alles muss raus - mit Thilo Mischke

alles muss raus - mit Thilo Mischke

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00:00:00: Ich hab zum Beispiel eine Klientin im Kopf, die habe ich jahrelang in der Substitution betreut als PSB.

00:00:06: Und die war mit acht sind abhängig von Heroin und hat dann ganz alleine geschafft zu entziehen sich von ihrem Umfeld zu lösen, hatte eine Ausbildung als Krankenpflegerin gemacht, war selbstständig rückfällig geworden und hatte dann einen ganz, ganz krassen Konsum.

00:00:24: Wo sie auch fast dran verstorben wäre mit offenen Beinen abzessen

00:00:27: usw.,

00:00:28: ist dann in die Substitution und hat nochmal sieben Jahre damit gekämpft wieder davon loszukommen.

00:00:33: Aber die vierzig Jahre dazwischen hatte sie ein ganz stabiles Leben.

00:01:12: Anfang Juli veröffentlichte die Bundesregierung den Trogenbericht für das Jahr zwanzig fünfundzwanzig Und ihr Ergebnis war ziemlich besorgniserregend.

00:01:19: Im letzten Jahr starb insgesamt zwei tausend hundertfünfzig Männer und Frauen an ihrem Konsum.

00:01:25: Das sind so viele wie noch nie.

00:01:27: Jede Vierte dieser Person war unter dreißig Jahren.

00:01:30: Mischkonsum leichtere Verfügbarkeit und ein Markt, der immer schneller neuere und stärkere Trugen hervorbringt – das stellt Ärztinnen die Präventionsarbeit und uns als Gesellschaft vor große Herausforderungen.

00:01:43: In den letzten zwei Folgen haben Tilo und Marlon mit Menschen gesprochen, die von Sucht betroffen waren und diese überstanden haben.

00:01:49: Heute wollen wir auf die andere Seite schauen und fragen wer hilft und wie sieht diese Hilfe überhaupt aus?

00:01:55: Ich spreche dafür mit Jacqueline Brennecke, die für den Drogen-Nuddienst in Berlin arbeitet.

00:02:00: Wir haben darüber gesprochen wie ihre Arbeit aussieht?

00:02:03: Wie man Menschen mit einer Sucht helfen kann?

00:02:06: Welche Drogen ihr gerade Bauchschmerzen bereiten?

00:02:08: Die Lage in Berlin aussieht und warum es so wichtig ist über das Thema offen zu sprechen und sich rechtzeitig Hilfe zu suchen?

00:02:16: Im Gespräch geht es vor allem um Ihre Arbeit in Berlin.

00:02:19: Der Berlin aber aufgrund des Drug-Checkings und einem breit aufgestellten Hilfs- und Präventionsangebot häufig als eine Art Frühwarnsystem gilt, lassen sich von den Entwicklungen dort oftmals auch Rückschlüsse auf überregionale Trends ziehen.

00:02:33: Ich bin heute morgen aufgewacht und das erste was ich gelesen habe ist dass heute eine Gedenkveranstaltung stattfindet und zwar für die dreihundert Drogentote die im letzten Jahr in Berlin gestorben sind.

00:02:44: Und Berlin ist ja schon irgendwie immer der Ort wo es mehr Hilfsangebote gibt.

00:02:47: Man hat das Gefühl, die Leute sind mehr aufgeklärt.

00:02:50: Irgendwie über das Drogen nehmen.

00:02:52: Warum gab es trotzdem ... Also diese Trennertrogentod?

00:02:55: Es gab noch nie so viele wie in diesem Jahr.

00:02:57: Warum steigt die Zahl trotzdem weiter?

00:02:59: Du bist ja eine Person, die in diesem Hilfssystem quasi arbeitet.

00:03:03: Was ist da dein Take?

00:03:05: Mein take ist dass zum einen nicht immer alles ... Nicht immer das drin ist, was die Leute erwarten.

00:03:11: Das ist auch ganz klar bei Drug-Checking zu erkennen dass zum Teil auch die Dosierungen ein bisschen anders sind.

00:03:16: Wir kriegen regelmäßig ein paar mal im Jahr irgendwelche Warnungen Die wir an unsere Klientinnen weitergeben Dass z.B.

00:03:23: Im Heroin Fentanyl gefunden wurde und dann die Dosierung natürlich etwas ganz anderes ist Und dass sich damit dann auch über dosieren Und dass auch wenn Merlina Stadt ist, die schon gut aufgestellt ist.

00:03:33: Immer noch sehr viele Hilfsangebote fehlen und es immer noch sehr viel Bezirke gibt, die zum Beispiel keine Drogenkonsumräume haben und dringend welche bräuchten, wo die Politik vielleicht auch daran interessiert ist aber es dann zum Beispiel an Räumlichkeiten fehlt.

00:03:45: also da gehören ja ganz viele Akteure zu genau und das führt dann weiterhin dazu, dass es Drogentorte gibt.

00:03:52: Ich bin ja jetzt quasi so direkt eingestiegen mit dieser Frage, weil sie auch das erste, was ich heute Morgen dann gelesen hatte.

00:03:58: Dachte, ich muss dich das unbedingt fragen.

00:03:59: aber eigentlich will ich ja vor allem erst mal wissen wo arbeitest du und wie sieht deine Arbeit überhaupt aus?

00:04:04: Also wie kannst du gegen diese Sache die ich heute morgen gelesen habe eigentlich präventiv vorgehen?

00:04:12: Genau also mein Name ist Jacqueline und ich arbeite in der Lok in Suchtberatung und Psychosoziale Betreuung in Charlottenburg-Wilmastorf und bin da die Leitung.

00:04:21: Und wir haben einen Angebot zum einen die klassische Suchtberatung mit der klassischen Beratung zu den ganzen Suchthemen von angehörigen Konsumenten, alle die dazu gehören Fachkräfte aber auch.

00:04:34: Wir haben eine psychosoziale Betreuung für Substituierte.

00:04:37: Die kriegen einen Satzmedikament für Objardabhängigkeit und können dann im Rahmen der Eingliederungshilfe noch unterstützt werden.

00:04:45: Das heißt, wir haben zwei unterschiedliche Teams am Standort Und gerade in der Suchberatung sind wir sehr präventiv unterwegs.

