too much information - mit Thilo Mischke

too much information - mit Thilo Mischke

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00:00:00: Ja, kann man schon sagen.

00:00:01: Das zeigt, dass das System an vielen Stellen krank ist leider im Sinne von wie man in Posten kommt und behandelt wird.

00:00:09: Wie macht Intrigen in diesem System funktionieren?

00:00:14: vielleicht auch?

00:00:17: Werbelbars hat ihre Ämter niedergelegt und ich will wissen ob sie herausgemobbt wurde.

00:00:22: Das ist nämlich die Frage mit der ich in dieses Gespräch eingestiegen bin.

00:00:25: aber dahinter steckt natürlich eine größere Frage Warum ist der Ton in der Politik so rau geworden?

00:00:30: Wer profitiert davon und was macht das mit den Menschen, die dort

00:00:33: arbeiten?".

00:00:35: Diese Frage kann mein heutiger Gast beantworten.

00:00:37: Das ist Martin Fuchs.

00:00:37: Er berät Parteien, Parlamente und Regierung in digitaler Kommunikation und ist eigentlich ein sehr genauer Beobachter der Politik.

00:00:45: Wir sprechen über Verrohung als Strategie der Rechten über die Frage ob die demokratische Mitte deren Sprache übernommen hat und darüber warum Reichweite kein Maßstab für Relevanz ist.

00:00:55: Am Ende wird es auch ein bisschen persönlich, denn ich bin dieser Aufmerksamkeitslogik als Journalist ja irgendwie selbstleid.

00:01:17: So erste Frage an dich wurde Bärbel Baas aus ihrem Amt herausgemobbt?

00:01:24: Wenn ich jetzt ein SPD-Politiker wäre, würde ich sagen auf jeden Fall klar.

00:01:28: Das Gefühl konnte entstehen also zum einen durch das was öffentlich quasi in den letzten Wochen und Monaten aber auch schon davor passiert ist.

00:01:35: Und natürlich dass was intern passiert ist wissen wir nicht.

00:01:37: Aber da gab es ja dann die eine oder andere Meldung.

00:01:39: auch Dass der intern wohl auch der Ton sehr rau war und der Umgang mit ihr.

00:01:43: Allerdings würde ich fast sagen... ...das ist jetzt so bisschen vorgeschoben.

00:01:46: Also wenn ich das mal nicht mit der SPD-Brille mehr anschauen würde, würde mich sagen das ist so der Ton um jeder, der ein Ministeramt übernimmt ob man das gut oder schlecht findet, weiß wie der Umgang ist.

00:01:57: Dass er nicht so sein sollte in einer Koalition, ist eine ganz andere Frage.

00:02:00: und dass auch nicht der Umgang ist den ich mir wünsche für unsere Gesellschaft ist auch ein anderer Frage.

00:02:05: aber ich glaube jemand der die Entscheidung trifft dieses Abend anzunehmen weiss auf was was dazu kommt.

00:02:12: und ich habe so ein bisschen noch das Gefühl in der Stelle, dass Bärbel-Bars vielleicht auch den anderen Fehler gemacht hat ohne sie jetzt da zu blame an dieser Stelle.

00:02:19: Aber natürlich hätte man ganz anders offene Transparenz da beruhe kommunizieren müssen, auch was in ihrem Privatleben vor sich geht.

00:02:25: Jedenfalls unter den Koalitionspartnern und ganz viele sind jetzt überrascht auf einmal dass da jetzt ein Todesfall war und das ihr ob eine Tochter hatte usw.

00:02:32: Also daher kann man glaube ich auch kommunikativ etwas lernen wie man mit solchen persönlichen Krisen vielleicht auch intern umgehen sollte.

00:02:40: Hat sich das in den letzten Jahren verschlechtert dieser Umgangston?

00:02:42: Ich habe so ein bisschen das Gefühl beim Blick auf die jungen Politikerinnen und Politiker sich denkt an Kevin Kühner hat Ein Nygislavik von den Grünen, die ja auch ganz öffentlich mit diesem Druck der dort herrscht und umgeht auf ihren Social-Kanälen hat sich da was verändert.

00:02:56: Ist diese Sprache untereinander aggressiver geworden?

00:02:59: Ich hatte immer das Gefühl dass diese Kaste der Politikerinnen und Politiker schon so edle Lord sind, die eine ganz eigene Form des Umgangs miteinander haben und sich eher so beleidigen wie L'Oriolote beleidigten würde also so kunstvoll!

