alles muss raus - mit Thilo Mischke

alles muss raus - mit Thilo Mischke

Pqpp2 Audio

Transkript

Zurück zur Episode

00:00:00: Aber was ich eben schon merke, weil auch diese Fürsorge und das aufeinander aufpassen.

00:00:04: Das hat man als Berliner sehr ...

00:00:41: Liebe Hörerinnen, liebe Hörern!

00:00:43: An dieser Stelle möchte ich herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Alles muss raus mit mir Thilo Mischke wünschen und Patrick

00:00:50: Bauer.

00:00:51: Patrick Bower ist Journalist.

00:00:53: Patrick Bauher hat fünfzehn Jahre in München gelebt und kommt aus Westberlin.

00:00:59: Eigentlich kommt er von ganz woanders her, das besprechen wir aber später an der Folge.

00:01:04: Und wir beide haben uns getroffen, weil in den letzten Tagen wieder viel über diese Stadt Berlin diskutiert wurde.

00:01:10: Ein Artikel ist erschienen von Johanna Adoyan in der Süddeutschen Zeitung ein Artikel, der darüber spekuliert dass Berlin in eine bestimmte Richtung kippt.

00:01:19: Ein sogenannte Berlinschmähartikel.

00:01:21: und ich als Berliner muss sagen dieser Artikel begleiten mich in der Wachheit meines Lebens schon immer nämlich seitlich denken kann.

00:01:29: Immer gibt es dieses Artikel immer gibt es diese Bücher die Filme mittlerweile die Podcasts, in der eine große Verachtung gegenüber der Stadt Berlin geäußert wird.

00:01:37: Und mit Patrick Bauer als West-Berliner und mir Tilo als Ostberliner haben wir heute gemeinsame erörtert, warum das so ist?

00:01:44: Warum wird diese Stadt so verachtet?

00:01:48: Was sagt uns das über andere Städte in Deutschland?

00:01:50: Was zeigt uns dass über den Zustand der Gesellschaft in diesem Land?

00:01:54: Wir stellen uns natürlich auch die große Frage was kann Deutschland von Berlin lernen?

00:02:02: Redaktionsschluss für die heutige Folge war Mittwoch, der Zweiundzwanzigste April.

00:02:06: Zweitausendsechsund zwanzig um fünfzehn Uhr.

00:02:13: Liebe Hürren, liebe Hürre!

00:02:14: Herzlich willkommen zu einer live produzierten Ausgabe des Alles muss raus Podcasts mit Patrick Bauer Journalist.

00:02:20: Hallo Für diese deutsche Zeitung.

00:02:21: er sitzt aber nicht hier für diese dörche Zeitung.

00:02:23: Schrei du bist Du machst dort Podcast.

00:02:25: Ich bin der Ressortleiter des Audio- und Videoressorts Gemeinsam mit Laura Terball Und sitze hier bei dir in Berlin weil ich auch wohne in Berlin und ich bin auch Berliner.

00:02:35: Das verbindet uns nämlich und deswegen haben wir uns heute auch getroffen.

00:02:37: Wir sind beide Berliner, eher Westberliner ich Ostberliner und letzte Woche oder vor zwei Wochen Ich weiß es nicht mehr genau ist ein Artikel erschienen von unserer Kollegin Johanna Adoyan über Berlin Und wie berlin kippt.

00:02:48: diese Stadt kippte und das hat mich bewegt mit ihr darüber nachzudenken warum berlin sich so eignet als stadt die immer und immer wieder angegriffen wird.

00:02:57: Seit es dieses statt eigentlich gibt möchten Menschen diese Stadt scheiße finden und ich will mit dir erörtern Warum das so ist?

00:03:03: Und jetzt natürlich meine erste Frage an dich.

00:03:05: Glaubst du, dass wenn man Berlin angreift, man Ost- und West-Berlin angreift oder müsste man eigentlich sich entscheiden welchen Teil der Stadt man hier angreifen möchte und scheiße finden will?

00:03:15: Ich glaube es hat gar nicht mal in dem Fall sonst sehr viel, gar nicht so viel mit Ost und West zu tun.

00:03:20: aber man muss sich da hast du total recht wer meine These sofort entscheidet welchen Teile und welchen Kosmos von Berlin man eigentlich meint.

00:03:30: und meine These wäre auch all der Berlin-Hass oder die Berliner Kritik, oder die Berlin-Polemiken, wie du so richtig sagst ja schon seit Jahr und Tag immer wieder erscheinen.

00:03:39: Manche sind gut, manche nicht so gut.

00:03:41: Ja, immer was sehr ... Ein besonderer Moment an Berlin und einen besonderen Ort von Berlin und ein Aspekt von Berlin meinen.

00:03:48: Eigentlich arbeiten sich ja die Toren oft genug in den vergangenen Jahrzehnten immer so an ihrem Berlin ab, was sie mal kennengelernt und vielleicht doch lieben gelernt haben, was jetzt irgendwie sich gar nicht so viel verändert hat.

00:04:01: aber Personen und die Schreibenden haben sich vielleicht verändert.

00:04:06: Wollen wir den Hörerinnen und Hörern einen kurzen Kontext geben?

00:04:08: Wie war Berlin, sagen wir mal West-Berlin, zweitausend?

00:04:12: So sagen wir aber, ninety-fünf bis zweitausend das ist die große Zeit in der Die Menschen in diese Stadt gezogen sind kurz nach dem Mauerfall.

00:04:19: wie hat sich berlin von ninety bis zwei tausend west für dich angefühlt?

00:04:23: was war da los bei euch

00:04:24: drüben?

00:04:25: Kurze Zeitreise, ninety so bis zwei Tausender.

00:04:28: Da war ich auf dem Gymnasium und im Jahr zwei Tausend Zwei habe ich Abi gemacht.

00:04:33: Da war Berlin so eine ganz merkwürdige Zwischenphase, hatte das Gefühl ja da wurde so ein Potsdamer Platz plötzlich was hochgezogen

00:04:42: Die haben aber

00:04:44: ganz gut gealtert.

00:04:50: Da gab es dann so merkwürdige futuristische Momente wie die Magnetschwebebahn, die da auf der Braachfläche plötzlich stand und man konnte Sonntags mit Mama und Papa mal ganz schnell fahren.

00:04:59: Dann wurde sie auch wieder abgebaut oder verrottete.

00:05:01: Weiß ich gar nicht was daraus geworden ist?

00:05:02: Nichts!

00:05:04: Wenn man aus heutiger Sicht drauf schaut, dann war das natürlich die Hochphase politischer Skandale und Fehlentwicklungen.

00:05:09: Und Korruptionen, die dann noch spürbar werden sollte.

00:05:11: aber eigentlich war es für mich ganz persönlich so eine noch ganz gemütliche West-Berliner Zeit wo plötzlich am Horizont aber sozusagen war hier könnte was passieren was man sowas Berlin gar nicht kennt und stellvertretend dafür stand.

00:05:25: da sind wir wieder heute.

00:05:26: die Olympia Bewerbung.

00:05:28: Stimmt!

00:05:28: Die gelben T-Shirts mit dem Berliner Bern Punkt, Punkt dieses Strich.

00:05:33: Genau.

00:05:34: Olympia ist zweitausend?

00:05:35: Ja.

00:05:36: Also bei mir zu Hause gab es nur ein Olympia als Thema.

00:05:39: Mein Eltern waren da wehement dagegen

00:05:41: und

00:05:41: ich deswegen auch.

00:05:42: Das war also glaube ich üblich als Berliner er dagegen zu sein gegen diese Olympiade weil das ja irgendwie schon bekannt war.

00:05:48: dass versaut die Stadt einfach.

00:05:50: Wie wäre's heute wenn man die Berliner fragt?

00:05:52: Ist hier gerade wieder eine Bewerbung?

00:05:53: ne?

00:05:54: Genau!

00:05:55: Es ist eine interessante Frage.

00:05:56: was glaubst du... Ich glaube Ur-Berliner sind immer noch dagegen?

00:06:00: Zugezogene erhoffen sich möglicherweise...

00:06:05: Dass der Dreck wegkommt.

00:06:07: Stimmt, dass endlich mal durchgefegt wird!

00:06:09: Weil ich meine wir haben in vielen Teilen am hinteren Ende der Landsberger-Leh glaube ich liegt immer noch der Rollsplit

00:06:14: von einer letzten Olympia Bewerbung auf Winter.

00:06:17: Ich glaube tatsächlich das so als Reinigungsmaßnahme die Universiade wahrgenommen werden könnte.

00:06:21: Ja Ich habe mit meiner Frau übergesprochen, die näher an der Landespolitik dran ist.

00:06:28: Weil sie beruflich damit zu tun hat und die sagte dass da schon absurde Konzepte kursieren.

00:06:33: von so temporären Schwimmenhallen weil das darauf will ich hinaus wäre vielleicht so die Hoffnung die man damit verbinden könnte dass sich infrastrukturell was verbessert paar neue Tonhallen und Schwimmbäder die man benutzen kann.

00:06:45: Aber ich glaube, das könnte auch schnell wieder abgerissen werden.

00:06:48: Ich stelle mir das so vor wie bei allen Sportveranstaltungen auf internationaler Ebene, dass du dann irgendwann diese überwucherten Fußballstadien und so leere Schwimmbäder hast, wo so Graffiti einfach unten drin ist.

00:06:59: So stelle ich es mir einfach vor.

00:07:00: Ja aber wir waren bei der Anforderländer – wie war's bei dir da in Berlin?

00:07:03: Was bist du von

00:07:05: Jahrgang?

00:07:07: Genau, ich hab' im Jahr two thousand machen müssen und habe Berlin in Ende der Neunziger Anfang der Nullerjahre als genauso wahrgenommen wie heute den besten Ort, den ich mir vorstellen kann umzuleben.

00:07:18: Allerdings war man unter sich.

00:07:22: das war das besondere Gefühl.

00:07:23: also man ist... Der zugezogene war eigentlich eine Person aus einem anderen Bezirk.

00:07:27: Also man hat dann Prenzlauer Berger zum ersten Mal kennengelernt Man hat Leute aus Mitte kennen gelernt oder aus Höhlenow Ganz weit weg.

00:07:35: Aber du hast

00:07:35: ganz ... Ich bin nur zu mich Ende der Stadt, ja?

00:07:36: Ja, das

00:07:37: ist so ganz weit draußen.

00:07:39: Man hatte keine Berufspunkte, es lag möglicherweise aber auch daran, dass man noch zur Schule gegangen ist und früh

00:07:43: ...

00:07:44: Also Humboldt-Universität zum ersten Semester, da hab ich mal jemand aus Tübingen kennengelernt und hatte so wow!

00:07:50: Und uns gehörte die Stadt, das war das Gefühl also dieses... Ich bin noch bevor die ganzen Dachgeschosse kamen und die Dachwohnungen waren wir einfach üblich, dass Du auf den Dächern nicht getroffen hast, getrunken hast Aufgepasst, dass das niemand runterfällt.

00:08:04: Man hat gekifft und Raves gemacht aber ohne es so zu nennen sondern man hat einfach auf dem Polenmarkt Technokassetten gekauft und dann da abgespielt, man war sprühen also der ganze Ostteil der Stadt und das Bestand aus Pankow-Prenzlauerberg Mitte Friedesheim, der gehörte uns Und es gab niemanden der gestört hat.

00:08:21: wir wurden auch komplett in Ruhe gelassen.

00:08:23: Das war das Besondere.

00:08:24: Es gab so im Moment ich bin aus der Schule gekommen und habe am helligten Tag mit einem Kratzstein vom Baumarkt die Glasscheiben der U-Bahn zerkratzt und die Leute haben geguckt, was macht der denn da?

00:08:35: Und das war es aber auch egal.

00:08:36: Es war irgendwie eine gute Zeit, die irgendwie so kriminell harmlos war.

00:08:42: Also erscheint es mir!

00:08:43: Aber wir, also ich und meine Freunde kamen ja dann zu euch rüber weil als Richtung der Jahrtausendwende ist ganz zurück und man so langsam Zart versuchte auszugehen nicht mehr nur ins... Wie hieß es denn, wo man reindurfte?

00:08:55: Ins Matrix an der Warschauer.

