Pqpp2 Audio
00:00:00: Jede Beziehung, die wir irgendwie eingegangen sind mit anderen Menschen war immer begrenzt auf Zeit.
00:00:04: Wir hatten Ablaufdatum, auch wenn man sich gerne gemocht hat oder gut verstanden hat.
00:00:11: In zwei Wochen sind wir wahrscheinlich wieder weg und irgendwann distanziert man sich auch, weil es hat Selbstschutz.
00:00:15: Man baut so eine Distanz auf und geht gar nicht in eine enge Beziehungen oder Freundschaft ein.
00:00:22: Ständig frage ich mich Dinge Tag ein, Tag aus
00:00:25: und
00:00:25: will verstehen wie dieses oder jenes funktioniert?
00:00:29: Egal ob in Politik Gesellschaft, Kultur oder Naturwissenschaft.
00:00:34: Es gibt so viel was mich interessiert, was neu ist und was ich lernen kann.
00:00:38: Deswegen teilen hier bei alles muss raus Menschen ihre Perspektive ihren Standpunkt ihr Wissen
00:00:44: ihrer Haltung.
00:00:46: Und
00:00:46: in dieser Woche hat mich folgende Frage beschäftigt Was passiert wenn eigentlich vier Jungs später dann nur zwei Jungs auf einem Segelboot um die Welt segeln?
00:01:09: Die Behörerin liebe Hörer Ich möchte hiermit bekannt geben dass wir heute eine Folge aufgenommen haben, die ihr jetzt gleich hören werdet.
00:01:17: Die mal nicht sehr deprimierend ist!
00:01:20: In folgenden Gespräch spreche ich mit Tim und Vincent.
00:01:25: Das sind beides zwei junge Menschen aus Süddeutschland.
00:01:29: Die haben sich entschieden vor mehreren Jahren für insgesamt fünf Jahre Auf einem Segelboot um die Welt zu segeln.
00:01:38: was man dort erlebt Was das mit einem macht.
00:01:42: Was lernt man über Freundschaft, wenn man so viel Zeit miteinander verbringt?
00:01:45: Was lernte man aber auch über Einsamkeit und was kann man von einer Schiffsreise mitnehmen in die Wirklichkeit hier in Deutschland.
00:01:53: All das haben wir besprochen und noch viel mehr.
00:01:56: Und ich kann euch sagen dieses Gespräch ist auf jeden Fall ein Gespräch bei dem so eine lustigen Seglerweisheiten mitgenommen werden können.
00:02:04: Auch für diejenigen, die nicht fünf Jahre um die Welt gesegelt sind.
00:02:08: Was ich sehr bedauere ist, liebe Höhren natürlich habe über dieses Gespräch völlig vergessen zur technischen Fragen zu stellen.
00:02:13: Zum Beispiel so kann ich jetzt schon gleich verraten wird nicht beantwortet werden.
00:02:15: die Frage wie man auf dem Schiff kocht wird nicht Beantwortet wären müsste.
00:02:19: wir kriegt andere Antworten aber dienen nicht.
00:02:21: Ich wünsche euch viel Spaß und hoffe Wir hören uns nächste Woche wieder möchte an dieser Stelle aber auch noch mal kurz auf die Patreon Möglichkeiten hinweisen.
00:02:29: wir haben ein Patron eigentlich etwas länger und damit unterstützt ihr unabhängigen Journalismus Und wir haben drei verschiedene Abonnements, drei fünf und neun Euro.
00:02:38: Wir freuen uns über jedes Abonnement!
00:02:40: Und ihr bekommt natürlich auch verschiedene Sachen.
00:02:42: Eine Sache dabei ist mittlerweile alle zwei Tage ein Update zur Lage der Welt.
00:02:49: Was ist da los?
00:02:50: Was passiert wie und wo?
00:02:52: Das kann ich euch sehr empfehlen.
00:03:07: Wir haben gerade zehn Minuten geredet und festgestellt, die Karte war nicht mehr Aufnahmegerät drin.
00:03:11: Und wir fangen jetzt einfach mit derselben Frage noch mal an.
00:03:14: Jetzt seid ihr darauf vorbereitet auf diese Frage!
00:03:16: Nämlich habe ich diesen einen Ausschnitt dieses Films im öffentlich-rechtlichen Fernsehen gesehen und meine Schwiegermutter hat mir zugeguckt und die warf euch beiden bzw.
00:03:24: euch vieren zu diesem Zeitpunkt weil das waren vier Jungs am Anfang wirklich schweren Egoismus vor.
00:03:30: Man widersetzt sich da nicht nur den Gesetzen der Gefährdete-Schifffahrt, sondern man kann ja möglicherweise auch Leute verletzen.
00:03:37: Indem man stirbt ist es unangenehm für eure Eltern.
00:03:39: Wie seid ihr mit diesem Egoismus umgegangen?
00:03:41: Und wie habt ihr ihnen gespürt, dass ihr da was ihr dort macht eigentlich auch Menschen unglücklich machen kann und Lieferverkehr auch stören kann?
00:03:49: Ich würde erst mal sagen von dieser rechtlichen Seite, weil wir waren schon befugten Boot zu führen Tim und Michi haben damals noch so ein SBFC Schein gemacht, dass wir quasi von der Versicherung des Boot führen können.
00:04:01: Aber trotzdem konnten wir natürlich nicht wirklich segeln und ich würde schon sagen ja klar war das egoistisch irgendwie.
00:04:06: Wir sind einfach aufgebrochen und haben viel zurückgelassen, haben Freunde und Familie, quasi haben den Chao gesagt auch auf eine sehr lange Zeit.
00:04:15: Wir haben es damals für drei Jahre geplant.
00:04:16: am Ende sind fünf draus geworden aber ich glaube wir haben's damals auch gar nicht so bewusst
00:04:21: wahrgenommen, dass
00:04:22: ist ne egoistische Entscheidung, weil wir haben das dann schon irgendwann mal ein bisschen begriffen.
00:04:27: Er so.
00:04:27: danach kam überhaupt der Gedanke, okay ... Ja.
00:04:30: Da war auf jeden Fall schon ne Egoismus mit dabei, aber als wir losgesägelt sind...
00:04:35: Wie alt wart ihr da eigentlich?
00:04:36: Genau!
00:04:37: Ich
00:04:37: bin grad zwanzig geworden.
00:04:41: Also
00:04:41: so richtig jung noch.
00:04:43: Man sieht uns das ja auch an im Film.
00:04:44: also ich glaube ... Du bist
00:04:45: auf jeden fall wahnsinnig schnell gealtert.
00:04:47: Also du bist von sozusagen geführt.
00:04:48: Im ersten Drittel des Films war so ein Bubel und dann wieder aufs Boot gegangen ist und irgendwie so bis euer Schiff jetzt ... Spoiler mal, bis ein großer Austausch stattgefunden hat mit einem anderen Schiff.
00:04:59: Da warst du dann plötzlich älter?
00:05:02: Ja ich meine es ist wahrscheinlich genau diese Zeit wo man nochmal ziemlich optisch auch ziemlich altert und Ich finde das aber auch ganz cool im Film wie man so die Evolution sieht von uns wie wir am Anfang sind.
00:05:12: Und
00:05:13: was macht er gerade dass aus dieser fünf Jahre?
00:05:16: Man sieht uns von Anfang wie wir diese Lerries diese Buben sind und dann am Ende ja nicht mehr schon irgendwie.
00:05:23: Wir sagen nicht, dass wir erwachsen geworden sind.
00:05:25: Sondern wir sagen, wie es ist, als wir erwachsener geworden sind!
00:05:27: Aber doch das ist eine krasse Entwicklung in vielen Teilen.
00:05:32: Glaubt ihr, dass man so einen Plan nur schmieden kann wenn man siebzehn ist, achtzehn, neunzehntzwanzig?
00:05:37: Also in dieser Zeit des Lebens... Dass man solche megaloman wahnsinnigen Ideen planen und umsetzen kann?
00:05:43: Ja, wir waren halt einfach in dieser Position im Leben.
00:05:46: keine Bindungen oder Verpflichtungen zu haben Das war einfach keine Frau, keine Kinder gerade so aus der Schule raus, kein Job.
00:05:55: Kein Geld?
00:05:56: Aber nee das war so.
00:05:57: Hat sie eigentlich perfekt angeboten jetzt einfach loszudüsen und...
00:06:01: Das haben wir auch damals schon realisiert dass es der perfekte Zeitpunkt ist und dass es wahrscheinlich nie mehr so leicht sein wird.
00:06:07: ich glaube schon dass man.. Dass es wieder so eine Möglichkeit gibt vielleicht auch eher später dann irgendwie nach Family oder nach der großen Karriere oder sowas.
00:06:16: Oder.
00:06:17: aber es wird auf jeden Fall schwieriger natürlich wenn man sich ein Leben aufgebaut hat dann schon wieder auszubrechen und einfach auch tschüss zu sagen
00:06:23: Ihr seid ja jetzt beide, lebt ihr reguläre Leben.
00:06:25: Du studierst?
00:06:26: Ihr studiert beide glaube
00:06:27: ich?
00:06:27: Nein, ich nicht.
00:06:29: Stimmt du hast den Film geschnitten... Ich glaube ihr müsst nur meinen Namen dazu sagen.
00:06:32: Tim!
00:06:33: Ja, Tim hat den Film geschnitten und Vincent studiert in Innsbruck.
00:06:35: Genau.
00:06:36: Ich habe noch ein Buch geschrieben auch über die Reise dann.
00:06:39: Und jetzt lebe ich eigentlich relativ normales Studi-Leben wenn wir nicht gerade auf Kinotonese sind.
00:06:43: Und ich hab dir einen Film gar nicht geschnitte, also wie nennt man das denn?
00:06:48: Also ich hab ihn produziert und geschnitten hatte aber quasi mein Kollege Tobias Steine gewinnt.
00:06:53: Also saß neben ihm in dem ... Ich hab
00:06:55: quasi meine Ideen einfließen lassen irgendwie und
00:06:59: Tobi hat's auch gut gesetzt.
00:07:01: Du hast, ich drehe mich jetzt zu meinen Kollegen die hier sitzen also Marlon zum Beispiel hat gerade einen Film geschnitten und er ist der Redakteur.
00:07:06: du schneidest ihn schon mit wenn du daneben sitzt.
00:07:08: Also du warst technisch glaube ich nicht.
00:07:09: jetzt schnitt ...
00:07:09: Okay ich habe gar nicht einmal einen Clip in die Timeline gezogen.
00:07:13: Richtig
00:07:13: spannendes Thema.
00:07:14: Als Zuhörer erwartest ihr jetzt so'n Gespräch über Segeln und die beiden Dispikierers und das kriegen Sie eine Einführung ins Schnittprogramm!
00:07:21: Ich habe mich überrascht, dass du jetzt schon sagst, irgendwann machen wir es dann später noch mal.
00:07:24: Dass du jetzt diesen Schritt schon eingereicht hast.