00:04:51: Wir machen selber Use-Gespräche, wir können Konsummaterialien ausgeben und wir machen Reflexionsgespräche zum Konsum.

00:04:58: Das heißt bei uns kommen nicht nur die Leute an, die sagen sie haben schon massives Problem es kommen auch Leute an die einfach mal darüber sprechen wollen Oder wo das Umfeld sagt, es muss jetzt mal drüber gesprochen werden.

00:05:09: Das ist wahrscheinlich auch der Großteil, wo irgendwer im Umfeld Partnerinnen oder bei den Jugendlichen dann die Eltern sagen so Jetzt muss man drüber gesprochen werden.

00:05:18: wir merken da eine Veränderung Genau und dann fangen wir ja schon beide Reflektionen an.

00:05:23: Und in der psychosoziale Betreuung ist natürlich nochmal ne ganz andere Basis zur Prävention da.

00:05:27: Die Leute kriegen ja schon Ersatzmedikament für in der Regel Heroinkonsum aber auch Thylidinkonsum oder Fentanyl Und dadurch sind die ja schon gut bedient an dem Medikament, und spüren keine Entzugssymptome mehr.

00:05:42: Der Suchdruck und alles was da dran gehört kann aber zum Teil trotzdem bleiben.

00:05:47: Und auch da sind wir dann präventiv unterwegs und reflektieren das mit den Leuten.

00:05:51: Könnten aber auch denen Konsum Materialien ausgeben zum Beispiel zum Kokain-Konsum.

00:05:55: Genau uns sind da!

00:05:56: breit aufgestellt.

00:05:57: Ist Fentanyl schon ein Thema in Berlin?

00:06:00: Also ich meine, wir kennen ja alle die Bilder aus Amerika von das Jahr.

00:06:03: wird er immer als die Zombie Droge quasi beschrieben.

00:06:06: ist es schon ein thema in berlin?

00:06:07: Es ist ein Thema Inberlin aber als das in amerika so groß losging hat Die Softhilfe so ein bisschen drauf gewartet dass der Riesenwelle auch in Berlin ankommt.

00:06:16: In der Riesenwelle ist es aus meiner Erfahrung heraus nicht angekommen, aber auf jeden Fall ein Thema.

00:06:20: Es gibt genug Konsumentin und gerade Ventanüle ist ja auch ein sehr gefährlicher Konsum wo schwer einschätzbar ist.

00:06:26: Gerade wenn das aus den Pflastern herausgewonnen wird wie viel Ventanül wirklich gerade aufgenommen wird was Schweres zu dosieren?

00:06:33: Und was würdest du sagen?

00:06:34: Ist grade die Droge bei deiner Arbeit die die meisten Bauchschmerzen bereitet oder die Menschen die die meisten Probleme aufweisen mit dem Konsumen?

00:06:45: Also, ich arbeite hier in Charlottenburg-Wilmastorf.

00:06:47: Wir haben noch mal ein anderes Klientee als andere Bezirke und unsere meist vertretenen Drohungen sind auf jeden Fall Kokain, THC, Alkohol.

00:06:57: Was mir aber im Umfeld mit anderen Suchberatung immer mehr auffällt ist der Monkey Dust Konsum und dass die Beratung von Menschen mit Monkey Dust Consum auch sehr herausfordernd sein kann weil die Menschen schnell Paranoid werden und ja auch sehr, sehr schnell tatsächlich in der Psychiatrie landen.

00:07:16: Das berichten die Konsumentinnen auch selber.

00:07:18: Wir haben jetzt in Charlottenburg keine Riesenwelle bisher.

00:07:21: Es dauert bis sie bei uns ankommen aber die Leute sind dann schon eher schwieriger einzufangen oder gerade wenn die auch Paranoids bei uns in den Einrichtungen ankommen, schwieriger zu beraten überhaupt nicht erreichbar, was dann auch ein Aggressionspotenzial mit sich bringt.

00:07:37: Kannst du einmal erklären, was Monkey Dust ist?

00:07:39: Weil ich glaube also in Berlin hat man davon natürlich schon gehört aber ich kann mir vorstellen dass das bestimmt noch nicht überall angekommen ist.

00:07:46: Monkey Dust is'n Katinon so wie drei MMC oder vier MMCs auch bekannt.

00:07:51: Vier MMC's meffedronen.

00:07:53: Nur Monkey Dust es in der Wirkung nochmal viel stärker und bringt viel mehr Gefahren.

00:07:59: Ich habe mich sehr viel mit dem Thema Meffedron beschäftigt.

00:08:01: Eigentlich hab ich das so ein bisschen nach hinten angestellt gehabtes Thema, weil ich auch da sehr viel recherchier und würde sagen aus eigener Perspektive.

00:08:07: Ich gehe selbst sehr viel feiern auch und ich fand es irgendwie sehr interessant, weil man kennt ja verschiedene Drogen.

00:08:14: Da wurde man in der Schule schon aufgeklärt Es gibt Kokain, es gibt Heroinen Das sind diese Drogen die man kennt.

00:08:18: Und meffedrohen war etwas was ich nie gehört hatte.

00:08:21: und dann kam ich nach Berlin und habe irgendwann in meinem Umfeld sehr schnell gemerkt Okay, meffeldrohen fühlt sich an wie die Droge der Stunde, die gerade in der Club-Szene konsumiert wird.

00:08:30: Es ist was, was dir auch auffällt.

00:08:32: und als zweite Frage auch direkt melden sich Menschen, die viel feiern gehen auch bei euch und sagen okay ich hab jetzt reflektiert und ich merke gerade, ich bräuchte eigentlich mal Hilfe.

00:08:42: also es ist die Club Szene auch eine Gruppe, die sich an euch wendet, ein euer Hilfsangebot

00:08:46: Ja, also vier MMC hab ich auch vermehrt mitbekommen.

00:08:49: Also mehr für Drohnen.

00:08:50: Was sich beim Drug-Checking ganz spannend fand ist das gerade bei vier MMc oft gar nicht dass drin war was die Leute erwartet haben.

00:08:57: Oft verwandte Stoffe drei MMC zwei MMC und so weiter und sofort aber selten vier MMC.

00:09:02: Das fand ich ganz spannend grade da!

00:09:04: Und die Leute in der Party Szene unterwegs sind kommen eher seltener bei uns an weil die Leute die bei uns ankommen haben halt wirklich schon irgendwie massive... Erkennung in ihrem Umfeld an Problemen oder Veränderungen.

