
00:59:35: Ich muss euch wirklich was Schlimmes fragen.
00:59:37: Ah, nein.
00:59:38: Ich hab das schon mal angefangen.
00:59:44: Lies es einfach nochmal.
00:59:45: Nee, versuch mal Lichtspiel.
00:59:46: Lichtspiel?
00:59:47: Ja, versuch mal Lichtspiel, weil das sein modernste Text ist.
00:59:50: Und die sehr junge Personen sind.
00:59:52: Vielleicht ist das nicht so weit weg.
00:59:54: Wollen wir abschließend noch mal ... Wir haben noch nicht darüber gesprochen, was unsere Lesen, die auch die Verlosungen ... gemacht haben.
01:00:02: Also die drei Menschen haben ihre drei Bücher bekommen.
01:00:04: Also jeder eins, nicht jeder drei.
01:00:05: Ich weiß aber nicht, ob alle drei auch uns einen eins
01:00:08: gespielt haben.
01:00:09: Genau, also wir haben insgesamt drei Nachrichten bekommen.
01:00:11: Yes!
01:00:14: Also mit dem Ziel, wir sind am Ende des Jahres auf deiner Bühne, drei Gäste haben wir schon
01:00:17: mal.
01:00:17: Mehr, wir haben nur alle Freunde und Familie.
01:00:22: Was haben die gesagt?
01:00:23: Was war das Feedback?
01:00:24: Also... Die haben alle drei geschrieben.
01:00:26: Niemand wollte uns eine Sprachaufnahme schicken, weil es natürlich immer schön ist, das dann einzubauen und die Leute selbst sprechen zu lassen.
01:00:31: Soll ich das vorlesen?
01:00:32: Oder du kannst es auch
01:00:33: zusammenfassen.
01:00:34: Ich habe ja vorhin kurz einmal schon gesagt, dass eine Person was Positives gesagt hatte und die anderen beiden das auch eher negativ gesagt haben.
01:00:41: Und das schließt sich eigentlich total an unser Gespräch an.
01:00:45: Und deshalb auch so ein bisschen, was ich vorhin gesagt habe.
01:00:47: Es ging nämlich bei den Positiven vor allem um die Sprache, dass das einfach wunderschön geschrieben war und deshalb einfach eine tolle Geschichte war.
01:00:54: Und bei den anderen beiden ging es genau um den Blot, dass es irgendwie ein bisschen überfordern war.
01:01:00: zu viele Geschichten, auf einmal zu viele Charaktere.
01:01:05: Die eine Person hat auch Koko zitiert, dass es vielleicht ein Buch ist, nicht für jedermann und nicht zu jeder Zeit, aber dass es generell kein schlechtes Buch ist.
01:01:13: Also ich glaube, niemand hat gesagt, dass es generell ein schlechtes Buch ist.
01:01:17: Und die beiden haben auch bewertet.
01:01:19: Und die weiß, glaube ich, dreieinhalb und zwei von fünf.
01:01:22: Ich
01:01:23: wollte nämlich auch gerade sagen, wollen wir es auch bewerten.
01:01:24: Das machen
01:01:25: wir auch hier.
01:01:25: Ich höre mal diese X von fünf Sternen.
01:01:27: Von fünf.
01:01:28: Ja,
01:01:28: von fünf.
01:01:30: Also vielleicht kommen wir noch einmal.
01:01:31: Ich glaube, es ist wirklich kein schlechtes Buch.
01:01:33: Nein, nicht wirklich.
01:01:33: Ich möchte ein Beispiel geben für ein schlechtes Buch.
01:01:35: Die Biografie und der Bohlen.
01:01:36: Es ist ein schlechtes
01:01:37: Buch.
01:01:37: Hast du dich gelesen?
01:01:38: Die Lagenabrufe.
01:01:39: Meine Mutter hat gesagt, sie verkauft es nicht.
01:01:40: Und dann einmal ganz kurz kamen die, da mussten die aus dem Degel geschwärzt werden.
01:01:45: Und das ist wirklich richtiger Schrott.
01:01:47: Also es wird euch jetzt überraschen.
01:01:48: Aber ich würde sagen, das Buch ist vier von fünf.
01:01:52: Obwohl es nicht mein Buch ist, aber es ist handwerklich wahnsinnig krass gemacht.