00:03:13: Ich wusste gar nicht, dass es so plump ist Aber es scheint ja so, wenn ich mit die Politikerinnen und Politikern der letzten Jahre anhöre.

00:03:18: Warum sie gehen?

00:03:19: Dass da ein rauer Fischereiharfen Ton herrschen muss!

00:03:24: Also was wir auf jeden Fall konstatieren können, es ist nicht neu, dass ein rauerer Ton in der Politik herrscht.

00:03:29: Allein wenn ich mir mit den Nadebutten anschaue an die siebziger Jahre Franz-Jürgen Strauß, Herbert Wehner und andere das war schon auch der von dir genannte Fischereihe im Hafenton.

00:03:39: Der war auch da schon da in der Bundespolitik.

00:03:42: Das hat sich halt relativ schnell versendet.

00:03:46: Da gab's vielleicht eine kurze Aufregung Und dann war er wieder weg.

00:03:48: Das war nicht diese breite Wahrnehmung dessen was Tonalität dann im Raum war.

00:03:53: Und wenn man sich jetzt Studien anschaut oder auch immer anguckt die Ordnungsrufe aussehen, das hat massiv zugenommen in den letzten Jahren.

00:04:01: Wenn man also politische und sociologische Studien sich anguckt über die Verrohung der Gesellschaft – auch da ist ganz klar ja, der Ton hat sich nochmal verschärft, der ist noch mal mehr geworden!

00:04:11: Ich glaube wir hören uns sehen einfach viel mehr von dem was, glaube ich, im politischen Raum passiert.

00:04:17: Das war vielleicht vor zehn, fünfzehn Jahren nicht der Fall.

00:04:20: Von wo nach wo hat sich der Ton verschärft?

00:04:22: Kannst du Einblicke geben, wie wird es sich beleidigt und was wird da benutzt.

00:04:26: Und ist das auch eine Form von Strategie?

00:04:29: Ich meine, Bärbel-Bars rauszubekommen aus der Koalition ist ja vielleicht sogar von strategischem Vorteil für bestimmte Personen.

00:04:37: Ja also zum ersten Teil einer Frage.

00:04:40: Das macht sich zum erst mal in Begrifflichkeiten die abwertend sind gerade in die Mitte des Diskurses gerückt worden.

00:04:47: Also das klassische Beispiel ist sozial... Tourismus zum Beispiel, wenn es um ukrainische Geflüchtete ging.

00:04:52: Abwertung von bestimmten Menschengruppen in den Diskurs, Gemigration, Begriff der vor fünf Jahren undenkbar war – das wird Ihnen jetzt jeden Tag in die Diskussion benutzen.

00:05:00: Also dass einfach so Begrifflichkeiten, die aus der extrem polarisierenden quasi auch ideologiefähig kommen, jetzt in der Mitte der Gesellschaft diskutiert werden.

00:05:10: ganz, ganz viel mehr persönliche Angriffe als atomener Geschichten.

00:05:14: Sachen die sonst auf der inhaltlichen Ebene gelaufen werden, werden jetzt quasi auf die Person bezogen.

00:05:19: und jetzt wird an den persönlichen Merkmalen Leute abgewertet weil sie die falschen Sachen tragen, weil Sie das falsche Gewicht haben, weil sie keine Ahnung das Falsche geschlecht haben was auch immer.

00:05:28: Das passiert viel, viel häufiger sowohl von Menschen wie Funktionen und Mandaten sind, die das benutzen natürlich sehr strategisch.

00:05:35: dass aber jetzt zum zweiten Teil einer Frage Auch von Menschen, die an den Rändern des politischen Geschäftes agieren.

00:05:42: Links aber auch natürlich vor allem den rechtsextremen Rechtspopulisten, die das natürlich als klare Strategie benutzen um Menschen aus dem politischen Diskurs zu drängen.

00:05:51: Wir bauen hier einen Druck auf, wir bauen hier ein Gefühl des Umwurseins auf.

00:05:55: Wir prühen einfach mal rein während einer Rede.

00:05:58: Wir stören mit sinnlosen Sachen und aktionen und versuchen den Rhythmus dem Floh eine Rede zu verändern und so etwas.

00:06:05: Das berichten auch alle Menschen aus den Landesparlaments- und Bundestag, denen ich rede, dass das einfach ein ganz, ganz unschöner Umgang miteinander geworden ist seit die AfD in dem Parlamenten sitzt.

00:06:19: So etwas wird natürlich strategisch eingesetzt.