00:08:57: Wo man schon mit sechzehn rein durfte, sondern in die richtigen Clubs.

00:09:00: Da mussten wir dann in die neuen Anführungszeichen bezirken statt.

00:09:05: Also der beste Club war ja für mich also weil das genauso die Möglichkeit hier gab als wirklich fast noch Teenager mit den alten gut zu feiern.

00:09:13: Maria am Ostbahnhof.

00:09:16: Toller Club.

00:09:17: Da

00:09:17: kam man auch immer rein, ich weiß gar nicht warum?

00:09:19: Wir sahen früher so was wie

00:09:21: eine Tür gab es nicht so richtig.

00:09:24: Es gab ja dann immer ... Sonnheims wurde ausgegangen, zwanzig Mark, zwante Euro haben gereicht.

00:09:30: Wir wollen jetzt hier nicht.

00:09:31: in diesem Woche.

00:09:32: früher war alles besser das heißt es nicht aber es war ebenso und dann ist man entweder ins Maria oder dann in die Kulturbrauerei.

00:09:38: wenn man's richtig dumm wollte ist man in die alte Kantine oder ins Matrix Ostgut an Mutigen.

00:09:45: Das waren die richtigen Mutigen, ja.

00:09:46: Ich weiß nicht, wie war's bei euch?

00:09:48: Wir haben keine Drogen genommen.

00:09:49: In Somerspreis wurde wenig konsumiert ...

00:09:52: Wir waren sehr brav!

00:09:54: Deswegen hatte es so eine gewisse Naivität alles.

00:09:58: Wenn man heute kulturhistorisch draufschaut, das waren unfassbar legendäre Clubs und wer da alles aufgelegt hat, ich kannte sie zum Teil auch nicht.

00:10:06: Das war völlig egal.

00:10:07: Aber wir hatten einen

00:10:10: guten Abend und im Nachhinein finde ich eben so faszinierend, dass wir – also ich kann mich nicht erinnern, jemals in der Schlange gestanden zu haben oder nicht in irgendeinen Club reingekommen zu sein.

00:10:20: Ohne ….

00:10:21: Also wir hatten jetzt nicht besonders coole Klamotten an und waren wahrscheinlich dann schon ... Drogen war jetzt nicht so wichtig aber den ein oder anderen Bärenzen hatten wir wahrscheinlich schon geprungen?

00:10:30: Ja, besoffen war man ja!

00:10:32: Ich glaube auch das erste Mal abgewiesen.

00:10:34: in einem Club wurde ich Vor zehn, fünfzehn Jahren in einer Bar von zwanzig.

00:10:39: Ja

00:10:39: ich auch.

00:10:39: Genau da und ... Bei dieser

00:10:40: ganz strengen Frau?

00:10:41: Ich glaube ja es war glaub ich wirklich ... Und dann kann ich mich ändern... Ich war mit meinem Freund dort tanzen und wir sind so drein und wir wurden beide abgewiesen und er war schon drauf also besoffen nicht drauf und sagte dann so

00:10:51: Hä?!

00:10:51: Ich bin in Berlin geboren!

00:10:53: Das war die einzige Reaktion.

00:10:55: Du

00:10:55: kannst dich hier

00:10:56: nicht ... Ich darf hier rein!

00:10:57: Ich bin doch hier geboren.

00:10:59: So wie auch mal Bergheim.

00:11:02: Das war das erste Mal und dann hab' ich gemerkt okay jetzt verändert sich auch was wenn abgewiesen wird.

00:11:05: Und dann war, glaub ich auch so ein bisschen meine Ausgehphase vorbei.

00:11:09: Ich würde das vor zehn, fünfzehn Jahren.

00:11:11: hört er das auf.

00:11:13: Aber um die Frage zu beantworten ... Die wir uns beide gegenseitig stellen, es war der Abenteuerspielplatz von dem alle geträumt haben.

00:11:20: Es ist wahr.

00:11:21: Es waren diese ganzen Baulücken, die es noch gab.

00:11:24: Da waren ja wirklich auch Abenteuer-Spielplätze aus Schutt.

00:11:27: Da wurden lustige Holzspielplätzen gebaut und da konnte man sich sein Auge kunstvoll ausreißen an einem Nagel.

00:11:34: Alles war möglich und ich glaube, das ist auch der Grund warum die Leute gekommen sind.

00:11:38: Also genau dieses Gefühl weil es gab es meines Erachtens nach in Europa nicht zu diesem Zeitpunkt.

00:11:44: Osteuropa haben sich alle nicht getraut, Warschau war zu gruselig, Belgrad traut sich keiner hin irgendwie den Neunzigern.

00:11:49: Das ist ja alles noch Wund gewesen vom Sozialismus aber Berlin nicht.

00:11:54: Und dann fängt ja der Begriff Easyjet-Touristen an, also nach der Jahrtausendwende.

00:11:59: Also ich würde sagen die nächste Stufe war dann so die WM.

00:12:02: in meiner Berlin-Wahrnehmung.

00:12:03: Stimmt!

00:12:04: Wo die Stadt extrem voll war es waren...

00:12:06: Und warm und sommerlich?

00:12:07: Da war es für vier Jahre Sommer hatte ich das Gefühl.

00:12:09: Es war ein irrer Sommer.

00:12:10: Ich weiß nicht wie's bei dir war, bei mir passiert auch privat ganz viel.

00:12:13: Das war ein einziger Sommer aber der sich sehr lange zog und doch irgendwie eine Nacht sich anfühlte.

00:12:21: Da war ja noch so diese Euphorie, die New York Times hat über Berlin geschrieben.

00:12:25: Weißt du es?

00:12:27: Es gibt's bis heute.

00:12:28: Was wir jetzt kürzlich war doch das Maybach-Ufer an eben ich auch lange gewohnt hab mit den Eltern.

00:12:32: Sei laut New York-Times unter den zehn coolsten Straßen der Welt.

00:12:37: Ist es denn mal ... Warst

00:12:38: Du mal ein Maybachrufer in letzter Zeit?

00:12:40: Nein!

00:12:41: Also da möchte man nicht am Ufer sitzen.

00:12:43: Das ist irgendwie... Ich will jetzt nicht in einen Berlinen-Bashington verfallen aber da ist Berlin, muss ich als jemand sagen, der jetzt fünfzehn Jahre in München gewohnte haben hat Thaisberlin schon mir ein bisschen so schmuddelig, um mich da jetzt gerne hinzusetzen.

00:12:56: Ich finde es interessant, dass du schmuddelig wehst weil das ist ja die häufigste Kritik an Berlin der Gegenwart.

00:13:00: also auch mein Kollege unser gemeinsamer Kollege Matsi Hildscher.

00:13:02: Ja?

00:13:03: Marc Berlin auch nicht mehr so richtig hat.

00:13:04: aber vor kurzem erzählt er Mark Berlin doch wieder ein bisschen und er stört sich wie viele viele andere auch an dieser Schmuddeligkeit.

00:13:11: Aber das war ja immer so!

00:13:12: Das wollte ich sagen Schon immer.

00:13:15: Ich war mal Teil einer Graffiti-Kruhe, die hieß die Möbelkruh

00:13:18: ... Legende!

00:13:19: Wir haben nur... ich war ein sehr unbedeutender Teil, mein Tag war Nierentisch und unsere Aufgabe waren nur auf den Möbeln, die am Straßenrand sind, Möbestücke raufzutämmen.

00:13:31: Also das war schon immer so, dass Leute ihre Sachen aus der Vorderdavor abgestellte haben.

00:13:36: Es war schon imerso, dass es diese komischen zum Mitnehmen-Kisten gab.

00:13:38: Absolut.

00:13:39: Und das war auch nicht schlimm, weil ich weiß noch als ich nach München zog

00:13:44: Da hab ich auch gleich ganz viele Fragen

00:13:44: zu.

00:13:45: Ja, da können wir gleich zukommen.

00:13:46: Ganz andere Stadt!

00:13:49: Ich hatte so eine alte Waschmaschine und die hat mir irgendein Kumpel vererbt.

00:13:52: Und da war wahrscheinlich ein Kriegstrom ... Also wenn man an die falschen Stellen fasste, dann kriegt man einen gleichen Schlag.

00:13:58: Die tug ich runter beim Auszug und wollte sie nicht mal auf die Straße stellen.

00:14:02: Wahrscheinlich wollte sie irgendwo mit einer Robbe hinfahren.

00:14:07: Und dann sagt Kami jemand vorbei, was machst du mit der Waschmaschine?

00:14:10: Die will ich wegschmeißen weil da ist ein bisschen Strom.

00:14:13: Dann wurde sie wieder hochgetragen.

00:14:14: es war ja auch irgendwie so ein Nehmen und Geben und die Schmuddeligkeiten das stehen lassen gehört ja dazu.

00:14:20: Glaubst Du dass Berlin sowas ist wie unser Freund den wir alle haben der so stehen geblieben ist?

00:14:26: und deswegen mögen wir ihn nicht mehr so richtig?

00:14:28: weil wenn sich nicht mal so richtig Bock haben Zeit mit dieser Person zu bringen weil sie sich eben doch so wenig verändert?

00:14:35: Berlin verändert sich, finde ich auch weniger als immer behauptet wird.

00:14:39: Aber Teil des Wesens und der Seele von Berlin ist ja eine permanente Veränderung auch.

00:14:43: Deswegen würde ich nicht sagen es berlin stehen geblieben ist.

00:14:46: Es hat für mich wirklich so viel mit den Menschen die sich an berlin stören oder nicht stören zu tun nur mit den lebensphasen die wir jetzt schon bei uns angerissen haben.

00:14:54: also das war für mich das einprägsamste erlebnis.

00:14:58: Wir sind sehr verhältnismäßig jungen Eltern geworden.

00:15:03: Ich glaube, da wohnten wir zu der Zeit in Berlin.

00:15:05: Wir wohnten am Körnerpark, schöner Park, kennst du vielleicht?

00:15:08: Da oben in Neukölln natürlich eine sehr, wie würde mein Sohn heute sagen, räudige Ecke von Berlin.

00:15:14: Ich hab's da geliebt!

00:15:15: Wir hatten eine wahnsinnig billige schöne Altbauwohnungen und es gab tolle Kneipen, gute Pizza ums Eck... Aber ich weiß ganz genau als ich zum ersten Mal mit diesem kleinen Baby so nach zwei Wochen nach der Geburt im Kinderwagen rausgegangen bin, alleine einen Spaziergang gemacht habe Und dachte, wo wohne ich?

00:15:31: Eigentlich ist es so ekelhaft.

00:15:33: Die Leute sind alle völlig gestört.

00:15:34: was gucken die mich an?

00:15:36: und das hatte sich überhaupt nichts verändert in diesem Kiez.

00:15:39: aber natürlich war mein Leben plötzlich ein komplett anderes und du kannst in Berlin sehr unterschiedliche leben führen.

00:15:44: auch das gilt bis heute.

00:15:45: also manche manche Schönheit von berlin muss man sich erleichtern leisten können.

00:15:50: manche häßigkeit muss man sie auch leisten können zu ertragen oder zu wollen.

00:15:54: Aber berlin ist nicht stehen geblieben

00:15:57: kann es sein.

00:15:58: Also diese Artikel über Berlin-Hass und diese Filme, Dokus und Podcasts, die gemacht werden sind oft von Menschen, die in dieser Stadt gezogen sind.

00:16:06: Kann es sein dass diese Menschen an der härtesten Tür der Berlinscheiter nämlich den Berlinern?

00:16:12: Dass sie einfach es nicht schaffen aufgenommen zu werden in dieser Statt?

00:16:16: also ich möchte kurz vor mir selbst das Claim'n und auch beichten, dass sich extrem rigoros mit dem Begriff was ist ein Berliner umgehe.

00:16:25: Ich muss auch noch etwas beichten.

00:16:26: da nochmal verreden

00:16:26: weiter!

00:16:29: Nein, du weißt es.

00:16:29: Ich

00:16:29: weiß es!

00:16:31: Aber du bist ja jetzt hier nicht so ... Na gut, ich weiß nicht das Geburtsrecht propagieren, aber gut.

00:16:35: Also ja, das möchte ich propagieren?

00:16:38: Dass der, der hier geboren ist und eigentlich ist die alte Berliner Regel auch, dass die Eltern hier gebohren sein müssen.