01:01:56: Okay, also Koko kriegt in der vier von fünf.
01:01:58: Das kommt auf die Taschmurraufgabe.
01:02:02: Koko,
01:02:02: vier von fünf Sternen.
01:02:04: Also, Robo und Verlag meldet euch bitte.
01:02:06: Das kostet natürlich.
01:02:08: Luca.
01:02:10: Boah, ich schwanke zwischen zwei, fünf und drei.
01:02:14: Aber ich will es auch nochmal sagen, es ist wirklich ein gutes Buch.
01:02:19: Nicht nur nicht für jede Person.
01:02:23: Hast du?
01:02:23: Ich wusste früher im Voluntariats die Zeitung, für die ich gearbeitet habe, immer die Leserbriefe schreiben, weil wir nicht die Leserbriefe bekommen haben.
01:02:29: Hast du es selber gerade auf uns die Nachricht geschickt?
01:02:32: Okay.
01:02:33: Nein, nein, nein, nein.
01:02:34: Also ich erkenne, die Meister leistet irgendwo hinter dem Buch.
01:02:37: Ich erkenne das Herzblut, was in das Buch geflossen ist.
01:02:40: Man liest ja manchmal auch Bücher, denkt man sich so.
01:02:42: Hm.
01:02:43: Aber da, ich spüre schon, dass da viel hinten dran steckt.
01:02:45: Es war vielleicht einfach nicht mein Büro.
01:02:47: Vielleicht habe ich auch was anderes erwartet.
01:02:48: Mehr Märchen, mehr Saga, sowas.
01:02:50: Also, genau.
01:02:52: Ich glaube, deshalb eher so zwischen zwei, fünf, fünf, drei.
01:02:54: Okay, festlegen.
01:02:55: Zwei, fünf oder drei?
01:02:56: Ich
01:02:57: hasse es ja, wenn ich feststehe.
01:02:58: Jetzt los, drei.
01:02:59: Drei.
01:02:59: Okay.
01:03:01: Drei von fünf.
01:03:01: Ja, drei von fünf.
01:03:02: Ähm,
01:03:04: ja, ich glaube, ich muss auch drei von fünf sagen.
01:03:07: Genau.
01:03:08: Also, ich glaube, es war... Ich habe ein bisschen zu viel Chaos im Kopf nach dem Lesen des Buches, als dass ich eine vier oder eine fünf von fünf geben könnte.
01:03:16: Aber ich finde auch saukrass, was er geleistet hat.
01:03:20: Ich finde auch, es muss ja für ihn auch super krass gewesen sein, das zu schreiben, weil es ja seine oder inspiriert an seine eigenen Familiengeschichte ist.
01:03:30: Und dadurch ist es ja auch nochmal besonderer.
01:03:32: Und ich glaube, es wird für ihn... Schätze ich mal, immer ein besonderes Buch bleiben, eben weil es so persönlich ist und gehört ja auch immer viel Mut dazu, sowas auch der Öffentlichkeit zu präsentieren.
01:03:46: und genau ich.
01:03:47: Ich bin sehr fasziniert davon, wie er schreiben kann.
01:03:50: Ich würde auch noch mal ein Buch von ihm lesen.
01:03:51: Ich auch auf jeden Fall auch.
01:03:53: Das ist ein sehr guter.
01:03:53: Würden wir alle noch mal ein Buch von ihm lesen?
01:03:55: Auf
01:03:55: jeden Fall.
01:03:56: Ich bin total gespannt, wie sich dieser Auto entwickeln wird.
01:03:59: Was der uns noch geben wird.
01:04:02: Wie schwer es für ihn sein muss.
01:04:03: jetzt das nächste Buch.
01:04:03: Vor allem thematisch.
01:04:05: Aber was will er noch schreiben?
01:04:06: Aber ich würde mir was richtig junges wünschen.
01:04:09: Total modernes Thema.
01:04:10: Nichts ist top.
01:04:11: Ich gehe nach Berlin.
01:04:12: Ich gehe nach Berlin.
01:04:14: Von Wien nach Berlin.
01:04:15: Und dann lernt er da die Liebe seines Lebens Berlin kennen.
01:04:17: und dann nutzt der Slang.