00:09:17: Und die, die am Wochenende konsumieren und ansonsten in der Woche versuchen zu funktionieren.

00:09:22: Das dauert dann sehr lange bis die bei uns ankommen.

00:09:24: das heißt auch die Themen kommen bei uns erst verzögert an.

00:09:27: Kann das ein Einstieg sein?

00:09:29: Also wenn Leute dann nach Berlin kommen oder in Berlin wohnen und Dann ist es ja sehr offen im Club Kontext dass da konsumiert wird.

00:09:36: Es gibt ja auch extra Räume dafür.

00:09:38: Also dafür ist ja Berlin irgendwo auch ein bisschen bekannt.

00:09:41: Ist das dann so einen Einstieg, dass Leute da das erste Mal in Berührung kommen und dann mehr Probleme damit auch bekommen?

00:09:46: Oder würdest du sagen es eine ganz andere Gruppe die eigentlich bei euch ist?

00:09:51: Das kann auf jeden Fall ein Einstiege sein.

00:09:53: Und ich glaube die Einstiche sind immer sehr individuell und sehr unterschiedlich.

00:09:55: aber das Partyleben kann natürlich ein Türöffner sein gerade um da mit den Substanzen auch in Kontakt zu kommen.

00:10:03: Die Leute merken erst mal, dass es schwierig wird wenn's dann auch im Alltag außerhalb der Party-Szene ankommt.

00:10:07: Und gibt es Menschen oder Gruppierungen, wo du sagst die sind besonders anfällig?

00:10:11: Das seht ihr häufiger.

00:10:12: Also vor allem Männer, die Probleme haben mit oder vor allem keine Ahnung.

00:10:18: Ich glaube nicht dass man das so pauschalisieren kann.

00:10:20: gerade in Charlottenburg haben wir durchweg alle Gesellschaftsschichten wenn man's nennen möchte dabei aus sämtlichen Berufsgruppen.

00:10:27: Die Menschen sind alle vertreten.

00:10:29: Es gibt natürlich immer besondere Merkmale und Menschen die traumatisiert sind sind vielleicht anfälliger dafür oder Leute, die Erkrankungen haben, die noch nicht diagnostiziert wurden.

00:10:38: Die dann versuchen sich selbst zu behandeln.

00:10:40: Das können natürlich Symptome sein aber muss nicht sein!

00:10:43: Wie würde so ein normaler Arbeitstag bei dir aussehen?

00:10:46: Also kommen die Leute dann machen die... also ich habe wirklich leider gar keine Ahnung, wird da einen Termin vorher ausgemacht?

00:10:51: Gibt es da wie eine offene Stunde?

00:10:53: Werden die Menschen ... Man hat ja oft das Gefühl, es muss dann bei Menschen, wenn sie realisieren, dass da ein Problem besteht wie so einen Breaking-Point gegeben haben.

00:11:01: Dass man sich selbst eingesteht okay ich habe glaube ich eine Suchthematik mit irgendwas.

00:11:04: oder ist es dann oft aus dem Freundeskreis oder aus dem Familienumfeld gesagt wird ok?

00:11:09: Also du solltest dir mal Hilfe suchen und dann kommen die Leute.

00:11:12: Oder wie sieht diese erste Schritt aus?

00:11:15: Das kann ganz unterschiedlich sein, also es gibt durchaus auch Menschen, die sich von alleine bei uns melden und sagen sie merken in ihrem Alltag Sie brauchen jetzt mal Unterstützung, sie wollen da einfach auch mal darüber sprechen.

00:11:26: Und das ist glaube ich bei uns der Großteil Die Menschen die von außen motiviert werden Von PartnerInnen oder auch von Eltern, gerne auch von der Jugendgerichtshilfe zum Beispiel.

00:11:37: Also Zwangskontexte und zum Beispiel Jungdammt die das als Auflage geben, dass die mal bei uns vorbeikommen.

00:11:44: Genau wir in Charlottenburg arbeiten so, dass wir mit Terminen arbeiten und keine offene Sprechstunde haben.

00:11:49: Das heißt man kann uns vorher anrufen oder eine E-Mail schreiben und dann einen Termin vereinbaren.

00:11:54: Wir haben aber nur Fachkräfte bei unserem Standort.

00:11:56: Das heisst, sobald man bei uns durch die Tür kommt oder anruft Hat man immer eine Fachkraft direkt am Telefon, wo schon die ersten Fragen geklärt werden können.

00:12:04: Andere Suchtberatungsstellen arbeiten mit offenen Sprechstunden, wo man dann einmal die Woche zu einer bestimmten Zeit einfach vorbeigehen kann?

00:12:11: Genau das ist immer sehr unterschiedlich und Kann man alleine kommen, kann aber auch mit Vorankündigungen gerne wen mitbringen und das Gespräch zu zweit führen.

00:12:20: Das erleichtert es manchmal auch wenn noch jemand dabei ist dann sind wir erstmal ganz zieloffen.

00:12:25: Das passt gerne den Angehörigen nicht so ganz wenn wir ganz ziehloffen sind Aber erst mal schauen wie die Situation ist.

00:12:31: Was ist der Bedarf?

00:12:32: Und was möchte die Person der Konsument selber?

00:12:35: Das heißt wenn ich jetzt zu dir in die Sprechstunde komme würde... ...was wäre denn die ersten Fragen die du mir stellen würdest?

00:12:42: Was hat dich hierher gebracht?

00:12:43: Auch wenn noch eine Person dabei ist, was die Person hergebracht hat.

00:12:47: Wie es dazu kommt und was überhaupt die Substanzen sind.

00:12:50: wir sind ja für illegale Substanze zuständig das heißt für den ganzen breiten Bereich genau und welche Substancen da so der Vorrang haben und wie der Alltag so aussieht.

00:12:58: Das heißt wenn du über illegale Substanzen sprichst dann Wenn ich jetzt ein Problem mit Alkohol Tabak oder jetzt auch Marianne hätte Dann wäre das nicht mehr eure Zuständigkeit.

00:13:08: Also THC würde ich klassischerweise noch zu uns zählen.

00:13:11: Aber Alkohol und Medikament, die vom Arzt verschrieben werden würden unsere NachbarInnen machen.