00:16:43: Erst dann bist Du Berliner, weil's würde bedeuten, dass diese Sachsen...

00:16:46: Jetzt werd' ich doch rausgeschmissen aus

00:16:47: diesem Podcast.

00:16:48: Ja, ja, wie gesagt, ich hab mich vorbereitet, habe auf dich so in der Nähe von Stuttgart oder in Stuttgard?

00:16:53: In Stuttgard

00:16:54: geboren.

00:16:55: Ich meine, da dachte ich so ... Hab ich mir so einen Kuckuck hier eingeladen?

00:16:59: So ein

00:17:01: guter Berlin-Kuckuck.

00:17:03: Also, voll Disclosure ... Meine Eltern waren noch jünger als ich, als ich wiederum geboren wurde und mein Vater wollte nicht zum Bund.

00:17:12: Ich glaub, sie hatten in Stuttgart eh nicht die größten Zukunftsvisionen in diesem Cuff, aber deswegen zogen sie nach Westberlin.

00:17:19: In Westberli, was damals mehr Abenteuerspielplatz war Also nach Kreuzberg und besetzten Häusern, gründeten WGs.

00:17:27: Und da bin ich mit unter einem Jahr mitgezogen.

00:17:30: Deswegen verschweige ich manchmal der Einfachheit halber!

00:17:34: Ich kenne dich jetzt schon auch ein bisschen länger... ...und für mich warst du mal so gut, dass es damals bei der Neon in Berliner ging.

00:17:40: Es ist jetzt ein bisschen zerbrochen.

00:17:42: Das tut mir leid.

00:17:43: Aber der Witz, also der Familieninterne-Witz bei uns, das es einen gebürtigen Berliner gibt,... ...das ist mein Sohn, der jetzt gerade die ersten Da war mir kurz nach seiner Geburt hingezogen.

00:17:57: Nicht weil es so hässlich war, sondern aus beruflichen Gründen.

00:18:00: Der pocht auch drauf.

00:18:01: Das reibt er mir manchmal unter die Nase.

00:18:03: Er sagt du bist gar kein Berliner ich bin hier.

00:18:05: Man kriegt das mit dieser Berliner Arroganz.

00:18:08: Was ich dann zu ihm sage, du bist entspannendero geboren, da war das Krankenhaus also sei leise.

00:18:12: Eigentlich

00:18:13: ist er Brandenburger?

00:18:14: Ja

00:18:14: gefühlt schon!

00:18:16: Warum haben wir die Frage jetzt schon beantwortet, ob es daran liegt?

00:18:18: Wir haben nur kurz spekuliert darüber was das heißt Berliner zu sein.

00:18:24: Aber sind die Berliner nicht extrem offen auf eine Art?

00:18:26: Also streng sind wir und du noch mehr weil du bist ja gebürtiger Berliner.

00:18:30: aber letztendlich muss ich sagen als jemand der versucht hatte München auch anzukommen und sicherlich auch angekommen ist da hat es viel schwieriger reinzukommen Weil die Münchner bleiben alle in München.

00:18:40: München gehen vielleicht mal ein Jahr nach Salamanca zum Studieren aber die kommen immer wieder weil die Eltern besitzen E-Zwei Wohnungen und noch ein Haus am Tegernsee.

00:18:47: Deswegen, wo sollte man sonst hingehen?

00:18:49: Da ist es viel schwieriger!

00:18:50: Also weißt du für mich... Und das mag sicherlich daran liegen, dass ich hier mich zu Hause fühle aber wenn ich jetzt selbst in Lichtenberg... also ich sage selbst weil... da bin ich

00:19:00: im Übrigen groß geworden.

00:19:01: Ich lebens ja null bis lebensjahr zehn Lichten berg.

00:19:03: Ja, aber

00:19:04: ich gehe in eine Tankstelle in Lchtenberg und kaufe Kaugummies und ich werd ein ruppiges wunderbar herzliches schönes Gespräch mit der Tankwertin haben.

00:19:14: In Bayern In München, wo ich jetzt fast fünfzehn Jahre insgesamt gelebt hab.

00:19:19: Gehe ich in den Biergarten und mittlerweile sag' ich ja sogar Servus.

00:19:22: Grüß euch!

00:19:23: Mach's mir eine halbe.

00:19:25: Schon der erste grammatikalische Fehler drin.

00:19:27: Die erkennen mich auf hundert Metern... Ist

00:19:28: es so als würdest du?

00:19:29: Also ist das für die ... wenn Leute vor uns Berlinern?

00:19:33: Ja klar, wenn jemand das sagen würde..

00:19:35: Es läuft einem eigentlichen Kaltenrücken runter.

00:19:36: Ich versuch's noch gar nicht mehr.

00:19:39: Nein aber ich fall sofort auf.

00:19:40: Aber ich würde auch sagen Berlin ist eigentlich empfänglich, also empfangsbereiter Menschen gegenüber oder?

00:19:47: Also gerade weil doch so viele dieser Erfahrungen des zugezogenen Seins gemacht haben auch die dann in verschiedenen Layern sich schon als Berliner.

00:19:55: Ich befürchte dass die Zettis unter sich aufnehmen.

00:19:58: Also das die sagen kommen wir machen jetzt mal eine Jause oder so Wörter wie er ist.

00:20:05: Sause!

00:20:06: Wie heißt es wenn man nachmittags was ist jausenbrot?

00:20:10: Ja, ich hau so.

00:20:10: Oder um Brotzeit?

00:20:13: So was!

00:20:13: Da seien die so und dann gehen sie irgendwie sich einen Döner kaufen.

00:20:16: Ich

00:20:16: glaube das aber eben dass ... also Berlin ist ja auch so gnadenlos im Winter, da können selbst Berliner sagen, es ist einfach hart.

00:20:22: Das

00:20:22: kann ich auch nicht mehr

00:20:23: hören kommen... Aber es ist halt wirklich

00:20:25: hart.

00:20:26: Aber

00:20:26: wie sind es in München jetzt du als Münchner der fünften?

00:20:28: Ihr geht aufs Strasse und fahrt mit Ski zur Arbeit.

00:20:30: Ich fahre nicht Skis, das ist ein Nachteil.

00:20:33: Ich wandere auch nicht so gerne den Bergen.

00:20:35: Die Berge haben mir nie so viel gegeben.

00:20:37: Also da bin ich jetzt vorsichtig, aber ich sag's schon einmal.

00:20:40: Natürlich ist es ein bisschen spektakulärer wenn du ne Stunde aus München rausfährst als wenn du eine Stunde aus Berlin rausfällst.

00:20:46: Guckt nicht so streng... Nee,

00:20:47: aber so hast ja recht!

00:20:48: Ich meine der Fleming, der konkurriert mit den Alpen, also er verliert er eher?

00:20:53: Ja, schon.

00:20:56: Aber um die Frage nochmal zu versuchen und zu beantworten Ich glaube auch das hat wieder mit dieser jetzt vielleicht mittlerweile langweiligen These zu tun, aber dass halt die meisten zugezogenen natürlich wie du sagst in einer gewissen Euphorie und einer bestimmten Lebensphase herkommen wo es wunderbar passt.

00:21:11: Und dann sitzen sie halt immer noch in den Kiezenden die Sie hier gekommen sind und ihr Leben hat sich halt verändert in ihre Ansprüche und dann sehen sie Berlin halt plötzlich anders.

00:21:20: Das wäre meine These!

00:21:21: Und ich würde trotzdem natürlich immer darauf pochen, Exist hier eine Probleme gibt in dieser Stadt wie in anderen Städten auch.

00:21:28: Aber mir ist jetzt schon aufgefallen, dass natürlich gewisse soziale Spannungen und Eskalationen unserer Gesellschaft hat im Berlin.

00:21:34: Wie könnte es anderer sein?

00:21:35: Das ist die interessanteste Volze statt des Landes besonders sichtbar werden.

00:21:40: Und dann gibt's aber natürlich Probleme, die einfach gleich bleiben.

00:21:42: sind nämlich halt so gewisse für mich ja fast schon charmante Verwaltungsträgheiten.

00:21:49: Ja, so ist das halt.

00:21:50: Weltebescheinung?

00:21:52: Meckert auch Kinder wenn sie jetzt mal nicht sich melden!

00:21:54: Ja oder

00:21:55: erster Elternabend.

00:21:55: da habe ich mich wirklich geschämt als der erste Elternabendschule meiner mittleren Tochter.

00:22:00: Ich hab irgendwie gefragt können Sie mir noch den Link für die App schicken?

00:22:03: weil in München hatten wir so eine App Da konntest du eintragen wenn ein Kind kranke ist da stand und die Hausaufgaben drin.

00:22:07: dann würde ich sagen geschaut werden für ne App.

00:22:10: Na ja so die Schulapp um keine Schulapp.

00:22:13: Und seitdem hab ich auch nichts mehr gesagt, weil ich nicht in der Münchner gelzen will.

00:22:18: Es muss ja furchtbar für dich sein, kein Münchener in Berlin als Münchners Warenung zu werden ist.

00:22:24: Wo gehörst du eigentlich

00:22:25: hin?

00:22:26: Jetzt hast du mich geoutet, dass ich nie bei Berliner bin!

00:22:28: Weil musst du zurück nach Stuttgart.

00:22:29: Absolut, sag's nicht meiner Frau, vielleicht ist das die einzige Option.

00:22:37: Außerdem andere Mitglieder der Redaktion sind Teil dieses Podcasts und machen auch Gespräche.

00:22:43: deswegen wenn ihr uns und Freien schon, das musst du unterstützen.

00:22:46: Komm bitte zur Patreon!

00:22:47: Das kostet drei, fünf oder neun Euro... Und ja ihr werdet sehr viel Freude dabei haben.

00:22:58: Glaubst Du dass die These von Johanna Adujan ist auch, dass Berlin kippt?

00:23:03: Ich frage mich wo kipptes

00:23:04: hin?!

00:23:06: Wohin kann diese Stadt noch kippen, wenn sie schon immer schmuddelig war?

00:23:09: Immer ein bisschen dysfunktional.

00:23:11: Und es lässt sich auch belegen... Ich hatte mir Zitate rausgesucht von Kortocholsky.

00:23:18: Jetzt hat er die Zitate nicht rausgesuchst.

00:23:20: Aber ich hätte theoretisch Zitate von Kurtocholski und Theodor Fontane mir rausgesuft!

00:23:24: Wie?

00:23:24: Die hast du jetzt nicht.

00:23:25: Ich finde die gerade nicht.

00:23:26: Die beiden haben sich über diese Abneigung lustig gemacht.

00:23:30: Fontane hat Berlin wirklich leidenschaftlich verachtet.

00:23:34: Als Stadt.

00:23:35: Und die These ist zum Beispiel auch, weil es hier auf so einem Sumpf gebaut ist und nicht stabil, alles ist ein bisschen schnodderig ... Es funktioniert einfach nichts.

00:23:43: Jetzt ist die Frage, wenn das schon immer so ist, wohin kannst du dann kippen?

00:23:46: Dann kannst ja nur in die Perfektion reinkippen!

00:23:48: Siehst Du

00:23:48: das?!

00:23:49: Na ja also was ich schon sehe, ist dass die von den angesprochenen Baulücken mittlerweile ... Die sind natürlich gefüllt worden über die Jahre.

00:23:56: aber in den Jahren, die ich nicht hier gewohnt habe oder auch in den letzten fünf Jahren ist es noch mal extrem geworden, dass es solche Baulücke eigentlich nie mehr gibt.

00:24:04: Also ich finde schon, dass man in einzelnen Schichten dieser Stadt sehen kann was alles noch passiert und es passiert nicht nur im Berlin.

00:24:12: Aber natürlich ist beispielsweise die Entwicklung des Mietmarktes und das jetzt auch kein exklusives Berlinthema.

00:24:17: aber wenn du jetzt wie ich, zwarteusend zwölf diese Stadt verlässt mit einer drei Zimmerwohnung, die damals sechshundertachtzig warm gekostet hat Das

00:24:25: sind diese drei Zimmerwohnungen mit ab hundert und zwanzig Quadratmeter aufwärts.

00:24:28: Natürlich frage ich mich heutzutage, wie soll ich sie behalten?