01:04:19: Das, dann bin ich raus.
01:04:20: Dann kriegt er noch einstellt.
01:04:25: Also ich gebe auch diesen Buch, meine Goodreadswertung würde ich jetzt hier sagen, ich habe den Buch einer drei von fünf gegeben.
01:04:32: Genau aus den all den Gründen, die ich gesagt habe, es hat mir gefallen, es ist toll geschrieben.
01:04:36: Ich bin begeistert von diesem Autoren und will wissen, wie sich dieser Autor weiterentwickelt.
01:04:39: Aber A, habe ich das Gefühl, dass ich eben zu oft diese Art Bücher schon gelesen habe, die so bemüht mit ihrer eigenen Sprache umgehen?
01:04:46: und dass es eben eine Artistik-Nummer ist.
01:04:49: Dass ich Teil eines Flickflacks eines literarischen geworden bin.
01:04:54: Und das hat mich einfach zu wenig nachhaltig berührt.
01:04:57: Insbesondere weil ich im Rahmen der Bücher dich darum herumgelesen habe, die alle so krass sind.
01:05:00: Da habe ich dann einfach noch mal gemerkt, ja okay, man braucht mehr als eine schöne Sprache und eine tolle Geschichte.
01:05:06: Die Geschichte ist ja gut.
01:05:07: Die erzählt, um ein nachhaltiges Buch
01:05:09: zu machen.
01:05:10: So.
01:05:12: Zum Beispiel, ihr kennt ja meine Haltung zu Zweiundzwanzig Bahnen.
01:05:14: Ich habe über Zweiundzwanzig Bahnen mehr nachgedacht als über dieses Buch.
01:05:18: Ah, interessant.
01:05:19: So, das Buch war einfach vorbei.
01:05:21: Ja.
01:05:22: Es war vorbei.
01:05:23: Und Zweiundzwanzig Bahnen hat mich mehr beschäftigt.
01:05:24: Ich war länger wütend.
01:05:25: Ich war länger, da habe ich länger über Karowal nachgedacht als Autorin, über die Rolle von Sprache, die Wichtigkeit von Sprache als in diesem... Wirklich krass, lackiertem Fußboden als Buch.
01:05:36: Das war bei mir genau andersrum.
01:05:37: Ich habe viel mehr über ihn mir reingezogen und fand ihn sehr sympathisch, aber er hat in einem Interview... gesagt, er wurde gefragt, warum sollten Leute dein Buch lesen?
01:05:48: Da gesagt, damit ich mehr Geld verdiene.
01:05:49: Das finde
01:05:49: ich super.
01:05:50: Das finde ich super.
01:05:50: Iconic.
01:05:50: Da sind sie ja Karo-Wand.
01:05:51: Da bin ich mir auch einen
01:05:52: blauen Audi.
01:05:52: Ich darf es nicht falsch sagen.
01:05:53: Ich darf es nicht falsch sagen.
01:05:53: Ich darf es nicht falsch sagen.
01:05:54: Ich darf es nicht falsch sagen.
01:05:55: Ich darf es nicht falsch sagen.
01:05:56: Ich darf es nicht falsch sagen.
01:05:56: Ich darf es nicht falsch sagen.
01:05:57: Ich darf es nicht falsch sagen.
01:05:58: Ich darf es nicht falsch sagen.
01:05:59: Ich darf es nicht falsch sagen.
01:06:00: Ich darf es nicht falsch
01:06:00: sagen.
01:06:00: Ich darf es nicht
01:06:01: falsch sagen.
01:06:01: Ich darf es nicht
01:06:02: falsch sagen.
01:06:02: Ich darf es nicht falsch sagen.
01:06:03: Ich darf es nicht falsch sagen.
01:06:04: Ich darf es nicht falsch sagen.
01:06:05: Ich darf es nicht falsch sagen.
01:06:06: Ich darf
01:06:06: es nicht falsch
01:06:06: sagen.
01:06:06: Ich darf es nicht falsch sagen.
01:06:07: Ich darf es nicht falsch sagen.
01:06:08: Ich darf es nicht falsch sagen.
01:06:09: Ich darf es nicht falsch sagen.
01:06:10: Ich darf es nicht falsch sagen.
01:06:11: Ich darf es nicht falsch Personen.