00:07:26: Du hast diesen Moment im Leben erreicht wo man Dinge nach hinten verschiebt.
00:07:29: ist das...
00:07:30: Und ich sage nicht, dass ich es nochmal mache irgendwann später im Leben.
00:07:33: Ich sage nur, dass dann vielleicht auch nochmal die Möglichkeit ist das gut zu machen und nochmal für so eine lange Zeit einfach abzuhauen.
00:07:41: Ich glaube, in deinem Alter oder deiner Lebensphase ist es nicht so leicht.
00:07:46: Aber wirklich ...
00:07:47: hab euer Film geguckt und alle fünf Minuten dachte ich fahr morgen los!
00:07:49: Ich halte das jetzt auch nicht mehr aus hier diesen Alltag.
00:07:53: Das
00:07:53: wäre genau das, was wir mit dem Film erreichen wollen.
00:07:57: Wenn's irgendwie einen Pakt danach sagt okay, ich durchsetzt los dann alles geschafft.
00:08:04: Was
00:08:05: glaubt ihr?
00:08:05: Was ist das, dass bei mir auslöst der ja nun im Vergleich zu vielen anderen Menschen Abenteuerliches Leben leben durfte, aber trotzdem habt ihr es geschafft bei mir auszulösen.
00:08:15: Ich möchte das auch was ihr dort habt?
00:08:16: Was ist das, was ihr da...
00:08:17: Das ist diese gewisse Leichtigkeit die damit rein spielt so auch dieses Gefühl wenn die Larrys das schaffen dann kann ich das auch weil ich glaube so gerade am Anfang dann wir kommen einfach schon wie Larry's rüber oder nicht?
00:08:31: Larry vielleicht auf der falsche Begriff Aber Wir hatten halt einfach keine Ahnung von dem was sie da machen und das hat trotzdem irgendwie funktioniert Und dann kriegt man selbst vielleicht ein bisschen mehr Mut dass man das auch schaffen könnte.
00:08:42: Mir fällt
00:08:42: da auch eine Frage ein, die wir jetzt ein paar Mal gestellt bekommen haben nach dem wir den Film gezeigt haben im Kino.
00:08:49: Dabei kamen wir über die Frage so... Hattet ihr wirklich gar keine Ahnung?
00:08:52: und die Leute konnten es gar nicht glauben?
00:08:54: Dass wir wirklich null planen vom Segeln hatten.
00:08:56: Ich meine diese Tour war mein erstes Mal segeln Und
00:09:00: ich
00:09:00: glaube, dass das vielleicht auch so ein bisschen ansporn ist.
00:09:04: Man muss nicht immer alles perfekt durchplanen.
00:09:06: Man muss sich von allem schon Bescheid wissen Sondern man kann einfach loslegen und machen.
00:09:11: Und wenn wir das schaffen so ein bisschen, dass Leute vielleicht ein bisschen mutiger werden oder ich hasse dieses Wort Mut eigentlich.
00:09:19: Warum?
00:09:20: Weil... weil ich das nie so wahrgenommen habe, dass wir mutig waren sondern wir wussten auch einfach nicht so genau worauf wir uns zu einlassen.
00:09:27: und wir hatten uns als also dass wir uns vier hatten so als Gruppe und später dann wir uns zwei.
00:09:34: Das war unsere große Superpower weil wir eine Family waren.
00:09:37: Ab dem ersten Tag, wo wir auf dem Boot waren hat sich das total natürlich angefühlt.
00:09:41: Obwohl wir irgendwo in fremden Orten waren und im Segelboot oder auf dem Meer waren.
00:09:47: Das war irgendwie... Ja es hat sich sofort nach Alltag und Normalität angefühlen.
00:09:54: Also muss man gar nicht mutig sein um sowas zu machen?
00:09:57: Vielleicht gehört schon ein bisschen Mut dazu aber für uns war's auch einfach die Unwissenheit.
00:10:03: Vielleicht muss man ein Unwissen sein, um so was zu machen.
00:10:06: Ja, naiv und unwissend... Wir wussten gar nicht, wo wir Angst haben sollen, weil wir es nicht kannten.
00:10:10: Nach der ersten Atlantik-Überquerung hatten wir mehr Respekt vor der Atlantika-Überguerung als davor.
00:10:14: Weil wir danach besser einschätzen konnten, was ist eigentlich für einen Brett?
00:10:18: Was wir gerade gemacht haben?
00:10:20: Und natürlich hätte auch alle schief gehen können.
00:10:25: Es sind Sachen schiefgegangen aber es hätte auch wirklich fundamental schiefgehen können.
00:10:30: Wir sind auf jeden Fall keine ängstlichen Menschen, das kann man schon sagen.
00:10:34: Würdet ihr sagen dass ihr weniger ängsterlich auch wiedergekommen seid?
00:10:38: Wenn man so etwas durchgestandert dann schafft man auch anderes im Leben.
00:10:41: oder seid ihr vorsichtiger geworden durch sowas weil du sehen kannst wie schnell auch was vorbei sein kann
00:10:46: ganz davon ab was es ist.
00:10:48: also
00:10:49: eine gewisse seelenruhe hat einem schon mit gegeben und Wenn man mal in echter Lebensgefahr ausgesetzt war, dann lässt man sich von kleinen Dingen nicht so stressen.
00:11:00: In den Zug zu verpassen oder bei mir jetzt im Studium eine Prüfung und da sehe ich schon andere Leute die sich im Alltag viel mehr stressen lassen oder in Hektik geraten obwohl eigentlich alles gut ist.
00:11:12: Weil kannst du dir was zu essen kaufen und was zu trinken und aufs Klo gehen?
00:11:18: Eigentlich ist ja... eigentlich ist es alles gut.
00:11:20: so
00:11:21: Wie wunderbar
00:11:22: Drei,
00:11:23: fünf Jahre.
00:11:25: Ich weiß nicht, ob es in dem Film so richtig deutlich wurde.
00:11:28: im Film ... Man spürt um ehrlich zu sein die Zeit auch in dem Filmen seltsam.
00:11:31: Es könnten drei Wochen gewesen sind oder fünf Jahre?
00:11:34: Bis auf dein Gesicht, dass plötzlich älter wird.
00:11:36: Aber wie wurden aus drei Jahren dann fünf?
00:11:40: Erst mal haben wir das Boot einmal getauscht.
00:11:43: Wir hatten so viele Probleme mit dem ersten Boot und da haben wir die Möglichkeit bekommen, das Boot zu tauschen.
00:11:48: aber hat bedeutet, wir mussten diese ganze Reise nochmals von vorne anfangen Und dann sind wir zurückgeflogen von Panama nach Deutschland und mit dem Auto nach Marseille gefahren.
00:11:56: Wir haben die Reise komplett neu gestartet, das hat uns quasi ein ganzes Jahr gekostet, aber ich kostete es auch auf das falsche Boot.
00:12:02: Aber wir hatten quasi einen Neustart gemacht... ...und dann Covid!
00:12:07: Klar, wir sind dann in der Krälinie wieder angekommen mit dem zweiten Boot.
00:12:11: Und dann war es im Jahr-Zwanzig oder März und wir hatten erstmal irgendwie eineinhalb Monate Lockdown.
00:12:17: Wir waren in Panama und dann waren wir so, okay.
00:12:19: Wir müssen jetzt entscheiden, wo fahren wir hin?
00:12:20: Und sind wir nach Mexiko, weil das ist das einzige Land, was die Landesgrenzen offen hatte.
00:12:26: Dann waren wir da acht Monate.
00:12:28: Das war quasi das ganze Jahr.
00:12:30: Was man dazu sagen muss, Mexiko ist im Nachhinein unser favorite Land geworden.
00:12:36: Es hätten wir nie gemacht ohne Covid.
00:12:38: Ohne Covid werden wir nie hingefahren.
00:12:39: Im NachhINEIN haben wir am meisten Zeit verbracht, haben gute Freunde gefunden Und die Unterwasserwelt in Mexiko ist einfach, gerade in der Bacher Kalifornia ist einfach insane.
00:12:48: Das hatten wir da echt lieben gelernt.
00:12:50: Ihr sagt zwar, ihr habt glaube ich eben vorgespricht oder als wir draußen kurz gequatscht haben dass man so eigentlich also das ja nicht viel Geld dafür hatte.
00:12:56: aber wie finanziert man denn?
00:12:58: Also das glaube ich die meisten Hörer interessieren sich dafür wie man das finanzierte.
00:13:01: Also dass man...
00:13:02: Fährt eine Frage!
00:13:03: ...so lange wegbleiben kann.
00:13:05: Es war genau unsere Frage auch.
00:13:06: Als wir die Idee hatten.
00:13:08: Die Idee kam erst mal, wir waren diese Freundesgruppe.
00:13:10: Wir wollten um die Welt reisen und dann war so die Frage welches Vorbewegungsmittel?
00:13:14: Und da hat Tim die Idee mit dem Segelboot in Raum geworfen und an dem Tag haben wir noch beschlossen okay das ist es irgendwie.
00:13:20: Das hat bei uns total eingeschlagen und... Dann wussten wir, wir brauchen Boot!
00:13:25: Das war der erste logische Schritt auch weil wenn wir den Boot kaufen sind wir committet, dann müssen wir's machen.
00:13:31: Da hat uns dann Tims Bruder Geld geliehen, er hat uns sein ganzes Erspartes eigentlich gegeben dass Schiff kaufen können.
00:13:40: Und dann haben wir noch unser bisschen Erspartes in einen Topf geworfen und dann eine kleine Arbeitsteilung gemacht, Tom und ich sind nochmal drei Monate Vollzeit arbeiten gegangen, haben ein bisschen Geld rangeschafft und Tim und Michi sind hoch nach Wehmann aufs Schiff gezogen, haben das readygemacht für die große Fahrt.
00:13:56: Dann hatten wir irgendwie elf Tausend Euro glaube ich auf dem Konto und konnten so die ersten Monate finanzieren und haben aber schon von Anfang an gewusst, wir müssen während der Reise natürlich Geld verdienen und deshalb haben wir von Anfang an alles auf YouTube geblockt.
00:14:10: Und Videos gemacht und so konnten wir uns tatsächlich dann auch über diese ganze Reise finanzieren.
00:14:15: Hat das
00:14:15: funktioniert?
00:14:16: Also man würde dir das empfehlen als...
00:14:19: Ich glaube es ist kein Selbstläufer noch nicht selbstverständlich.
00:14:21: Wie viele Abonnenten habt ihr jetzt?
00:14:24: Und hattet ihr als ihr gesegelt seid, waren das mehr oder sind es weniger geworden weil ihr eben keinen neuen Content ist?
00:14:30: Ich mache immer noch Youtube-Videos aber ganz anders.
00:14:34: Es hält sich eher auf einem Level, es kommen jetzt nicht großartig neue dazu und springen aber auch nicht wirklich Leute ab.
00:14:40: Das war auch knapp.
00:14:41: also wir hatten oft den Moment wo wir einfach gar keine Kohle mehr hatten.