00:24:33: Sie war am Körnerpark, da würde ich vielleicht auch nicht mehr hinziehen, aber egal!

00:24:38: Vielleicht ist es da ja doch nicht mehr.

00:24:41: Also viele Menschen, die ich kenne wohne, da ist das glaube ich jetzt

00:24:44: sehr akzeptabel.

00:24:48: Die Konstante auch da wiederzusehen ist doch, dass ich meinen Eltern ja auch jahrelang gesagt hab.

00:24:52: Hä?

00:24:53: Wieso habt ihr euch eigentlich nicht nur in siebenundachtzig mit dem Geld vom Opa am Südstern für hunderttausend Mark ne vier Zimmerwohnungen gekauft?

00:25:02: so und die Antwort von denen ist, weil wir das Gefühl hatten, das Geld zu haben und weil wir auch nicht so gefühlt hatten es wird sich alles radikal ändern und die gleiche Anfall werde ich meinem Sohn eines Tages auch geben.

00:25:13: aber deswegen wohin kann skippen?

00:25:16: Ich glaub Es kippt immer hin und her.

00:25:19: Diese Stadt ist eine ständig kippende Stadt, wieder zurückkippende und taumelnde vielleicht eher dann, weil sie kippen nicht, sie taumelt zwischen den Extremen auch.

00:25:27: Und die Extreme sind größer geworden finde ich.

00:25:30: aber das sehen wir überall in unserer Gesellschaft.

00:25:32: also die Kontraste sind größerer.

00:25:34: Also Armut ist sichtbarer... Den

00:25:36: ich schon ja?

00:25:37: Also auch durch natürlich was es früher so nicht gab ne größere Freizügigkeit das will jetzt gar nicht schlecht reden.

00:25:44: Jetzt gerade als der Sommer losging, siehst du natürlich das extrem viele Menschen mit rumänischen Kennzeichen plötzlich bei unserem Landwehrkanal Zeltstätte aufbauten die dann auch nach einer Woche wieder vertrieben wurden.

00:25:56: Aber die kommen halt hierher und arbeiten halt über den Sommer so.

00:26:00: Das ist natürlich eine Sichtbarkeit von auch unterschieden in der Gesellschaft.

00:26:03: Die frühe Sohn nicht oder?

00:26:06: Das finde ich auch erstaunlich.

00:26:08: also meine Eltern sind Berliner Gebührte meine Großeltern beiderseite sind gebürtige berliner.

00:26:12: und was allen aufgefallen ist, dass die Stadt war schon immer arm.

00:26:16: Wir sind auch aufgewachsen in Friedesheim und Dichtenberg.

00:26:19: Sind Arme traditionell bezirket oder ärmliche Bezirke gewesen?

00:26:23: Nicht armen, das stimmt nicht!

00:26:24: Es waren eher arbeiterbezirker.

00:26:25: also die Ansprüche dort waren normal.

00:26:29: Aber man hat es nicht gesehen.

00:26:30: ich habe zum ersten Mal vor drei Jahren auf der diese eine Brücke rüberführt nach Kreuzberg.

00:26:36: Nicht Oberbaumbrücke, einer von diesen kleinen Brücken zwischen Schillingstraße und Oberbaum.

00:26:39: Da sind so kleine Brücken und da hab'

00:26:40: ich

00:26:42: Genau, diese kleine Brücke bin ich rüber gelaufen und da hat ein Mann sich in sein Penis Heroin gespritzt.

00:26:47: Und das habe ich die letzte Mal gesehen in den USA!

00:26:50: Da hab' ich sie häufig gesehen, also die Fentanyl-Krise... ...und war dann so krass.

00:26:54: es gibt's jetzt auch, Fentanyl ist jetzt bei uns angekommen.

00:26:57: Also auch diese berühmte Haltung, dieses nach vorne gebeugte.. Das hat mich überrascht dass die Stadt das nicht in den Griff bekommt insbesondere weil diese Stadt auf einen Erfahrungsschatz zurückgreift mit Kinder von Bahnhof Zoo mit Drogenepidemien, die hier schon durch die Städte gewählt sind.

00:27:12: Und man hat eigentlich davon gelernt, wie man damit umgeht.

00:27:15: also bietet fixer Stuben an schaffe saubere Orte, schaffe Rückzugsorte für Heroinkranke.

00:27:21: und was mich ein bisschen da als Berliner Traurig macht ist dass wir diesen Wissenschafts offensichtlich vergessen haben das unsere erjetzige Regierung auch gar kein Interesse hat sich darum zu kümmern deswegen so eine Verwahrlosung stattfindet und die Menschen in der Verwahllosung einfach sterben.

00:27:33: und das ist das Furchtbare daran und das nehme ich auch wahr nicht mehr so fürsorglich für all seine Bewohner, und zwar vom Ärmsten bis auch zu den Reichen.

00:27:43: Sondern es wird sich hauptsächlich um Büro-Türme gekümmert gefühlt.

00:27:46: Das ist jetzt eine Gefühl... Wer

00:27:47: auch immer da einziehen und arbeiten soll, also frage mich da mal Alex auch mit diesem, was ich schon skandalös finde, warum hatte ich davon noch nie etwas gehört?

00:27:54: Vorher gezogen bin, dass sie dann einen Hochhaus vor dem Turm bauen.

00:27:57: darf man das?

00:27:59: Man darf das offensichtlich, es wurde ja auch extra diese Bauhöhe verändert, dass man's noch höher bauen kann als das Forum Hotel oder sowas jetzt das Park innen heißt glaube ich.

00:28:07: Das ist das Schmerzhafte.

00:28:08: Also zum Beispiel für Ostberliner, die ein ganz großes Identitätsproblem haben mit dem Abriss des Palasterepublik und mit diesem so ... Ey, es ist zwar Sozialismus oder überwundener Sozialismus aber es ist trotzdem unsere Identität.

00:28:20: Und das Zubauen des Fernsehtums ist für die Prenzlauer Berger, die ich kenne eine richtige Katastrophe.

00:28:25: Von dort sieht man nicht.

00:28:26: Du siehst den immer, wenn du die Prenzlauer runtergehst oder die Greifswalder?

00:28:30: Dann hast du diesen Blick genau auf den Throm.

00:28:32: Das ist auch so ein ganz krasser ... Wenn du aus Hamburg mit dem Auto kommst und dann auf die Stadt fährst um zu sehen, das ist wirklich Heimat!

00:28:39: Und dass da sich niemand drum kümmert... Menschen wehtun könnte.

00:28:45: Auch dieses Warenhaus, das Zentrum-Warnhaus ist auch ganz wichtig die Fassade alles weggerissen.

00:28:50: jetzt so ein ganz komischer Sandsteinbunker wie das Alexa gegenüber.

00:28:53: Könnte

00:28:53: auch Leberkusen sein?

00:28:54: Also spielt überhaupt keine Rolle mehr was es ist.

00:28:56: Das ist eigentlich der größte Schmerz und interessanterweise findet dass auch nicht in diesen Berlin Hassartikeln statt Dass diese Stadt dieses bisschen Identität was sie sich nach fünfundvierzig aufgebaut hat an bestimmten Stellen einfach aufgibt.

00:29:09: So und das finde ich das ist das was mir weh tut.

00:29:12: Und wenn ich mal so ein Berlin-Hass-Artikel schreiben sollte, was glaube ich nicht passiert würde ich eher kritisieren dass wir unvorsichtig sind mit dem was Berliner etwas bedeutet.

00:29:28: Ja das ist ein wichtiger Punkt finde ich also klar.

00:29:30: nochmal diese Unterscheidung zwischen der Perspektive von zugezogenen und Berlinern und die Berliner Perspektiven die ist merkwürdig leise und unterrepräsentiert.

00:29:38: Ich weiß gar nicht warum, da können wir vielleicht gleich nochmal zukommen.

00:29:40: Und ich finde aber auch den Punkt interessant den du sagst das es ein Schmerz ist dass politisch vor allem weil es sind ja auch politische Entscheidungen so wenig gelernt wird aus diesem reichen Erfahrungsstaat dieser Stadt.

00:29:51: Natürlich hast du das Thema Drogenpolitik angesprochen und natürlich finde ich das auch des liebenswerter in dieser Stadt dass sie einfach auch nicht in der Lage ist zu lernen aus Fehlern.

00:30:00: für mich kann man auch charmant finden.

00:30:03: In solchen wichtigen Fragen, sozialpolitischen Fragen ist es natürlich eher deprimierend.

00:30:07: ja aber wir waren bei dem Punkt dass die Extreme größer geworden sind und ich finde das ist schon was von den Berlinen, was ich kenne aus meiner Jugend Und natürlich habe ich's anders wahrgenommen.

00:30:16: Wir waren in der Blase und sind so durch unser Teenager-Leben gelaufen Aber dass du heute viel mehr unterschiedliche Berlins noch erleben kannst.

00:30:25: Klar gab's immer die Kieze und meine Kumpels aus Morbids hatten ein anderes Berlin als ich in Kreuzberg, aber doch war es eine durchlässige Stadt so!

00:30:33: Und heute kannst du natürlich wunderbar mit fünfzigtausend im Monat einen Luxus Berlin erleben was es so damals nicht gab.

00:30:41: Du kannst heute aber auch an Berlin auf einer Verwahrlosungsebene erleben wie du sie gerade beschrieben hast, die man sich damals auch nicht hätte vorstellen können obwohl ich auf dem Weg zum Kindergarten am U-Bahnhof Cottbussatur natürlich Schnüffler gesehen hab.

00:30:54: Da müsste ich meinen Kinder erklären, was das war!

00:30:57: Es gibt

00:30:57: gar nicht mehr.

00:30:58: Klebstoffnüffeln

00:30:58: ist

00:30:59: vorbei?

00:30:59: Ja, aber damals saßen die da im Übergang zur U-Achtung und haben halt Klebstoff geschnüffelt.

00:31:03: Das war für mich auch normal.

00:31:05: Also deswegen so eine gewisse Form von politischem Versagen gehört ja immer schon zu dieser Stadt und war natürlich oft genug.

00:31:12: auch das Tolle an dieser Stadt also wie ich hatte angesprochen die besetzten Häuser des Berlins dass meine Eltern kennengelernt haben.

00:31:19: Was steckt denn dahinter?

00:31:20: Natürlich die Unfähigkeit jetzt mal aus einer strengen Perspektive gesprochen, der Stadt zu verhindern.

00:31:26: Dass es so einen Leerstand gibt und dann dass man diese Häuser nicht irgendwie von irgendjemand beziehen lassen würde.

00:31:31: Da wurden da auch genug Kämpfe ausge pochten.

00:31:33: aber natürlich war Berlin schon immer nicht in der Lage sich selbst zu organisieren.

00:31:37: deswegen war's ja auch so toll chaotisch.

00:31:40: Glaubst du das dieser Kritik an Berlin ist?

00:31:42: also ich kann mich auch nicht erinnern das ist das von München oder Köln Bremen oder Hannover gibt diese Hassartikel auf diese Städte.

00:31:50: Glaubst du, das liegt daran?

00:31:51: Dass diese anderen Städten in Deutschland einfach so mittelmäßig sind und mittelmaß kann man so schwer hassen.

00:31:55: Ja und dass da halt so viele weh oder so viele Leute bleiben und so wenige Leute kommen?

00:32:00: also es gibt einen tollen München-Hassartikel von Max Scharnig in der süddeutschen Zeitung wo sonst erschien vor einigen Jahren der wunderbar aufhört und nachweist, wie hässlich München eigentlich ist.

00:32:11: Dauhässlich!

00:32:11: Ist ja auch der Witz wenn du mal einmal diesen Altstadtkern verlässt, ist München hässliche in einer Weise die wir Berliner uns nicht vorstellen können?

00:32:17: Es ist eine absolute Katastrophe.

00:32:19: ich möchte... Wir haben im Bevorgespräch kurz über München gesprochen.

00:32:21: Ich möchte das erzählen.

00:32:21: Ich komme Reise an mit dem ICE.

00:32:23: morgens um sechs kommt sieben acht oder neun komme ich an steige aus und bin dann diesem Hauptbahnhof und bin in München erstmal entsetzt.

00:32:29: Er ist mal jetzt auch Baustelle gerade sehr schönes Freund.