00:13:16: Wir haben direkt nebenan eine Alkohl- und Medikanentenberatungsstelle.

00:13:19: Das ist in Berlin klassischer Weise getrennt fällt aber den Konsumentinnen auch regelmäßig schwer, das zu trennen.

00:13:24: und dann klären wir natürlich auf und verweisen gegebenenfalls weiter.

00:13:28: Aber ich bin auch immer der Meinung wenn es schon eine Person durch die Tür geschafft hat und sich an eine Suchtberatung gewendet hat und angekommen ist, dann uns sich dann herausstellt im Gespräch okay es geht nur um Alkohol damit räumen wir sie auch weiter und schicken die nicht einfach

00:13:40: weg.".

00:13:40: Und du meintest vorhin dass ihr sowohl für Jugendliche als auch für Erwachsene natürlich das anbietet, siehst du da deutliche Unterschiede also sowohl in was konsumiert wird.

00:13:54: Ich kann mir vorstellen, dass bei jungen Leuten die Eltern Alarm schlagen.

00:13:59: Bei Erwachsenen ist bei uns Kokain mit am meisten vertreten und dann geht's auch viel darum, Funktional zu bleiben oder seinen Job zu bewältigen.

00:14:08: Bei Jugendlichen hat das andere Hintergründe.

00:14:10: Die kommen von irgendwem geschickt in den Eltern aber auch aus Wohngruppen, wo Betreuerinnen mitkommen.

00:14:20: andere Gründe zu konsumieren.

00:14:22: Wie lange arbeitest du jetzt schon in deinem Job, in dein Bereich?

00:14:26: Ich bin seit jetzt circa sechseinhalb Jahren in der Suchtberatung aber habe vorher in der psychosozialen Betreuung gearbeitet fast sechs Jahre und bin jetzt seit einem Dreivierteljahr die Leitung.

00:14:35: Weil eine Frage, die ich mir ganz oft stelle ist wie hat sich denn der Drogenmarkt verändert?

00:14:40: weil man hört ja auch immer wieder von diesen NPS neue psychoaktive Substanzen die auf den Markt kommen?

00:14:45: dann war er irgendwie vor.

00:14:47: Ich hab das Gefühl, im letzten Jahr war gerade Lachgas bei jungen Menschen ein großer Trend.

00:14:52: Und auch durch diese Recherche mit Meffedronen und der Club-Szene beschäftige ich mich sehr viel mit wie sich Dinge wandeln und was so neu kommt.

00:15:00: Wie würdest du denn sagen, gab es einen Wandel in den letzten Jahren seit du da arbeitest oder was siehst du?

00:15:05: Es gibt auf jeden Fall ein Wandel aber wie ich vorhin schon gesagt habe dauert das immer bis die bei unserer Suchtberatung ankommen.

00:15:10: Das heißt die neuen Substanzen zum Beispiel Lachgas.

00:15:12: Ich hab noch nicht mitbekommen dass jemand bei uns durch die Tür gekommen ist wegen Lachgaz weil das einfach dauert bis sie dann in den Hilfesystemen an kommen.

00:15:20: Aber z.B.

00:15:20: Monkey Dust ist ja eine eher neuere Erscheinungen und auch ne sehr starke Veränderung was auch das Arbeiten mit dem Klientel angeht

00:15:28: Manchi, das ist doch eigentlich auch eher eine Droge die auch eher im Club-Kontext konsumiert wird oder?

00:15:34: Ja

00:15:34: genau.

00:15:34: Club und Cam-Sex.

00:15:36: Dann würdest du sagen es sind dann trotzdem Menschen aus deinem Kiez wo du arbeitest die sich bei dir da melden oder dass es eher so ein über Berlin was ich das gerade ausbreitet.

00:15:46: also würdest Du sagen manchi das ist grade in berlin das die größte das größte problem.

00:15:52: Ich weiß nicht, ob das unbedingt in Berlin das größte Problem ist.

00:15:54: Ich krieg es bei uns im Träger natürlich vermehrt mit aber da sind wir auch in Charlottenburg nicht die ersten AnsprechpartnerInnen.

00:15:59: also bei uns kommt ich tatsächlich nicht so oft an wie bei einem anderen Beratungsstellen bei unserem Träge.

00:16:04: Wenn du dir die verschiedenen Bezirke in Berlin anguckst, könntest du dann eine Unterteilung machen was wo das größte Problem ist antrogen?

00:16:12: Ich glaube ich finde es auch voll interessant.

00:16:14: oder ist es eher schwieriger einzuordnen.

00:16:16: Es gibt natürlich immer so Hotspots zum Beispiel am Leopoldplatz wo man das dann vermehrt mit kriegt dass da vermehrtt crack konsumiert wird aber es ist schon eher schwierig.

00:16:25: also ich kann jetzt nicht so genau sagen was in jedem Bezirk einzeln konsumieren wird.

00:16:28: Ja, okay.

00:16:29: Ich hab so überlegt ob es dann so ist, das ist dann Friedrichshain und Kreuzberg eher wegen Feiern, dass da andere Partytrogen eher ein Thema sind?

00:16:36: Und ich meine, wo du arbeitest, ist ja würde ich sagen eher sehr durchmischt also auch eher bürgerliche Mitte, ich weiß nicht ob man das so sagen kann aber... Ist ja noch was anderes als Kreutzberg-Friedrichshankwohn irgendwie wahrscheinlich auch viel zugezogene Menschen wohnen.

00:16:49: Aber in den letzten sechs Jahren würdest du sagen, es war dann konstant eigentlich die gleichen Drogen, die dich am meisten beschäftigt haben?

00:16:56: Ja, durch die psychosoziale Betreuung.

00:16:57: natürlich ist die Basis Opioide.

00:17:00: Das hat mich dann auch am meisten beschäftigt, aber bei uns in der Suchtberatung ist es weiterhin standardmäßig.

00:17:05: Die THC- und Alkoholsubstanzen, die uns durchweg auch beschäftigen seit Jahren.

00:17:11: Und dann merken wir natürlich Trends, die dann verzögert ankommen.

00:17:15: Wir beschäftigen uns auch im Voraus schon damit, wenn wir das irgendwo mitbekommen, dass die Substanzen irgendwie vermehrt konsumiert werden.

00:17:21: Aber genau, es dauert halt!