00:14:44: Wir sind auf jeden Fall nicht reich damit geworden?
00:14:46: Nein!
00:14:46: Und wir konnten uns so über Wasser halten und das wurde zum Ende dann irgendwie entspannter und wir konnten mal ein Tauchstein machen und mussten nicht jeden Euro umdrehen.
00:14:55: Aber besonders in diesem ersten Jahr war das Geld extrem extrem knapp.
00:15:00: Nudeln und Reis gelebt, um sonst eigentlich viel Geld ausgegeben.
00:15:03: Die Story hatte ich gar nicht mehr in Erinnerung, aber true.
00:15:08: Am Anfang war Tom und Michi noch dabei und Tom war dann immer so okay kann ich mir Nikola kaufen?
00:15:16: Dann haben wir diskutiert über sich Nikola kaufen darf weil für was kein Geld ausgegeben haben.
00:15:20: Witzig,
00:15:21: weil die Annahme ist, dass ihr so kinderreicher Eltern seid, die sich das als Hobby leisten.
00:15:24: So kommt ein bisschen rüber in dem Film, wenn man mit gar keinen Bild davor hat, was es ist, dann könnte man das dann nehmen.
00:15:32: Aber den war echt nicht so.
00:15:33: Unsere Eltern haben da nicht einen Cent geschossen.
00:15:35: Warum habt ihr das nicht erzählt im Film?
00:15:37: Weil wir keine Erzähler mit reinnehmen wollten.
00:15:41: Wir haben nicht im Nachhinein aufgenommen ... Das stimmt nicht ganz, wir haben zwei oder drei Sätze dazu gemacht.
00:15:50: Aber eigentlich ist das alles Originalmaterial, was wir auch selber auf der Reise gedreht haben und deswegen... Wir haben komplett darauf verzichtet diese Meta-Ebenen mit reinzubringen und wollten einfach mit diesem Film komplett im Moment bleiben mit allen Aufnahmen die wir selber gemacht haben Und deswegen konnten wir dann gar nicht erzählen, was noch im Hintergrund passiert ist.
00:16:10: habt ihr euch also diese ökonomie sich zu entscheiden wir machen das gleich auf youtube ist dann auch dass der grund warum wir das segelbot genommen weil ihr wusstet wenn wir jetzt zu viert mit dem fahrrad um die welt gefallen werden es gibt schon hundert mal des gucken die leute weniger.
00:16:21: Also es wird dann habt ihr so auch entschieden.
00:16:23: auch ja auch
00:16:24: war schon
00:16:25: klar wir müssen was krasses machen.
00:16:27: Wir wollten aber schon auch klar, das ganze kann nur funktionieren wenn das auch was außergewöhnliches.
00:16:33: und dieses vier Jungs aus Bayern, die noch nie gesegelt sind.
00:16:37: Kaufen sie einen Segelboot und segeln jetzt um die Welt ist halt irgendwie ein ganz guter
00:16:40: Markt.
00:16:42: Und trotzdem war bei Hauptdingen warum wir segeln wollten einfach weil uns das fasziniert hat.
00:16:47: Wir haben so auf dem Wasser, haben wir absolut nichts mit zu tun.
00:16:50: Es ist völliges Neuland für uns!
00:16:55: Rein wegen des Gelders gemacht, sondern
00:16:57: es ist ja total okay.
00:16:58: also das ist ja wie ich war dabei vor youtube ist man nach australien gefahren um auf erdbeerfeldern zu arbeiten um sich diese reise zu finanzieren.
00:17:03: das ist im prinzip die gleiche variant in nur
00:17:05: was schon auch mehrere jahre davor schon hobby youtube videos hoch zu laden und komplett unengeldlich und wir haben schon davor eine youtube video hoch geladen.
00:17:15: das haben wir dann quasi als chancel genutzt.
00:17:17: ok wir haben ja schon ne basis auf der wieder aufbauen können
00:17:19: stand noch auf der liste Neben Segelboot.
00:17:22: Was gab's noch für Vorschläge?
00:17:23: Segelboot ist es.
00:17:25: Fahrrad hatten wir auch mal im Kopf, das hat aber Tom und mir zugesagt.
00:17:29: Wir wollten als Gruppe reisen ... Ja, wir haben überlegt, bauen einen Unimog aus oder so ein Fahren damit rum.
00:17:36: Aber wir wollten zusammenreisen.
00:17:38: Und Segelboot ist total cool, weil man eine Base hat, zu Hause.
00:17:42: Man ist unlimitiert, mehr gibt's auf der ganzen Welt.
00:17:45: Man kann überall hin segeln.
00:17:46: Wir wollen nicht viel Sprit verballern.
00:17:49: kategorisch ausgeschlossen eigentlich?
00:17:51: Ja, Nachhaltigkeit.
00:17:52: Wir wollten schon auch nachhaltig reisen.
00:17:53: Mit dem Wind sich vorzubewegen.
00:17:55: Schon cool!
00:17:56: Ja, voll geil.
00:17:57: Und der Nachvollzieh... Also das haben wir vielleicht auch währenddessen erst so begriffen.
00:18:01: aber das ist am Segeln total schön dass es eine nachvollziehbare Geschwindigkeit ist und mir ist ganz früh auch diese Frage so in den Kopf gekommen wie groß ist die Welt?
00:18:10: und vielleicht beantwortet sich das ein bisschen auf der Reise und das hat's auch ein bisschen weil man Man kann jede Meile, jeden Meter nachvollziehen.
00:18:17: Du siehst das Wasser vorbeiziehen und wenn du drei Wochen bei der Atlantik gesegelt bist, weißt du ungefähr wie weit Europa von Amerika entfernt ist.
00:18:25: Das ist total schön irgendwie!
00:18:27: Die Geschwindigkeit mit dem man unterwegs ist, ist die Geschwindigkeits-Boot eigentlich die ganze Zeit hält?
00:18:33: Ist die Welt jetzt groß oder ist die Welt
00:18:35: klein?!
00:18:36: Schon ziemlich groß würde ich sagen... Ich würde
00:18:38: auch sagen es ist eher ziemlich riesig
00:18:40: dafür dass wir ja nur einen ganz kleinen Teil davon bereist sind oder bereist haben.
00:18:45: Wenn man jetzt in den Flieger steigt und du bleibst hier in Berlin ein, und bist ein paar Stunden später in Singapur, kennst Du gar nicht mit wie schnell das geht und was Du dafür eine Distanz zurückgelegt hast?
00:18:59: Aber wenn Du Dich da mit dem Segelboot hinkämpfen musst und es dauert irgendwie einen Jahr, damit Du da bist dann kennst Dir schon gespürt dafür dass das einfach eine enorme Distanz ist.
00:19:08: Was habt ihr über lange Weile gelernt auf der Reise?
00:19:10: Gut auch, was Schönes!
00:19:13: Ich glaube, wir alle leiden darunter, dass wir uns nicht mehr langweilen können.
00:19:16: Was können wir von euch lernen zum Langweilen?
00:19:19: Wir installieren hier gerade Instagram und haben so Sperre-Apps damit wir nicht mehr auf das Telefon die ganze Zeit gucken, wenn wir uns langweilten.
00:19:25: Wie langweilt man sich gepflegt?
00:19:27: Wir können ja nicht über den Pazifik fahren.
00:19:29: Das geht ja nicht!
00:19:30: Wir waren natürlich auch ein bisschen gezwungen natürlich weil du hast dann wenig... Also klar, man kann sich irgendwie mit dem Buch ablenken oder mal einen Film schauen aber irgendwann setzt man einfach da Schau ins Leere und macht nichts, aber embrace it.
00:19:44: Also ein bisschen genießen kann man das auch.
00:19:47: Das ist was Schönes eigentlich.
00:19:49: Aber es
00:19:49: fällt auch... also wir sind da auch voll Teil von.
00:19:52: Ich hänge auch zu viel am Handy rum.
00:19:53: Und das coole war halt am Schiff, dass wenn wir lange unterwegs waren oder sobald wir zehn Seemahlen von der Küste weg waren hatten wir kein Internet mehr.
00:20:02: Und dann fällt irgendwie auch dieses ganze Fomo oder dieser Griff nach dem Handy.
00:20:06: Es fällt total weg.
00:20:07: Der Handy Akku hält auf einmal fünf Tage, weil man nur ein bisschen Musik damit hört.
00:20:10: Und dann kann man auch die Aufmerksamkeit sparen ist wieder viel größer und man kann Buch lesen in zwei Tagen.
00:20:18: Ich hatte das Gefühl als ihr in Indonesien angekommen seid da sagst du noch eine Nacht und wir werden sie genießen.
00:20:26: aber in deinem Gesicht ist irgendwie so Traurigkeit hatte ich das Gefühl, dass ... Ich glaub, thirty-fünf Tage wart ihr da auf dem ...
00:20:33: Da waren wir acht.
00:20:33: Das waren's.
00:20:35: Oder ein Traurigkeit ist das falsche Wort?
00:20:36: Sondern eher so wie ... Ach eigentlich war es ganz schön was in den letzten drei Tagen passiert ist und ich bin vielleicht noch gar nicht so bereit für die Zivilisationen.
00:20:44: Also ehrlich gesagt, war es in dem Moment, waren wir schon sehr happy, dass wir ankommen.
00:20:49: Natürlich ist es irgendwie... Es fühlt sich dann bisschen absurd an wenn man im Land wieder so nahe ist und man weiß, man kommt jetzt irgendwie an weil Das hört sich auch viel an, aber es fühlt sich viel länger an.
00:21:01: Also das fühlt dich wirklich wie eine Ewigkeit an.
00:21:03: alleine wenn du eine Woche auf See bist ist auch so ein eigener Kosmos irgendwie.
00:21:07: Ja dass ist auch ne coole Zeit da draußen.
00:21:10: und trotzdem in dem Moment wir haben uns einfach nur mega gefreut auf diese Ankunft Und dann hat's aber noch mal deutlich länger gedauert weil nochmal schief gegangen ist.
00:21:18: Aber also da haben wir schon ganz schön auf die ankunft hingefiebert Weil wieder auch nutzweit gesegelt sind zwar unsere längste etappe und sehr übermütet, hatten davor auch einen ganz ordentlichen Sturm noch.
00:21:31: Drum traurig war ich da nicht eigentlich.
00:21:33: also wir haben uns schon darauf gefreut.
00:21:35: Traurig waren wir am Tag danach?
00:21:38: In der Nacht eigentlich weniger Stunden danach.
00:21:40: Das
00:21:41: war sicherlich die krasseste Geduldprobe überhaupt.
00:21:45: Wir waren acht bis drei Tage unterwegs und dann haben wir das Land schon gesehen und sind nicht hingekommen weil wir uns nicht mehr fort bewegen konnten.
00:21:51: Weil genau wir wussten schon dass diese letzten siebzig Sehmal ungefähr dass so eine No-Wind Zone ist, da gibt es einfach keinen Wind.