01:06:13: Kommt
01:06:13: aber aus einer Arztfamilie.
01:06:14: Aber einer verarmten.
01:06:15: Einer enteigneten.
01:06:20: Und ich meine, um abschließend, vielleicht aus meiner Perspektive noch, ich habe Säuer die Geschichte meiner Großmutter aufschreiben, die wir uns alle bei German Guild, ja jetzt gerade an Gruppen.
01:06:27: Ein ZDF Projekt.
01:06:28: Und ich habe dann beim Verlag geschrieben, lieber Verlag.
01:06:32: Ich würde es gerne so wie Lasam machen, nämlich so kaleidoskopisch.
01:06:35: Ich will kein Sachbuch über meine Oma schreiben und über die Geschichte meines armeenischen Großvaters in allen Pipapos, sondern ich will das sowieso... Das ist ja ein kaleidoskop.
01:06:42: Das sind so viele... Also jedes Kapitel ist eine andere Frau.
01:06:44: Das finde
01:06:44: ich aber ein sehr schönes Adjektiv.
01:06:46: jetzt für dieses Buch.
01:06:47: Kaleidoskopisch.
01:06:47: Das ist es wirklich.
01:06:49: Und ich möchte gerne... Also er hat mich inspiriert und ich meine, das ist ihm wirklich das Schönste.
01:06:53: Ja.
01:06:53: Dann gibt es doch auch die vier.
01:06:55: Jetzt war er nicht so geizig mit deinen drei, fünf.
01:06:57: Drei habe ich gegeben.
01:06:59: Ich habe das Gefühl nach dem Buchclub gefallen, mir die Bücher aber auch immer noch ein Trick besser
01:07:03: haben.
01:07:03: Okay, drei
01:07:04: Komma
01:07:05: fünf, ich gehe hoch.
01:07:06: Am Wochenende wirklich, habe ich nur geflucht.
01:07:08: Und weil die ganze Zeit, ich lese jetzt so, wo niemand kann mich aufhalten.
01:07:10: Ich lese jetzt diesen Buch, das war zu Hause wirklich ein Running-Gag.
01:07:12: Ich lese jetzt diesen, ich habe natürlich nicht gelesen, sondern Maillon gezockt.
01:07:17: Und jetzt sitze ich hier und gebe nur vier, weil es einfach, wenn man mit euch redet, das ist wirklich handwirklich krass.
01:07:23: Es ist einfach ein krasses Buch.
01:07:25: Ich würde es nicht jedem und jeder empfehlen, aber...
01:07:29: Was lesen wir nicht zur Woche?
01:07:30: Ja, das... also jetzt wird es aber was leichtes.
01:07:33: Find ich gut.
01:07:34: Ich find es gut, was leichtes.
01:07:35: Komm, wir lesen mal ... Ruhmo
01:07:36: von Walter Mörsken.
01:07:37: Das ist
01:07:38: ja grade ein sehr neues Walter Mörsken.
01:07:40: Hab ich
01:07:40: schon gelesen.
01:07:41: Hab ich immer wieder von mir hergeschoben, weil mein Kopf ist ja so gut, geht gerade.
01:07:44: Und ich gerade so schwere Bücher lesen kann und mich darüber so freue.
01:07:47: Deswegen hab ich Ruhmo wieder ein bisschen weggeschoben.
01:07:49: Und jetzt wirklich dieses eine monströse, hab ich gestern erzählt am Mittagspause, glaub ich.
01:07:52: Das ist im Vietnam, über den Vietnamkrieg irgendwie.
01:07:54: Was ich jetzt am Anfang des Podcasts ... Das bekommen wir aber nicht.
01:07:56: Ich hab ja gedacht, dass du meine Empfehlung diest.
01:07:58: Das war gut, girl, ne?
01:08:00: Das lese ich auch.
01:08:01: Das ist ja drin im Lesestapel.
01:08:03: Also was lesen wir im Bookclub?
01:08:05: Was Altes lesen, was Neues lesen?
01:08:07: Boah, ich hab jetzt auch, glaub ich, nicht...
01:08:08: Wir haben ja gerade das Schülerpräkant in die Folge schneidet.
01:08:11: Wollen wir Sie kurz fragen?
01:08:12: Nein, okay.