00:17:23: Vor zwei Wochen ist dieser Drogenbericht von der Bundesregierung rausgekommen.

00:17:28: Das fand ich auch sehr spannend, weil da kam ja heraus, dass quasi jeder Vierte der Trogentoten unter dreißig Jahren war und v.a.

00:17:37: auch männlich, was damit erklärt worden ist die Risikobereitschaft.

00:17:41: Dann wurde generell hinterfragt, warum Menschen überhaupt konsumieren?

00:17:46: Kannst du in der Beratung irgendwie ein Muster sehen ... Warum Menschen sich am Ende entscheiden zu konsumieren?

00:17:54: Ich würde sagen, auf meinen Erfahrungen heraus ist es oft weil sie eine hohe Last im Alltag spüren.

00:17:58: Einen hohen Druck oder einen hoher Erwartungshaltenfunk von außen zum Beispiel bei den Jugendlichen dass die unbedingt gerecht werden wollen ihren Abi zu schaffen obwohl sie's vielleicht gerade nicht schaffen aus verschiedensten Gründen oder andere Drucksituationen auf ihnen lastet.

00:18:13: und auch bei Erwachsenen das ist ja oft bei uns ein Konsum mit Funktion einfach um das zu leisten was von ihnen gefordert wird.

00:18:21: Hast du das Gefühl, dass vielleicht auch gerade bei jungen Leuten Social Media und die Pop-Kultur da auch mit rein spielt?

00:18:28: Ich glaube schon, dass sie ein Stück weit mit reinspielt.

00:18:30: Gerade weil man es natürlich auch leichter bekommt übers Internet.

00:18:33: aber ich finde es mal fatal zu sagen okay wir schauen jetzt dahin warum kommen die da alle leichter dran und warum kann man's jetzt über Instagram bestellen?

00:18:40: sondern die Frage ist ja eher warum wirds bei Instagram angeboten weil es jemand konsumiert und weil es niemand abnimmt?

00:18:45: und dann sollten wir ja eher dahin schauen warum die Jugendlichen konsumieren und was sie dazu leitet.

00:18:51: Ich finde es am Ende auch immer eine spannende Frage.

00:18:53: Warum wollen Menschen überhaupt konsumieren?

00:18:56: Also warum und das ist ja schon irgendwie gefühlt immer, so Menschen suchen ja schon immer den Rausch.

00:19:00: also Drogen gibt's ja auch schon immer, das bekleidet uns ja Und wir wissen ja auch alle dass es schlecht ist.

00:19:05: die meisten Drogen sind einfach schlecht vor allem in der Menge dieser Abhängigkeitsspirale in die man sich dann irgendwie begibt und es ist irgendwie spannend dass das ja trotzdem.

00:19:13: dieser Rauschzustand wird ja immer gesucht.

00:19:16: Es ist oft ein Fliehen aus dem Alltag oder aus den Situationen, die einen gerade belasten.

00:19:20: Das gibt es schon immer und das wird es auch immer geben.

00:19:24: Wir müssen gucken was sind die Belastungspunkte?

00:19:26: Kann man bei Jugendlichen daran arbeiten um dann die Menschen sicher zu begleiten?

00:19:32: Und dass was in diesem Drogenbericht herausgefunden wurde, ist das auch etwas was du in deiner täglichen Arbeit siehst also dass es vor allem jüngere Leute sind die zu euch kommen leute die irgendwie der Realität entfliehen wollen.

00:19:46: vor allem in der Studie kam er auch heraus, dass es v.a.

00:19:48: auch Männer gewesen sind die dann irgendwie auch gestorben sind.

00:19:52: Also ja das ist bei uns auch so, dass sixty-sechzig Prozent unserer Klientinnen letztes Jahr Männer waren und der Großteil der Klienten im Hilfssystem sind Männern.

00:20:00: Woran

00:20:00: denkst du, dass das liegt?

00:20:01: Ist das wirklich diese Risikobereitschaft oder...?

00:20:03: Ich weiß gar nicht, ob es unbedingt die Risikobereitschaft ist.

00:20:05: Ich glaube Männer kommen auch schneller im Hilfesystem an das wird auch immer in verschiedenen Rollen gesagt dass Frauen noch mal andere Ressourcen eventuell haben um mit den Themen umzugehen bevor sie im Hilfsystem ankommen und zum einen aber auch dass Sie einfach dass Männer versuchen diese Funktionalität so halten die sie gerade haben.

00:20:22: Ab wann beginnt eigentlich ein problematischer Drogenkonsum?

00:20:27: ich habe das Gefühl in Berlin wird ja sehr offen über Drogen gesprochen und viele Leute konsumieren auch Drogen.

00:20:33: Ab wann ist aber der Punkt, wo man sagt okay jetzt sollte man sich Hilfe suchen.

00:20:38: Das ist superindividuell.

00:20:39: Man kann keine pauschale Antwort geben, aber sobald sich irgendwas im Alltag verändert man zum Beispiel seinen sozialen Verpflichtungen weniger mit Freunden treffen oder auch nicht mehr zur Schule gehen ganz klares Zeichen.

00:20:52: Sobald man diesen Anforderungen irgendwie nicht mehr gerecht werden kann ohne zu konsumieren spätestens dann gerne aber vorher schon weil wir sind auch dafür da um Konsum einfach mal zu reflektieren und aufzuklären.

00:21:04: was sind jetzt Hilfsmittel, wenn ich jetzt mit einer Sucht zu dir kommen würde?

00:21:08: Was wären so die ersten Schritte, die du mir an die Hand geben würdest.

00:21:12: Was müsste ich jetzt versuchen, erst mal zu ändern?

00:21:14: Also natürlich wahrscheinlich die Substanz erstmal nicht mehr zu konsumieren aber...

00:21:18: Naja es kommt da auch ganz stark auf die Substanzen an.

00:21:20: bei einer Alkoholabhängigkeit raten wir zum Beispiel nicht dazu selber zu entziehen sondern eher im Krankenhaus genauso wie bei GBL einfach weil der Entzug sehr gefährlich sein kann.

00:21:29: Dann bitte nicht alleine zu Hause entziehen, sondern sich auf jeden Fall Hilfe suchen.

00:21:33: Vielleicht müsste auch einmal noch erklären was GBL ist?