00:21:58: Das heißt wir brauchen unser Motor und dann hatten wir den Motor angeschalten haben uns eigentlich auch schon gefreut.
00:22:03: Es gibt keine Welle mehr kein Wind und total entspannt mit Motoren als einfach durch und ansonsten die Motorwelle gebrochen.
00:22:10: Was ist das?
00:22:10: Das ist quasi einfach die Verbindung von Motor zur Schraube Und dies gebrochene heißt unser Motor war unbenutzbar.
00:22:17: Wir waren in dem Moment auch so wow!
00:22:19: Unser Getriebe ist wahrscheinlich kaputt und vielleicht das ist ein Schaden den wir uns überhaupt nicht leisten können Dass die Reise vielleicht zu Ende ist Und außerdem hatten wir eben dann noch siebzig Seemalen und kein Wind.
00:22:30: Dann sind wir da teilweise über Nacht zehn Seemallen wieder zurückgetrieben, am nächsten Tag gab es wieder ein bisschen Wind, dann konnten wir uns wieder ein wenig vorkämpfen.
00:22:38: aber wir waren dann noch zweieinhalb Tage unterwegs und das sind eigentlich so zehn Stunden.
00:22:44: Glaubt ihr dass so eine Segelreise wie so eine Art... Also was ihr ganz besonderes erlebt habt?
00:22:48: weil ihr nämlich wie so ne Vorschau aufs Leben bekommt durch Segeln?
00:22:53: Nichts geht immer gerade, nichts funktioniert einfach so wie es ist.
00:22:57: Ständig gibt's Rückschläge.
00:22:59: Seid ihr besser vorbereitet auf das Leben?
00:23:01: Weil ihr fünf Jahre Gesegelt seid?
00:23:03: Weiß ich nicht, aber
00:23:04: wahrscheinlich in vierzig-fünfzig Jahren euch noch mal fragen dann...
00:23:07: Das jetzt sozusagen ist mega schwierig, aber trotzdem haben wir das auf jeden Fall gelernt.
00:23:11: So nie den Kopf in den Sand stecken, egal wie aussichtslos die Lage scheint.
00:23:16: Wir haben uns mal kurz aufgeregt und wir haben rumgeschrien, weil man's rauslassen muss in so einem Moment.
00:23:23: Trotzdem haben wir uns immer wieder besinn, so hey es geht jetzt einfach darum anzukommen und einen Schritt nach dem anderen Problem lösen.
00:23:29: Und das kommt schon wieder hoch nach dem Tief.
00:23:32: Das haben wir oft durchgemacht.
00:23:34: Es
00:23:35: kam auch immer wieder eine Hochphase danach.
00:23:39: Mein Buch habe ich geschrieben dass das Metaphern fürs Leben sind.
00:23:43: Dass man das in ganz vielen anderen Lebenssituationen auch so erlebt.
00:23:48: Kann schon sein, dass es ein bisschen Lebensschule war diese Tour.
00:23:51: Wie lebt man denn jetzt wieder so'n normalo Leben?
00:23:54: Geil!
00:23:55: Okay...
00:23:57: Was wir uns auf dem meisten gefreut haben ist wie ein soziales Umfeld.
00:24:00: Klar, wir hatten immer uns beide aber jede Beziehung die wir irgendwie eingegangen sind mit anderen Menschen war immer begrenzt auf Zeit.
00:24:07: Wir waren immer klar, hatten Ablaufdatum auch wenn man sich gerne gemacht hat oder keine Ahnung.
00:24:11: was ich gut verstanden hatte, war klar in zwei Wochen sind wir wahrscheinlich wieder weg und irgendwann distanziert man sich auch, weil es hat Selbstschutz.
00:24:18: Man baut so eine Distanz auf und geht gar nicht in eine enge Beziehung oder Freundschaft ein.
00:24:23: Und das ist uns richtig abgegangen bzw.
00:24:25: hat uns richtig belastet Richtung Ende der Reise.
00:24:28: Wir haben uns noch richtig auf das Ende der reise gefreut und auf ein normales Leben sozusagen.
00:24:34: Ich wohne in Hamburg, hab wieder Freunde um mich rum, Leute mit denen man spontan was machen kann.
00:24:41: Das möchte ich in meinem Leben nicht mehr missen.
00:24:43: Ich müsste jetzt nicht mehr fünf Jahre unterwegs sein, sondern das habe ich gemacht.
00:24:48: Cool!
00:24:48: War super nice.
00:24:50: aber ich schätze diesen sozialen Aspekt in meinem Leben doch mehr als nochmal so ein Abenteuer zu machen.
00:24:57: Hättet
00:24:57: ihr es auch nach so anderthalb Jahren feststellen können oder muss man dafür fünf Jahre unterwegs sein dass man wirklich die Schnauze feuert?
00:25:02: Dass man wirklich lange genug auf dem Wasser war den X-ten Hafen angefahren...
00:25:06: Also ich hatte nie für Jahre nicht einmal Heimweh Und es kam erst so nah.
00:25:12: Also ich
00:25:12: hab so viel Heimweh in meinem Leben, also ich vermisse Berlin wirklich sehr schnell dass du gar kein Heimwehr hat.
00:25:17: das finde ich auf jeden Fall.
00:25:18: vielleicht liegt's an Bayern.
00:25:20: Nee, ist das leider
00:25:21: schon.
00:25:22: Ja nee, es ist total schön bei uns daheim und ich mag das auch gerne und ich mach auch meine Family gern und ich mache auch meine Freunde gern.
00:25:28: aber irgendwie war dieses Bedürfnis die Welt zu sehen und irgendwie so... Das kam auch total früh so bei uns.
00:25:36: Wir haben auch schon mit Fünfzehn so kleine Abenteuer gemacht, sind wir mit dem Fahrrad durch Deutschland gefahren und im Jahr darauf durch Norwegen.
00:25:42: Also dieses Ausbrechen war schon irgendwie früh in mir drin oder in uns drinnen Und ich fand es auch erstaunlich irgendwann zu merken so boah das sind jetzt irgendwie zwei Jahre vergangen und ich habe irgendwie nicht einmal Heimweh eigentlich verspürt.
00:25:54: Aber das kam dann eben irgendwann und das kam auch ein bisschen als wir die Hälfte geschafft haben und man gemerkt hat okay Jetzt gehts wieder Richtung Heimat Die Zeitverschiebung wird weniger Und dann kam eben dieses Bedürfnis, und dann haben wir auch das Tempo ein bisschen angezogen.
00:26:07: Also da haben wir weniger Stops gemacht, sind ein bisschen mehr durchgesegelt... ...und trotzdem haben wir es bis zum Ende genossen.
00:26:13: Wir waren auch am Ende noch mal mittelmehr länger als wir es hätten müssen einfach weil wir dort eine gute Zeit haben, hatten doch nochmal Besuch von Freunden und so.
00:26:20: Ich kann mich eigentlich nur anschließen dass ich auch sehr happy war.
00:26:25: wohl der Umstieg von unserem Leben auf dem Boot zu einmal Zuhause ... keine Aufgabe mehr so richtig.
00:26:34: Das ist ja nämlich das Krassere.
00:26:35: Wir hatten halt fünf Jahre lang diese eine Mission und auf einmal ist sie zu Ende, aber da kommt auch wieder dieses ... ... langsam reisenden Spiel weil es eben nicht so unabhupptes Ende, man reist... Man kommt langsam wieder europa-näher dann der erste europäische Hafen, dann ist man irgendwo in Italien wo man schon mal im Urlaub war und dann kam irgendwie unsere Eltern mal zu besuchen, unser altes Leben ist auch wieder so langsam näher gerückt.
00:26:58: Darum konnte man in diesen letzten Wochen und Monaten schon so ein bisschen abschließen, auch mit der Reise.
00:27:03: Und dann waren wir auch bereit eigentlich für das nächste.
00:27:07: Wie habt ihr das gemacht?
00:27:08: oder wie hast du das gemacht?
00:27:09: Man hat auf dem Schiff ja wirklich von ... In der Wachzeit immer eine Aufgabe.
00:27:13: Du bist da, wenn du jetzt ins Wasser fällst ist es ganz schön schlimm für den anderen.
00:27:17: Wie hast du dich an diesem Alltag gewöhnt dass es egal ist ob du jetzt in die U-Bahn steigst oder jetzt irgendwie um eins ins Bett gehst oder um zwei oder um neun?
00:27:25: also wie gewöhnte man sich daran dass die Abläufe Nicht mehr am vorgegeben werden, sondern dass man sich selbst die Abläufe geben muss.
00:27:32: Oh damit hatte ich glaube nicht so ein richtiges Problem
00:27:35: und frei in unseren Abläufen haben wir davor auch auf dem Schiff natürlich.
00:27:39: Ja man hat fest Aufgaben aber
00:27:41: sagt das mal dem Gewitter?
00:27:42: Naja
00:27:45: Boah weiß ich
00:27:47: nicht.
00:27:49: Also da könnt ihr glaub ich sehr vielen Leuten was beibringen also auch mir weil Ich die größten Schwierigkeiten habe wieder zurück Wir haben gerade eine mittagspause drüber geredet wieder zurück in den Alltag zu finden wenn man von seinen Reisen zurückkommt, von denen Abenteuer, die man erlebt hat.
00:28:02: Weil sie auch so Strukturgebend sind?
00:28:04: Ich hab mir doch ... ich hab grad drüber nachgedacht.
00:28:07: Ich habe mir schnell wieder eine Struktur aufgebaut.
00:28:09: Ich hab zu Hause so ein kleines Set-up gebaut und ne Nähmaschine gekauft.
00:28:13: Und hab die alten Segeln kaputt waren, hab ich zu Taschen genäht.
00:28:19: Ich bin zuhause gekommen, wir hatten kein Geld, keinen Job.
00:28:22: Und ich hab dann Taschengenäher aus den Segeln verkauft Und da hab ich so auch mein erstes Geld reingekommen wieder.
00:28:28: Eine neue Aufgabe?
00:28:29: Das
00:28:29: war einfach direkt eine neue Aufgabe und dabei auch so ein bisschen, okay ne Möglichkeit damit auch noch Geld zu verdienen.
00:28:35: Da habe ich schon mehrere Wochen mit verbracht aber das habe ich mir direkt wieder irgendeine Struktur gegeben.
00:28:41: tatsächlich und dann habe ich halt...
00:28:43: Das ist ziemlich beeindruckend muss ich sagen.
00:28:45: also es ist schon eine krasse Fähigkeit!
00:28:47: Es war nicht nur gesund weil ich habe dann zwölf Stunden am Tag in der Head.
00:28:50: Also das war dann auch wieder direkt ins andere...
00:28:55: Also es klingt für mich, dieses zwölf Stunden nähen.
00:28:57: Das obsessive Nähen als ... Vielleicht werden die Traurigkeit gekommen, wenn du nicht genäht hättest?
00:29:04: Kann gut sein!
00:29:04: Aber ich hab sofort gesagt, ob ich mach jetzt das.
00:29:08: Irgendwas habe ich so ein Handwerk mit den Fingern arbeiten.