01:08:13: Also ich weiß nicht, also... Ob das ein leiches Buch ist oder nicht?
01:08:22: Ich hab das Buch schon gelesen, aber wir hatten ja auch schon darüber diskutiert und das ist auch schon sehr, sehr lange her.
01:08:26: Aber ich hatte letztens... Ich hab das auch schon mal jemandem von euch gesagt, aber ich hatte letztens noch mal mega Bock, die Taube zu lesen.
01:08:33: Ja, also ich erinnere mich, dass das Buch einfach so ein bisschen komisch war.
01:08:37: Also es war so ein bisschen absurd.
01:08:39: Und irgendwie... Also es ist auch verrückt ein bisschen und ich hab irgendwie Bock einfach darüber zu reden oder Leute darüber reden zu hören, genau.
01:08:48: Und ich fände es irgendwie cool, wenn das... Ja, wenn wir... Und außerdem ist also in dem Buch... Er scheint ja eine Taube und dann ändert sich alles.
01:08:57: Und mir ist auch schon mal eine Taube in den Schal gefallen.
01:09:00: Und dann ist mein Tag wirklich ganz schief gegangen an dem Tag.
01:09:04: Also es ist eine längere Geschichte.
01:09:05: Ich bin so mit einem Paar oder einem Baum entlang gefahren und dann ist eine Taube wirklich einfach so runtergefallen in meinen Schal.
01:09:11: Und dann war sie so zwei Sekunden drin und hab ich so gemacht, dass sie rausgeplumpst.
01:09:15: Aber sie war am Leben.
01:09:17: Ja, und dann war wirklich ekelig.
01:09:19: Und ich bin dann so in die Uni gekommen, hab's allen erzählt, aber niemand konnte das so ganz verstehen, was ich gefühlt hab.
01:09:24: Außer dieses Buch.
01:09:26: Ich hab die Taube nie gelesen.
01:09:27: Ich auch nicht.
01:09:28: Aber ist ja gut, ich bin am Ende entscheidet eh die Community.
01:09:30: Die Community entscheidet, genau.
01:09:32: Aber das wollte ich einmal hier... Wie
01:09:33: viel Angebot machen wir denn?
01:09:34: Die Taube?
01:09:35: Die Taube.
01:09:35: Jeder macht eins, würd ich sagen.
01:09:38: Gut, dann würde ich mal ... Ich bin mal auf der Spiegelbeste.
01:09:42: Ich
01:09:42: hab's gerade gesehen.
01:09:43: Was darf's erlaubt?
01:09:45: Colin Hoover.
01:09:46: Nee, auf gar keinen Fall.
01:09:46: Hab
01:09:47: ich
01:09:47: auch gelirkt.
01:09:47: Ich hab alle
01:09:49: Reden über diese
01:09:49: Bücher.
01:09:50: Ich stelle dich so viel mit.
01:09:51: Du kriegst das Ausschlag von.
01:09:52: Das wirst du nie mehr leiden.
01:09:54: Ich finde, für den Buchclub macht es auch irgendwie doch Spaß, andere Bücher zu lesen, weil ich finde, darüber kann man auch nicht so viel
01:09:59: kreieren.
01:10:00: Wir wollen was Einfaches.
01:10:00: Dann möchte ich das neue Dan Brown Buch lesen.
01:10:02: Nein!
01:10:03: Ich will
01:10:04: mal sowas lesen.
01:10:04: Sebastian Vizek.
01:10:05: Ja,
01:10:05: das ist hier auch drauf.
01:10:06: Sebastian Vizek, der Nachbar.
01:10:07: Aber das will ich nicht lesen.
01:10:09: Also
01:10:09: dieses Dan Browning ist, glaube ich, nicht so schlecht.
01:10:12: Mein Schwager hat das auch schon zu Hause liegen.
01:10:14: Aber ich glaube, da verlieren wir auf viele... Tageswürger.
01:10:17: Für Polina.
01:10:18: Nee,
01:10:18: auf keinen Fall.
01:10:20: Schlag's vor.
01:10:21: Nein.
01:10:21: Gut, wer schag's vor?
01:10:22: Ich bin Community Bitter, die sind ja meine Follower, die auch mit mir sind.