00:32:31: Aber

00:32:31: auch ein sehr langer Komma... Und es gibt meines Erachtens noch in Berlin keinen Ort, der so erschöpft ist wie das Umfeld des Münchner Hauptbahnhofs.

00:32:43: Die Menschen, die an mir vorbeilaufen ihre Gesichter getrieben von Angst und nicht Zugehörigkeit.

00:32:50: viele Menschen mit Migrationshintergrund dort, man merkt ihnen an dass die Urmündchen also die zugezogenen Reichen in diesem Umfeld sich bewegen verachtenswert auf diese Menschen heruntergucken.

00:33:01: Man spürt Klassismus an keinem Ort stärker als am Münchner Hauptbahnhof.

00:33:06: Hab auch ein bisschen was mit deinem Bayes zu tun, wenn du aussteigst.

00:33:09: aber ich versteh was du meinst!

00:33:10: Möglicherweise,

00:33:11: möglicherweise... Aber dann läufst du durch diese Straßen und hast so diese NKBs wie wir sie in Berlin, diese Nachkriegsbauten, diese komischen auf vier Etagen, sieben Etagen reingedrückt Häusern.

00:33:20: Und die ziehen

00:33:21: sich ja den ganzen Ausfallstraßen lang?

00:33:23: Es ist

00:33:23: ein absolutes Rätsel.

00:33:25: Aber naja ... Die Alpen sind in einer Stunde entfernt.

00:33:27: Du

00:33:27: siehst halt die

00:33:27: Alpen?!

00:33:28: Du sieest die Alpe und also dieser Erschöpfung von München.. Ich weiß das es auch viele Münche.. Also ich kenne einige gebürtige Münchler, die eben auch Zarten Verzweiflungen mir dann auch erklären, dass das eine schöne Stadt ist.

00:33:38: Sie ist ja auch sehr schön!

00:33:40: Wenn du an der Isa sitzt ein Bier in der Hand und ein helles...

00:33:44: Aber sie ist wahrscheinlich nur schön wenn du nicht vor dem Jugoslawien Krieg dort hingeflohen bist und jetzt dort lebst?

00:33:49: Absolut

00:33:49: weil diese Kontraste die wir gerade in Berlin beschrieben haben, die gibt es ja in München auch.

00:33:53: also bei wer kann sich denn leisten allein schon als Busfahrer und ich rede jetzt nicht von der Servicekraft im München überhaupt noch zu leben innerhalb dieser schönen Stadt.

00:34:02: Und oft genug hast du Leute, die leben unter Brücken und die sind nicht drogenabhängig, sondern die gehen morgens um sechs zur Arbeit und putzen die Bürothürme.

00:34:11: Also diese Kontraste gibt es in München ja auch.

00:34:13: München ist eine extrem ... eben das ist ne stehengebliebene Stadt im Guten wie im Schlecht.

00:34:21: Und man kann da wunderbar leben wenn man Kinder hat sowieso und wenn man wie wir das Glück hatte große Wohnung die noch bezahlbar ist zu haben dann kann man natürlich wunderbar seine Jahre in München verstreichen lassen.

00:34:35: Es gibt, wenn ich gefragt werde so was ich von München halte, dann sage ich immer, manchmal muss ich mir so Zeit vertreiben zwischen zwei Terminen und spaziere ich da an diesem Haus der Kunst, gibt es dieses Museum?

00:34:45: Und oben in der Decke... Wenn du hoch guckst, weil wenn du da ist ja so ein Laubengang an dem durch den Laufgang, wenn du hochguckst sind da einfach Hakenkreuze.

00:34:52: Genau!

00:34:52: So und ich denke dann immer so das wäre in Berlin nicht möglich.

00:34:56: Ja, weil hier alles weggepompt wurde.

00:34:59: Man hätte es danach auch noch weggebombt.

00:35:02: Das ist ja der Künstler, der heißt ... Ich hab eine gute Freundin, die über den Dokumentarfilm grade machte.

00:35:06: Hermann Kasper.

00:35:08: Der hat für Hitler auch die Staatskanzlei ... Die Reiskanzlei, sagt man.

00:35:13: Designed!

00:35:14: Wenn wir heute sagen, hat so Wandbilder und Fresken angefertigt.

00:35:18: Das finde ich in den spannendsten Ort im München dahinter, dem Haus der Kunst.

00:35:22: Da war

00:35:24: ich auch mal einen Kaffee trinken.

00:35:25: Genau da sitzen dann die Unternehmensberater um achtzehn und dreißig und trinken ihren Spritz.

00:35:30: Und diesen Kontrast, dass du dann einfach so nochmal umgehauen wirst in dieser Blase, in der du da im Sonnenlicht sitzt und einfach hochschaust und das ein Haken kreuzt und dir wird klar okay es war auch die Stadt.

00:35:40: Ja,

00:35:41: der Bewegung!

00:35:43: Und vieles des Geldes, was noch heute da ist.

00:35:47: Es war auch schon damals und dabei gar anderes Thema.

00:35:49: Was mich viel mehr triggert, die Eisbachwelle daneben, darf ich das sagen?

00:35:53: Als Mitarbeiter der Süddeutschen Zeit weiß ich nicht.

00:35:55: Aber das finde ich wirklich aus Berlin das provinziellste langweiligste Thema an München.

00:36:00: Ob die Welle jetzt gerade wieder... Ist

00:36:01: es noch Thema?

00:36:02: Ja!

00:36:03: Auch außerhalb von München?

00:36:04: Nein eben nicht.

00:36:07: Aber in München ist das Thema.

00:36:08: Also,

00:36:08: ich hab kaputt gemacht worden bei irgendeiner Resonierung... Ich vermute er dahinter so ein Komplott, dass da die Leute endlich nicht mehr sterben und deswegen wurde sie mit Absicht kaputtgemacht?

00:36:16: Ja, aber ich glaube, wir würden jetzt hier den Rahmen des Podcasts

00:36:20: sprengen.

00:36:21: In der Süddeutsche macht ihr einen sechsteiligen True-Crime-Podcast zur Welle!

00:36:24: Er heißt

00:36:24: Die Welle.

00:36:25: Gute Idee, was wir kurz noch mal notieren.

00:36:27: Aber ja, ich habe gar keine schlechten Gefühle gegenüber München, jemand, der nicht mehr dort wohnt und wenn ich zurückkomme was ich oft genug tue weil ich ja bei der SZ arbeite und regelmäßig dann dort in der Redaktion bin.

00:36:41: Und was auch schön ist, da kann ich meine Freunde die ich in München gefunden habe.

00:36:44: mit der Zeit öffnen sie sich, die Münchner kann ich sie besuchen.

00:36:48: aber was ich schon merke das diese Stadt überhaupt nichts mehr mit mir zu tun hat auf einer persönlichen Ebene Das Interessante, und so bin ich vielleicht zum ersten Mal in meinem Leben mit diesem Heimatbegriff richtig konfrontiert worden.

00:36:58: Und der Frage war, was das für einen bedeutet?

00:37:00: Weil es war mit Berlin eben das Faszinierende über all die Jahre.

00:37:02: Meine Eltern sind hier weggezogen aus beruflichen Gründen.

00:37:04: Viele Freunde hat's woanders hinverschlagen aber immer wenn ich beruflich, dass ich oft war, hier war hatte ich irgendwie so ein Gefühl von zurückkommen.

00:37:12: Und jetzt, wo ich wieder hier lebe... ...und davor im Ohr hatte all meine oft auch zugezogene Berliner Freunde, die sagten, naja, das ist nicht mehr Berlin.

00:37:19: Es hat sich alles verändert!

00:37:20: Ist krass geworden.

00:37:22: Ehrlich gesagt, es hat sich auch vieles gar nicht verändert zum Glück.

00:37:25: Was zum Beispiel?

00:37:26: Also angefangen bei so Gerüchen und Geräuschen also die gerührenden Tauben im Hinterhof bei uns.

00:37:31: Die moderigen Kellergerüche, die in jeder Straße durchwählen.

00:37:35: Das was mich so morgens froh macht wenn ich aufwache das Geräusch der nicht so weit von uns entfernten Hochbahn West-Berliner Erinnerung wo ihr habt ja auch die Uhr zwei gehabt.

00:37:44: aber dieses Geräuschs macht mich so glücklich.

00:37:47: Vor allem einfach halt diese Debatten, die immer noch die gleichen sind.

00:37:50: Ob es jetzt Olympia ist oder wie hässlich und wie dreckig die Stadt ist.

00:37:54: Viele Orte, die auch immer noch gleich aussehen... Ich treffe jetzt bei Elternabenden Leute aus meiner alten Klasse mit denen ich nie Kontakt hatte, die sich auch noch da sind und irgendwie so ganz normale Kreuzberger-Leben führen fern ab von der Frage.

00:38:09: Ist jetzt die Admiralsbrücke noch der Hotspot?

00:38:11: Oder wie kriegt man sie weg?

00:38:12: Die Spanier?

00:38:12: oder wie holt man sie wieder her weil die Touristen jetzt nicht mehr kommen?

00:38:15: Es gibt eben so diesen Kern des normalen Berlins, den gibts halt schon überall noch.

00:38:21: Oder?

00:38:21: Also ich weiß nicht wie es du, wie du das erlebt hast.

00:38:23: Genau

00:38:23: also es gibt so Ecken die sie.

00:38:24: eben deswegen war das so schmerzhaft mit dem Alexanderplatz der in seiner Hässlichkeit ja unverändert war.

00:38:28: Also so ist weil schon immer ein hässlicher Zugiger Platz, früher auch ein wichtiger Ort für Dates.

00:38:34: Man hat sich immer an der Weltzeituhr verabredet...

00:38:36: Du hast da gedatet?

00:38:37: Ja,

00:38:37: man hat sich da verabreitet und ist dann von dort mit der Straßenbahn um wohin gefahren.

00:38:41: Weil das war so'n Ort, da kannst du dich einfach treffen.

00:38:43: Weltzeitruhe, es ist davon nicht vergessen ... Wir sind jetzt langsam diese Generationen die sagen, früher hatte ich ja mein erstes Mobiltelefon mit den Achtzen oder Neunzen.

00:38:52: also muss der Orte haben, an dem man sich fix verabreten kann.

00:38:56: Und deswegen war die Weltzeit-Uhr ein guter Ort.

00:39:00: aber es gibt eben diese Landsberge Allee zum Beispiel.

00:39:03: Das tote Ende der Landsberger Allee, da wo der Ikea ist beginnt eigentlich mit dem SEZ was ja auch dieses SEZ z.B..

00:39:10: Was hier damit jetzt?

00:39:10: das lassen Sie verrotten?

00:39:12: Das lassen sie leider verroten.

00:39:14: wir haben also wir haben hier über also war ja sehr viele Menschen wirklich intensivste Kindheitserinnerungen an diesen Ort haben also inklusive mir haben wir überlegt ob wir nicht vielleicht mal alle uns nochmal zusammentun und gucken.

00:39:23: kann man dass irgendwie noch retten?

00:39:25: dann doch weil der Senat hat auf jeden Fall den Abriss erst einmal wieder gestoppt.

00:39:28: Also, ich hab zum Beispiel da Schwimmen gelernt.

00:39:30: Ich hab zum ersten Mal Videospiele gespielt in meinem Leben und Billiards gespielt.

00:39:33: Ich habe zum ersten mal ein Espresso mit Neuen getrunken.

00:39:35: Also das sind so ... Neuen?

00:39:36: Ja, weil es gab's da!

00:39:37: Ich probier's jetzt mal aus Oma.

00:39:39: Möchtest

00:39:39: mal einen Kaffee haben.

00:39:41: Und es ist so... Ich glaub, es war kein Espresse,

00:39:43: einfach so Kaffe.

00:39:45: Das war auf jeden Fall... Ich weiß, meine Oma hat da Espreszo getrunten aber ich glaube, ich wollte... Da habt ihr mal genippt oder so dann daran.

00:39:51: Also diese unveränderten Orte existieren kann man gar nicht erleben.

00:39:55: Also ein Ort, der mir extrem wichtig ist.

00:39:59: Oder wie der Ostberliner sagt Starlina Le.

00:40:01: Der unverändert ungemütlich und ich liebe das!