00:06:21: Ich würde mal sagen, nicht so sehr von den Leuten die in Amt und Würden sind sondern eher aus diesem Umfeld, aus dem politischen Vorfeld.

00:06:28: Das wird natürlich sehr bewusst eingesetzt um da Menschen auch wie du es gerade beschrieben hast bei Bärbel Bas vielleicht auch so eine Mobbingrundrauschen zu erzeugen genau.

00:06:38: Also ich frag mich immer woher kommt ... Wo war's als erstes?

00:06:44: schleppte sich dann raus in die Gesellschaft oder ist die Gesellschaft Rohr gewesen?

00:06:48: und deswegen findet es jetzt in den Landtagen, vielleicht auch im Bundestag statt.

00:06:54: Also wer trägt die Verantwortung für diese Verrohung?

00:06:56: Und könnte der Landstrich-Bundestag da auch sagen okay wir übernehmen Sie die Verantwortung und führen härtere Sprachregeln ein?

00:07:02: Sprache sind noch schwierig, weil es ja ein influides System ist.

00:07:05: Sprache und natürlich um die Nuancen quasi rauszuhören und dann drauf reagieren versucht jetzt zum Beispiel Jürger Klöckner und andere.

00:07:13: auch Landtagspräsidenten versuchen das ja dort mit auch härteren Durchgreifen.

00:07:17: allerdings wollte ich fast sagen zehn Jahre zu spät da hat sich jetzt schon so viel eingeschliffene schon so viele normalisiert was es vielleicht vor zehn, fünfzehn Jahren nicht funktioniert hätte.

00:07:25: Dass man damit sehr spät dran ist, was nicht heißt, dass wir uns nicht versuchen sollten.

00:07:29: Aber auch wenn man versucht, Sprache zu regulieren, ist immer schwierig.

00:07:33: Wir wissen ja, Context Matters ist ganz entscheidend in welchen Kontext etwas fällt wie es gemeint ist und so etwas.

00:07:39: also das stelle ich mir sehr schwierig vor, dass auch in einer Echtzeit ... In dem Fall im Parlament ist es eine Echt-Zeit-Kommunikation dann durchzukriegen.

00:07:47: aber man sollte es versuchen, das an dieser Stelle Und dann, ja das ist ein Eiprogramm.

00:07:53: Das fragen sich viele.

00:07:54: ich glaube, das hat parallel stattgefunden.

00:07:57: also es hat vielleicht immer das große Big Picture aufzuzeichnen.

00:08:00: wir leben seit zehn Jahren in einer Dauerkrisensituation.

00:08:03: Also die Gesellschaft reibt sich auf, reibt sie täglich an neuen Krisen und Geschichten auf.

00:08:08: Es hat eine neue Medienwirklichkeit sich etabliert in der wir leben d.h.

00:08:12: dass er zugespitzt wird falls Herrschende natürlich das ist, was Leute klicken und was irgendwie medial dann auch als in Headline gepackt wird.

00:08:21: Das fördert vielleicht Polarisierung und Zuspitzung Reizüberflutung auch in der Gesellschaft weiter an.

00:08:30: Die Extremisten, die den Ton in dem politischen Geschäft verschärfen haben natürlich einen Einfluss auf gesellschaftlichen Ton.

00:08:36: Aber ja ich glaube jeder von uns selber merkt es auch der nicht in der Politik falsch unterwegs ist dass der gesellschaftliche Ton sich außerhalb der Parlamente vielleicht parallel auch verschärft hat wegen Dauerkrise, wegen irgendwie digitaler Transformationen in denen wir uns befinden und damit noch nicht ganz klar kommen als Gesellschaft auch was das mit uns macht und so.

00:08:54: Von daher würde ich trotzdem sagen, dass Politik dann eine sehr große Verantwortung hat.

00:08:59: Also mein Wunsch wäre, wir haben zweieinhalb Tausend Mandatsträgerinnen und Mandatsträger in Deutschland.

00:09:04: In den Landesparlamenten und im Bundestag... Davon sind ungefähr vierhundert achtzig Extremistinnen von rechts, die werde ich mir ausnehmen.

00:09:11: Aber wenn alle zwei tausend einhundert Anderen mal anfangen würden täglich zu reflektieren wie sie miteinander umgehen welche Worte Sie verwenden?

00:09:19: Wie Sie auch bei Leuten persönlich angreifen Wenn das mal anfang würde wäre schon viel getan weil das ist natürlich Vorbilder Das sind gesellschaftliche Vorbilden Die vormachen wie Diskurs auch in diesen Diskursarenen funktionieren könnte.