01:10:25: Ich lag mit
01:10:26: Polina von Tag, weil ich hab das... Tag, das ist ja ein Freund von mir, das Klammer und...
01:10:30: Hast du noch nicht gelesen?
01:10:31: Und ich hab's noch nicht gelesen, weil ich mein Kopf musste Ruhe finden, weil ich das einfach nicht so weglesen wollte, weil's einfach... Das
01:10:36: wurde auch so gehypt, das Buch.
01:10:37: Also steht auch noch auf Modellismus.
01:10:42: Für Polina, Tageswürger.
01:10:45: Hast du schon gelesen?
01:10:46: Nein.
01:10:46: Das ist mein
01:10:47: Vorschlag.
01:10:49: Ich weiß, dass es auf jeden Fall genüßlich zu lesen ist.
01:10:52: Das haut ja nicht die Beine weg.
01:10:54: Was ist dein Vorschlag?
01:10:55: Oh
01:10:55: Mann, ich bin richtig lost gerade.
01:10:57: Weil ich mich da so durchgebrügelt habe, dass ich mich richtig blockiert habe für mein nächstes Buch.
01:11:03: Nee, bitte mach du erst mal.
01:11:05: Geh mir noch ein.
01:11:08: Also ich wollte eigentlich vorschlagen der Report der Markt.
01:11:12: Oh, ich wollte welchen leichten.
01:11:14: Ja, aber das habt ihr jetzt erst gesagt.
01:11:15: Aber das
01:11:16: finde ich total cool, weil ich das schon immer mal lieben wollte.
01:11:18: Ich wollte
01:11:19: mich auf die Serie unbedingt lesen.
01:11:20: Ja, Ellen.
01:11:22: Schauen, ja.
01:11:23: Handmaids Tale als Buch, das
01:11:24: ist original.
01:11:26: Ah, das habe ich schon gelesen.
01:11:27: Von Magnet Wurth.
01:11:28: Aber das ist nicht leicht.
01:11:29: Nein,
01:11:29: natürlich nicht.
01:11:30: Aber
01:11:31: ich finde es trotzdem cool, weil ich das immer mal lesen wollte.
01:11:33: In so einem Bookclub zwingt ein, ja dann auch Bücher zu lesen.
01:11:35: Genau, deshalb schlag ich auch nur Bücher vor, die ich mir in die Stamps genommen habe.
01:11:38: Die Biedel.
01:11:40: Ja, auch mal interessant.
01:11:43: Also, Magel und Edward, Report der Markt, Tageswürger für Polina.
01:11:49: Die Taube
01:11:50: von Patrick Wies.
01:11:51: Und das, was ich euch jetzt gleich sagen werde?
01:11:54: Promo von Walter
01:11:56: Mörs.
01:11:57: Erquärt von Walter Mörs, das Neue von Walter Mörs.
01:11:59: Genial, aber damit dürfen die nicht einsteigen.
01:12:01: Die müssen erst Promo lesen.
01:12:03: Boah, ich bin los.
01:12:05: Ich würde gerne so was... Dass
01:12:08: wir vorbereitet
01:12:10: sind, auch immer.
01:12:10: Also, wir waren... Vorbereitet.
01:12:13: Ich würde gerne so was vorschlagen.
01:12:16: Wie wäre es immer, was mit von Wehr Kaiser?
01:12:18: Die mag ich auch sehr gehen.
01:12:19: Hab aber schon alles selbst gelesen.
01:12:20: Schlag vor.
01:12:23: Nee, ich will so was vorschlagen, wie die ... Mann, wie heißen die Unbändigen?
01:12:27: Die Unbändigen, habt ihr dieses Fantasie-feministische Ding geliehen?
01:12:30: Ich hab's davon gehört, aber ich hab's nicht gelesen.
01:12:33: Ich hab ja offiziell aufgegeben, Fantasie zu lesen.
01:12:36: Hab ich gestern, das hab ich gestern auch nicht
01:12:38: vorschlagen.
01:12:39: Aber vielleicht ist das ja der Weg, das Feministisches Fantasie, mein Weg ins Fantasie.
01:12:42: Ist es dieses Buch mit dem grünen Cover?
01:12:45: Das hab ich auch sehr oft gesehen.
01:12:46: Mit dem Raben.
