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00:00:00: Also es gibt ein Eureiches und das erinnere ich mich.
00:00:02: Da war ich bei einer besagten Frau, weil man sich ja dann auch trifft mit Frauen in meinem Fall.
00:00:10: Und dann habe ich gemerkt okay mein ganzes Geld ist jetzt alle.
00:00:13: also ich hatte auch Geld in Aktienrinne und bisschen Erspartes.
00:00:17: und dann habe Ich gemerkt jetzt ist mein Ganzes Geld weg Scheiße du hast gerade in fünf Tagen zwei tausend Euro verkocht wieder.
00:00:24: und Dann habe ich auch vier fünf Stunden gefeinte.
00:01:04: Kokain ist ja eigentlich schon lange in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen, aber vor allem in den letzten Jahren ist der Kokain-Konsum hier in Deutschland richtig stark angestiegen.
00:01:13: Und das vor allem bei jungen Menschen.
00:01:15: mittlerweile haben vier Komma eins Prozent der achtzehn bis fünfundzwanzig Jährigen in Deutschland schon mindestens einmal Kokain konsumiert und vor zehn Jahren waren es gerade mal Eins Komma zwei Prozent.
00:01:26: Das heißt die Zahlen haben sich mehr als verdreifacht.
00:01:31: Folge für unsere Podcast-Reihe Summer of Trucks wollte ich verstehen, warum konsumieren so viele junge Menschen Koks und wie fühlt sich so eine Kokainabhängigkeit eigentlich an?
00:01:40: Aber auch...wie schafft man es da wieder raus.
00:01:44: Und Zusätzlich habe ich mich auch gefragt, ob diese steigenden Zahlen vielleicht irgendwas mit dem Leistungsdruck zu tun haben unter den viele junge Menschen ja heute stehen.
00:01:54: Wenn Friedrich Merz zum Beispiel sagt wir würden zu wenig arbeiten.
00:01:57: Wir sind zu faul!
00:01:58: Wir brauchen Krankschreibungen ab dem ersten Tag.
00:02:01: Was macht es mit einer Generation die ja ohnehin schon das Gefühl hat ständig funktionieren zu müssen?
00:02:08: Um diese Fragen zu beantworten hab ich nach einer Person gesucht Die selbst süchtig nach Kokain ist bzw war Und habe dann Marco gefunden.
00:02:16: Marco spricht auf Instagram ganz offen über seine Kokain-Sucht und seinen Weg zurück ins Leben.
00:02:23: In dem Gespräch mit ihm ist mir klar geworden, wie komplex und individuell sucht sein kann.
00:02:29: Marco hat mir zum Beispiel davon erzählt dass es ihm bis heute schwerfällt sich eine Stunde lang am Stück zu konzentrieren Wie jetzt in den Podcast.
00:02:37: Vielleicht hört man das auch an der einen oder anderen Stelle.
00:02:40: Ich finde es aber gar nicht schlimm weil ich fand das richtig Cool, dass Marco da so offen darüber gesprochen hat und uns einmal ganz tief mit in seine Suchtgeschichte reingenommen hat.
00:02:51: Ich bin aus dem Gespräch auf jeden Fall schlauer wieder rausgegangen und ich hoffe das geht euch auch so.
00:02:57: Redaktionsschluss für die heutige Folge war Dienstag der einundzwanzigte Juli zwei tausend sechsten zwanzig um fünf zehn Uhr dreißig.
00:03:08: Ich habe dich ja entdeckt über Instagram bei meiner Recherche für den Podcast hier Und bin auf dein Profil gestoßen, auf dem du über deine Kokainabhängigkeit sprichst?
00:03:20: Ganz offen.
00:03:21: Seit zwei Monaten glaube ich in Reels und da verschiedene Aspekte deiner Abhängigkeit thematisiert ist... ...und die erste Frage, die ich mir gestellt habe als ich deinen Profil gesehen habe, ist Warum hast Du Dich dafür entschieden Deine Geschichte öffentlich zu erzählen?
00:03:37: Genau!
00:03:38: Also erstmal muss ich natürlich auch sagen Ich hab einen besten Freund.
00:03:42: Der hat damit schon vor anderthalb Jahren gestartet.
00:03:45: Und er hat mir halt das Feedback gegeben, dass es so viel einfacher für ihn ist mit der Sucht umzugehen.
00:03:50: Mittlerweile macht das ihm halt auch Spaß und ich wollte einfach mal was Neues ausprobieren, um mich irgendwo auch selber therapieren.
00:04:00: Ich finde, das funktioniert ganz gut damit hier.
00:04:03: Ja dann lass uns doch auch mal in deine Geschichte reingehen!
00:04:08: Du warst mehrere Jahre lang kokainabhängig?
00:04:11: Genau.
00:04:11: Wie viele
00:04:12: Jahre waren das genau?
00:04:13: Also angefangen mit Kokain habe ich mit siebzehn Jahren, dann hatte ich von zwanzig... Quatsch, einundzwanzig bis dreieinzwanziger eine Pause.
00:04:22: Da hab' ich da wirklich gar nichts gemacht nur geraucht heute Zigaretten und dann fing das mit dreiundzwannzig wieder an bis fünfundzwanzig.
00:04:29: Du hast gesagt du hast mit siebtzehn angefangen.
00:04:33: Wie würdest du einer Person, die dich nicht kennt den Marco beschreiben der du vor dem Kokain so... Bevor du das erste Mal irgendwie in Kontakt mit der Substanz gekommen bist?
00:04:44: wer warst du?
00:04:46: Also Marco bevor er.
00:04:49: also es fing ja schon an mit MDMA.
00:04:51: Mit Gras da war ich sechzehn und der Marco vor den ganzen Drogen also vor sehzehn der war ja der war sozial Der ist zum Sport gegangen.
00:05:03: Also ich muss wirklich sagen, ich habe mindestens drei bis sieben Stunden Sport am Tag gemacht also... Ich hab mir selber immer das Ziel gesetzt nach der Schule.
00:05:13: Ich habe einen Realschöpfschluss gemacht und da habe ich halt immer Sport gemacht nebenbei.
00:05:18: Das hat mir jetzt sehr viel Spaß gemacht.
00:05:19: Ich war immer die Extreme gesucht und dann kamen die Drogen und dann ist es auf einmal übergeschwappt in die andere Richtung.
00:05:27: Vielleicht kannst du in den Moment auch noch mal reingehen.
00:05:30: Du hast es gerade so im Nebensatz erwähnt, dann kamen die Drogen und dann ging's in eine andere Richtung.
00:05:35: Erinnerst du dich noch an den Moment, in dem du zum ersten Mal in Kontakt mit Kokain gekommen bist?
00:05:43: Das war eigentlich ein relativ spontaner Moment.
00:05:47: also wir sind...
00:05:50: Wir haben
00:05:50: uns glaube ich Gras oder NDMA gekauft Hat der Dealer gesagt, wir haben auch Kokain.
00:05:57: Habt ihr Bock?
00:05:58: Wir hatten keine Ahnung.
00:05:59: und dann haben wir halt Ja gesagt.
00:06:01: Freundschaftspreis, dreißig Euro.
00:06:03: Dann haben wir uns da ausprobiert, wussten noch am Anfang gar nicht wie viel.
00:06:06: jetzt.
00:06:07: Genau... Wie wollen wir das zu uns nehmen?
00:06:09: Wollen wir das schniefen oder rauchen?
00:06:12: Und dann muss ich aber sagen, dass war natürlich keine gute Qualität!
00:06:17: Uns hat es dann aber gereizt weil wir das Gefühl schon ganz gut fanden.
00:06:21: Und dann lernt man halt andere Leute kennen Die können einen das halt zu einem noch besseren Preis verkaufen und bessere Qualität.
00:06:30: Und ja, so kommt dann das ein auf das andere.
00:06:33: Was
00:06:33: wusstest du da vor über Kokain?
00:06:35: Also hattest du irgendeine Erwartungshaltung was dann passieren wird wenn du das zum ersten Mal nimmst?
00:06:41: Bist du damit mit irgendeiner Erwartungen reingegangen?
00:06:44: Man hat natürlich die Erwartungs... Ja, die Reichen und Schönen machen das und ein bisschen trinken, bisschen koksen sag ich mal Ist doch cool, also vor allem mit sechzehn, siebzehn.
00:06:56: Also auch so durch Filme und was man so kennt ein bisschen geprägt?
00:06:59: Ja so eine Lifestyle Droge halt Genau.
00:07:02: ich muss natürlich auch sagen Ich habe ARDS So Und Mich hat es mir beruhigt.