00:09:32: Und wenn man dann auch noch die Größe hätte im zweiten Schritt, wenn man etwas übergeigte hat sich zu entschuldigen und sagen nein sorry ich bin hier zu weit gegangen.

00:09:40: Ich bin getrieben durch irgendwie keine Ahnung meine eigene Wipe den ich gerade hatte und dann würde das sehr viel gesellschaftlich vielleicht auch verändern.

00:09:48: Wenn man sieht dass die Menschen die den Diskurs prägen und strukturieren anders in ein Diskurs miteinander umgehen

00:09:54: Erleben wir grade so Endgame, rechtes Endgame.

00:09:58: Dass wir uns selbst zerfleischen weil wir die Methodiken übernommen haben zum Beispiel was diese aggressive Sprache betrifft.

00:10:05: also Beispiel Friedrich Merz.

00:10:07: wenn er dann irgendwie von innen steht und spricht und plötzlich eine Sprache spricht da wird dann zwar immer gesagt ja auch schon in den Siebzigern hat irgendwie Franz Josef Strauss so geredet aber das ist ja... Wir haben es ja weiterentwickelt.

00:10:17: das heißt ja nicht dass wir wieder in dieses Sprach verfallen müssen.

00:10:20: Aber wenn er diese Sprache wählt und Politiker der demokratischen Mitte Analogien wählen, hat dann damit eigentlich Götz Kubicek gewonnen und sagt so, ha!

00:10:31: Mein Plan ist aufgegangen.

00:10:32: Der Ton hat sich so verschärft dass sogar Politikerinnen und Politiker der Masse meine Sprache benutzen die ich implementiert habe.

00:10:41: Das ist jetzt eine Fantasie hier die ich formuliere das nicht so dass er das wirklich denkt aber ich stelle mir das so vor.

00:10:45: Ja, also erst mal ganz größer bin ich vorsichtig dabei.

00:10:48: Da sind wir schon wieder beim Thema Sprache mit zu begriffen und entgeben.

00:10:51: Ich glaube wenn wir selbst anfangen alles so natürlich zuzuspitzen dann auf die Extreme vielleicht auch ein Claim zu machen sind wir Teil des Problems auch so.

00:11:00: Deshalb würde ich sagen ja aber bei dem zweiten Teil deine Analyse gebe ich dir komplett recht?

00:11:05: Ja!

00:11:05: Ich glaube die neue Rechte feigst sich jeden Tag ins Fäustchen, wie erfolgreich ihre Digitale oder überhaupt gegen Öffentlichkeit funktioniert.

00:11:14: Wie sie das geschafft haben in so kurzer Zeit eine kulturelle Hegemonie über uns, über unsere Köpfe und Sprache, über die Art und Weise wir miteinander umgehen herzustellen.

00:11:23: Das ist nicht singulär in Deutschland, das erleben ja in Europa auch ganz viele andere Länder der Welt,

00:11:27: d.h.,

00:11:28: es ist keine Good School Checks.

00:11:30: Erfindung von Leuten hier in Deutschland vielleicht die intellektuellen Vordenkerinnen sind an dieser Stelle aber ist sehr, sehr gut aufgegangen.

00:11:37: Da bin ich komplett bei dir und wir sind leider.

00:11:40: viele Menschen in Verantwortungsfoto-Positionen sind dem auf den Leim gegangen.

00:11:43: Sie haben gedacht okay sie müssen nicht mehr anpassen und müssen da mitmachen weil das Game läuft halt so.

00:11:49: Wir sind in einer Zeit der Aufmerksamkeitsökonomie wo wir das Spiel so spielen müssen damit wir überhaupt noch gehört werden um unsere Ideen irgendwie noch die breite Masse erreichen.

00:11:58: Und das finde ich mir ein ganz smarten Move, wenn jetzt erste Leute anfangen würden.

00:12:02: Das zu ändern und sagen Nein!

00:12:04: Wir spielen das Spiel nicht mehr mit.

00:12:06: Ich selber auch... Also das geht es natürlich sehr sehr vehement an die politischen Entscheidungsträgerinnen in diesem Land aber auch auf jeden von uns selbst, der diesen Podcast hört also auch da zu überlegen wie wir mit unseren Menschen, die vielleicht politisch anders so drauf sind umgehen.

00:12:20: Wie haben wir mit Leuten auf der Straße umgehen?

00:12:21: Ich erlebe das zum Beispiel in Hamburg.