00:21:35: Ich glaube es ist natürlich auch in Bitten eine sehr verbreite Berlin-Troge.

00:21:38: GBL is G im Szene Kontext genannt und das sind die KOTropfen.

00:21:42: also sorgt auch für Entspannung einer gewissen Dosierung und enthemmt.

00:21:47: Finde ich auch sehr spannend weil dadurch als Personen wie gesagt oft in diesem Club umfällt sich bewegt, sind ja die ganzen Clubs aufgeschlossen.

00:21:56: Allen Drogen gegenüber.

00:21:57: aber ich finde jede Tür hat eigentlich eine strikte No-G-Polizie.

00:22:02: also das ist wirklich die Droge.

00:22:03: und natürlich auch weil es glaube ich in Teilen auch einfach als K.O.-Tropfen genutzt wird und auch super gefährlich ist einfach im Mischkonsum dass da das erste Mal auch Berlin Berliner Türen sagen mit der Droge kommt ihr hier nicht rein.

00:22:16: Ja die Dosierung ist da vor allem schwierig

00:22:19: Aber da habt ihr auch Fälle.

00:22:21: Das heißt, dass das Dark wird eine Abhängigkeit schnell entwickelt?

00:22:24: Schnell nicht aber es kann sich eine Abhängtkeit entwickeln und die kommen dann natürlich bei uns an.

00:22:28: Du

00:22:28: hattest gerade über die Drogen- und die Sucht was man machen soll gesprochen.

00:22:32: Genau also es gibt auf jeden Fall Substanzen.

00:22:34: da raten wir von ab einem eigenen Entzug zu machen und bei anderen Substansten können wir damit arbeiten, dass man zum Beispiel erstmal den Konsum reflektiert und sich anschaut wie... viel konsumiert man eigentlich.

00:22:44: Was sind die Situationen, in denen konsumieren wird?

00:22:46: Dass man das auch festhält und dass man dann eigenständig reduziert oder gar ihn zum Beispiel Ganze absetzt.

00:22:53: Genau!

00:22:53: Und dann kommt es immer darauf an, schafft man das gut alleine zu Hause ambulant?

00:22:58: Oder sucht man sich vielleicht doch für mehr Hilfe im Form einer Suchtherapie?

00:23:01: Es gibt verschiedene Arten von Suchtherabien.

00:23:04: In Berlin sind wir relativ gut aufgestellt mit ambulanter Teilstationäre also Tagesklinik- und stationären Kliniken Genau.

00:23:11: Und dann vermitteln wir natürlich auch ganz gezielt dahin und beraten, welche Kliniken vielleicht gut geeignet sind.

00:23:18: Was würdest du sagen ist die Droge wo das quasi am schwersten fällt?

00:23:23: Dann wieder loszukommen?

00:23:24: kann man das klar bestimmen?

00:23:26: Ich glaube dass es schwer zu bestimmen aber Alkohol gehört mit Sicherheit dazu

00:23:29: Weil's normalisiert auch ist.

00:23:31: Es ist super normalisiert.

00:23:32: Die Leute werden sehr stark damit konfrontiert.

00:23:34: Wir haben bei uns am Standort zum Beispiel auch die Nachsorgegruppe.

00:23:36: Da können die Leute hinkommen, die eine Therapie absolviert haben Und die berichten auch in der Regel davon, dass es mit Alkohol am schwierigsten ist und haben dann auch Rückfälle.

00:23:45: Am ehesten mit Alkol wenn es zu ihren Substanzen hat so gehört.

00:23:49: Ich habe das Gefühl, dass letztes Jahr hat sich ja plötzlich jeder mit Kokain beschäftigt durch die Haftbefehl-Doku ich weiß nicht ob du dir aufgeschaut hast... Ja!

00:23:57: ...und da hatte man wirklich das Gefühl.. Dass das wirklich so ein Kreislauf ist.

00:24:01: und auch jetzt wenn man die Nachrichten über Haft befehlt immer noch hört Dann hat man das Gefühl kann irgendwie gar nicht von Kokain richtig loskommen, vor allem wenn man in so einer Industrie wie er natürlich auch arbeitet.

00:24:11: und eben auch gerade durch dieses ... Man muss immer Leistung erbringen.

00:24:15: Also das stelle ich mir besonders schwer vor dass es da irgendwie wieder rauszukommen.

00:24:21: Ja, es ist grade bei Kokain ja oft ein funktionaler Konsum und der muss dann ganz klar geschaut werden was im Umfeld gemacht werden kann, wie der Alltag vielleicht neu gestaltet werden kann was da alles dran hängt warum diese funktionale Konsum notwendig ist.

00:24:34: Es ist aber bei den meisten Substanzens eher ein Kreislauf.

00:24:37: Und mittlerweile ist die Suchthilfe auch soweit zu sagen, es ist nicht mit einer Therapie erledigt sich das Thema nicht sondern man muss in der Regel mehrere Runden drehen eventuell gegebenenfalls irgendwann nochmal eine Therapie machen.

00:24:48: und wie also gibt's da?

00:24:51: vielleicht musst du auch keine Zahlen nennen?

00:24:52: Aber wie stehen da die Chancen dass man wirklich komplett heilt?

00:24:57: also dass man

00:25:00: Also sucht es eine lebenslange Erkrankung, das sollte man auch im Hinterkopf halten.

00:25:04: Es gibt viele Menschen, die schaffen's nach der ersten Therapie stabil zu bleiben und ein Stück weit eine Einbrittelregelung.

00:25:10: Ein Drittelt wird relativ schnell wieder rückfällig.

00:25:13: Ein Brittel, die die Nachsorge machen, schaffen's dann auch in Jahr clean zu bleiben.

00:25:16: Und ein Drittel schafft stabil langfristig clean zubleiben?

00:25:20: Genau!

00:25:21: Ich hab zum Beispiel eine Klientin im Kopf, die habe ich jahrelang in einer Substitution betreut als PSB.

00:25:27: Die war mit acht sind abhängig von Heroine und hat dann ganz alleine geschafft zu entziehen, sich von ihrem Umfeld zu lösen.

00:25:35: Hat eine Ausbildung als Krankenpflegerin gemacht, war selbstständig und ist dann vierzig Jahre später mit Anfang sechzig rückfällig geworden und hatte dann einen ganz krassen Konsum wo sie auch fast dran verstorben wäre mit offenen Beinen abzessen usw.