00:29:11: Voll geil.
00:29:13: Bei mir war's ähnlich.
00:29:14: Mir ist schon die Decke auf dem Kopf gefallen.
00:29:16: Es waren noch zwei Wochen, glaub' ich und bin erst mal zu meinen Eltern nach Hause gezogen.
00:29:20: Und dann war irgendwie so vormittags irgendwann unter der Woche gar keine Aufgabe.
00:29:25: Alle meine Freunde sind irgendwie in der Uni oder arbeiten und dann, ich wusste schon, ich will studieren und ich will ein Buch schreiben und als ich mich dann eingeschrieben hatte an der Uni und umgezogen bin und angefangen habe zu schreiben, dann war es wieder so.
00:29:36: okay jetzt hab' ich wieder eine
00:29:37: Aufgabe.".
00:29:39: Und das hat extrem viel geholfen.
00:29:41: aber das haben wir uns auch glaube ich während dieser letzten Wochen und Monate schon auch so ein bisschen überlegt.
00:29:46: Da haben wir ganz schnell überlegt ok Tim wusste er will nach Hamburg ziehen?
00:29:49: Ich will nach Innsbruck ziehen?
00:29:53: Wir hatten schon so ein bisschen den nächsten Step geplant und der Film, also dieses ganze Projekt war ja noch nicht abgeschlossen.
00:29:59: Die Reise war abgeschlossen.
00:30:00: aber dieses Ganze darüber reflektieren und sowas auch noch viel im Nachhinein passiert bis heute.
00:30:05: Was glaubt
00:30:05: ihr warum wir Menschen immer beschäftigt sein müssen?
00:30:08: Als Menschen... Ihr habt echt diese krasse Lange weiter auf dem Meer erleben dürfen.
00:30:12: Einer von euch hat gesagt dass er ins Leere gestarrt hat irgendwann.
00:30:15: Ja
00:30:15: oft genug!
00:30:16: Warum müssen wir immer beschäftig
00:30:18: sein?!
00:30:19: Sonst muss das viel nachdenken und dann wird's großelig.
00:30:22: Nein, keine Ahnung.
00:30:22: Ich
00:30:23: glaube es hängt ein bisschen auch zusammen wie Kapitalismus oder so sind wir sozialisiert dass man irgendwie immer eine Aufgabe haben soll, dass man produktiv sein soll.
00:30:32: Wir haben es auch erlebt, wir waren ja auf vielen Inseln Und auf Inselen ist die Zeit ein bisschen langsamer.
00:30:39: Das merk ich schon auch wenn man besonders in Deutschland Oder auch in USA oder sowas wo halt
00:30:46: Du wirst ein bisschen reinpassen
00:30:48: Ja, wo einfach diese Strukturen so ein bisschen vorgegeben.
00:30:50: Auch sind Schule, Abschluss, Karriere... Das ist so ein bissel destektiv in uns drin glaube ich.
00:30:55: und dieses Einfachso ein bisschen in den Tag hineinleben das haben wir oft genug erlebt aber auf irgendwelchen kleinen Inseln und sowohl die Leute deutlich entspannter sind und sich viel mehr Zeit nehmen um mit irgendwieem zu schnacken denen sie gerade auf der Straße getroffen haben.
00:31:08: Das haben wir sicher auch ein bisschen mitgenommen davon.
00:31:10: Aber man merkt schon auch wenn man wieder hier ist dass man auch in dieser alten Muster wieder rein fällt oder?
00:31:15: Und seid ihr nicht geblieben?
00:31:16: Also, wir hatten, glaub ich, als wir uns mal Frühstücksfansin kennengelernt.
00:31:18: Hab ich erzählt von Samoa wie besonders ich es dort fand und dieses Inselleben und genau das was du beschreibst.
00:31:22: Die Zeit vergeht langsamer Und eigentlich ist der Rest der Welt auch ziemlich egal, solange du dort bist.
00:31:29: Warum seid ihr nicht geblieben?
00:31:30: Weil wir schon noch diese Missionen hatten in der Weltsumsegelung.
00:31:32: Das war von Anfang an Ziel Und für uns war immer klar okay Es geht dann weiter.
00:31:39: Wir haben uns die Option gar nicht gegeben.
00:31:43: Also, war das bei euch beiden so?
00:31:44: Ja.
00:31:46: Ich hab mir immer mal wieder überlegt, wo könnte ich es dann aushalten?
00:31:49: Schon so überlegt ... Könnte ich hier vielleicht leben oder so?
00:31:53: Aber nie mit dem aktiven Gedanken, okay, ich bleibe jetzt hier oder so und wir wollten ja trotzdem auch wieder in Hause und unsere Family sehen und Freunde sehen.
00:32:04: Wir sind direkt nach der Schule aufgebrochen und es kommt noch irgendwie sehr viel.
00:32:09: Sich einfach irgendwo auf einer Insel niederlassen, der Schritt, der Sinn gemacht hätte.
00:32:14: Ich glaube das kann einem passieren wenn man es vielleicht irgendwie in einer Rente macht und gar keinen Zeitdruck mehr hat.
00:32:19: und dann haben wir auch Leute kennengelernt die da einfach mal zwei Jahre irgendwo bleiben wo sie den Wut gefällt und so ganz langsam rumtingeln aber... Wir hatten ja schon auch einen Plan.
00:32:29: Wir waren noch hungrig auf dieses... Oft waren wir dann so nach Mexiko waren nicht nur mit Mexiko, ja waren wir ja solange.
00:32:40: Da hatten wir einfach richtig Bock weiter.
00:32:42: Wir wollten einfach weiter und das ging uns schon öfter so, dass wir dann auch richtig Lust hatten auf das nächste.
00:32:48: Das hat uns umsonst auch vorangetrieben nicht weil es langweilig wurde sondern ich kann mich gar nicht erklären was war diese Reiselust?
00:32:55: Da
00:32:57: komme ich wieder zu deiner Frage.
00:32:58: Warum muss man sich immer beschäftigen?
00:33:00: Ich fand
00:33:00: deine Antworten sehr bezeichnend, sonst kommen die Gedanken.
00:33:05: Wenn man anfängt nachzudenken wird es immer ein bisschen düster und unheimlich und das will man vermeiden eigentlich.
00:33:09: Manchmal ist es leichter dann ... sich abzulenken.
00:33:12: Das heißt nicht, dass jeder Gedanke schlecht ist aber...
00:33:15: Habt ihr das Gefühl, ihr habt ja auch viele Reisende getroffen, habt ihr das Gefühle, dass die die Reisen möglicherweise zu düstereren Gedanken neigen und deswegen sich so viel bewegen müssen?
00:33:24: Nee!
00:33:25: Nein, glaube ich nicht.
00:33:27: Teilweise.
00:33:29: Also wir haben schon auch verrückte Kautse kennengelernt und es gibt schon so Leute wo man das Gefühl hat die Rennfolgen was weg oder ja sie konnten sich irgendwie nie irgendwo in der Gesellschaft.
00:33:42: haben sie nie ihren Platz gefunden vielleicht?
00:33:44: Das stimmt ja
00:33:45: Und sind deshalb weggezogen.
00:33:48: Das war jetzt aber bei uns nicht so der Fall, glaub ich.
00:33:50: Habt ihr euch manchmal so gefühlt?
00:33:51: Wir sind zu Outcasts... ...werden Angst
00:33:54: davor, das zu werden oder ich hatte ein bisschen Schiss.
00:33:56: Ich möchte nicht diese hängen gebliebene Person...
00:34:00: Ich weiß, was es genau gibt.
00:34:01: Es gibt ja...
00:34:01: Aber ich möchte nicht dieser Typ sein, der dein ganzes Leben reißt und nie ankommt und so.
00:34:07: Das wollte ich nicht sein!
00:34:09: Den Bezug zum normalen Leben verlieren oder...?
00:34:13: Auch während der Reise war es voll schwierig auch mit Freunden in Kontakt zu halten, weil das einfach nicht relatable war.
00:34:18: Einerseits für sie was wir gemacht haben und andererseits auch für uns was die gemacht haben.
00:34:23: Und wenn man halt immer weiter reißt dann bleibt es auch so.
00:34:27: Ja man will nicht der werden der denn in so einer Kneipe sitzt andere reisende anspricht und sagt also früher War das ja so und so?
00:34:33: Das ist dann nicht aufhören kann zu sprechen.
00:34:37: Was ich dazu noch sagen kann auch Es ist allgemein auch, wir halten uns oft ein bisschen zurück.
00:34:41: Haben wir neulich darüber geredet?
00:34:43: wenn wir neue Leute kennenlernen?
00:34:44: Wir erzählen das selten so direkt was wir gemacht haben weil ich erstmal auch einfach nur als Winz wahrgenommen wird oder werden will der jetzt irgendwie in Innsbruck studiert und Ich muss das nicht gleich raus posauen dass ich fünf Jahre um die Welt gesegelt bin Weil man sich dann auch ein bisschen zu einem Outsider macht weil es irgendwie sehr exotisch ist.
00:35:06: Ja, nicht so relatable ist für viele Leute vielleicht.
00:35:09: Habt ihr euch manchmal gewundert, dass nicht mehr gefragt wird?
00:35:13: Also habt ihr das Gefühl, ihr werdet von einem sozialen Umfeld genug befragt zu eurer Reise?
00:35:18: Nee eher... Nein doch!
00:35:22: Es hängt sehr vom Gespräch ab.
00:35:24: Wenn das Gespräch das zulässt dann spreche ich auch sehr gerne darüber und erzähle auch sehr gern von meinem Leben oder von den Sachen die wir erlebt haben weil da sind auch tolle Geschichten dabei Und manchmal ist es aber auch dass ich mich so interviewt fühle und dann spreche ich nicht so gerne drüber.
00:35:40: Das
00:35:41: hängt dann irgendwie... Was
00:35:42: unterscheidet denn das?
00:35:43: Ab wann wird das Gespräch ein spannendes Gespräch, ab wann wirst du interviewt?
00:35:46: Also was sind die Fragen, die dir das Gefühl geben?
00:35:48: jetzt mach ich zu, nee, ich mach jetzt auf!
00:35:50: Das kann ich dir nicht erklären, aber es ist ein Gefühl.
00:35:53: vielleicht also halt so klassiker fragen wo war's am schönsten?
00:35:59: Ich dachte, es wird
00:36:02: halberechtigt.
00:36:02: Es ist halt manchmal ...
00:36:04: Wo war's denn am schönsten?
00:36:07: Die Frage haben wir schon zu oft gehört und dann merkt man auch so wie ein Tape noch abspielt.
00:36:12: Wie die gleiche Antwort, die man sich zurechtgelegt hat raushaut.
00:36:16: Und wenn man aber merkt, da hat jemand einen anderen Gedanken dazu oder deine Fragen, das ist irgendwie ein Gespräch, wo ich selber nachdenken muss kurz über die Frage.
00:36:26: Dann finde ichs eigentlich angenehm.