00:07:08: Also Dann Hat Man Vielleicht Auch Die Werde Nicht die Erste Liebe Kennengelernt und dann ist das irgendwie Das Beruhigte an den Schmerz Wenn Man sich getrennt Habt Dann Zieht man Hätten paar Waren Kokain.
00:07:21: dass hat Mir Ich hab fast das Gleiche gegeben, muss ich schon ehrlich sagen.
00:07:25: Wie so die Liebe einer Frau?
00:07:27: Krass!
00:07:28: Kannst du das mal beschreiben?
00:07:30: wie fühlt sich das an wenn man Kokain nimmt oder wie hat es sich damals so beim ersten Mal oder was gerade gesagt?
00:07:37: das war jetzt noch nicht so die beste Qualität.
00:07:39: aber wie hat sich das in dieser Anfangszeit angefühlt?
00:07:43: kann man das irgendwie beschreiben, wie diese Substanz wirkt?
00:07:48: also die ersten Male Kokain da hat man sich halt ... noch gar nicht so einen Kopf gemacht, also... Man wusste auch noch gar nichts.
00:07:57: Wie genau wirkt das jetzt?
00:07:58: Also man hat nur die Fantasie wie es wirken soll und... Was
00:08:03: war das für eine Fantasies?
00:08:05: Das...
00:08:06: Ja halt eher die Fantasi feiern.
00:08:10: Man ist gut drauf!
00:08:11: Ja ja das wurde dann mit der Zeit immer kürzer so dieser Zeitraum.
00:08:17: Also ich weiß noch die ersten Male wo ich konsumiert hab da ging's dann so los so nach Drei, vier Stunden, dass man abgefuckt war.
00:08:23: Und zum Ende war es dann wirklich schon nach der ersten Nase, sag ich mal hatte man schon gar kein Bock mehr auf die zweite.
00:08:29: aber man ist jetzt schon voll im Film drin.
00:08:32: also...
00:08:32: Es war da noch schwierig aufzuhören?
00:08:34: Ja!
00:08:35: Also bei Kogain ist das halt sehr schwer aufzuhehren.
00:08:41: Ich habe ja auch Erfahrungen mit Objaden oder mit Speed- oder Amphetamine.
00:08:44: halt Das war für mich sehr viel einfacher auf zu hören als.
00:08:49: Aber wie hast du dich in dem Moment gefühlt, als du high warst?
00:08:53: Als das Kokain gewirkt hat.
00:08:55: Ist man dann mutiger?
00:08:58: Fühlt man sich glücklicher?
00:09:00: Ausgeglichener.
00:09:01: Ich hab mich ausgeglichener gefühlte.
00:09:03: Also ich war mehr bei mir.
00:09:06: Ich habe mich geliebt halt selber.
00:09:09: Okay,
00:09:09: d.h.,
00:09:09: diese ...
00:09:10: Man konnte sich selber sehr gut ertragen.
00:09:13: D.h.
00:09:13: diese Selbstliebe war irgendwie ein Thema was du davor ... Vielleicht irgendwie nicht so richtig hat das und dann mehr gespürt hast durch die Droge, durch das Kokain?
00:09:23: Ich
00:09:24: glaube ich habe mir das früher sehr oft durch Sport geholt.
00:09:27: Ergebnisse abliefern in den Spiegel schauen wow sehe ich gut aus!
00:09:32: Als der Sport dann halt nicht mehr war, hat man sich das dann halt durch das Kokain geholt.
00:09:37: dieses Gefühl weil ich hab jetzt zu Hause mein Meternhaus auch nicht so viel Liebe vorzuseichen bekommen dass ich toll bin oder es wird gut gemacht.
00:09:45: Das Kokain hat mir halt genau das gegeben.
00:09:47: Okay,
00:09:47: d.h.,
00:09:48: du hast dich dann irgendwie verstanden gefühlt?
00:09:51: Genau!
00:09:52: Hat dein Selbstwert verbessert in dem Moment?
00:09:56: Ja, würde ich so unterschreiben...
00:09:58: Und in welchem Kontext oder in welchen Situationen hast Du damals Kokain konsumiert?
00:10:04: War das hauptsächlich beim Feiern gehen oder wie war es bei Dir?
00:10:09: Also die Anfangszeit Da hat man natürlich dann nur am Wochenende konsumiert, meistens in Verbindung mit Alkohol oder MDMA oder anderen Drogen.
00:10:20: Ja da habe ich dann auch noch konsumierte Mitpersonen zusammen.
00:10:25: also wie waren alle?
00:10:26: Dann sage ich mal drauf zum Ende hat sich das dann ein bisschen geändert und man hat halt überwiegend alleine konsumieren.
00:10:33: hat sich dann drei vier Tage wirklich in sein Zimmer eingeschlossen?
00:10:39: Ja, keiner hat was von einem gehört und der Kumpel wusste schon wieder a, dass ich den mal drei Tage in Ruhe.
00:10:47: Wie schnell ging das?
00:10:48: Also gerade diesen Prozess beschriebenes hat sich dann mit der Zeit verändert.
00:10:53: waren es erstmal nur ein paar Monate oder paar Jahre in denen du konsumiert hast wenn sich das ergeben hat oder hast du da relativ schnell festgestellt es wird irgendwie mehr oder das fließt auch in meinen Alltag mit rein.
00:11:07: Bei KUKAI muss man natürlich sagen, die Droge ist teuer.
00:11:10: Also... Man muss dann auch schon irgendwie Geld verdienen, ansonsten kriegst du halt Händstoff nicht.
00:11:17: und ja dann... Ich weiß nicht, ich hatte mit Ende sechzehn Ausbildungen da hat ich vierhundertfünfzig Euro verdient.
00:11:24: Dann habe ich die mit neunzehn gewechselt, dann hatte ich tausend fünfhundert, sag' ich mal netto für mich.
00:11:30: Musste jetzt zu Hause nicht so viel Geld abgeben bei meinen Eltern?
00:11:33: Und ja, mit tausenden Fünfhundert Euro sich das dann auch ein bisschen mehr auf Mengen holt, kommt man schon besser hin natürlich als mit vierhundertfünfzig.
00:11:43: Also ja, je mehr Geld man hat, je schneller steigt der Konsum.
00:11:48: Kannst du dich noch erinnern?
00:11:49: Wie viel von deinem Gehalt oder vom Geld, was du monatlich zur Verfügung hattest für Drogen- oder Koks draufgegangen hast?
00:11:58: Alles!
00:12:00: Und wie hast du da noch andere Freizeitaktivitäten gehabt?
00:12:05: Wie hast du die finanziert?
00:12:06: oder wie muss ich mir das vorstellen?
00:12:08: Ich bin auch nicht in den Urlaub geflogen.
00:12:11: Auf so eine Sache habe ich dann verzichtet, also es war wirklich nur einigermaßen Klamotten kaufen irgendwie bisschen essen und dann zum Entspannen halt Coke sind.
00:12:21: Also da ist schon sehr viel Geld auf jeden Fall draufgegangen.
00:12:24: Und war das für dich zu der Zeit noch so dass du dich damit gut gefühlt hast?
00:12:30: Oder gab's da schon innerlich Zweifel oder Gedanken, warum mache ich das eigentlich?
00:12:38: Die Zweife kam meistens erst nach ein zwei Tagen, wo man drauf war.
00:12:41: So Mann du hast selber ein Problem aber bis zum nächsten Konsum ist das halt schon wieder vergessen.
00:12:47: und ja es irgendwie so'n Teufelskreis Man kann sich selber dann nicht mehr vertrauen.
00:12:53: Und Ja Das auch sehr schwer einzugestehen dass man problem hat.
00:12:58: Aber ich denke das ist mit Alkohol so und mit anderen Drogen genauso.
00:13:02: also Bis dieser Punkt kommt, dass man sich eingesteht.
00:13:04: Ich habe ein Problem mit Drogen.
00:13:06: Da muss einiges passieren und da muss erst mal richtig auf die Schnauze fallen sag ich mal.
00:13:12: Zu dem Punkt werden wir auf jeden Fall auch noch kommen weil das
00:13:15: Ziel
00:13:15: ist ja auch so bisschen jetzt in diesem Podcast einmal deine Suchtgeschichte durchzugehen um zu verstehen was bedeutet es eigentlich abhängig von so einer Substanz zu sein.
00:13:24: wie fühlt sich das an?
00:13:25: Und auch wie war der Prozess bei dir?
00:13:27: also wie hat sich das verändert?
00:13:29: Wir waren jetzt gerade noch so an dem Punkt, du hast gesagt das ging irgendwie los.