00:40:04: Und was mir letztens auch aufgefallen ist... Ich erlebe ja sozusagen die Stadt nochmal durch die Augen meiner Kinder, die halt einfach Münchner sind weil sie da

00:40:13: leiden, die darunter?

00:40:15: Das war natürlich einen Abschiedsschmerz aber die hatten eigentlich alle große Lust und sind jetzt irgendwie auf ihre Arten auch gut angekommen.

00:40:22: und ich krieg durch die den Ostteil der Stadt plötzlich erst so richtig mit mir gestehen, weil natürlich bin ich weggegangen und so.

00:40:30: Und da bin ich nicht Richtung Charlottenburg gefahren zum Weggehen.

00:40:33: Aber ich hatte halt überhaupt nicht so eine richtige enge Verbindung oder so ein alltägliche Verbindung zu Orten-und Menschen auf der anderen Seite.

00:40:41: Der dann nicht mehr existenten Mauer.

00:40:44: Meine Kinder sind jetzt durch Zufall aber auch, weil es sich anbohrt.

00:40:49: Zum Teil auf der Schule im Prenzlauer Berg oder ich fahre die Tochter zum Ton Ins Velodrom oder noch weiter nach Weisensee am anderen Tag.

00:40:59: Und ich entdecke die Stadt gerade auch so ein bisschen neu, ja?

00:41:02: Ja!

00:41:02: Und für dieses gar nicht... Also als auch natürlich neu nach Berlin gekommen ist, haben die überhaupt nicht mehr diese Trennung in irgendwelchen

00:41:10: Fragen vielmehr

00:41:11: als bei uns.

00:41:12: Bei mir ist jemand noch im Kopf.

00:41:15: Ich merke es körperlich wenn ich in den Osten

00:41:17: komme.

00:41:17: Genau das gleiche, wenn ich Westen komme.

00:41:18: Kudam ist für mich einfach ... Der schlimmste Ort, den ich mir vorstellen kann.

00:41:22: Das ist mein Safe Space!

00:41:23: Ich war da letztens und dachte wieder ... Da ist es zum

00:41:25: Beispiel unverändert?

00:41:26: Ja, das ist das Marmorhaus nicht mehr.

00:41:29: Genau, diese Kinos sind weg aber die Geschäfte sind ein bisschen anders.

00:41:31: Aber das Gefühl

00:41:32: auch

00:41:33: dieser erschöpfte Kapitalismus...

00:41:35: Der ist halt seit dreißig vierzehn Jahren erschöpt.

00:41:37: also ich war letztes im KDW weil ich irgendwas Spezielles besorgen musste aus der Spielzeugabteilung Und ich habe auch nichts anderes gekauft als dieses Kuscheltier.

00:41:45: Aber ich hatte genau diese, es hatte so eine beruhigende Wirkung auf mich wie als Kind wenn ich mit meiner Mutter durchgelaufen bin und wir auch schon nix gekauft haben.

00:41:52: Und da fahre ich hin, wenn's mir schlecht geht.

00:41:54: Ich find das ganz toll dass wir uns beide eigentlich verabredet haben um ein Gespräch über den Hass auf der Hand zu finden.

00:41:58: Das ist ne vierzigminütige Liebeserklärung an dieser Stadt einfach auch.

00:42:02: aber wir sind beides bei uns also wir können ja da beide uns nicht... Also ich kenne auch eigentlich keine gebürtigen Berliner oder die sehr lange schon in dieser Stadt leben.

00:42:12: Danke!

00:42:14: Ich würde mal sagen, wir können es ein bisschen öffnen.

00:42:16: Wer ohne Bewusstsein in diese Stadt gekommen ist und hier groß geworden ist kann sich irgendwie Berliner nennen.

00:42:22: So kann er sich nennen?

00:42:23: Ja, finde ich schwer.

00:42:24: Aber ich kenne eigentlich keinen der hier im Groß gewordenen ist, der eine Verachtung für diese Stadt empfindet.

00:42:28: Insbesondere weil die Menschen sich ja auch auf ihren Stadtteil beziehen.

00:42:30: Sie sagen ja nie ganz Berlin.

00:42:33: Und das ist auch der größte Vorwurf den ich an all diese Texte und Kommentare mache.

00:42:36: Es wird immer ganz berlin gemeint Und das funktioniert einfach nicht.

00:42:40: Wir haben sechzehn große Städte mit jeweils noch Unterstädten, also so in Friedrichshain alleine gibt es vier verschiedene Friedrichsheins.

00:42:48: So alle Nerven sind nervig.

00:42:51: selbst als Friedrichsheiner sage ich ist der nervigste Bezirk von den coolen Bezirken?

00:42:54: Ich würde auch sagen Friedrichstein ist mein Antibetzerk.

00:42:57: Ja versteh' ich Ich kann es total nachvollziehen, weil ihr verwechselt ... Ihr von draußen verwechsel einfach Friedrichshain oft mit dem Boxhagener Platz.

00:43:04: Ihr denkt, dass der Boxhanger Platz in die Simon-Dachstraße dieser Bezirk ist?

00:43:07: Ich hab da

00:43:07: sogar mal gewohnt, Bühle-Straße.

00:43:09: Da ist

00:43:09: ja eigentlich ganz schön!

00:43:10: Ja...

00:43:10: Aber jetzt wird's zu spezifisch

00:43:12: für dich.

00:43:12: Sehr spezitisch.

00:43:15: Kaputt ist das Haus, in dem ich je gelebt habe.

00:43:18: und also was sie sagen wollte ist, wenn du diese Stadt hast dann hast du gefälligst deinen Arbeitsweg zu hassen.

00:43:26: War das, was die meisten Menschen in den Artikeln und Beiträgen hassen?

00:43:29: Die Wege, die sie gehen.

00:43:31: Und nicht dort wo sie leben!

00:43:33: Ich glaub auch viele Menschen, die Medienbranche unterwegs sind... ...und dann über Berlin sich negativ äußern wohnen ja auch im Mitte, hab ich's Gefühl.

00:43:42: Ja, OP-Berg, Mitte, Kreuzberg also auch bei dir.

00:43:45: Ja.

00:43:46: Wobei ich wohne in so einem roughen Teil von Kreuzwerk aber... Hauptsache, dass wir irren.

00:43:52: Aber Mitte find' ich auch ein bisschen komisch, weiß ich

00:43:54: nicht.

00:43:55: Also komisch im Sinne von, wie es sich gerade so verändert.

00:43:58: Da kann ich mir vorstellen, wenn du zu einer gewissen Zeit nach Mitte gezogen bist ... dass du dich lost fühlst?

00:44:05: Weißt du was ich mein?

00:44:07: Ich war ja früher bei der Weiß- und wir hatten das Büro in der Gipsstraße.

00:44:09: Die erste Station war die Gipsstrasse.

00:44:11: So ein Zwei-Zimmer-Adelier.

00:44:14: Und ich fand das so toll, dass sie da sind!

00:44:16: Und ich fand einfach den Weg auf zur Gips-Straße.

00:44:18: Das ist wirklich das Epi-Mitte-Epizentrum hinter Alterschönhauser, wo man die teuren Geschäfte alle hat.

00:44:25: Man kann sich Lust fühlen jetzt, ich verstehe das.

00:44:28: Aber auch wenn du dann in der Holzkistraße bist ... Das Zosch ist genau so ranzig wie früher?

00:44:34: Wir haben drüber gesprochen!

00:44:35: Es verändert sich eigentlich nicht.

00:44:38: Ich war letztens mit einem Freund Thema Mitte Essen und Bier trinken in der schwarzen Pumpe.

00:44:44: Das wäre nicht nur Lokalwerbung betreiben, aber da dachte ich mir auch wieder, wie ein Ort hatte sich vor zehn, vor zwanzig Jahren Null verändert.

00:44:50: Okay, Hot Take.

00:44:52: Wer Berlin hast hat Berlin nicht verstanden

00:44:55: Absolut, oder hat mit sich selbst zu struggling?

00:44:59: Ich liebe das.

00:45:01: Und also ist ja auch eine unerträgliche Stadt.

00:45:05: Also natürlich

00:45:06: ... Aber ich bin froh, dass sie unertläglich ist.

00:45:09: Ich bin fro, dass ihr alles ... Ich bin froh, meine Großmutter mir, wie zwei Jahre vor ihrem Tod sagt, sie ist so glücklich, dass er in der Stadt gelebt hat und diese Stadt sich irgendwie immer verändert aber nicht.

00:45:24: dass meine Oma auf Nazi-Demos gegangen ist, um die mit Handtaschen zu hauen.

00:45:28: Ich liebe das!

00:45:31: Was machst du am Sonneamt?

00:45:32: Ja ich bin hier auf so eine Nazi Demo gegangen, Weberwiesel hab da Uffi Nazis gehauen.

00:45:35: Die

00:45:35: erste Oma gegen rechts.

00:45:37: Bisschen

00:45:38: schon!

00:45:39: Und irgendwie so ... Ich mag, dass meine Mutter auf dem Weg zur ihrer Buchhandlung morgens, dass da eine Verrückte ist, die Bezirksverrückten oder den Bezirk Verrückten.

00:45:48: Jeder Bezug hat ja jede Straße und man sich grüßt, was man sich respektiert.

00:45:54: Dass mein Bruder keine Angst vor dem Blick auf Armut hat.

00:46:02: Dass da auch keiner Abscheu ist, dass wir die groß geworden sind mit dem Blick Auf Armut einen respektvollen Umgang miteinander pflegen.

00:46:09: Dass man sagt okay euch geht es scheiße?

00:46:13: Ich kümmere mich darum das es euch nicht noch scheißiger geht.

00:46:14: wie oft kontrolliere ich ob die Person noch lebt an der ich vorbei gehe und hole den Notarzt weil ich finde das ist meine Verpflichtung als Großstädter.

00:46:22: Das lernt man in Berlin.

00:46:24: Hast du manchmal Angst?

00:46:25: In irgendwelchen Situationen?

00:46:26: Ich

00:46:26: wurde einmal überfallen, in Wuletal ... Also auch

00:46:31: nicht lustig.

00:46:31: Am hinteren Ende der U-Fünf ...

00:46:35: Aber U-fünff wirklich!

00:46:36: Deswegen hab ich vorhin auch Höhlen gesagt.

00:46:37: Da hab ich Respekt.

00:46:39: über Weberwiese fahre ich nicht.

00:46:42: Sag mal, Ritterstraße, da kommen wir noch die guten Sachen.

00:46:45: Also, von der Gruppe Nazis.

00:46:48: Das war dann so ... Aber die haben mir fünf Mark aus der Tasche geklaut und meine Zigaretten.

00:46:52: Allerdings haben sich mein Nachhäfel-Lehrer meines Bruders geboxt.

00:46:55: Da kann ich mich auch daran erinnern.

00:46:56: Wurde es als Jugendlich abgezogen?

00:46:58: Es war das Einzige abgezogen.

00:46:59: Ich glaube, dass ist wie die Bergheintür.

00:47:02: Der Berliner läuft selbstbewusst durch diese Stadt.

00:47:05: Und wird deswegen, glaub ich, nicht evidenzbasiert, sondern null.

00:47:10: Ist einfach nur Gefühl.

00:47:12: Man wird weniger ... abgezogen, weil man auch den Blick dafür hat gefühlt.

00:47:16: Man weiß wie man sich in der Stadt zu bewegen hat.

00:47:19: und die fünf Male, die ich im Berg rein war, wurde ich auch noch nie an der Tür abgewiesen.

00:47:22: Ich glaube auch, weil ich eben mit so einem Gewissen stöme mich jetzt da einfach hin.

00:47:26: Nein, also ich würde mal mit dem Bushammer überfallen in der Weserstraße in einer Köln als sie noch nicht cool war.

00:47:34: Richtig gehaun oder nur

00:47:35: gedroht?

00:47:36: Also mir wurde gesagt, was für klassiker so schöne Jacke!

00:47:38: Ah, geht mal her.

00:47:39: Und dann so ... ja, meine Jacke und ein Bus haben wir.

00:47:44: Dann hab ich überlegt was passiert.

00:47:45: Willst du tauschen?

00:47:46: Was passiert, wenn der mir den Bus hat an die Schläfer heilt?