00:12:23: Ich habe angefangen zu fünf Jahren, Menschen anzulächeln auf der Strasse.

00:12:27: Also auch wenn ich gestresst bin und genervt bin ... Es ist ein ganz anderes Miteinander, die Leute lächeln zurück.

00:12:32: Vielleicht der eine andere findest du vielleicht creepy und komisch und denk dich nach den anderen keine Ahnung aber den großen Ganzen merke ich, wie gut mir das tut vor fremden Menschen meinen Lächeln zu schenken z.B.

00:12:46: uns dagegen stellen müssen.

00:12:49: Ich sehe das auch so, weil als Journalist habe ich in den letzten Jahren gemerkt dass der Ton härter wird, dass so wie ich Poste oder Dinge bekannt gebe, härter werden um diese Aufmerksamkeit zu bekommen.

00:12:59: Merke aber auch wie sehr mich es selbst erschöpft nicht nur als Journaliste noch als Mensch.

00:13:02: also ich bin einfach wirklich müde!

00:13:05: Ich ertrage nicht mehr was meine Kolleginnen und Kollegen machen um eben dieser Aufmerksamkeit zu kommen.

00:13:11: Also ich will ein Beispiel geben.

00:13:13: Eigentlich jeder Instagram-Post mittlerweile von Spiegel Online ist eine populistische Provokation.

00:13:19: Ich übertreibe, aber da weiß man so ein Großteil.

00:13:22: besonders Instagram Post sind gezielt darauf zu provozieren um eine Reichweite zu erzeugen und ich schaffe es nicht mehr.

00:13:30: also ich finde das so anstrengend und ich glaube wenn uns Es geht geht es vielen anderen Menschen auch so und die Zeit ist reif für auch was du auf der Straße machst mit Lächeln im Journalismus.

00:13:42: Wir können wieder freundlich sein, ohne diesen komischen verklebten konstruktiven Journalismus zu machen – den meine ich damit auch nicht, sondern es geht einfach darum, nicht mehr über den Skandal und den Schmerz die Reichweite zu erzeugen.

00:13:53: Du als jemand der politische Kommunikation betreibt, schaffst du das denn auch in deine Arbeit zu integrieren?

00:13:59: Und bist du dann jemand, der sagt okay wenn ich dich berate politisch was deine Kommunikationsbetrifft lächelt die Leute mal ein bisschen mehr an?

00:14:06: Das gelingt natürlich teilweise besser oder schlechter.

00:14:08: aber was ich seit vielen vielen Jahren zum Beispiel mache ist dass ich versuche so eine Art Flauschkultur in den Leuten, die ich berate zu etablieren.

00:14:15: Das heißt also ja Kritik ist ein Teil wichtig, Kritik entscheidend auch anders funktioniert Demokratie nicht wenn wir uns quasi übereinander streiten.

00:14:24: aber erst mal versucht die Leute mir jetzt erklären wie Diskurs funktionieren sollte als Grundbedingungen weil ich glaube das haben viele von uns verlernt.

00:14:33: Also soll nicht jeder natürlich bei Jugend debattiert mitgemacht haben, das funktioniert ja nicht.

00:14:37: Aber dass wir uns so ein Grundregel von Diskurs mal wieder erinnern was das war.

00:14:41: und der zweite Schritt ist dann immer zu sagen okay du kritisierst in acht von zehn Postings das was die Regierung macht?

00:14:46: Das ist fair enough!

00:14:47: Das ist deine Aufgabe, deine Rolle.

00:14:49: aber mach doch mal dreht doch einmal den Spieß um und das neunte Posting von zehn ist einfach mal Lob.

00:14:54: Du lobst einfach mal jemanden der in der Regierung vielleicht etwas geteilt, was nicht hundert Prozent mit deiner Idee vielleicht übereinstimmt.

00:15:01: Aber der richtige Weg ist und sie zeigen ja, Demokratie und Demokraten können ein paar bestimmte Themen zusammenarbeiten und da gibt es durchaus Schnittmengen die uns helfen können auch Probleme zu lösen oder Herausforderungen zu lösten.

00:15:11: Und das hat zum Beispiel Volt hat das mal im Berlin-Wahlkampf ziemlich krass durchgeführt.

00:15:15: Da war ich in dem Beraterkreis bei von Volt als die Partei gegründet wurde und die haben z.B.

00:15:20: jeder Woche eine andere aus einer anderen politischen Lage gelobt einfach so als festes Format.