00:13:33: Da war ein Reiz da es war irgendwie interessant und ist aber dann auch mehr geworden.
00:13:39: Hast du dir damals in der Zeit selber irgendwelche Regeln für den Konsum gesetzt?
00:13:44: Und die selbst wieder gebrochen?
00:13:46: oder wie hat sich das entwickelt?
00:13:49: Also ich bin eine Person, ich sage immer entweder alles oder nix und ich habe mir ganz oft gesagt bestimmt schon zweieinhalbmal Ich höre heute auf also dieses Ach am Wochenende, das kam für mich gar nicht in die Tüte.
00:14:01: Sondern ich höre heute auf... Ja es hat dann vielleicht auch mal zwei Wochen gehalten Das Wort was ich mir selber versprochen habe Aber länger auch nicht.
00:14:10: Und wie gesagt Die längste Zeit meiner Absinenz war von einundzwanzig bis dreinzwanziger Das waren etwas mehr als anderthalb Jahre.
00:14:18: Was genau ist das Versprechen hinter dem Kokain?
00:14:21: Also so dein persönliches Versprechen.
00:14:24: also was war?
00:14:25: sozusagen dass Der Gedanke, dass du wusstest okay das passiert jetzt mit mir wenn ich die Droge konsumiere.
00:14:33: Was hast du dir davon erhofft?
00:14:35: oder was war sozusagen?
00:14:36: Worin genau besteht die Abhängigkeit?
00:14:38: warum will man das immer wieder haben?
00:14:41: Ich glaube tief im Inneren weiß man dass man eine abhängigkeit davon hat und
00:14:45: Das
00:14:46: der größte punkt ist auch gar nicht das geld sondern Man ist ja nicht.
00:14:50: also ich war nicht ich selber.
00:14:52: Also man hat natürlich auch Dinge gemacht worauf man nicht so stolz ist Und das ist ja auch mit Charme verbunden.
00:14:58: Hast du da ein Beispiel, worüber du sprechen möchtest?
00:15:01: Es kam schon vor dass man sich dann... weiß nicht.
00:15:04: also Schätz mit Frauen wo man sich am nächsten Tag wieder gedacht hat Mann was hab ich denn jetzt gemacht?
00:15:10: so Nein ich will mich heute nicht mit dir treffen So solche Sachen.
00:15:15: Also Das war irgendwann ganz normal.
00:15:18: Dass wenn man Kokain konsumiert hat Dass man spätestens nach einer halben Stunde sein Handy aufgeschlagen hat und mit irgendeiner Dating-App sich treffen oder ... keine Ahnung.
00:15:31: Und das hast du dann aber im Nachhinein bereut?
00:15:33: Weil an sich ist es ja erst mal nicht schlimm,
00:15:34: so eine
00:15:34: Dating App zu öffnen...
00:15:35: Aber natürlich mit dem Hintergrund!
00:15:37: Ja jetzt irgendwie ne schnelle Nummer oder so und man isst das ja eigentlich gar nicht.
00:15:42: also da hat man gemerkt dass ist die Droge und das bin ich wirklich nicht.
00:15:47: Wie hattest dein Denken sonst noch so verändert?
00:15:50: weil Du hast gerade gesagt wenn Du das konsumiert hast dann warst Du nicht Du selbst.
00:15:55: Also die Droge hat dann sozusagen das Steuer übernommen in deinem Kopf.
00:15:59: Und was waren denn so Gedanken, die dir durch den Kopf gegangen sind?
00:16:03: Also will man dann einfach geht es darum irgendwie Party zu machen, Frauen zu treffen oder will man funktionieren?
00:16:10: also was macht das mit deinem Gehirn, mit deinen Gedanken?
00:16:14: Ich glaube ich hatte einfach verlernt mir Ziele zu setzen, die auch realistisch sind und ich erreichen kann.
00:16:23: Ja, man will sich ja beglücken und wenn man diese Ziele... Wenn man keine Ziele hat die man erreichen kann muss man sich ja irgendwie anders beglücken.
00:16:31: Und nach einer Zeit weiß man halt, wenn man Kokain konsumiert wie man das am besten tut nämlich eine Bahn Kokain ziehen.
00:16:40: Das heißt?
00:16:41: Also es funktioniert auch.
00:16:43: Es ist ja also jede Droge funktioniert ja auch.
00:16:47: Das ist halt der leichteste Weg um sich Gefühle abzuholen.
00:16:52: Inwiefern Also wie kann der Alltag funktionieren, wenn man parallel trotzdem die ganze Zeit Kokain konsumiert?
00:17:01: Wie war das bei dir?
00:17:02: Hast du das vor der Arbeit konsumierst um leistungsfähiger zu sein?
00:17:07: Hast Du es ja während der Arbeit consumiert.
00:17:10: Wie genau ist dieser Prozess gewesen in deinem Alltag.
00:17:14: also wie hat sich das in deinen Alltag eingeschlichen?
00:17:16: Ich muss erstmal sagen ich habe mit Ende siebzehn hab ich die Ausbildung zum Koch angefangen.
00:17:21: Da fing's dann bei mir schon an mit Amphetamin und gelegentlich Kokain, aber Amphetamine halt einfach weil's günstiger ist.
00:17:28: Vor der Arbeit?
00:17:29: Vor derarbeit.
00:17:30: also ich hab nie während der Arbeitszeit konsumiert, weil ich mich dann nicht konzentrieren konnte auf Amphetamin oder auf Kokain.
00:17:39: Und nach der Arbeit ging es dann wieder weiter und bis zwei Stunden kurz vor der Arbeit.
00:17:44: Also ich hatte auch immer paranoia dann Aufdroge auf Arbeit zu sein.
00:17:49: Deswegen nie auf Arbeit.
00:17:52: Ja, mit dreiundzwanzig war es dann ein bisschen anders.
00:17:54: Irgendwann ist die Hemmschwelle auch weg und dann versteht man sich auch mit den Arbeitskollegen.
00:17:58: Dann waren wir mit denen auch schon trinken... ...dann wissen alle dass du guckst und sage ich mal auch alkoholabhängig bist.
00:18:04: und ja dann geht man halt runter auf Toilette während der Arbeitzeit alle zwanzig dreißig Minuten und die wissen irgendwie schon Bescheid.
00:18:12: aber warum macht er schon wieder so eine Mucke an?
00:18:14: Was ist da los?
00:18:15: Der kann sich gerade gar nicht konzentrieren!
00:18:18: Aber wenn Du's vor der Arbeit konsumiert hast, warst Du.
00:18:21: dann Hast du dich dann auch leistungsfähiger gefühlt als ohne die Droge?
00:18:26: Kokain ist ja irgendwie dafür bekannt, dass man das wach und fit war.
00:18:32: War das so der Effekt, den du gespürt hast oder war es bei dir anders?
00:18:36: Ich muss sagen ich habe nie direkt in den ersten Stunden Kokain konsumiert sondern meistens dann wirklich in den letzten zwei drei um mich zu belohnen.
00:18:47: Das war für mich mal eine Belohnung.
00:18:50: Ich wusste, dass ich auf Kokain nicht so gut arbeiten kann und auch nicht die Leistung erbringen kann, die von mir verlangt wird.
00:18:56: Wenn man dann da eine Bong-Leiste hat und man ja auf der eins, keine Ahnung ist ein Salat dann auf der zwei, einen Rumsteck auf der drei und dann hat man da zwanzig Bongs.
00:19:08: also das hätte ich nicht hinbekommen auf Kokrain.
00:19:12: Da muss ich nüchtern sein und das wusste ich auch genau.
00:19:15: aber Wenn ich das hinbekommen hätte, dann hätte ich wahrscheinlich auch während der Arbeitszeit immer konsumiert.
00:19:21: Ich würde gerne noch so ein bisschen mehr verstehen was genau diese Lehre war oder diese Lehrstelle die das Kokain für dich gefüllt hat.
00:19:31: also hattest du Was du generell unzufrieden mit deinem Leben davor?
00:19:37: Oder gab es irgendwelche Dinge Die einfach schlecht gelaufen sind wo dass Gucka India dann sozusagen helfen konnte, diese Lücke zu füllen?
00:19:47: Wie gesagt ich habe mir immer sehr große Ziele gesetzt.
00:19:51: Ich wollte mit zwölf wusste ich irgendwie schon okay irgendwann will ich mal irgendwas mit Sport erreichen für Millionär werden will das dass das Ganze was man halt auf YouTube sieht und was einem vorgelebt wird Und da hat man irgendwann gecheckt ok du hast jetzt deinen Realschabschluss Weißt nicht mal welche Ausbildung du machen willst.