00:47:50: Aber was ich schon merke, weil auch diese Führsorge und das aufeinander aufpassen, das hat man als Berliner sehr gelernt.

00:47:58: Gleichzeitig ist mir in München aufgefallen, dass man jederzeit bereit ist zu eskalieren.

00:48:03: Das heißt Bier trinken oder

00:48:05: feiern oder sich rein drücken?

00:48:08: bereit zu sein, nicht sich zu boxen.

00:48:10: Habe ich noch nie im Leben, aber auf Konfrontation zu gehen?

00:48:13: Also wenn ich in München im Straßenverkehr auf dem Fahrrad irgendwie von niemandem blöd angemacht wurde ... Da hab' ich mehrfach erlebt, dass ich sofort so zurückangemacht habe...

00:48:23: Was ist das denn?

00:48:25: Ich glaub', es liegt an Berlin!

00:48:26: Okay.

00:48:27: Also du meinst mann is einfach, wann i's mutiger und konfliktbereiter, wenn man hier ...

00:48:31: Nee, man hat glaube ich automatisch so ne gewisse Bereitschaft Ich sage mal so eine Awareness dafür, dass man sich manchmal auch laut ernen muss.

00:48:42: Sag mal sind wir gerade wenn man uns beide zuhört?

00:48:44: würde man uns vorwerfen können?

00:48:45: Wir sind einfach arrogante Berlinschnösel.

00:48:47: weil ich die ganze Überlege so man stellt sich schon als was besseres da.

00:48:50: also

00:48:52: machen ja alle.

00:48:52: oder also müssen vielleicht aufpassen wenn nicht so Lokal-Podcast werden, aber der RWB wird... Jetzt bei

00:49:00: ARD Sounds Berlin.

00:49:02: Es geht um Berlin und nur Berlin oder nichts anderes!

00:49:05: Aber ja ich glaube wir haben schon eine Berliner Arroganz.

00:49:08: Ich überlege gerade ob ich so ne Münchner Arrogans kenne?

00:49:10: Ja

00:49:11: die kenn' ich aber hallo.

00:49:12: Die musst du besser kennen weil ich kenne so wenig.

00:49:13: also weil...

00:49:14: Ich glaub es gibt auch ne Köln Arrogganz sondern es gibt doch ne Hamburg Arrogonz.

00:49:18: Also bei der Hamburg-Organz stimm ich dir auf jeden Fall zu.

00:49:20: Ich hab voluntiert in Hamburg, ich bin dreimal die Woche mit dem ICE nach Berlin gefahren weil es einfach nicht in dieser Stadt ausgehalten habe, weil die mir einem immer vorgeworfen hat, bei uns sind die mietenbildende Döner kostet nix.

00:49:28: Das hat mich so genervt und viele Hamburger sind daran beteiligt

00:49:34: gewesen.

00:49:35: Die Münchenorganzen habe ich tatsächlich noch nie erlebt, weil eben versucht wird mir immer München so schmackhaft zu machen wenn ich da bin.

00:49:40: also dann die Leute nehmen sich Zeit zeigen wir so Restaurants und guckt mal, hier ist eine Bar.

00:49:45: Die hat länger als bis zu zwei Uhr offen.

00:49:47: und guck mal da gibt es so einen Zigarettenautomaten.

00:49:50: Da kannst du dann nach achtzehn Uhr noch Zigarette kaufen.

00:49:54: Ich weiß genau, in welchen zwei Bars du warst.

00:49:58: Das finde ich irgendwie schön.

00:50:00: aber ...

00:50:01: Nee, das ist eine stille nicht aggressivere Konzerne.

00:50:06: Selbstbezeugung ja?

00:50:09: Aber nein, ich glaube wir sind nicht Berlin-arrogant.

00:50:12: Ich habe auch überhaupt nichts gegen Zugezogene.

00:50:14: Muss ich jetzt sagen?

00:50:14: Also das ist ganz wichtig!

00:50:15: Es

00:50:16: ist auch ganz wichtig, dass die Zugezogenen unter Berliner jetzt... also weil wir alle mal zugezogene waren und das ist ja eine der schönsten Entwicklungen, die ich in Berlin beurteile.

00:50:26: Dass die Kinder, der Zettis am Prenzlauer Berg sozusagen, die Kinder verachten ihre Eltern für den Status Das finde ich ganz toll.

00:50:35: Taffa, du bist ein ekliger Schwale!

00:50:36: Genau das ist eine interessante Entwicklung und ich glaube auch diese ... es gab ja mal so ne Schwaben-Anti-Schwaben-Kampagne im Brezauberg und ich kenne die Personen, die das gemacht hat.

00:50:46: Bis heute in Geheimlich.

00:50:47: Da

00:50:47: gab's einen Mastermind dahinter?

00:50:48: Ja, da gab's

00:50:48: ein Mastermind Dahinter und ich liebe das weil diese Person, ob man nicht oder ob ich das geschlecht bleibt jetzt, ich muss da hier so eine Verwirrung stiften, mir erzählt hat dass sie weiß, dass ganz viele Eltern dachten, das sind deren Kinder, die dies gemacht haben.

00:51:01: So, und das ist ganz toll.

00:51:02: Ich möchte Ihnen nichts verraten dazu.

00:51:05: Ist es eine bekannte Person?

00:51:06: Ich sage dazu nichts.

00:51:07: Aber Deutschland, wo du über diese Schwaben gehst zurück nach, wurde darüber berichtet ja...

00:51:12: Aber ich meine wir wollen auch nicht in Verdacht stehen hier Schattenseiten auszubletten.

00:51:17: und es gibt schon finde ich so ein Problem und das passt zu dem was wir beschrieben haben dass es ja schon auch Kern- und Urberliner gibt und auch ein altes Berlin und die manchmal vielleicht so bisschen vergessen werden Weil ich finde, Probleme hat Berlin immer dann wenn zu viele Menschen auf engem Raum sind.

00:51:35: die nichts von der Stadt dauerhaft wollen, weißt du was ich meine?

00:51:38: Ja.

00:51:38: Aber das ist ja das Problem von jeder Stadt eigentlich.

00:51:41: Genau und hier balzt sich's und hier kommen halt so viele, dass es dann auffällt... Also es gibt schon manchmal so Ecken wo ich so denke okay, da betreibt jetzt irgendjemand, der aus, weiß ich nicht, Texas oder sonstwo hergekommen ist und so einen coolen Deiner macht.

00:51:52: Ein effektives Beispiel!

00:51:54: Der schmeißt seinen Müll halt irgendwie an den Hinterhof oder vor seinem Laden nach Ladenschluss.

00:52:01: Da gehen Leute rein, die auch nur fürs Wochenende oder Woche da sind und das siehst du dann halt Straßen schon an.

00:52:07: Dann guck ich Looking at You Friedrichshain manchmal auch ja?

00:52:10: Nee

00:52:10: nee nee, Looking at you Simon doch Straße!

00:52:12: Und die angrenzenden Straßen.

00:52:14: Das ist natürlich ein Problem weil das tut keiner Stadt auf Dauer gut wenn niemand auch an morgen denkt.

00:52:21: Das klingt jetzt sehr sozialpädagogisch aber... Ich

00:52:23: finde es gut, ich möchte auch gerne tatsächlich abschließen.

00:52:26: Es ist ja immer wichtig dass man so einen die lokal-kolorierten Podcast ein bisschen auf die größere Ebene hebt, heißt wenn wir von Berlin lernen als Deutschland.

00:52:37: Siegenlernen!

00:52:37: Du musst anfangen mit der Antwort.

00:52:38: Das ist eine friedlich-merzhafte Frage schon.

00:52:44: Gibt es etwas was wir uns aus Berlin holen können?

00:52:46: Was wir anwenden könnten vielleicht auf diese subjektiv wahrgenommen Vercorkstheit CDU haftige Vercalkstheit dieses Landes?

00:52:55: gerade also könnte in der ganzen Ablehnung in dieser Stadt etwas liegen, was vielleicht sogar sinnvoll ist um uns ein bisschen zu entspannen.

00:53:02: Na

00:53:02: ich finde also ja weil du jetzt schon CDU-Haftigkeit und die SPD in Berlin ist auch nicht ohne...

00:53:10: Also ich bin wirklich großer Woeverreit-Fan gewesen obwohl der wirklich viel Mist gebaut

00:53:13: hat.

00:53:14: Das

00:53:16: kann man glaube ich nicht verstehen.

00:53:17: dass der Mann der diese Stadt verschabelt hat?

00:53:19: Stimmt das zeigt auch unsere glaube ich unsere verblendetheit.

00:53:23: aber der hatte so Ich war Woverreit hat mich hat mich politisiert, diese Stadt stolz zu sein, Berliner zu sein.

00:53:31: Davor weicht es

00:53:31: nicht.".

00:53:31: Ja und ich finde das der beste Woberett-Moment.

00:53:33: dann komme ich gleich zur Frage ist eben nicht irgendwie arm aber sexy oder sonst was sondern es gab du erinnerst dich bestimmt... Nicht diesen Winter, der war auch schlimm in Berlin.

00:53:43: Also schlimm was Eis und Schnee anging.

00:53:45: aber es gab vor so zehn Jahren irgendwann mal einen ultra-schlimmen Eiswinter.

00:53:49: die ganze Zeit brachen sich alte Damen wie irgendwelche Knochen ... Den

00:53:52: sogenannten Oberschenkel?

00:53:53: Den sogenannten Oberschänkel, Halsbein.

00:53:58: Wo bereits wurde dann konfrontiert vor dem Roten Rathaus mit dieser Situation.

00:54:02: Damals kam niemand mit dem Streuen nach und so weiter, an Salzen war auch nicht zu denken.

00:54:06: Und dann hob er so vorher laufender Kamera seinen Schuh und sagte, naja wir brauchen Spikes!

00:54:12: Das ist Berlin meins.

00:54:14: Zieh halt Spikes an wenn du dich hinfallen willst.

00:54:17: Pass auf, ja das gibt es wirklich.

00:54:19: und auch jetzt bei diesem... immer wenn so glatteis war wurde nicht gesagt die Stadt muss gestreut werden was ja toll wäre wenn es klappt würde.

00:54:26: sondern da ist ja mal so.

00:54:27: Ich bin der mir Socken um ein Schuh.

00:54:29: Wenn er keine Spikes hat, benützt sich einfach einen Socken.

00:54:31: Dann rutscht du auch nicht mehr aus und dann kannst du das machen.

00:54:34: Aber was ich sagen wollte zu der Frage, was kann sich das Land von Berlin abschneiden?

00:54:38: Welche Scheibe von Berlin würde ich sagen?

00:54:40: Natürlich genau diese Resilienz und diese Robustheit zu sagen.

00:54:43: ganz ehrlich ob jetzt Kai Wegner uns regiert oder missregiert oder wer auch immer so viel ändert es jetzt auch nicht.

00:54:51: natürlich sehen wir Auswirkungen von politischen Ideen und vielleicht auch Fehlern.

00:54:56: Aber ehrlich gesagt ist Berlin eine Stadt, die zeigt, dass man eine gewisse Resilienz gegen politische und gesellschaftliche Entwicklungen haben kann.

00:55:04: Indem man einfach sturbleibt.

00:55:06: Bist du gegen Berlin autofrei oder für Berlin autoffrei?

00:55:08: Also...

00:55:09: Die berlinischste Antwort, die ich dir jetzt geben kann, ist so lang ich mit meinem Auto noch zu meiner Wohnung gelange.

00:55:15: Findest natürlich genial wenn keiner mehr mit dem Auto da rumfahren kann!

00:55:18: Ja.

00:55:18: Und Du?

00:55:19: Exakt genauso für Berliner, die gebürtig sind.

00:55:22: Darf es diese Berlin-Fahre

00:55:24: ... Halt, Moment!

00:55:26: Okay, für Berlina ohne Bewusstsein hier angekommen und dann groß geworden?

00:55:29: Nee aber ich würd's mir natürlich auch berlinautofrei.

00:55:31: Das ist tatsächlich etwas was ich da beneide.

00:55:33: Die anderen Städte für diese irgendwie Straßen, die dann plötzlich zu Parks werden müssen.

00:55:38: Es ist doch eigentlich nur Amsterdam, oder?