00:25:49: Ist dann in die Substitution und hat noch mal sieben Jahre damit gekämpft wieder davon loszukommen.

00:25:54: aber die vierzig jahre dazwischen hatte sie ein ganz stabiles Leben

00:25:58: Krass.

00:25:59: Ja, okay das ist natürlich dann voll.

00:26:00: Wahrscheinlich ist eine Sache in ihrem Leben passiert die sie so zurückgeworfen hat und Dann ist es wahrscheinlich der erste der erste Coping Mechanismus den man kennt in der Körper kennt wieder sich in eine Sucht zu fliehen.

00:26:11: Das ist krass.

00:26:12: Ich habe mich noch gefragt weil ich hab ja gerade eben schon diese Studie kurz angesprochen Und da geht's auch oder damit auch darüber gesprochen dass quasi die das größte Risiko auch für die vielen drogendoten Mischkonsum ist.

00:26:25: Und ich frage mich, wenn jemand dann bei euch zu euch kommt und die meisten Leute konsumieren wahrscheinlich mehr als nur einen Stoff könnte ich mir vorstellen.

00:26:35: Fangt ihr quasi bei dem größten Problem an oder versucht ihr diesen Mischkonsum beide Stoffe?

00:26:42: Also wie würdet ihr das angehen?

00:26:44: Ja also die meisten Menschen konsumierend mehr als noch einen Stift, da hast du auf jeden Fall recht.

00:26:48: Konsum ist ein großes Thema und oft wird Alkohol gerne gar nicht dazu gezählt was aber definitiv auch zum Misch-Konsum gehört.

00:26:55: Und dann schauen wir uns natürlich das Gesamtbild an.

00:26:57: Was sind die Themen, die daraus resultieren?

00:27:00: Ist es überhaupt möglich, die Substanzen zu trennen oder gehören sie immer zusammen?

00:27:03: oft ist es so dass Alkohol zum Beispiel enthemmt und dann zu einem weiteren Konsum führt.

00:27:08: Das versuchen wir dann auch differenziert zu betrachten und zu reflektieren aber in der Therapie z.B.

00:27:13: würden alle Substanze thematisiert werden.

00:27:16: Kannst du auch was zum Thema Merzmittel sagen?

00:27:19: oder weil Du meintest vorhin das ist da quasi das was neben euch direkt des Alkohl- und Schmerzmittel Siehst du da auch, dass das oft im Mischkonsum konsumiert wird?

00:27:27: Weil ich hab das Gefühl, es ist nur ein Gefühl von mir.

00:27:31: Dass vor allem ja ansteckt gerade Schmerzmedikamente und vor allem in diesem Party-Kontext mit Uppers and Downers.

00:27:38: Also dass man sich irgendwie hoch pushen will und dann wieder runterkommen will und das dann oft zum Betäuben diese Schmerzenmedikamente genommen werden.

00:27:45: Also Benzodia, Zepine, Thylidin und so weiter spielen bei uns auf jeden Fall schon immer eine Rolle.

00:27:50: Haben schon immer zum Mischkonsum mit dazugehört.

00:27:52: Und gerade in der Substitution hatten wir jetzt auch vermehrt Anfragen von Leuten die z.B.

00:27:56: nur Thylidian in anfangen Strichen natürlich nur die Thylidadien genommen haben.

00:28:01: Aber gemerkt haben sie brauchen weitere Unterstützung, die dann auch an die Substitutionenbehandlungen gegangen sind.

00:28:06: Du hast ja vorhin schon mal von einem, also grade eben vom einen Fall erzählt von der Person, die im Kopf hängen geblieben ist.

00:28:12: quasi gibt es da noch andere?

00:28:14: Momente oder Personen, die dir besonders im Kopf hängen geblieben sind.

00:28:17: Weil das irgendwie eine krasse Geschichte war?

00:28:20: Oder dich das überrascht oder beeindruckt hat?

00:28:24: Ein Fall der mir auf jeden Fall positiv vom Kopf ist und die wir auch weiterhin begleiten, die jetzt nur nicht mehr von mir betreut wird, ist eine junge Mutter, die selber in einer suchtbelasteten Familie aufgewachsen ist und relativ früh schon angefangen hat zu konsumieren.

00:28:37: Auch klassisch sich in die Party-Szene geflüchtet hat.

00:28:44: Und dann hat sie Jung auch ein Kind bekommen, was aber allerdings jetzt bei ihren Eltern aufwächst und hat dann mit Mitte zwanzig nach einer schwierigen Konsumphase auch mit Nalungen in Zündung die sie gar nicht gemerkt hat weil sie so viel Heroin konsumiert hat.

00:28:59: Dann lag sie im Krankenhaus und danach ist sie nochmal schwanger geworden.

00:29:02: Das war für sie wirklich dieser Point of Return.

00:29:06: Und die hat ihr ganzes Leben verändert und ist jetzt komplett clean, sie kriegt weder eine Substitut noch konsumiert sie mehr Nikotin was wirklich ne starke Leistung ist weil Nikotinen wird gerne gar nicht mitgezählt zu den Substanzen aber die schafft es jetzt als junge Mutter sehr stabil allein erziehen durchs Leben zu gehen.

00:29:24: Bekommt ihr das dann quasi immer mit?

00:29:26: Weil ihr dann wie so Checkup Termine mit den Personen habt also die denn auch quasi Nach dieser, ich würd mal sagen Akutbetreuung dann auch über die Jahre hinweg immer wieder eincheckt.

00:29:37: Also die Person, die ich jetzt im Kopf hab, die wurde in einer psychosozialen Betreuung betreuert.

00:29:42: Im Rahmen der Eingliederungshilfe.

00:29:43: aber auch andere Konsumentinnen können sich jederzeit bei uns melden und kommen gerne nach Jahren nochmal wieder.

00:29:49: Das ist aber super individuell.

00:29:52: Ich stelle mir das auch schwierig vor.

00:29:54: Macht es dann was mit dir wenn du mit Menschen so täglich zusammenarbeitest?

00:29:58: Und dann irgendwo auch ein Bro-Cross siehst Und dann haben die Leute einen Rückfall.

00:30:04: Dann nimmst du so was mit nach Hause und bist dann so, oh Mann!