00:20:10: Okay dann fängst du mal in eine Ausbildung zum Anlagen Mechaniker an, das hat mir dann auch nicht viel gegeben.
00:20:16: Dann ist man wieder planlos und habe ich mich von meiner ersten Freundin getrennt.
00:20:21: Also so ein bisschen eine Orientierungslosigkeit?
00:20:23: Ja, Orientierungs-Losigkeit.
00:20:24: Man weiß
00:20:24: nicht genau wohin.
00:20:26: Und am Punkt stehen ja auch viele irgendwann mal in ihrer Jugend oder als junger Erwachsener.
00:20:31: Das Kokain hat dir dann wieder Selbstvertrauen gegeben.
00:20:36: Hat dich das vergessen lassen, dass du diese Ziele eigentlich mal hattest?
00:20:42: Genau.
00:20:44: Kokaine hat mich halt meine ganzen Probleme und alles was auf meinen Schultern liegt und was ich machen möchte oder wollte einfach vergessen lassen.
00:20:52: Also wenn man Kokain konsumiert vergisst man seine Probleme.
00:20:58: Ich hatte nie Probleme, wenn ich konsumierte.
00:21:01: Ich hatte die Probleme immer danach.
00:21:03: So, kam es ein vor und deswegen...
00:21:06: Deswegen wolltest du den Zustand immer wieder erreichen.
00:21:08: Weil er dich von deinen Problemen
00:21:10: weggebracht
00:21:11: hat.
00:21:11: Genau.
00:21:12: Verstehe?
00:21:13: Und also mit dem zunehmenden Konsum hast du ja gerade schon so'n bisschen angedeutet, hat sich auch dein Leben verändert.
00:21:21: Inwiefern hat die Droge des Kokain-Deinen Alltag verändert?
00:21:27: oder hat sie ihn gar nicht so richtig verändert weil du trotzdem weiterhin funktioniert hast weiter ausgeübt hast.
00:21:35: Ich würde sagen, ich habe die Droge eigentlich relativ gut in mein Leben integriert und das ist auch finde ich aber das Schlimme daran.
00:21:43: also Kokain ist halt auch eine Droge Das sieht man jetzt nicht unbedingt jeden an.
00:21:48: Also ich konnte mal meine Eltern besuchen gehen und davor etwas Kokain nehmen den ist nix aufgefallen.
00:21:55: es lässt sich sehr gut integrieren.
00:21:58: Wussten
00:21:58: deine Eltern das dann irgendwann oder hast du das immer verheimlichen können?
00:22:04: Also ich muss ehrlich sagen, ich habe jetzt nicht so den besten Kontakt zu meinen Eltern.
00:22:08: Ich hatte ja mit meiner Mutter nochmal gesprochen und sie wusste anscheinend gar nichts davon.
00:22:14: Ich hat hier halt einmal mit ... ... einundzwanzig gesagt, sodass ich das nicht mehr schaffe alleine daraus.
00:22:20: Da war ich im Wald, hab mich da ausgeholen, dann habe ich sie angerufen... Und dann hat sie mich... Einmal gefragt, als ich zu Hause war, was denn los?
00:22:29: Dann meinte ich, ach nee geht schon wieder.
00:22:31: Das war dann zwei Tage vorher danach.
00:22:34: Da meine ich, das geht schon wider und jetzt hat sie das erst mitbekommen wo ich auf Therapie war.
00:22:41: Wo sie mich besuchen gekommen ist und da hat sich sehr Sorgen gemacht um mich.
00:22:46: Welche Rolle spielen Freunde in dem Zusammenhang?
00:22:48: also hattest du damals Nur noch Freunde, die auch Kokain konsumiert haben.
00:22:54: Oder gab es noch andere Freunde?
00:22:56: Und wenn ja, haben sie dich auch mal auf deinen Konsum hingewiesen?
00:23:00: oder war das mal so ein Thema dass Freunde gesagt haben ey Marco wird jetzt hier gerade ein bisschen problematisch hör mal lieber auf damit.
00:23:09: Also klar man hat natürlich ein paar Bekannte von früher aus der Schule aber das waren doch wirklich nur bekannte.
00:23:16: also Man sieht sich ab und zu bei meinen Kaufen oder wenn man draußen ist, irgendwo auf einer Feier.
00:23:22: Dann komme ich ja aus der Gastro dann hat mein Arbeitskollegen mit denen gibt man abends auch noch trinken und den stört das auch nicht.
00:23:33: also die haben damit gar kein Problem wenn ich da mein Kokain konsumiere weil sie trinken ja auch Alkohol.
00:23:39: und richtige Freunde.
00:23:40: also ich würde sagen ich habe einen richtigen Freund denke ich schon zwanzig Jahre.
00:23:44: Das ist wie der gesagt der seit anderthalb Jahren auch die Videos macht, genau.
00:23:51: Wir haben uns aber auch gegenseitig sehr runtergezogen mit Kokain oder ja gemein mit Drogen.
00:23:57: Aber am Ende haben wir uns auch nur noch getroffen.
00:24:00: also ich würde so sagen Ich habe keine Freunde außer ihnen.
00:24:03: das andere sind wirklich Bekannte und wir haben uns dann gegenseITich nicht gut getan Und wenn er einmal clean war Dann hat der eine den anderen sag ich mal belastet und umgekehrt.
00:24:15: Und heute seid ihr aber beide.
00:24:16: Heute sind wir beide klingen, genau!
00:24:18: In dieser Zeit als der Konsum immer mehr geworden ist bei dir.
00:24:22: wenn man dir da das Kokain weggenommen hätte was wäre dann noch übrig geblieben von dir?
00:24:28: Also wie viel deiner Identität hat sich damals durch das Kokains durch die Substanz definiert?
00:24:35: also hattest du noch andere Hobbys.
00:24:37: oder ging es eigentlich auch in deinen Gedanken und in dein?
00:24:41: ging es jeden Tag um Kokain in deinem Kopf?
00:24:44: Also über welche Zeit sprechen wir da jetzt vor einem Jahr?
00:24:51: Wir waren ja gerade an dem Punkt, du hast gesagt es ist irgendwie mehr geworden.
00:24:54: Es hat sich in deinem Alltag integriert.
00:24:57: so in dieser Zeit oder ich stelle die Frage vielleicht mal anders wie viel hast Du damals als du sagen wir mal so am Peak warst deines Konsums?
00:25:10: Wie oft hast du da einen Kokain gedacht?
00:25:14: Ich habe auf jeden Fall täglich an Kokain gedacht.
00:25:18: Also zum Ende hab ich auch täglich konsumiert und ja, da hab' ich täglich dran
00:25:23: gedacht.".
00:25:25: Und vielleicht kannst du noch mal so ein bisschen die Entwicklung beschreiben.
00:25:29: also wann war denn die Phase in der es wirklich am schlimmsten oder am heftigsten war?
00:25:33: Beziehungsweise wie oft hast Du in dieser Phase Kokain konsumierend und wie sah Dein Leben aus als Du... Als die Sucht für Dich persönlich am schlimmsten war?
00:25:43: Genau, also das war letztes Jahr vom März bis September.
00:25:49: Da habe ich schon mein Umfeld auch gewechselt, also auch meinen Arbeitsumfeld bin von der Gastro im Hotel rein in die Kita weil ich dann feste Arbeitszeiten hatte.
00:25:58: Das hat auch zwei Monate so funktioniert und dann hab' ich halt wieder zur Kokain gegriffen Und... Ich kann ja mal kurz beschreiben wie das so ablief.
00:26:10: Ich habe um sechs Uhr angefangen zu arbeiten bis vierzehn, dreißig halt ganz normale Schicht und um zwölf hab ich mir dann mein erstes Cocaine geholt.
00:26:19: Und so ging das täglich bis September letzten Jahres.
00:26:25: Am Anfang waren es drei Gramm und zum Ende waren es wirklich zehn Gramm Cocaine am Tag fünf bis zehn Grammen.
00:26:32: Hast du am Tag auch
00:26:33: konsumiert?
00:26:35: Also ich kenne mich jetzt nicht ganz genau aus, aber das ist glaube ich ziemlich viel.
00:26:39: Das sind zehn Gramm pro Tag.
00:26:43: und wann hast du zum ersten Mal festgestellt?
00:26:46: Ich bin süchtig!
00:26:47: Ich muss was ändern.
00:26:48: Zwei
00:26:49: Monate bevor ich in die Reha reingegangen bin davor hat man sich gesagt, ich kriege das noch hin.