00:55:40: Mir is immer so als würdig... Aber ich weiß nicht ob das eine Computergrafik ist, die ich gesehen habe in so einem Futurismusmagazin?

00:55:45: Oder ob das wahr ist?

00:55:46: Das ist ein

00:55:46: Entwurf von zwei Tausend für den ...

00:55:49: Fleißdreck.

00:55:52: Also mir ist das andere steht, dass auch können ... Lustigerweise sagt man immer, London ist so ganz toll und hat's hinbekommen.

00:55:58: Aber wenn ich in London bin, ist trotzdem Stau in der Mitte der Stadt.

00:56:00: Ich hab es noch nicht richtig verstanden wie Sie es hinbekommen haben.

00:56:04: Mir erscheint Berlin mit Kai Wegner, das Wegner-Berlin sehr... ...und neunzehnhundertsimonachzigmäßig.

00:56:11: Das ist so dieses komische auch Stadtautobahn.

00:56:14: Eigentlich was Kai Wegners macht, er macht Politik für Westberlin?

00:56:17: habe ich das Gefühl, sonst würde er nicht es erlauben dass jetzt zum Beispiel auch Waschauer Straße das nächste Hochhaus gebaut wird auf dem RAW-Gelände.

00:56:25: Ja aber er macht für ein ganz spezifisches Westberlin-Politik.

00:56:28: also wir reden von Hinterscharlottenburg noch.

00:56:31: Genau!

00:56:32: Also wirklich so dieses Einfamilienhaus west Berlin und das stört mich so ein bisschen weil es wirkt... Ich will halt auch nicht, dass Berlin eine Einkaufspassage wird.

00:56:45: Wir brauchen Dysfunktionalität, um zu funktionieren.

00:56:48: Vielleicht ist das was ich sagen würde wenn mich jemand fragen würde die Frage die ich gerade gestellt habe Was kann von Berlin?

00:56:54: Ich glaube Zu lernen wie wichtig es ist dass etwas dysfunktional ist So Dass wir aus der Fehlerhaftigkeit erst wachsen können.

00:57:06: Die Perfektion ist das Langweiligste was es gibt.

00:57:08: Dann ziehen nach Hannover.

00:57:10: Ich wollte grad sagen unter nach München, aber das Schöne an München

00:57:12: ist ja auch nicht perfekt.

00:57:13: Ist ja dass die S-Bahn eigentlich auch nie fährt.

00:57:15: Also in München is ja auch noch nicht perfekt?

00:57:17: Vielleicht Hamburg!

00:57:17: Was ist die Perfekteste Großstadt

00:57:19: Deutschlands?!

00:57:19: Also

00:57:19: Hamburg mag ich überhaupt nicht, verstehe ich.

00:57:22: Woran es liegt weiß ich nicht.

00:57:23: Ich war früher ganz oft in Hamburg beruflich... Die Stadt versteh' ich.

00:57:26: Null Komma Null.

00:57:28: Wir wissen wie man ... Das wird ein eigener Podcast.

00:57:30: wir reden einfach über Städte.

00:57:32: Jede Woche eine Stadt durch.

00:57:34: Ich hab Köln liebengelernt.

00:57:35: kürzlich Meine Eltern sagten, Köln gezogen.

00:57:37: Ich kannte Kölnen sonst immer nur von am Bahnhof und dann irgendwo hin leuschen.

00:57:41: Mega gute Stadt!

00:57:42: Kölne ist für mich wie so ein Bezirk von Berlin auch mit diesen Häusern.

00:57:47: Diese fünftiger Jahrehäuser,

00:57:49: diese

00:57:49: gefließten Eingängen... Ach Kölnes okay?

00:57:52: Mit Kölner hab ich gar keinen da.

00:57:54: Das ist ja eine freundliche Stadt.

00:57:55: Und was würdest du jetzt jemandem sagen der Berlin als Nicht-Berliner verstehen will.

00:58:01: wo muss er jetzt hin?

00:58:02: also hast einen Tag in Berlin jetzt?

00:58:03: Einen Tag hast du in Berlin.

00:58:04: Oh das ist schwer Fahrhofen-Fernsehturm.

00:58:06: Obwohl da jetzt Tim Raul sitzt?

00:58:08: Das macht nix, man muss ja nicht ins Restaurant.

00:58:09: Kannst du auf die Aussichtsplätze vom Fahrhafen- Fernsehtum reden mit den Leuten, die da arbeiten?

00:58:12: Sind alles Berliner und gute Menschen?

00:58:14: Kostet

00:58:15: mittlerweile so viel wie eine Zugfahrt nach irgendwo hin hab ich letztens gesehen.

00:58:17: Das

00:58:17: sind siebenundzwanzig Euro oder über zwanzig?

00:58:20: Ja, ist mega teuer.

00:58:22: Nee dann fahr'n dich von Fernsehen ab!

00:58:24: Ich finde ein Ort wo man Berlin extrem gut spürt ist in der Schwimmhalle.

00:58:28: Und dann kannst du auch die Unterschiede zwischen Westen und Ostberlin sehr gut spüren.

00:58:32: also während man in Westberlin Ist eine Schwimmhalle im Prinzenbad, ist so ne aufgeblasene ... Da gibt's eine Schwimmerhalle mit dem man sie aufbläst.

00:58:39: Sie ist bei mir da ums Eck!

00:58:41: Oder wenn du dann eben zum Beispiel in Mitte, ja Leute das is der Tipp geht ins Schwimmbad unterhaltet euch dort mit den Leuten.

00:58:48: Kaum jemand wird über euch reden.

00:58:49: aber die, die mit euch reden sind auf jeden Fall auch echte Berliner und da kann man Berlin sehr spüren.

00:58:55: alle sind so völlig ohne Charme.

00:58:57: Das find ich mal krass in Schwimmheimen in Berlin.

00:58:59: Wofür sollen sich schämen?

00:59:00: Naja

00:59:00: also ich war wirklich weltweit in so vielen verschiedenen Schwimmhalln Und dieses mit dem Pimmel, so vom Schrank zur Dusche zu laufen.

00:59:07: Das machst du wirklich auch nur in Berlin!

00:59:08: Und das ist aus Westnummer anders?

00:59:10: Das

00:59:10: weiß ich nicht, in Westberlin gehe ich ... Ich war während Corona hier im Olympiastadien, da konnte man draußen schwimmen weil es nachts quatsch, auch im Winter beheizt ist und da war's ja so dass man nicht in die Umkleiden durfte und dann waren alle nackt am Beckenrand, das fand' ich auch sehr verbindend.

00:59:22: Gehst Du auch nackduschen in den öffentlichen Land?

00:59:24: Ja,

00:59:26: also ich find', das führt aber zu großen Verwirrungen Wenn ich im Ausland bin, dann eben vom Schrank zur Dusche nackt bin.

00:59:34: Und das führt zu entsetzten Blicken.

00:59:36: und es gibt einen Ort auf der Welt wo's auch zwei Orte ... Japan ist total okay, nackd rumzulaufen und in Island ist es auch total okay.

00:59:42: In Rest der Welt ist es eher verpönt.

00:59:45: Also Sozialismus scheint nicht das Bindeglied zwischen diesen Orten zu sein?

00:59:48: Nee.

00:59:49: Es ist glaube ich eher so... Ja, das sind wieder eine andere Folge!

00:59:53: Was verbindet Japan, Island und

00:59:54: Berlin?!

00:59:57: Wir haben nicht geklärt was wir hier klären wollten warum doch haben wir eigentlich, da haben viele Punkte abgearbeitet.

01:00:02: Ich

01:00:03: finde es ist klar, dass so viele Menschen sich an dieser Stadt abarbeiten, das ist auch völlig okay!

01:00:08: Ich finde, diese Folge sollte jetzt immer wenn der nächste Artikel kommt und er wird kommen, holen wir die Folge raus?

01:00:14: Ich poste sie in den sozialen Netzwerken und weisen darauf hin, wenn ihr euch fragt warum es schon wieder so ein Artikel gibt, hört diese Podcast-Folge mit Patrick Bauer.

01:00:21: Aber das triggert dich schon noch...

01:00:26: Mir macht Spaß darüber zu reden.

01:00:27: Und was war die beste Berlinbeschimpfung, die du bei der Recherche jetzt gesehen hast?

01:00:31: Die beste Berlin-Beschimpfungen ist eigentlich für Kinder von Bahnhof Zoo.

01:00:35: Dieses Buch...

01:00:38: dieses Buch ist ja auch.

01:00:39: wenn man das Buch liest willst Du ja danach Heroin nehmen.

01:00:42: Das ist ja das Krasse.

01:00:42: also ich finde es einer der wichtigsten Bücher dass sich so gelesen habe als Journalist aber auch als Buchlesender.

01:00:50: und wir Kinder vom Bahnhof zoo beschreibt genau das was diese Stadt ist, und zwar grenzüberschreitend.

01:00:56: In jedem Bezug findest du das nämlich der Genuss nicht am, sondern im Abgrund.

01:01:01: Mhm.

01:01:03: Du willst ja ... Also, du weißt es alles furchtbar!

01:01:06: Aber trotzdem möchtest du gerne in die Traumwelt einmal absteigen bei Kinder von Bahnhof Zoo, also Heroin nehmen?

01:01:13: Und das lässt sich irgendwie für mich auf so viele Sachen an Berlin anwenden.

01:01:17: Das ist spannend.

01:01:17: noch mal als letzter Gedanke.

01:01:21: dass das vielleicht das Faszinierende an dieser Stadt ist und das Begeisternde finde ich auch immer noch, dass du so oft am Tag an so vielen Abgründen vorbeikommst.

01:01:28: Ich rede jetzt nicht von anderer Leute abgründen sondern Weggabel-Legung wo du denkst, ich könnte heute mein ganzes Leben für immer verändern und das hast du nicht in viele Städten.

01:01:38: Und das ist eigentlich das Schöne daran?

01:01:39: Wir machen es nicht wir bleiben trotzdem Spießer!

01:01:40: Das wäre das Beste!

01:01:41: Ja eben natürlich!

01:01:42: Also... Ich halte mich fern von Abgrunden.

01:01:44: Ich könnte

01:01:45: einfach mich umbringen mit zwei Gramm MDMA im KitKat.

01:01:49: Nein, ich hole meine Kinder von Netflix

01:01:51: da ab.

01:01:51: Absolut!

01:01:52: Da guck' ich auch schon auf die Uhr... Oh ja!

01:01:54: Dann vielen Dank dass du da warst.

01:01:55: Danke dir!

01:02:05: Wenn euch dieser Podcast gefallen hat dann abonniert ihn bitte zum Beispiel indem ihr bei Spotify auf die Glocke klickt und empfiehlt uns auf jeden Fall weiter.

01:02:13: Ihr möchtet uns Feedback, Lob oder Kritik schicken?

01:02:16: Oder habt sogar ein Themenvorschlag?

01:02:18: Kein Problem Schreibt uns einfach eine Mail an.

01:02:20: amr at pqppzwei.de.

01:02:26: Folgt uns dafür auf Instagram unter unserem Alles muss raus Kanal.

01:02:30: Wenn euch alles muss raus gefällt, unterstützt uns gerne auch auf Patreon!

01:02:34: Dort versorgen wir euch mit exklusiven Podcast-Folgen unseren Themenkonferenzen Specials zu unseren Drehs und anderen tollen

01:02:40: Extras.

01:02:42: Alle Links findet ihr unten in den Shownotes.

01:02:45: Neue Folgen erscheinen Donnerstags auf allen gängigen Podcastplattformen.

01:02:57: Tilo Mischke, Marlon Plas, Audio-Produktion und Musik Leo Ebert Glang.

01:03:03: Moderiert wird.

01:03:03: alles muss raus von mir, TiloMischke Wenn du bei uns werben möchtest findest du mehr Infos unten in den Shownotes.

01:03:11: Vielen Dank fürs Zuhören Bis bald.

01:03:14: Disclaimer.

01:03:15: Dieser Podcast ist ein zeitaktuelles Dokument.

01:03:17: Informationen und Perspektiven können sich mit der Zeit verändern.

01:03:21: Bitte beachte dass sich neue Erkenntnisse oder Entwicklung auf die hier besprochenen Themen auswirken können.