01:12:49: Ja, also ich lese nie Fantasie und das habe ich liebst mit dem Buchclub mal andere Sachen lesen.
01:12:53: Dann schlag das bitte jetzt vor, ganz laut und deutlich.
01:12:55: Ich
01:12:55: schlage die O-Gubins
01:12:56: an der Mendei.
01:12:58: Das
01:12:58: ist so gemein.
01:12:59: Aber Leute, der Report, der macht das wirklich auch krass.
01:13:04: Die Unbending von Emilia Hart.
01:13:06: Okay, ich teile es einfach mal nicht auf meine Begründung.
01:13:08: Doch, doch,
01:13:08: doch.
01:13:09: Wir wollen das so.
01:13:13: Und dann werden wir mal gucken, was daraus kommt.
01:13:15: Aber
01:13:15: am Spanzen wäre tatsächlich ... Tagesbürger zu lesen, auch für mich, weil ich da so sehr viele vorbehalte.
01:13:23: Für Polina bin ich auch schon sehr lang gelesen.
01:13:24: Ich hab auch schon so krass viele Sachen dazu gehört.
01:13:27: Eigentlich finde ich alle vier Sachen sehr gut, würde ich alles gerne lesen.
01:13:33: Ja, es brennt mir richtig, das zu sagen, warum Tagesbürger so schwierig ist, weil die Jüdische, ich sag's jetzt einfach, ich lass mich eines besseren, wenn ich Fehlinformation tut, mir jetzt schon leid.
01:13:43: dass die jüdische Gemeinde sich da sehr gewährt hatte, weil er schreibt ja über...
01:13:48: Nicht bei Fürpulina.
01:13:49: Genau.
01:13:50: In dem anderen Buch über diese jüdische Weibliche.
01:13:54: Und das finde ich schwierig, muss ich sagen.
01:13:56: Ah,
01:13:56: das finde ich interessant.
01:13:57: Sollten wir diskutieren?
01:13:58: Ja, muss ich mich aber wirklich erst nochmal...
01:14:01: Weil ich hab das damals ausliterarischer, also auch begleit oder beobachtet diesen Shitstorm und fand den wirklich, wirklich.
01:14:11: Und da war er nicht mein Freund, da kannte ich ihn noch nicht.
01:14:13: Absolut unfair.
01:14:14: Ah ja, der Schützer war unfair.
01:14:16: Gab's jemals den fern Schützdom?
01:14:21: Äh... I doubt it.
01:14:22: Ich glaub, das ist immer auf irgendeiner Ebene.
01:14:24: Ja, also ich geb dir... Stimmt, du hast vollkommen recht, es gibt Schützdoms.
01:14:27: Also, nee, das war ja... Das war ja eine Debatte im Fruit Home.
01:14:30: Das war ja nicht, dass auf Instagram Leute geschrieben haben, Tagesswürger darf nicht so was machen, sondern es war, er wurde sozusagen vom Föhlton zerrissen, dafür, dass er diese Geschichte erzählt, einer Frau, die kollaboriert als Jüdin, um selber zu überleben.
01:14:44: Ich glaube, so habe ich es ganz grob zusammengefasst.
01:14:47: Dafür hat er wirklich einen Riesenschitt aus dem Föhlton bekommen, dass das nicht ginge.
01:14:50: Darüber darf, dürfen man nicht so schreiben.
01:14:54: Genau, also ich finde, die Debatte darf es geben, worüber kann man auf jeden Fall erzählen.
01:14:58: Aber sozusagen, da ging es darum, Tageswürger zu zerstören.
01:15:01: Und das ist ja also die Lust des Kulturjournalismus, Personen zu zerstören.
01:15:09: Ja,
01:15:09: das ist, ja, Katastrophe,
01:15:12: keine Frage.
01:15:13: Deswegen finde ich, das können wir da auf jeden Fall diskutieren.
01:15:17: Und vor allem ist es... Ist das vielleicht auch von mir jetzt völlig falsch jemanden, der sich vielleicht erklärt hat und vielleicht auch gesagt hat, okay, ich seh das ein und weiß nicht, wie das ausgegangen ist.
01:15:27: Ist es falsch auch zu sagen, okay, ich lese das nächste Buch auch nicht.