00:26:55: dann habe ich aber wie gesagt fast ein halbes Jahr täglich konsumiert, dann weggelassen und dann habe Dann habe ich mir direkt auch Hilfe geholt und ohne Hilfe hätte ich es auch nicht geschafft.
00:27:09: Gab es zu der Zeit oder bevor du dir Hilfe gehult hast, auch Menschen die versucht haben dir zu helfen aus deinem Umfeld?
00:27:17: Oder die du vielleicht auch kontaktiert hast, die dir vielleicht auch in irgendeiner Form helfen konnten... ...aus der Familie oder aus dem...?
00:27:25: Na das hab' ich schon ganz geschickt gemacht.
00:27:27: also ich hab mich sozial sehr isoliert und hatte halt Wie gesagt, da nur mein einem besten Freund, der selber konsumiert hat.
00:27:35: Er hat den Startschuss gegeben also er zwei Monate vor mir mit der Reha angefangen und hat mich dann auch motiviert das so zu machen bis ich dann auch natürlich begriffen habe.
00:27:47: Ich schaff das alleine gar nicht mehr.
00:27:49: Also das war schon eine schlimme Zeit für mich auch.
00:27:52: Gab es da irgendein besonderes Ereignis?
00:27:54: oder erinnerst du dich noch an bestimmte Momente?
00:27:58: Die besonders schlimm waren, in denen du das festgestellt hast.
00:28:02: So geht's nicht weiter.
00:28:03: oder was mache ich hier eigentlich gerade?
00:28:05: Also es gibt ein Ereignis und das erinnere ich mich da war ich bei einer besagten Frau weil man sich ja dann auch trifft mit Frauen im Falle.
00:28:15: Und dann habe ich gemerkt okay mein ganzes Geld ist jetzt alle.
00:28:18: also Ich hatte auch Geld in Aktien drinne und bisschen Erspartes und dann hab' ich gemekt Jetzt ist mein ganzer Geld weg Scheiße Du hast grade Dein Fünf-Tagen, zweitausend Euro verguckst wieder und dann habe ich auch vier, fünf Stunden geweint.
00:28:36: Das war für mich wirklich... Also daran erinnere ich mich.
00:28:41: Da warst du alleine?
00:28:42: Hast dich zu Hause alleine eingeschlossen und dann einfach konsumiert oder wie ist das?
00:28:48: Heizteils also wie gesagt entweder war ich unterwegs oder halt Zuhause aber meistens nach drei Tagen dann zu Hause.
00:28:57: Das hat mich dann nicht mehr rausgegangen.
00:28:58: Man isoliert sich ja doch sehr.
00:29:02: Wie schwierig ist es aus so einer Situation heraus, sich wirklich zu überwinden oder den Schritt zu gehen?
00:29:09: Dass man sagt ich muss mir Hilfe holen von außen.
00:29:15: Mir musste es so schlecht gehen dass es mir völlig egal war jetzt die Hose runterzulassen und auch eine Person einfach mal offenbar ehrlich zu sagen was gerade los ist.
00:29:25: also Ich muss aber ehrlich sagen, ich wusste gar nicht ob ich es schaffe.
00:29:29: Also der gibt mir denn die Garantie dass ich das dann schaffe mit der Therapie.
00:29:34: und ja also stand... Stand er für mich gar nicht fest ob ich das schaffe?
00:29:42: Hattest du in der Zeit auch Angst?
00:29:44: Angst wie's mit dir weitergehen könnte oder was vielleicht auch gesundheitlich mit dir passiert wenn du es nicht schaffst?
00:29:51: Naja man hatte Halus ... schlechten Schlaf, also... Ja.
00:29:57: Man dacht sich halt schon okay bleibt das jetzt eine Ewigkeit?
00:30:01: Also ich bin eingeschlafen habe Schatten gesehen, bin aufgestanden hab Schatten gesehn im Traum Schatten Gesehen.
00:30:07: Also man hatte auch Verfolgungswahlen und man hat jede Sekunde an Kokain gedacht.
00:30:12: Und das ging wirklich drei vier Monate so auch noch in der Reha.
00:30:18: Ich hatte immer einen Blutdruck von... ... onehundert, zweihundert zu... Krass!
00:30:23: Neunzig, hundertfünfzehn genau.
00:30:25: Aber das weißt du, weil du dich dann selbst damals schon den gemessen hast?
00:30:30: Auf Ria.
00:30:31: Genau auf Ria wurde der dann gemessen täglich morgens mittags abends.
00:30:36: und dann hast du dich entschieden nachdem es dir wirklich so schlecht ging dass du keinen anderen Ausweg mehr gesehen hast als die Hilfe zu suchen.
00:30:45: Du dich entschieden eine Therapie zu machen.
00:30:49: genau
00:30:49: wie.
00:30:50: Wie hast du das, also was leichter reinzukommen?
00:30:53: Weil das ist ja auch immer so ein Thema.
00:30:55: Wie kommt man schnell irgendwie an die Hilfe, die man braucht?
00:30:59: und wie hast du die Hilfe gefunden?
00:31:00: Also hast du dann einfach gegugelt irgendwie Therapie Kokainabhängigkeit und ging es dann ganz schnell.
00:31:06: oder hat es länger gedauert?
00:31:08: Man kann ja bei Google eingeben Suchtberatungsstelle.
00:31:11: da bin ich dann auf die Karitas gekommen genau die Warenfeigensee.
00:31:16: Dann habe ich dann Termin vereinbart muss aber sagen mit der Person bin ich nicht klargekommen richtig, aber das ist manchmal so zwischen Therapeuten.
00:31:26: Genau und... Das hatte sich dann abgebrochen weil mir die Person halt auch gesagt hat es kann jetzt drei bis vier Monate dauern und man hat ja trotzdem ganz weit erkonsumiert und dann hatte man den Glauben verloren.
00:31:39: Und dann habe ich nochmal meine bei der Caritas in in Nauen Hilfe geholt.
00:31:46: Das war dann letztes Jahr am September genau.
00:31:49: Da hab ich mir dann das zweite Mal Hilfe geholt.
00:31:51: Und da ging's dann wirklich fix, also innerhalb von einem Monat vier, fünf mal hin und dann hatte ich auch schon meinen Platz.
00:31:59: Glaubst du dass es für dich als Mann schwieriger war diesen Schritt zu gehen sich dafür zu entscheiden, dass man Hilfe will?
00:32:08: Weil wir auch so sozialisiert sind, dass es als Mann vielleicht nicht so okay ist über Gefühle oder Gedanken zu sprechen sich von außen Hilfe zu holen.
00:32:19: Also glaubst du, das hat eine Rolle gespielt?
00:32:22: Ich glaube im Unterbewusstsein hat das bestimmt eine Rolle gesprochen aber ich habe es jetzt nicht so wahrgenommen also...
00:32:29: Okay dann würde ich einfach nochmal gerne mit dir das Thema ein bisschen öffnen weil ich hab mir natürlich auch in der Vorbereitung für den Podcast noch mal so ein paar Zahlen angeguckt.
00:32:41: wie viele Leute konsumieren in Deutschland Kokain?
00:32:45: Und vor allem bei jungen Erwachsenen gibt's ja, gehen die Zahlen nach oben.
00:32:50: Also es gab in den letzten Jahren eine Studie, die besagt, dass zwischen den achtzehn bis fünfundzwanzigjährigen vier Komma-eins Prozent schon mal mindestens einmal Kokain konsumiert haben und das ist im Vergleich zu zweitausendfünfzehn waren es eins Komma zwei Prozent also mehr als das Dreifache.
00:33:09: also kurz gesagt die Zahlen steigen stark.
00:33:13: hast du Eine Erklärung dafür, warum das so viele... Also ich meine du hast es ja auch als junger Mensch, als Jugendlicher begonnen.
00:33:22: Hast du eine Erklärungen dafür?
00:33:23: Warum das auch so viele andere junge Erwachsene konsumieren?
00:33:27: Ich würde erst mal sagen also so alt bin ich ja noch nicht, also ich bin jetzt um zwanzig.
00:33:32: aber ich würde schon sagen dass die Hemmschwelle einfach geringer geworden ist.
00:33:37: Mal was zu probieren weil's macht ja irgendwie jeder und jeder Rapper redet darüber Und ist doch nix dabei Eine Nase, so.
00:33:46: Oder dann sprüche von einer Nase.
00:33:48: ist noch nie jemand süchtig geworden oder... Ja ich glaube die Hemmschwelle ist einfach niedriger geworden weil man die ganze Zeit das vielleicht auch in Videos sieht dass Leute das machen und das ja völlig normal ist.