00:36:29: Eine Sache, die bei uns im Büro wir reisen.
00:36:30: Wie gesagt alle sehr viel man wird sehr wenig gefragt und mich macht es immer so traurig dass die Leute nicht fragen.
00:36:36: und wenn sie fragen fragen Sie meistens nur Bei uns wo war's am gefährlichsten?
00:36:40: sozusagen bei eure Variante davon ist das wo es ist am schönsten.
00:36:44: glaubt ihr?
00:36:45: Man muss Reisen man muss die Welt sehen um richtige Fragen stellen zu können sonst bleibt man immer oberflächlich.
00:36:52: Also wie würdet ihr fragen wenn ihr nicht gereist?
00:36:54: seid zum Beispiel komplizierte frage.
00:36:58: ich mache ein bisschen einfacher Wie unterhaltet ihr euch mit anderen Seglern?
00:37:01: Und da sind die Gespräche mit anderen Segelern auf Augenhöhe, sind sie besser als Gespräche zum Beispiel mit der Kassiererin bei euch in Innsbruck oder Hamburg.
00:37:09: Wenn ihr euch erkennt, bist du nicht der und dann
00:37:11: müsst ihr
00:37:12: die Fragen beantworten.
00:37:13: Klar irgendwo weil man gleich zu einem ... Weil man so Basic Sachen gar nicht mehr besprechen muss.
00:37:20: Weil wenn ich jetzt mit einem anderen Segler quatsch, geht's eher darum.
00:37:23: vielleicht war man am gleichen Ort oder irgendwelche, dass man einfach Geschichten austauscht.
00:37:29: Mussten wir diese Grundrahmenbedingungen erklären oder... Ja, der würde ich mir jetzt auch nicht
00:37:34: austauschen.
00:37:34: Das ist ja oft ein gutes Gespräch, das ist ja immer beruht auf Gegenteiligkeit und man stellt eine Frage und dann wartet man eine Frage oder es geht hin und her.
00:37:44: Und
00:37:46: wenn man vielleicht mit einem anderen Segler oder mit dem anderen Reisen entspricht, dann auf einmal kommt ein interessanter Fakt zurück und man kann einsteigen und stellt eine Rückfrage und dann entsteht ein dynamisches Gespräch.
00:37:57: sicherlich dann.
00:38:00: Dann.
00:38:00: vielleicht ist das der Punkt, wo ich mich interviewt fühle.
00:38:03: Wenn nur die ganze Zeit Fragen kommen und ich beantworte sie, dann kommt direkt die nächste Frage und muss ich nicht wieder beantworten.
00:38:08: Ich würde lieber eine Rückfrage stellen aber so aus dem Nichts auch schwer.
00:38:13: Habt ihr euch deswegen in Deutschland schon mal einsam gefühlt?
00:38:15: Weil ihr feststellt wir haben ein anderes Leben in den letzten fünf Jahren gelebt dass mit diesem Kosmos, der dahinten stattfindet auf der Party und den Fragen, die ich bekomme eigentlich gar nichts anfangen kann.
00:38:23: Also Einsamkeit existiert glaube ich... Ich bin so in meinem Leben auf jeden Fall, ich bin auch einsam.
00:38:30: Auch wenn ich das manchmal genieße... Aber ja... Ich
00:38:34: würde schon auch sagen, dass ich mich mal einsam fühle und auch wie.
00:38:39: trotzdem da sich irgendwie ein Innsbruck auch coole Leute gleich kennengelernt habe und eine WG gezogen bin wo ich die Leute total gerne mag war es trotzdem ein rougher Start einfach nach fünf Jahren zurückzukommen und zu merken wow!
00:38:51: Es ist verdammt viel Zeit vergangen Das hat man währenddessen gar nicht gemerkt Und auch alte Freundschaften auch Arbeit gekostet, um da wieder anzuknüpfen.
00:38:59: Um die wieder aufzubauen und ja so lange weg zu sein ... Man opfert da was dafür.
00:39:06: Ja.
00:39:07: Wenn man so eng aufeinander hockt drei Jahre war der dann zu zweit oder vier
00:39:11: Jahre?
00:39:11: Vier
00:39:11: Jahre zu zwei.
00:39:13: Ist man da jemals einsam?
00:39:16: Wie äußert sich das
00:39:18: in den Momenten wo wir uns vielleicht ein bisschen in die Wolle bekommen haben?
00:39:22: Man fühlt sich sozusagen... also wir sind immer im gleichen Mut
00:39:28: Ich weiss ich gar nicht.
00:39:29: Also, ich hab mich auf jeden Fall mal einsam gefühlt.
00:39:31: aber das waren glaube ich solche Momente wo wir zum Beispiel auf Sri Lanka haben uns echt zerstritten und dann haben wir gesagt, wir können uns jetzt erstmal nicht sehen so.
00:39:41: Wir haben uns zwei verschiedene Hostels gebucht und haben Weihnachten und Silvester getrennt voneinander verbracht und da war die Einsamkeit auch nicht mehr so da weil wir beide gleich irgendwie eine eigene Klicke hatten und auch wieder Leute um uns herum hatten.
00:39:55: Aber so diese Zeit davor, wo sich das ein bisschen aufgebaut hat.
00:39:59: Da hat man sich schon mal einsam gefühlt.
00:40:01: Aber selbst auch in französisch-pulinesien Richtung Ende ... Auch das war irgendwie eine einsame Zeit.
00:40:06: Da war grad die Insel auch so ein bisschen runtergefahren wegen Covid.
00:40:09: da war dann auch ein Lockdown und wir mussten auch auf meinem Reisepass warten weil der abgelaufen ist.
00:40:15: Und da waren wir zu zweit auf dem Boot und waren auch einsam.
00:40:21: Worüber habt ihr euch gestritten?
00:40:24: Die Frage hat man noch nie so genau beantwortet.
00:40:27: Ich glaube, wir machen es auch nicht, weil wir es selber gar nicht mehr so genau wissen, ehrlich gesagt.
00:40:30: Sind
00:40:31: das Details?
00:40:32: Wie z.B.
00:40:32: tausend
00:40:33: Sachen... Es war zusammen und leppert sich aufeinander und dann gibt's einen Auslöser wo man denkt, was war das jetzt?
00:40:39: Und am Anfang gehts da noch um diesen kleinen Auslöser aber dann geht's am Ende um etwas anderes.
00:40:46: Wir hatten einfach viel Kopf.
00:40:48: Das ist der Grund!
00:40:49: Wir hatten schlecht kommuniziert, glaube ich in der Zeit davor.
00:40:53: Davor waren wir zwei Monate lang auf dem Boat Yard in Malaysia und haben unser Boot gereafitted also restauriert quasi und es war verdammt anstrengend hat viel länger gedauert als gedacht.
00:41:04: da waren wir uns auch bei ein paar Dingen uneinig und danach eine harte Segeltappe und ich glaub daher waren wir einfach... Da haben wir uns zu wenig ausgesprochen und auch kleine Dinge an.
00:41:15: Normalerweise waren wir immer gut, sofort Sachen auszudiskutieren.
00:41:18: Sofort Sachen anzusprechen die einen gestört haben und manche Sachen auch einfach nicht runter zu schlucken aber auch... ...zu verzeihen so.
00:41:28: Man kann auch nicht alles auf die Goldwaage legen besonders wenn man irgendwie draußen auf dem Meer ist.
00:41:31: da muss man auch funktionieren.
00:41:32: Das hat dann einmal in so einem Streit ein bisschen explodiert und dann haben wir aber auch ich fand es war voll die gute Entscheidung.
00:41:38: Wir haben dann einfach gesagt hey wir können uns gar nicht sehen so lass mal was getrennt machen.
00:41:44: Danach sind wir zurück auf den Boot gewesen und waren wieder Best Buddies so.
00:41:50: Auch nicht sofort, aber das hat schnell wieder eingelebt.
00:41:53: Wir wussten für was wir es machen hatten immer noch dieses Ziel und auch immer noch die Faszinationen für den Ozean und dieses Was wir gerade machen.
00:42:00: Was habt ihr rausgepickt?
00:42:01: Für euer Sozialleben?
00:42:02: aus diesen Erfahrungen?
00:42:03: miteinander hast du gesagt okay weil du meintest grade, wir haben nicht richtig miteinander kommuniziert klingt eigentlich was wofür man normalerweise viel Geld in der Therapie ausgibt um das festzustellen.
00:42:11: Ihr musstet nur fünf Jahre mit dem Boot fahren also gibt's noch mehr Dinge dir rausgezogen habt aus euren Erlebnissen, die ihr in eurem Alter gedigriert habt?
00:42:17: Also etwas runterschlucken ist was anderes als sich mal zurücknehmen.
00:42:24: Also wenn man was runter schluckt, dann akzeptiert man es und ...
00:42:29: Schiebt aber noch ein Scheuel
00:42:30: oder so?
00:42:31: Ja, er hat einen inneren Roll.
00:42:33: und wenn man, äh, was war das andere?
00:42:37: Wenn man was...
00:42:39: Runterschlücken ist was Anderes als sich zurücknehmen?
00:42:41: Genau!
00:42:43: zurücknehmen ist aktiv zu sagen, okay ich gebe dir diesen freiraum.
00:42:47: Vielleicht ist der tag grad schlecht vielleicht hab' ich mich gerade vernehm bei benommen.
00:42:51: Vielleicht hast du gerade einfach schlechte Laune oder whatever.
00:42:54: aber dann nehme ich mich zurück und gebe dir den Freiraum und muss vielleicht eine kurze Distanz oder so.
00:43:00: Und dann kann man vielleicht danach zu übersprechen
00:43:03: die hat sich in eure Freundschaft verändert.
00:43:04: also wie sie jetzt im vergleich zu vor sechs sieben jahren
00:43:07: viel enger weil wir aus dieser freundesgruppe gar nicht so die engsten waren.
00:43:11: also es eigentlich ziemlich zufällig, dass wir am Ende die zwei waren, die übrig geblieben sind weil die anderen einfach ausgestiegen sind.
00:43:16: Dann waren wir auf einmal in dieser Zweierkonstellation unterwegs und der wir davor so nie existiert haben.
00:43:22: also wir waren da vor eigentlich immer nur diese Gruppe unterwegs
00:43:25: ein bisschen auch wie die Geschichte ich gerade von einem Geschäftspartner erzählt habe.
00:43:27: das dieser Anfang.
00:43:28: ist.
00:43:28: es gut, dass man nicht so eng befreundet war jetzt ist es so.
00:43:31: Wir hatten wirklich diesen gemeinsamen Traum und gemeinsame Vorstellungen dieser Weltumsegelung und dieser Reise Und das hat uns dann auch zusammengeschweißt
00:43:41: Und wir kennen uns verdammt gut.
00:43:42: Also, wir haben natürlich ... Dadurch dass wir so viel Zeit miteinander verbracht haben, hab ich auch keine Ahnung.
00:43:49: Deine Oma ist mal gesehen oder deine Omas gestorben?