00:15:24: Das fand ich geil, das fand ich cool und es kam extrem gut an.

00:15:27: Also die haben dann extrem viel Wahrnehmung erzeugt.

00:15:29: Und da vielleicht nochmal ein Wort dazu sowohl für Medien als auch für Politik.

00:15:33: wir müssen uns endlich von dieser Reichweitenlogik verabschieden.

00:15:36: also nur weil viele Menschen etwas gesehen haben heißt nicht dass es relevant ist und dass sie Impact erzeugte.

00:15:42: Das sind diese Zahlen, die uns vorgegeben werden und die wir glauben.

00:15:45: Weil hier Plattformen uns das seit zwanzig Jahren vor erzählen, dass das irgendwie unsere Reichweite sind und so für Millionen Leute wir sehen?

00:15:53: Nein!

00:15:53: Das sind Leute, die sehen das vielleicht.

00:15:55: Das ist ein kurzer Snack.

00:15:56: Die können sich kurz aufregen, kurz immer zu uns dringern lassen.

00:15:59: aber viel wichtiger ist es erzeugt den Impact was wir da machen.

00:16:03: Und da habe ich eine sehr große Studie mit der Bertelsmann-Stiftung und dem Prokresivizentrum im letzten Jahr, mit der Uni Mainz gemacht.

00:16:09: Wo wir uns mal angeschaut haben, was ist ein Erfolgsfaktor für demokratiefreundliche, demokratiefördernde Bördekal Video-Postings sind?

00:16:17: Wir haben dreintausigtausend vertikale Videos aus der Politik analysiert und danach noch eine Umfrage gemacht unter die jungen Leuten – die C-Gruppe war junge Leute – und der Große der jungen Leute sagt, wir wollen... Keine Beschmutzung, kein Track der auf andere geworfen wird.

00:16:30: Wir wollen wieder Postings haben die eben nicht zugespitzt sind und nicht polarisierend sind.

00:16:35: Und dann da so ein Katalog auf den Torf wie das aussehen könnte also dass es schon so gibt.

00:16:39: Prokrete ansetzen wie das wieder umgedreht werden kann.

00:16:42: aber davon muss erstmal grundlegende Köpfe diese Logik raus nur weil etwas viel Reichweithalt ist gut.

00:16:48: Ich habe so

00:16:50: ein bisschen das Gefühl jedes Jahrhundert hat seine eigene Reichweite die furchtbar ist.

00:16:55: Also so öffentliche Hinrichtungen, Instagram in unserer Generation davor.

00:17:00: Mir fällt jetzt kein weiteres Beispiel ein...

00:17:03: Volksempfänger!

00:17:04: Das wir zwar sagen und wir möchten das nicht aber eigentlich wollen wir es dann doch trotzdem haben.

00:17:11: also wir sagen wir wollen keinen Dschungelcamp Aber trotzdem macht sie jedes Jahr zwanzig Prozent Quote Und es bleibt einen menschenverachtendes Fernsehformat.

00:17:19: das können wir so viel hin- und herschieben können so oft einer FAZ und in der süddeutschen Empfehlthorn besprechen Es bleibt Menschenbeschau.

00:17:27: Und wie löst man eigentlich dieses Dilemma auf zwischen Studien, die das sagen wir wollen es eigentlich nicht mehr und der Wirklichkeit der Bevölkerung, die sagt naja für den Kitzel, für den Nervenkitzel möchte ich's trotzdem noch haben?

00:17:39: Wird es aber nie zugeben, wenn ich von der Bertsmann-Stiftung befragt werde?

00:17:42: Ja.

00:17:42: Das ist natürlich in der Tat ein großes Dilemma weil's natürlich auch zeigt dass viele Menschen das dann konsumieren was sie eigentlich ablehnen jedenfalls in den qualitativen Interviews.

00:17:51: Ich glaube wir müssen uns ehrlich machen.

00:17:53: also Ehrlich mache ich im Sinne von, dass wir das als Menschen, dass es menschlich ist so etwas sehen zu wollen.

00:17:59: Und das sollte auch Teil quasi des Menü-Konsum sein, dass für uns diesen Kick, diesem Kitz meinetwegen einmal am Tag um abholen und das zu machen.

00:18:06: Aber dann was du gerade beschrieben hast erleben wir in ganz vielen Studien seit zehn Jahren, dass diese News-Awardens das Menschen quasi keine Lust mehr auf Nachrichten haben, keine Lust mir auf diesen kurzen schnellen Kick der da ist, der aber am Ende dann eher meinen Seelen halt.