00:34:00: Und glaubst du, dass die Zahlen- oder der Anstieg auch irgendwas damit zu tun haben?
00:34:06: Als es mir noch durch den Kopf gegangen ist fand ich irgendwie auch sehr Bezeichnen beziehungsweise es passt auch so ein bisschen zu diesem Anstieg und zu der Droge an sich.
00:34:17: Wenn ich zum Beispiel höre, dass Friedrich Merz darüber spricht wir brauchen jetzt ab dem ersten Tag alle eine Krankschreibung die Leute arbeiten zu wenig.
00:34:26: also das ist ja das Gefühl was vermittelt wird Wir müssen länger arbeiten wir müssen irgendwie mehr arbeiten sonst geht's unserem Land irgendwie wirtschaftlich schlecht.
00:34:34: Das löst ja auch in vielen einen Druck aus, gerade auch in jüngeren Menschen die vielleicht noch gar nicht so richtig wissen.
00:34:41: Wo geht's eigentlich hin im Leben?
00:34:43: Gleichzeitig weiß ich aber... Ich muss eigentlich arbeiten weil ich muss ja irgendwie mein Leben finanzieren und für viele ist es dann doch eine Droge also Kokain Die ein Leistungsfäger oder die menschenleistungsfähiger macht.
00:34:58: Also treiben wir mit der Art wie wir gerade leben oder was wir von uns Als Menschen in dieser Gesellschaft erwarten vielleicht auch die Zahlen der Kokainabhängigen nach oben, weil Leute einfach das Gefühl haben ich schaffte es nicht alleine.
00:35:17: Ich muss quasi brauche Hilfsmittel um diesem Leistungsdruck irgendwie gerecht zu werden.
00:35:22: wie bewertest du das?
00:35:24: Also ich kann mir schon sehr gut vorstellen dass ja wenn man sechzehn ist und hört dass Kokain leistungssteigend ist, dass man dann dazu greift ... sehr viele Studenten und Studentinnen, die ja am Phetamine auch nehmen.
00:35:40: Also Kokain ist da eher weniger verbreitet aber... Am Phetamin...
00:35:44: Also muss man sagen wirkt so ähnlich.
00:35:46: ne?
00:35:46: Wirkt so ähnlich!
00:35:48: Aber es ist doch leistungsfähiger auf Amphitamin.
00:35:51: also es ist nicht so ein... Es klatscht halt nicht so in der Birne sondern es hat gleichmäßiger über längeren Zeitraum.
00:35:58: Und Ja, also... Es wäre ja blöd zu sagen dass es nicht funktioniert.
00:36:05: Also, es funktioniert ja und man kann sich ja dazu belesen auch und wenn man den Leistungsdruck hat und man möchte das schaffen und die anderen sind ja auch so gut dann verleitet das auf jeden Fall.
00:36:20: Vor kurzem vor wenigen Monaten kam ja auch eine Doku auf Netflix raus, die du bestimmt auch gesehen hast Die Doku über Haftbefehl.
00:36:27: in der geht's ja auch sehr viel um Kokain- und Abhängigkeit.
00:36:32: Hast du die Doku gesehen?
00:36:33: Die hab ich gesehen letztes Jahr.
00:36:37: Was war an deinen Gedanken dazu?
00:36:38: Ja, also...
00:36:40: Was du zu dem Zeitpunkt als du es gesehen hast, warst du da noch in Therapie oder abhängig?
00:36:44: Das war vor der Therapie.
00:36:47: Ich bin jetzt auch noch abhängiger, aber da war ich voll drin ja ...
00:36:52: Was hat das dann mit dir gemacht,
00:36:54: als du was gesehen hast?
00:36:54: Mich hat sie sehr getriggert weil ich habe mir ganz oft die Frage gestellt, schaffe ich das hier überhaupt raus?
00:37:02: und Haftbefehl hat das ja dann auch so erklärt, dass es wie eine Kerze ist und die Kerze wird immer kleiner wenn man konsumiert.
00:37:12: Kokain nimmt ja also einen Teil der Seele, dann fragt man sich kommt das wieder zurück?
00:37:16: werde ich wieder normal fühlen?
00:37:18: Ja
00:37:21: was war denn zu dem, du hast ja gesagt zu dem Zeitpunkt jetzt auch als du die Doku gesehen hast da warst du noch voll drin, da hast du noch konsumieren.
00:37:29: Und bevor du dich dann entschieden hast, ich mache jetzt eine Therapie.
00:37:33: Ich suche mir Hilfe von außen.
00:37:35: Welche Nebenwirkungen hatte denn dieser Konsum eigentlich auf dich?
00:37:39: Also auf dein Körper und auf deine Psyche?
00:37:42: Hast du da irgendwas gespürt?
00:37:45: Also ich hatte gar keine Motivation mehr für andere Dinge.
00:37:48: also zum Endelein hat sich mein ganzes Leben halt nur noch um Kokain gedreht und wieder zwei Tage nüchtern das man wieder auskartern kann.
00:37:57: nach fünf Tagen wieder vergessen, dass man konsumiert hat.
00:38:01: Dann wieder konsumieren.
00:38:02: Und
00:38:03: dann hast du dich ja entschieden?
00:38:04: Du gehst in die Therapie.
00:38:05: haben wir vorher schon kurz einmal drüber gesprochen.
00:38:09: Wie hast du die Zeit der Therapie wahrgenommen?
00:38:12: also inwiefern konnte die Therapien dir helfen?
00:38:15: wie läuft sowas überhaupt ab?
00:38:16: Also erstmal bin ich auf Entgiftung gewesen.
00:38:19: das waren vierzehn Tage.
00:38:22: da muss man halt erst mal negativ sein weil ja auf Cannabis und Kokain positiv Genau, danach bin ich dann direkt in die Reha.
00:38:32: Aber das heißt Entgiftung?
00:38:33: Wie muss ich mir das vorstellen?
00:38:34: Man ist dann in so einer ambulanten Einrichtung und...
00:38:38: Das ist meistens auch vor Ort an der Reha angebunden.
00:38:42: Und genau da wird erstmal alles eingestellt also mit Blutdruck mal schauen und dass man sich erst einmal So ein Überblick verschafft über die Person.
00:38:52: und wie geht er denn auch mit Suchtdruck um?
00:38:54: und das wird ja auch alles schon festgehalten für die Reher.
00:38:58: Und dann kann man sich halt dafür entscheiden, die Reha noch zu machen.
00:39:02: Entweder hat man das schon vorher angemeldet oder man entscheidet sich auf der Entgiftung für die Reher.
00:39:08: Und Reha bedeutet dann Therapie?
00:39:10: Genau, Reha ist eine Therapie.
00:39:12: Da hat man mindestens einen Therapeuten.
00:39:18: Sie ist dann Montag bis Freitag zu sprechen.
00:39:23: Einzelsitzungen, Gruppenstunden hatten wir ...
00:39:26: Du warst dann in einer Einrichtung, in der du zu dem Zeitpunkt auch gelebt hast.
00:39:31: Genau!
00:39:33: Ich habe da für sechs Monate
00:39:37: festgelebt.
00:39:37: Was hat es für einen Prozess in dir ausgelöst?
00:39:44: Wie hat sich dein Leben verändert mit der Therapie?
00:39:49: Es hat sich angefühlt wie von hundert auf null weil man hatte kein Handy...
00:39:56: Das wird einem dann auch weggenommen,
00:39:57: das darf
00:39:58: man dort sechs Monate lang kein Handy.
00:40:01: Genau, sechs Monate, also nach vier oder sechs Wochen war es durfte man halt einmal die Woche sein Handy haben.
00:40:10: Alleine
00:40:11: das ist ja
00:40:11: heute
00:40:12: schon krasser in Zuge und wir sind ja alle total abhängig von... Das
00:40:15: ist schon folter!
00:40:16: Das merkt man dann, ja?
00:40:20: Aber ihr dürftet euch Serien angucken auf...
00:40:24: Einmal die Woche.
00:40:25: Ah, auch nur?
00:40:26: Genau.
00:40:27: Was macht man denn
00:40:29: dann die ganze Zeit?
00:40:30: Das war für mich dann auch die Frage... Also das Konzept da war auf jeden Fall aushalten also auch mal mit sich selber beschäftigen, auch mal Ruhe finden, normale Beschäftigungen wie lesen oder rausgehen, Basketball spielen halt wieder am Leben auch teilnehmen weil am Handy setzen ist jetzt nicht unbedingt am Leben teilnehmen zum Beispiel Fernsehe gucken.