00:43:52: Oder bei ganz vielen Telefonaten irgendwie mit der Family und sowas waren wir immer dabei.
00:43:57: Darum kennen wir glaube ich sehr viele Details aus...
00:44:01: Man kann einschätzen, wann der andere gut gelaunt ist, wenn er schlecht gelaund ist.
00:44:06: Egal welche Emotionen.
00:44:10: Man kann den anderen irgendwie verstehen und einschätzen.
00:44:13: Viele sagen ja, dass Freundschaft das Wichtigste ist.
00:44:15: Der ist für mich da wenn ich ihn brauche.
00:44:17: Was würdet ihr sagen nach diesen fünf Jahren über Freundschaft?
00:44:21: Was ist das Wichteste was eine Freundschaft braucht oder hat oder gibt es überhaupt das wichtigste in einer Freundschaft?
00:44:27: weil ihr seid ja schon so freundschaftsextremer.
00:44:29: Es gibt unterschiedliche Freundschaften
00:44:32: auch.
00:44:33: Ich
00:44:34: bin mir sicher auch wenn wir uns jetzt haben ... Monate gar nicht verständigt.
00:44:40: Du hast nicht geschrieben, ich hab'n nicht geschrieben und nicht angerufen, keine Ahnung was... aber ich bin mir sicher egal wann wir uns wieder sehen die Basis ist da und stimmt.
00:44:48: Darauf kann ich eigentlich verlassen?
00:44:49: Und was?
00:44:51: wir können uns aufeinander verlassen.
00:44:52: also wir haben ein extremes Vertrauen auch aufeinander aufgebaut und auch auf so einer ganz essentiellen Ebene.
00:44:58: wenn ich unten im Boot penne so dann weiß ich das Tim da oben ist und alles im Griff hat und wenn nicht und wenn irgendwas ist dann ruft er mich Aber halt so ein Grundvertrauen und auf so einem Leben oder Tod auch manchmal.
00:45:14: Wir können uns aufeinander verlassen, wenn es wirklich darauf
00:45:16: ankommt.".
00:45:17: Wie würdet ihr sagen, wer die Weiche hat euer Leben genommen?
00:45:19: Weil ihr in solchen lebensbedrohlichen Situationen wahrt also so Unwetterwellen kaputte Motoren oder kapute Segel... Also wie hat das euch verändert?
00:45:28: Hat es euch
00:45:28: verändert?!
00:45:29: Ich weiß nicht ob ich das jetzt schon sagen kann.
00:45:31: Das ist vielleicht noch ein bisschen noch nicht so lange her einfach.
00:45:36: Fast drei Jahre zurück, zweieinhalb.
00:45:38: Aber ich hab das gestern auch schon in der Kinovorstellung gesagt.
00:45:41: aber ich habe neulich ein Interview gehört von Alex Arnold dieser Free Climber.
00:45:47: Der den Oscar in diesem Oscar Film auch tun wir?
00:45:48: Genau,
00:45:49: Free Solo.
00:45:50: und der hat da gesagt dass es wahrscheinlich vielen Menschen guttun würde mal in echter Gefahr oder echter Gefahr ausgesetzt zu sein weil er oft irgendwie Menschen am Bahnhof oder am Flughafen beobachtet, wie sie völlig panisch sind und hektisch.
00:46:04: Weil die Security Lane zu lange ist oder weil sie in den Flug verpassen.
00:46:07: Aber sie sind ja irgendwie im klimatisierten Raum und du kannst ihr überall was zu trinken und zu essen kaufen.
00:46:13: Und eigentlich ist alles gut so.
00:46:16: Es gibt keine echte Gefahr quasi in dem Moment.
00:46:20: Ich glaube dass das ein Stück weit auch bei mir so ist oder bei uns so ist dadurch, dass wir halt mal in Situationen waren wo es wirklich kacke war, wo man wirklich Angst hatte.
00:46:31: Dass man sich halt... dass man jetzt einfach die eine oder andere Situation so ein bisschen mehr mit dem Lächeln nehmen kann und
00:46:38: weiß ich nicht, dass man sich in Gefahr bringen soll.
00:46:41: Du hast ja gesagt das ist der größte Traum war diese Reise zu machen dieses durchzuziehen.
00:46:46: auch wenn man jetzt mit Anfang zwanzig schon einen großen Traum erfüllt hat was kommt denn dann noch?
00:46:50: Ach die Welt wäre da noch viel mehr zu bieten und es ist noch so groß.
00:46:54: es gibt noch viel zu entdecken.
00:46:56: aber wie gesagt Genießt es gerade auch einfach sehr, so ein normaler Low-Leben zu haben und in meiner Wohnung zu sein eigene Fürwände.
00:47:03: Bett bewegt sich nicht.
00:47:04: Ist das eine Pause oder ist das jetzt der Hauptzustand?
00:47:07: Und die Segeltour war eigentlich die Pause vom normalen Leben... Ich
00:47:10: möchte diese Basis oder diese Base Homebase eigentlich behalten!
00:47:14: Ich will jetzt eigentlich schon eine Station haben wo ich sage okay dass mein Zuhause da kann ich immer wieder zurückkommen und klar von der kann man auch Expedition starten und vielleicht bin ich nochmal ein halbes Jahr oder vielleicht sogar ein Jahr unterwegs oder so schließe ich nicht aus Aber ich möchte dieses Zuhause behalten.
00:47:30: Kennt ihr den Reiseinfluencer Travel For Love?
00:47:33: Der hat so vierhunderttausend,
00:47:34: fünfhundertausend Follow-up auf Instagram ist losgelaufen und hat sich das Auge irgendwie entzündet in Indien im Fluss.
00:47:39: Ich hatte ihn auch mal hier als Gast im Podcast Und der hatte eine unfassbare Getriebenheit und man hatte das Gefühl dass er nur noch gereist ist für Content.
00:47:48: Bei euch hatte ich nicht das Gefühl, dass ihr diese Reise nur für Content gemacht habt Sondern du hattest einfach die Kamera hingehalten.
00:47:54: Wie schafft man das?
00:47:55: die Welt nicht zu Content wird, sondern dass ihr wirklich bei eurer Reise geblieben seid.
00:48:00: Wir haben schon auch diesen Drang gehabt.
00:48:03: wir müssen jetzt was erleben damit wir das filmen können und das hatten es dann oft losgepusht um zu sagen okay wir gehen zum Wasserfall und erleben etwas was wir aber eigentlich immer gut fanden weil so hatten wir auch was cooles was wir eben erlebt haben.
00:48:19: Aber wir hatten auch oft genug mal die Kamera aus, das finde ich auch so.
00:48:22: Wir haben uns nicht immer alles in den Filmen.
00:48:24: So, wir haben uns auch voll viele Momente bewahrt... ...die nur für uns waren.
00:48:28: und welche?
00:48:29: Zum Beispiel ganz viel wenn wir Leute kennengelernt haben.
00:48:32: Wenn wir irgendwie eine Party auf dem Boot geschmissen haben, haben wir die Kamera nicht einmal in die Hand genommen.
00:48:36: oder... auch unsere ganzen Freunde in Mexiko, mit denen wir ganz viel gemacht haben.
00:48:41: Da hatten wir selten die Kamera dabei weil das vielleicht den Moment auf uns zerstört
00:48:45: hätte.
00:48:46: Das ist interessant
00:48:47: an eurem Film dass der findet eigentlich hauptsächlich bei euch beiden statt aber man kriegt überhaupt nichts mit von anderen.
00:48:52: Da waren
00:48:53: noch ganz viele Menschen drum herum auf dieser Reise.
00:48:55: Wir hatten ja über dreißig Mitzähler und Misszieglerinnen dabei.
00:48:59: Warum habt
00:48:59: ihr die nicht miterzählt?
00:49:01: Weil es war dann schon die Entscheidung Wir hätten die ganzen Aufnahmen gehabt, wo auch die Leute gesehen sind und was sagen.
00:49:08: Aber jede Person, die du in diesen Filmen mit reinbaust musst du auch irgendwie erklären können.
00:49:13: Was einerseits mit den Aufnahmen, die wir hatten schwer war... ...und es kompliziert ist schon enorm wenn die ganze Zeit neue Leute, neue Gesichter und man versteht's dann nicht mehr so ganz.
00:49:23: Deswegen haben wir uns aktiv dazu entschlossen das bei uns zu halten, dass ich jetzt um Nachhinein als komplett richtige Entscheidung sehe weil das einfach im Film geht um diese gesamte Reise und alles, was da von außen noch mit rein spielt.
00:49:36: Macht's vielleicht nicht kaputt aber eben ein bisschen komplizierter oder schwerer zu verstehen?
00:49:41: Und das ist sowieso schon im Film ... Ich glaub der ist schon auch... Man hat schwer zu verstehen bzw man kriegt ganz viele offene Fragen!
00:49:49: Man kriegt den Gefühl also der Film lässt einen etwas fühlen, das finde ich das Besondere.
00:49:52: Also du kriegst ... Man sollte ... Man hat sehr viele Fragen und geht in den Filmen die werden fast alle nicht beantwortet.
00:49:57: Also kommt
00:49:58: es auf die Kritik her.
00:49:59: Ja also wie finanziert man das?
00:50:00: Kriegt man keine Antwort.
00:50:01: viel Wo sind die Wannen?
00:50:03: Aber das stört mich gar nicht.
00:50:04: Man ist so hänglu, ist wie ein Surfer eigentlich.
00:50:09: Ja diese Fragen beantworten wir halt auch irgendwie woanders also auf YouTube...
00:50:14: Oder in meinem Buch?
00:50:16: Zum Beispiel auch im Buch aber darauf will ich gar nicht hinaus.
00:50:18: und wenn man wirklich genau wissen will wie war das alles und da bisschen tiefe eintauchen will dann kann man unsere Reise halt von Tag eins auf Youtube immer noch nachgucken Und da sieht man dann die ganzen Leute mit uns mitgesägelt sind.
00:50:31: Wie gesagt, oft haben wir auch die Kamera gar nicht eingehabt.
00:50:33: Aber da sieht man auf jeden Fall dass wir nicht die ganze Zeit nur wir zwei waren Und halt auch in so Formaten wie jetzt können wir da ein bisschen tiefer drauf eingehen und ich glaube es ist schon Also einfach fünf Jahre in einem Film abzubilden Das ist einfach du musst da muss was rausfallen ja Du kannst nur kleine Sachen erzählen und das war dann wichtiger irgendwie diese Kie-Anekdoten oder...
00:50:56: Was hatte dich denn geschmärzt?
00:50:57: Was ihr rausgeschnitten habt?
00:50:58: also was hättest du gerne im film gesehen?
00:51:00: viele Situationen.
00:51:01: Ich habe auch immer, ich hab eine Zeit lang am Anfang für die Mitsegler-Mistilerinnen gekämpft und hab den ja, also ich hab quasi meinen Schnittpartner Tobias immer die ganzen Aufnahmen gegeben und dann gesagt, ohja das will ich halt nicht entrin.