00:18:20: Schade, wenn ich das jeden Tag zähmal habe.

00:18:23: Das heißt also auch hier umdenken in unserer eigenen mentalen Gesundheit.

00:18:27: Wir brauchen Nachricht und wir brauchen Informationen um quasi die Welt einzuordnen und für uns zu entscheiden was gut und was richtig ist.

00:18:34: aber diese Art der Medieninformation oder der News die wir jetzt aufbreitet sind schadet uns und das merken viele Menschen so und das hoffe ich dass es einen Umdenken dann führt bei ganz vielen Rezipientinnen und Rezipenten Und es gibt ja auch immer wieder Ansätze mit neuen Medienprojekten, die das ändern wollen.

00:18:51: Die sagen nee wir gehen weg und die dann natürlich jetzt nicht die breiten Massenmedien sind oder jedenfalls noch nicht.

00:18:57: aber die sagen wir wollen anders berichten, anders das auch darstellen was sie haben.

00:19:02: und ich glaube in einer Zeit wo es immer noch mehr Informationen geben wird Stichwort KI, künstliche Intelligenz.

00:19:08: Wenn Menschen wieder merken das weniger Information aber dafür ausgeruhte korratierte Guteingordnete ihnen mehr bringen und sie weniger quasi dann auch erschöpfen wie du es von gut beschrieben hast.

00:19:21: also ich hatte ja vor zwei Jahren ein Shitstorm der sich für mich sehr groß anfühlte der dann aber in der wirklich ganz trockenen Analyse gar nicht so groß war.

00:19:30: Der Shitstorm beinhaltete Vorwürfe, die absolut prächtigt sind.

00:19:33: Ich hätte mich bis heute gefreut wenn ich darüber auch eine richtige Debatte in der Ernsthaft zu führen können.

00:19:37: Ich hatte bis dahin und jetzt komme ich zur Frage den Plan.

00:19:39: irgendwie habe ich das Gefühl in Zeiten wie diesen müsste ich politisch aktiv werden.

00:19:45: Und müsste muss aufstehen?

00:19:47: Das kann so nicht weitergehen.

00:19:48: Mein Opa war im KZ.

00:19:50: Das geht hier alles so nicht mehr weiter.

00:19:52: Bin ja auch ein Bürger, nicht nur ein Journalist.

00:19:54: Sorge und will mich demokratisch beteiligen.

00:19:56: Nach diesem Shitstorm habe ich diesen Plan eingestellt, weil ich gemerkt habe Ich bin nicht in der Lage das auszuhalten.

00:20:02: diese Beschimpfungen Das würde immer wieder rausgeholt werden.

00:20:04: Ich werde immer wieder damit konfrontiert werden.

00:20:07: Was würdest du als politischer Berater jetzt mir raten?

00:20:10: Und sagen okay wenn du das aushalten willst ist das der Weg?

00:20:14: oder würdest Du sagen lass es das hältst du nicht aus.

00:20:17: also erst mal finde ich

00:20:18: ein Beschimpfsopfer sozusagen.

00:20:20: Also erst mal finde ich es großartig, dass Thylomusik in die Politik gehen möchte.

00:20:23: Das ist eine coole exklusive Meldung und ich kann das unterstützen, dass Menschen wie du als Quereinsteiger jetzt im politischen Betrieb vielleicht mal andere Akzente setzen wollen.

00:20:32: Nein von daher kann ich das unterstützen.

00:20:34: Das Zweite ist, ich glaube du musst im Vorfeld ein paar Sachen machen.

00:20:36: also Ich würde im Vorfall natürlich überlegen mir Netzwerk zu knüpfen von Menschen die auch in anderen politischen Richtungen unterwegs sind, die vielleicht eine andere gesellschaftliche Organisation.

00:20:45: Da kennst du ja zum Glück auch viele Menschen und denen quasi mit denen die Idee zu teilen.

00:20:49: Ich sag okay mein Plan ist ich möchte gerne mich einbringen, möchte gern was zurückgeben der Gesellschaft, möchte reingehen.

00:20:54: aber ich weiß natürlich dass es immer wieder einen Punkt geben wird den Leute immer wieder drücken können oder so etwas und der mich triggert und er alles kaputt machen kann.

00:21:03: Und die dann zu organisieren als deine Community die dich denn unterstützt?

00:21:07: Die quasi sagt okay Der Tilo wird immer wieder in ongelische Diskrosse reingezogen werden und über das Thema.