00:40:56: Aber es kann natürlich auch was Soziales sein, also wir waren dann auch dreißig Mann und dann haben wir uns im Gruppenraum hingesetzt, haben Fernseher geguckt wie so ein kleines Kino.
00:41:06: Inwiefern hat denn die Zeit in der Therapie auch dein Blick auf dich selbst verändert?
00:41:11: Also hast du da Dinge gab's Dinge, die du da zum ersten Mal erkannt hast.
00:41:16: oder ich stelle mir das auch total schwierig vor Du hast ja beschrieben diese Droge dich quasi kontrolliert.
00:41:24: Die waren Teil von dir, die war ganz tief in dir und in deinen Gedanken verankert.
00:41:30: Wenn sie dann weg ist, dann ist da ja auch erstmal wieder eine Lehre, die man wieder mit anderen Dingen füllen muss.
00:41:36: Was waren diese anderen Dinge, die dann vielleicht Stück für Stück wieder zurückgekommen sind?
00:41:44: Emotionen wahrnehmen und wie gehe ich jetzt mit diesen Emotonen um?
00:41:49: also... Man hatte auf einmal dann ein Gefühl von Trauer gehabt oder man war verärgert, weil warum hat der jetzt so reagiert?
00:41:58: Man konnte sich ja auch nicht isolieren.
00:42:00: Also ich konnte auf mein Zimmer gehen aber da habe ich ja dann auch eine Person mit der ich klar kommen muss und man muss sich mit seinen Problemen auseinandersetzen und auch zwischenmenschliche Dinge also... Ich hab gelernt für mich auch Grenzen zu setzen und nicht zu sagen, ah das ist mir egal.
00:42:19: Das klär ich jetzt nicht mit der Person weil ich denke sie hat mir Unrecht getan sondern ich distanziere mich jetzt zum Konsumier dann halt.
00:42:26: Sondern ich muss die Person ansprechen und sagen hey was ist mein Problem?
00:42:30: Mit dir kommen wir da irgendwie auf den Nenner oder gehen wir uns einfach aus dem Weg?
00:42:35: also das war meinen Punkt das habe ich da sehr gut gelernt.
00:42:39: Und würdest du sagen es war schwieriger die Drogen wegzulassen oder eher das mit sich selbst nüchtern, dann klarkommen?
00:42:49: Also nüchter'n...mit mir selber klarkom.
00:42:53: Das geht noch aber nicht damit den anderen klarkomm'.
00:42:56: Das war das Schwierige.
00:42:58: Aber ja ich würde schon sagen dass das Kokain weglassen, dass es dann doch ein bisschen schlimmer ist, sich da mit den Leuten auseinanderzusetzen.
00:43:08: Und wie lange hat es gedauert in der Therapie bis du zum ersten Mal festgestellt hast okay funktioniert wirklich.
00:43:15: Also das bringt mich vielleicht auch in eine positive Richtung und da gibt es wirklich die Aussicht, dass mir das auch langfristig helfen kann.
00:43:24: oder woran
00:43:25: hast du das gemerkt?
00:43:26: Gabs irgendwelche Anhaltspunkte, irgendwelchen Veränderungen in dir?
00:43:32: Das war nach der ersten Gruppenstunde...
00:43:36: Was ist da passiert?
00:43:38: Da hat jemand aus der Gruppe dann zu mir gesagt Wir können versuchen, ein normales Leben zu führen.
00:43:44: Aber ein ganz normaler Leben werden wir halt eh nicht mehr führen können.
00:43:48: und dann habe ich irgendwie so verstanden okay also ich bin auch nicht allein so.
00:43:52: man kann sich immer austauschen mit den Leuten und das hat eigentlich schon irgendwie Kraft gegeben dass man aber nicht alleine ist.
00:43:59: was würdest du sagen?
00:44:00: wer es also aus heutiger Sicht betrachtet?
00:44:04: Wer ist verantwortlich dafür dass du in so eine Abhängigkeit reingerutscht bist?
00:44:09: Du selbst oder vielleicht auch dein Umfeld?
00:44:12: Oder die Gesellschaft, wie das Leben einfach funktioniert.
00:44:17: Die Gesellschaft in der wir leben.
00:44:19: Wem würdest du die Verantwortung dafür geben?
00:44:22: Also die Verantwortung würde ich natürlich erst mal mir selber geben.
00:44:26: also... Ich habe ja nichts davon wenn ich das dann abtoure auf irgendwelchen... Das ist wahrscheinlich das Gesamte.
00:44:36: Man kann ein Kind auch nicht die Schuld geben mit.
00:44:40: Das ist total planlos, aber ich werde es auch nicht meinen Eltern die Schuld geben.
00:44:44: Oder das war wahrscheinlich einfach dumme... Ein Zufall gibt's ja, also ein Zufällig glaube ich hier auch nicht, aber vielleicht einfach dummen Entscheidungen gelaufen?
00:44:58: Ich habe Dinge selber halt nicht angesprochen sondern die hat mit mir selber ausgemacht.
00:45:04: Was glaubst du, wär's besonders gefährdet in so eine Kokainabhängigkeit reinzurutschen?
00:45:08: Also kann das jedem passieren oder welche Voraussetzungen müssen dafür erfüllt sein damit es passieren kann.
00:45:15: Gute
00:45:15: Voraussetzung ist auf jeden Fall wenn du mit deinem Gefühl nicht umgehen kannst und auch eher immer sehr stark wirkst aber vielleicht dann doch ein bisschen weicher bist als man es dir ansehen würde.
00:45:27: also ich würd schon sagen dass ich ein sehr gefühlsvoller Mensch bin und das sehe ich halt auch bei den anderen Leuten, die Kokain konsumieren.
00:45:35: Die vielleicht auch nie erfahren haben was Liebe ist oder nicht mit einer Beziehung richtig umgehen können.
00:45:41: Also das genau...die Leute sind sehr gefährdet würde ich sagen für Kokain.
00:45:47: Die Zeit in der du in die Abhängigkeit reingerutscht bist also als es losging, ist jetzt schon ein paar Jahre her.
00:45:53: Wir haben ja mittlerweile mit Social Media und TikTok alles noch mal viel krasser geworden die Dinge, mit denen wir uns beschäftigen in unserem Alltag.
00:46:04: Würdest du sagen also wenn du jetzt heute nochmal in dieser Situation wirst oder wenn jetzt heute der siebzehnjährige Marco hier sitzen würde?
00:46:13: Mit Social Media und diesen ganzen Dingen, die damit zusammenhängen ist es heute noch gefährlicher in so eine Abhängigkeit reinzurutschen.
00:46:21: Oder hat sich da eigentlich deiner Meinung nach nicht so viel verändert?
00:46:25: Also ich würd' sagen das ist auf jeden Fall leichter geworden.
00:46:29: Ich denke mal, jeder der fünfzehn ist kann sich alles besorgen was er will vor allem in Berlin.
00:46:37: Also wir hatten da noch ein bisschen Probleme.
00:46:39: also wir mussten uns dann auch ein bisschen zurecht suchen.
00:46:42: okay wer kennt wen?
00:46:43: ich glaube heute wird es einem extrem leicht gemacht.
00:46:46: ja ich habe auch schon Flugblätter irgendwie einen Briefkästen gesehen hier Kokain Taxi und alles Social Media, dann werden Nummern angezeigt.
00:46:59: Telegram-Nummern gibt's da Schätz.
00:47:01: Da kannst du dir deinen Taxi holen in der Fraktur nicht bis zu sechzehn bis da
00:47:04: achtzehn.".
00:47:04: Also
00:47:05: es kann ich wirklich bestätigen hier in Berlin hängen überall diese Sticker auch um gerade hier an der Tür vorne wieder eingesehen mit QR-Codes die man scannen kann.
00:47:13: also die Infrastruktur grade in so einer Stadt wie Berlin ist natürlich total groß.
00:47:19: und dann kommen ja noch die ganzen online Möglichkeiten dazu, die es natürlich auch gibt.
00:47:25: Würdest du sagen, dass man nach so einer Abhängigkeit wieder derselbe Mensch werden kann?
00:47:32: Wieder vor oder will man das überhaupt?
00:47:35: Also ich würde auf jeden Fall sagen, was einen das geformt hat.
00:47:38: Es hat dann irgendwo auch ein bisschen stärker gemacht.
00:47:41: Klar sind... Hat man eigentlich auch einige Defizite jetzt also aber an denen kann man ja arbeiten.
00:47:51: Also mir fällt es zum Beispiel sehr schwer mich zu konzentrieren.