00:51:14: Und irgendwann war klar, passt nicht ein.
00:51:16: Aber zum Beispiel auch, man sieht glaube ich einen richtigen Motorschaden im Film aber es waren viel mehr.
00:51:22: Also wir hatten so viele.
00:51:24: Mit
00:51:24: zwei sieht man einmal, dass ihr versucht mit eurer Schiffsschraube zu angeln
00:51:27: und
00:51:28: einmal dieser am Anfang auf dem alten Boot da ist der Motor richtig kaputt.
00:51:30: Ja genau
00:51:31: aber wir hatten ganz viele Motorschäden.
00:51:34: Warum
00:51:35: konntet ihr das denn übrigens?
00:51:35: Das hat mich ziemlich beeindruckt.
00:51:36: also das sind so Fragen die ich beim Gucken hatte.
00:51:38: so wieso kannst du plötzlich... Mir fällt gerade noch was einfach gleich reden muss.
00:51:41: Wieso kannst Du einen Motor reparieren?
00:51:43: Ich könnte also würdest du mir den Motor entlegen?
00:51:44: Ich würde bei denen um Hals bin und es mehr stürzen weil ich kann da nichts reparieren dran.
00:51:48: Hat damit angefangen, dass man Google hat.
00:51:51: Wie entlüfte ich den Motorstil des Themen vom Motor?
00:51:54: und.
00:51:54: Ich wüsste
00:51:55: nicht mal was ich googeln soll.
00:51:57: Wir haben auch etwas mega cool, weil wir hatten immer unser persönliches Forum.
00:52:01: Ganz oft Fragen auf Instagram rausgehauen.
00:52:03: Und dann hatten wir unsere Community und da waren ganz viele Mechaniker und Segler dabei die uns da echt oft
00:52:10: lange Mails
00:52:12: gegeben haben und gesagt haben liegt dann der Diesel-Pumpe oder das Leck ist irgendwo an einer Einspritzdüse.
00:52:19: Dann kam auch so die Instruction her, ich hab euch da mal einen Bosch Service in der Nähe rausgesucht, baut das aus, das sind drei Schrauben, die müsst ihr lösen.
00:52:27: Im Detail geht's im Bosch-Service und die können euch das reparieren.
00:52:30: Ich habe seit langem keine guten Geschichten aus dem Internet gehört.
00:52:33: Das ist halt langmal wieder eine gute Geschichte von dem Internet.
00:52:34: Das Internet kann auch für Gutes da sein!
00:52:36: Das war unser persönliches Forum mit Supertipps.
00:52:40: Auch Schwarmintelligenz ein bisschen?
00:52:42: Und auch nicht nur Motor, sondern auch Segeln.
00:52:46: Wie wir segeln gelernt haben war auch dass wir in unseren YouTube-Videos gezeigt haben wie man es nicht macht, Kommentare bekommen haben.
00:52:51: so hier an der Leine müsst ihr noch etwas ziehen dann wird's besser und das also ja auf jeden Fall.
00:52:57: Abschließend
00:52:58: will ich von euch wissen ist es beruhigend oder wie beruhigent ist es?
00:53:01: Dass ihr wisst.
00:53:02: man kann wirklich einfach los
00:53:04: wenn man das kann.
00:53:06: wenn man die Lebenssituation ist wo man das kannt dann ist das würde glaube ich ein... Eine schöne Fluchtmöglichkeit, wenn man die braucht.
00:53:15: Aber ich denke, die meisten Menschen sind nicht in der Situation, dass sie das einfach loskönnen und dann muss sich die Situation schaffen.
00:53:23: Ich stell mir vor mit Kindern ... Du
00:53:26: bist auch Leute, die schon Kindern segeln?
00:53:27: Ja,
00:53:28: safe aber so viel schwerer, nicht wegen den Kindern, weil man so viel mehr zurücklassen und aufgeben, wenn wir auch irgendwo eine größere Struktur haben drumherum.
00:53:41: Aber, ja ... ich find diesen Gedanken schön.
00:53:46: Der ist und bleibt auch so.
00:53:47: Ich könnte jetzt einfach lossegen.
00:53:49: Eigentlich könnte ich direkt wieder los.
00:53:51: So, könnte!
00:53:53: Du willst nicht?
00:53:53: Nee, reizt mich jetzt auch nicht.
00:53:57: Wenn ihr interviewt werdet... Wie oft sind die Leute verblüfft, dass ihr sagt, ich hab keinen Bock mehr drauf?
00:54:02: Alle rechnen damit, ich würde sofort wieder los, ich vermisse den Wind in der Nase.
00:54:07: Ja, ich auch noch kurz zu der Frage davor.
00:54:10: Ich finde es auf jeden Fall gut, so zu wissen.
00:54:12: Und ich kann mir immer wieder ausbrechen aber muss mir das voll aktiv behalten weil ich merke jetzt bin jetzt ein Bachelor und der logische Schritt ist dann nicht machen Master und man kommt wieder in diese alten Muster rein oder beziehungsweise man sieht alle Leute um sich herum und es gibt einem natürlich auch wieder so einen Druck.
00:54:31: darum muss man sich das immer aktiv im Kopf behalten.
00:54:33: hey wenn ich will dann kann ich immer wieder los Und dann ist es ein schöner Gedanke, aber ich hab jetzt auch gerade nicht das Bedürfnis.
00:54:41: Es ist okay so zu sein wie alle anderen?
00:54:43: Ich bin froh, dass ich hoffentlich vielleicht nicht gar nicht
00:54:46: ... Also ihr wart's fünf Jahre nicht!
00:54:47: Fünf Jahre wartet ihr's
00:54:48: nicht.
00:54:48: Fühlen mich jetzt aber auch nicht so.
00:54:50: Das ist jetzt nicht Wertengemeid, genau.
00:54:53: Ihr seid jetzt so Studium und knobbeln weiter an meinen möglichen Geschäftsideen.
00:54:58: Einfach das normale Leben was man lebt.
00:55:00: Die Frage ist, ist es ok dieses normale Leben jetzt zu haben?
00:55:02: Jeden Fall.
00:55:03: Ist auch schön ja.
00:55:05: Das was wir gemacht haben, das will nicht jeder.
00:55:07: Also für ganz viele Leute wäre es der absolute Albtraum auf dem Segelbord zu leben und darum will ich auch... also wenn der Film irgendwie Leute animiert jetzt irgendwie selber eine Reise zu machen total cool.
00:55:17: aber er kann sie auch animieren irgendwas anderes zu machen.
00:55:20: so das muss überhaupt nichts mit Reisen zu tun haben sondern einfach nur den eigenen inneren Bedürfnissen nachgehen ... wie du irgendwas reinzwingen, wo man eigentlich weiß.
00:55:33: das will ich nicht.
00:55:34: Und trotzdem ist es voll okay einfach natürlich ein ganzes Mal Leben zu führen und tue ich gerade auch und ich genieße's voll.
00:55:40: Seid ihr erwachsen jetzt?
00:55:42: Nee.
00:55:43: Na also
00:55:44: glaube ich nicht...
00:55:45: Ich glaub' ich werde jetzt als Erwachsen wahrgenommen von anderen vor allem von jüngeren Leuten.
00:55:51: Manchmal erschreckt mich das weil ich dann so der Herr oder sowas mich dann eher befremdlich aber so richtig erwachsen fühl.
00:55:59: ich mich glaube ich noch nicht.
00:56:01: Fühlst du dich erwachsen?
00:56:03: Ja.
00:56:04: Dann irgendwann mit Anfang vierzig fängst du an, dich erwachsen zu fühlen.
00:56:06: Wer nach ...
00:56:07: Das ist auch okay!
00:56:08: War das eine Alterssache oder was?
00:56:09: Es war ne Alters-Sache.
00:56:11: Weil dann irgendwann ... Du wirst halt nur noch gesiezt und dann fühlst du Dich auch irgendwie.
00:56:15: Und dann musst Du so... Das Leben verändert sich einfach weil die Eltern werden alt alles wird alt um Dich rum und dann stellst Du so fest deine Freunde werden alt.
00:56:23: Die ersten Gebrechen fangen bei den Freunden.
00:56:24: also du merkst ok dass es Alt sein.
00:56:26: So, jetzt wollen wir ein bisschen vorliegen aus diesem Gespräch rausgehen.
00:56:30: Nee, war eigentlich die letzte Frage.
00:56:31: aber wirklich mit der Vogel, der hat mich sehr berührt.
00:56:34: Der hatte kurze Zeit einen Reisepartner dieser kleine Vogel und da wart ihr wirklich... Das war also die stärkste Emotion, die ich bei euch hinschmehlen wollte.
00:56:41: Ja, der Vogl war weg!
00:56:43: Und ihr war traurig?
00:56:44: Es war auch ein trauriger Moment, weil er hat sich dann eine Weile bei uns und dann hat er sich hinten an die Relingen gesetzt und man hat ihn echt gesehen.
00:56:52: Er hat nach hinten geblickt oder irgendwie überlegt was mache ich jetzt?
00:56:56: Fliege ich los, bleibe noch da, fliege Ich los und bleib' noch da.
00:57:00: Und jetzt auch so ein paar Mal probiert.
00:57:01: Er hat es abgehoben, sofort wieder gelandet... Wir haben die ganze Zeit beobachtet und irgendwann war er jetzt packig.
00:57:09: Das ist losgeflogen und der wurde gleich sofort vom Wind gepackt und war weg.
00:57:13: Vielen Dank dass ihr beide da wart.
00:57:14: Danke
00:57:15: für die Einladung!
00:57:16: Wenn
00:57:24: euch dieser Podcast gefallen hat dann abonniert ihn bitte zum Beispiel indem ihr bei Spotify auf die Glocke klickt und empfiehlt uns auf jeden Fall weiter Ihr möchtet uns Feedback, Lob oder Kritik schicken.
00:57:35: Oder habt sogar einen Themenvorschlag?
00:57:37: Kein Problem!
00:57:38: Schreibt uns einfach eine Mail an amr at pqppzwei.de oder ihr schickt uns eine Nachricht auf Instagram.
00:57:45: Folgt uns dafür auf Instagram unter unserem Alles muss raus Kanal.
00:57:49: Wenn euch alles muss raus gefällt unterstützt uns gerne auch auf Patreon.
00:57:53: Dort versorgen wir euch mit exklusiven Podcast folgen unseren Themenkonferenzen Specials zu unseren Drehs und anderen tollen
00:57:59: Extras.
00:58:01: Alle Links findet ihr unten in den Show-Notes.
00:58:04: Neue Folgen erscheinen Donnerstags auf allen gängigen
00:58:07: Podcastplattformen.
00:58:11: Bis bald.
00:58:32: Disclaimer.
00:58:34: Dieser Podcast ist ein zeitaktuelles Dokument, Informationen und Perspektiven können sich mit der Zeit verändern!
00:58:40: Bitte beachte dass sich neue Erkenntnisse oder Entwicklung auf die hier besprochenen Themen auswirken können.