01:15:30: Also vielleicht ist das auch nicht gut
01:15:31: von... Wird ich eine Debatte, die wir führen können?
01:15:34: Dann
01:15:34: habe ich Respekt vor, sage ich dir, wie es ist.
01:15:37: Da sagst du auch mal ganz schnell, was falsch ist, weil eigentlich bin ich ja immer für neutral auf Menschen gucken.
01:15:43: ist Tageswürger.
01:15:44: Ich muss mich gerne mit ihm unterhalten, wie steht er?
01:15:46: Ich hab da gar nichts, sondern hab sofort eine jüdische Gemeinde gehört.
01:15:49: Auf gar keinen Fall.
01:15:50: Und dann beziehst du Vorstellung, sagst du, okay, wenn eine ganze jüdische Gemeinde explizit die weiblichen Autorinnen, denen ich voll sage, sagen, hey, das ist nicht mehr supportable, dann support ich das natürlich nicht.
01:16:00: Aber ist halb gaga.
01:16:02: Ja, also wir können uns damit auseinandersetzen im Kontext für Polina.
01:16:06: Die Frage ist doch total spannend.
01:16:07: Total.
01:16:09: Wie gehen wir mit Autoren, Autorenen oben, deren Bücher kritisch vertrachtet wurden und wie lesen wir die Werke danach weiter?
01:16:16: Weil das ist ja eine Frage, mit der auch ich mich auseinandersetzen muss, auch mit meinem Schaffen.
01:16:21: Ja, super interessant.
01:16:22: Also ich als Koko war, habe ja bei dir nie ... irgendwelche Zweifel gehabt, dass ich erst mit dir rede und dann dich verurteile und dich dann mit harten Witzen fertig machen.
01:16:32: Mit ihm habe ich nicht die Chance zu reden.
01:16:33: Ich kann dazu nichts sagen.
01:16:34: Ich kriege nur das mit was alle sagen und bin sofort okay, dass es hat Gehalt.
01:16:38: Ich mach's dann auch nicht mehr.
01:16:40: Du kannst ja nicht mit jedem reden.
01:16:41: Ich kann jetzt auch mit Donald Trump nicht reden und mir ein Bild darüber machen, sondern glaube, der breiten Masse.
01:16:46: Aber bei Tageswirke, der ist ja nicht unerreichbar.
01:16:48: Das finde ich super interessant.
01:16:49: Vielleicht will er ja auch vorbeikommen.
01:16:51: Vielleicht will er vorbeikommen.
01:16:53: Ich kann ihn auf jeden Fall
01:16:54: fragen.
01:16:57: Cool, vielen Dank.
01:16:58: Ja, stimmt ab.
01:16:59: Wir verlosen wieder
01:17:00: Bücher.
01:17:01: Wir verlosen wieder drei Bücher.
01:17:02: Stimmt
01:17:02: ab, nicht für mein Buch ab, damit wir nicht dieses Mal mein Buch lesen.
01:17:06: Ich fand alle vier Vorschläge gut.
01:17:08: Ich fand dieses Gespräch mit euch drei wieder sehr schön.
01:17:10: Vielen Dank.
01:17:11: Ja, sehr schön.
01:17:12: Das ist so lebendig und schön Literatur.
01:17:15: Ist das nicht toll?
01:17:17: Ich find's wirklich sehr schön, weil ich finde, danach hat man so ein ganz anderes Bild auf die Bücher, die man gelesen hat.
01:17:23: Ich gehe raus mit einem ganz anderen Gefühl, als ich hier reingegangen bin über das Buch.
01:17:27: Und
01:17:27: so ist auch gutes Buch empfehlen.
01:17:29: Wenn du eine Buchhänderin vor dir stehen hast, die für die Bücher so brennt, wie wir jetzt gerade hier oder so detailreich das besprochen haben, verkaufst du ganz anders als wenn du nur sagst, ja, ja, das ist ein gutes Buch.
01:17:40: Ja.
01:17:41: Und ich wollte dem Buchclub auch einmal danken, dass ich durch ihn Bücher zu Ende lese.
01:17:45: Stark.
01:17:46: Ja, Carti, go.
01:17:50: So, bis in vier Wochen.
01:17:52: Ja, cool.
01:17:52: Ja, bis dann.