00:30:08: Ja, es kommt super auf die Beziehung drauf an.

00:30:09: In meiner vorherigen Arbeit in der psychosozialen Betreuung hat man eine sehr enge Beziehungen zu den Klientinnen und dann kann das einen natürlich noch mal mehr berühren.

00:30:17: aber auch in der Suchtberatung natürlich.

00:30:19: wenn man Leute vor sechs Jahren erfolgreich in die Therapie vermittelt hat und sie dann super stabil waren Dann kann einem das schon beschäftigen.

00:30:25: Dafür ist einfach ein gutes Team wichtig, ein guter Austausch Und da würde ich sagen bin ich auch einer sehr glücklichen Position.

00:30:31: Wir haben eine sehr gute Team-Bindung und können uns da gut austauschen und entlasten.

00:30:35: Das ist auch super wichtig.

00:30:36: drüber zu sprechen.

00:30:38: Wenn du jetzt einen Wunsch formulieren könntest an die Politik oder auch an die Gesellschaft, weil du arbeitest ja wirklich mit Menschen, die dieses Problem betrifft und oft wird er genau über dieses Problem gesprochen.

00:30:49: Was würdest du den Leuten dann gerne sagen?

00:30:52: Oder was für ein Wunsch würdest Du äußern?

00:30:55: Also zum einen nachhaltige Suchthilfe braucht auch eine sichere Finanzierung, anderen wollen bitte streicht unsere Gelder nicht.

00:31:02: Das ist wirklich essentiell.

00:31:03: wir leisten wichtige Arbeit, wir versuchen die Gesellschaft zusammenzuhalten und die Drucksituationen aus meiner Sicht wachsen Die Belastungen werden größer.

00:31:13: also bitte sichere finanzierung so notwendig.

00:31:17: Und zum andern aber auch merken vermehrt das Klientinnen mit einem großen Stress und dann auch zum Teil sehr schlechte Läume zu uns kommen.

00:31:25: Verständlicherweise

00:31:27: ist

00:31:28: die politische Lage, es ist gerade schwierig – wir merken's alle!

00:31:31: Aber wir sind die Leute vor Ort, die versuchen das Beste zu geben um die Menschen zu unterstützen.

00:31:37: Dementsprechend begegnet uns gerne auch so.

00:31:40: Ich finde es auch voll gut, da offen drüber zu reden.

00:31:45: In Berlin habe ich das Gefühl nicht, weil das Gefühl in Berlin wird ja viel über Drogen gesprochen.

00:31:49: Wenn man seine Bubble oder diesen Kreis verlässt, ist da schnell eine Stigmatisierung, wenn über Drogenkonsum gesprochen wird.

00:31:56: Das habe ich so eine Aufklärungsarbeit wahrscheinlich in anderen Städten.

00:32:00: Es gibt Anteilen natürlich sowieso auch aber ist sowieso super wichtig und sollte dann vielleicht mehr Verständnis ... dass man vielleicht auch wirklich mehr Einblicke bekommt, warum konsumiert wird und was es das mit den Menschen macht.

00:32:15: Und wie viel Stärke das wahrscheinlich auch einfach fordert, aus einer Sucht rauszukommen?

00:32:19: Das stimmt auf jeden Fall!

00:32:20: Ich komme selber nicht aus Berlin, sondern gebürtig eher aus einer kleinen Stadt.

00:32:24: Wenn man in Berlin lebt, dann hat man das Gefühl... Ganz Deutschland ist wie Berlin, aber eigentlich ist das ja gar nicht so.

00:32:30: Berlin ist nur eine richtige Bappe für sich und ganz Deutschland ist anders aufgestellt.

00:32:34: Und ich merke den Kontrast immer ganz stark wenn ich mich mit Freunden aus der Heimat austausche Wie wenig das in deren normalen Lebensrealität eigentlich stattfindet und wie wenig Wissen darüber herrscht.

00:32:45: Deswegen finde ich Aufklärung auf jeden Fall super wichtig und sollte viel mehr betrieben werden.

00:32:50: Wie ist es denn, wenn du nach Hause befährst?

00:32:52: Sind die Leute dann so, erzähl deine krassesten Geschichten.

00:32:55: Auf jeden Fall!

00:32:57: Ja auf jeden Fall.

00:32:58: also gerne immer die krasssten Geschichten und immer der größte Respekt.

00:33:02: wie kannst du da überhaupt arbeiten?

00:33:03: hast du keine Angst?

00:33:05: das ist eine regelmäßige Frage Genau, und der Kontrast ist einfach für diese Unvorstellbar.

00:33:11: Ich habe zum Beispiel eine gute Freundin von mir als Krankenpflegerin auf der neugeborenen Station.

00:33:15: Und wenn die mir dann von ihren krassen Fällen berichtet, denke ich mir mal so ja Nikotinkonsum ist wirklich gefährlich in der Schwangerschaft.

00:33:22: Eine der gefälligsten Substanzen, die Kinder allein da sehr drunter... Aber wir haben natürlich ganz andere Thematiken noch in Deutschland!

00:33:28: Vielleicht noch als eine letzte Abschlussverrage weil ich das auch sehr spannend finde?

00:33:33: Wenn wir so oft den Drogen markt in den nächsten fünf Jahren schauen, was denkst du erwartet uns da?

00:33:40: Oder was denkest du kommt auch auf euch zu wenn ihr so in euren oder wenn du in deinen Arbeitsbereich schaust.

00:33:47: Also ich glaube zum einen dass wir Jugendliche viel mehr unterstützen sollten und vielmehr entlasten sollten.

00:33:53: gucken sollten was sind da die Punkte die gerade besonders belasten um auch ein Schutz für Jugendliche zu bieten?

00:34:00: Substanzenmäßig überrascht uns der Drogenmarkt immer wieder aufs Neue.

00:34:04: Ich weiß nicht, ob man da Substanzen festlegen kann?

00:34:06: Da müssen wir schauen was die Zeit so mit sich bringt.

00:34:09: Aber wir sollten in der Gesellschaft gut schauen und einen guten Blick drauf haben!

00:34:15: Das sind doch gute Schlussworte.

00:34:17: Vielen Dank dass du da warst und alle meine Fragen beantwortet hast.

00:34:21: Gerne

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00:35:31: Vielen Dank fürs Zuhören – bis bald!