00:47:54: Also mein Langzeitgedächtnis funktioniert sehr gut.
00:47:57: Mein Kurzzeitgedäftnis ist jetzt nicht ganz so gut, bei Fragen muss ich öfter mal nachfragen.
00:48:02: Ja und wie gesagt auch mit Emotionen das muss ich halt alles erstmal wieder lernen.
00:48:08: Das wird sich dann in zwei Jahren zeigen ob dass ja ich das so hinbekommen habe wieder Mit den ganzen Emotion fühlen vielleicht mal eine Beziehung führen.
00:48:20: Aber da ist schon einiges auf der Strecke geblieben.
00:48:24: Also ich würde auch sagen, ich bin emotionskalt geworden.
00:48:27: Aber daran arbeite ich gerade.
00:48:29: Du hast ja dann nach sechs Monaten die Therapie erfolgreich abgeschlossen?
00:48:34: Kann man das so sagen oder wie?
00:48:36: Ich
00:48:36: muss ehrlich sagen... Das war ein Punktesystem dort.
00:48:39: Wie gesagt mit einem Bewerbungsgespräch nicht gegangen.
00:48:43: Deswegen habe ich mir dann die zehn Punkte gesammelt.
00:48:46: also da musste ich zwei Wochen vorher gehen.
00:48:48: aber die Therapeute meinte auch alles gut Wir sind jetzt nicht im Bösen auseinandergegangen.
00:48:56: Also ich musste zwei Wochen vorher die Reha verlassen, weil ich mich quasi auch nicht an die Regeln gehalten habe.
00:49:04: Aber
00:49:05: du bist seitdem du dir Therapie gemacht hast, clean?
00:49:09: Genau!
00:49:09: Ich bin seitdem ich die Therapie gemacht hab, clean.
00:49:11: Und wie fühlt sich das voran für dich gerade?
00:49:15: Wie geht es dir jetzt seitdem...
00:49:22: Man ist sehr stolz auf sich.
00:49:23: Hätte ich vielleicht vor zwei Jahren Nicht gesagt, ich bin Head Clean.
00:49:27: Aber jetzt kann ich wirklich sagen... Ich bin stolz auf mich dass ich das geschafft habe.
00:49:32: Weil ich kann mich immer zurück erinnern wie hab' ich mich letzten September gefühlt?
00:49:37: Und ich bin echt stolz und auch übertrieben glücklich dass ich es daraus geschafft hab.
00:49:44: Ja und auch dankbar so weil man hat ja von anderen Fällen gehört die haben so viel konsumiert wie du und die schaffen das halt nicht.
00:49:51: oder es gab auch viele Personen Die machen schon ihre hunderte, zweihundertste Entgiftung.
00:49:58: Und dann kommt man halt schon in Zweifeln auch wenn einem gesagt wird ja fünf Prozent schaffen es clean zu bleiben von Hunde.
00:50:06: also
00:50:06: das ist die Quote?
00:50:07: Ja
00:50:07: das ist Quote fünf von zehn genau.
00:50:10: Fünf von hundert schon.
00:50:13: Das ist gar nicht
00:50:14: mal so viel.
00:50:14: Die nach zwei Jahren nicht rückfällig werden und
00:50:17: was
00:50:17: danach ist ist auch wieder in den Sternen.
00:50:23: Was gibt dir jetzt Kraft in deinem Alltag?
00:50:24: Also wie gestaltest du jetzt seitdem deinen Alltag, was hat sich da verändert.
00:50:28: Also welche Methoden hast Du um dem Suchtdruck Stand zu halten?
00:50:33: und taucht der oft auf.
00:50:35: also ist er oft da oder...
00:50:39: Mittlerweile nicht.
00:50:40: Ich muss natürlich auch sagen ich steffte mich jeden Tag damit meinen Videos ... über das Thema Sucht und ich muss mein Leben auch Struktur geben.
00:50:50: Also ohne Struktur merke ich ganz schnell, dass man wieder in alte Gewohnheiten kommt... ...und das ist gar nicht gut für mich.
00:50:57: Ziele setzen ist bei mir ein ganz großes Ding.
00:51:00: Genau!
00:51:01: Was ist gerade dein Ziel?
00:51:03: Also meinen Ziel grade.
00:51:05: Oder deine Ziele?
00:51:05: Also ich rede nicht ganz so gerne so über Ziele aber ja grad für meinen Account, wenn ich ganz ehrlich bin.
00:51:15: Die ersten Zehntausend Follower und dass man natürlich mehr Menschen erreichen kann.
00:51:22: Aber natürlich erst mal clean sein bis zum Ende des Jahres das ist mein Hauptziel.
00:51:28: Ich habe eigentlich nur noch eine letzte Frage an dich.
00:51:31: Und zwar Wenn du jetzt deinem Ich von damals der gerade irgendwie darüber nachdenkt, seine erste Line zu ziehen.
00:51:42: Oder vielleicht auch anderen Menschen die vielleicht jetzt in ihrem Umfeld immer mal wieder mit Kokain konfrontiert sind oder es vielleicht sogar schon einmal ausprobiert haben... Was würdest du denen aus deiner heutigen Perspektive mit den Erfahrungen, die Du gemacht hast?
00:51:56: Was würdest Du denen sagen?
00:51:58: Ich würde Dir mir sagen lass es einfach.
00:52:00: also wenn Du nicht weißt wie sich anfühlt dann vermisst Du's halt nicht.
00:52:05: Das ist aber auch meine Meinung zu Alkohol.
00:52:07: Also jeder darf natürlich trinken oder konsumieren, was er will.
00:52:11: also ich will da nichts vorschreiben Aber ich glaube würde ich mich jetzt nochmal entscheiden Hätte ich auch nie Alkohl getrunken?
00:52:18: das ist meine meinung dazu.
00:52:20: Also am besten einfach gar nicht erst in versuchung bringen lassen.
00:52:24: und
00:52:25: Genau also wie gesagt wenn man es unter kontrolle hat alkohol und Kanabister würde ich noch mal ein auge zudrücken so Es gibt ja auch Beispiele, wo es dann funktioniert.
00:52:38: Aber... Kann
00:52:39: man Kokain unter Kontrolle halten?
00:52:42: Was meinst du?
00:52:44: Wie siehst du das bei der Droge?
00:52:47: Ich glaube auf lange Sicht kann man das nicht schaffen.
00:52:52: Schon alleine weil es ist halt bei Alkohol braucht das sehr lange Zeit bis man eine Sucht aufbaut.
00:52:58: Ich weiß nicht, wenn man siebzehn ist ein halbes Jahr.
00:53:01: Wenn man dreißig ist kann das bis zu zwanzig Jahre dauern, zehn-zwanzig jahre bis man dann eine Sucht aus, genau eine Suchte entwickelt.
00:53:08: Bei Kokain geht es halt sehr viel schneller oder bei Opiaten schon nach drei Wochen.
00:53:13: Bei Kokaien also wenn man einen Monat Kokain konsumiert zwei Gramm bist du auf jeden Fall abhängig.
00:53:21: Also du wirst auf jeden fall Entzugserscheidungen haben die dich dein Leben begleiten.
00:53:27: Ja Und auch nach zehn Jahren, wenn du dann wieder konsumieren solltest fängst du da an wo du aufgehört hast.
00:53:34: Ja also ich glaube es ist auf jeden Fall auch sehr deutlich rübergekommen im Gespräch dass das kein keine schöne Sache ist wenn man abhängig ist nach Kokain und auch sehr viele Konsequenzen hat für dein eigenes Leben und ja eigentlich für den Rest deines Lebens weil man sich dann immer in irgendeiner Form damit auseinandersetzen muss.
00:53:55: im besten Falle schafft man es dann natürlich irgendwann clean zu werden.
00:53:59: Aber ich glaube, das ist auf jeden Fall ein sehr gutes Schlusswort.
00:54:02: und ja, ich bedanke mich bei dir, dass du so offen warst und über deine Suchtgeschichte gesprochen hast.
00:54:10: Ich glaube, es ist auf den Fall sehr interessant da mal einen Einblick zu bekommen wie sich eine Abhängigkeit anfühlt aber auch, wie man es vielleicht wieder rausschaffen kann.
00:54:24: Ja, sein Leben zum positiven verändern kann und das ist doch total schön.
00:54:27: Und da wünsche ich dir auf jeden Fall alles Gute auf deinem Weg!
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00:55:56: Bitte beachte, dass sich neue Erkenntnisse oder Entwicklung auf die hier besprochenen Themen auswirken können.