00:21:13: Und dann würde ich die organisieren, dass die einen dich unterstützen, dir helfen wenn es passiert öffentlich dich zu verteidigen.

00:21:21: Und das ist auch das, was ich mir wünschen würde von ganz vielen politischen und demokratischen Akteuren in, dass sie vielmehr solidarisch sind mit anderen Menschen die immer wieder dann ins Shitstorm gezogen werden.

00:21:31: Dass man sich vor sich stellt, dass man das Thema nicht weiter aufgreift, die selber quasi dann zum Thema macht und so... Das müsst du dann organisieren irgendwie im Vorfeld?

00:21:41: Und das Zweite ist, ich würde noch mal versuchen diese Debatte die du vermisst seit zwei Jahren nochmal zu führen.

00:21:47: Also bevor man natürlich dieses politische Engagement beginnt und sagt okay lasst uns doch über diesen Elefanten im Raum nochmal sprechen, lass uns darüber nochmal reden damit du zeigen kannst du willst dazu lernen?

00:21:58: Das hast Du ja auch schon in Interviews gezeigt aber noch zeigen.

00:22:01: ok ich möchte das Thema gerne für mich abschließen.

00:22:03: Ich möchte gerne lernen auch von den Kritikerinnen und Kritikern die es gab und möchte gerne die Debatte jetzt noch einmal führen und dann ist das Thema immerhin schon mal in so einer vielleicht Plase, in der es auch stattfindet, vielleicht schon ein bisschen abgeräumt soll.

00:22:19: Dass Leute das Gefühl haben, ok Tilo ist jetzt wirklich bereit er hat sich geläutert und ist jetzt bereit irgendwie aus dem Fehlern einen cooler Politiker zu werden, zu lernen und genau.

00:22:29: Also du würdest sagen man kann jede Beschimpfung überstehen?

00:22:32: Man kann jeden Angriff, jeden Versuch der Diskreditierung überleben und überstehen.

00:22:39: Hat Babel Baas dann vielleicht zu eilig reagiert, aus deiner Perspektive?

00:22:44: Nein, wenn ich in der Haus von Bebel-Bars stecken würde hätte ich wahrscheinlich genauso reagiert.

00:22:48: Es ist komplett verständlich dass man, wenn man gerade Zeit für sich braucht, Zeit für die Familie braucht und dann die ganzen Tag irgendwie den Druck bekommt.

00:22:57: das kann auch sein, dass es Druck aus einer eigenen Partei war von eigenen Parteifreunden und ich weiß auch an der Basis war sie nicht besonders beliebt so.

00:23:03: oder wird alles dazukommen?

00:23:05: Dass man sagt ne warum mache ich das denn hier eigentlich also komplett verstandlich diese Entscheidung zu treffen.

00:23:10: Und wir erleben ja auch gerade, dass es eine Gruppe gibt von jungen Politikerinnen so um dreißig bis vierzig die das nicht mehr mitspielen.

00:23:17: Die sagen nach einer Wahlperiode im Bundestag in den Sonntagen gehe ich wieder raus.

00:23:21: Ich habe nicht das Gefühl, dass sie mich weiterbringt und die Gesellschaft weitergebracht hat.

00:23:25: Ich mache da nicht mehr mit des

00:23:27: Spiels.".

00:23:27: Und da sind wir wirklich in einer sehr, sehr schwierigen Strude, in der wir gekommen sind.

00:23:32: Wer macht dann am Ende noch Politik?

00:23:34: Weil Politik eben nicht nur für die Leute gemacht sein sollte, die den härtesten Shitstorm, den es gibt, aushalten, sondern es sollte genauso Leute dabei sein, die eben eine dünnere Haut haben und natürlich viel, viel eher vielleicht sich angefasst sind von den Angriffen so.

00:23:48: Das wäre sehr schade, wenn wir nur Leute hätten, die total abgewichst jeden Shitstormer dar ist um ihn an sich abreiten lassen.

00:23:53: So das weiß ich nicht ... die beste Gruppe von Menschen sind, die für uns dann Politik machen.

00:23:59: Wie machen denn die AfD-Politikerinnen und Politiker das?

00:24:02: Die werden ja wöchentlich auf großer gesellschaftliche Ebene angegriffen eben von Tassen der russischen Armee bis hin zu irgendwie Fabian Köster macht sich darüber Berechtigterweise lustig, dass da jemand ist der Handtücher hundert Stück aus einem Hotel geklaut hat.

00:24:16: Das sind ja richtige Angriffe die Potenzial haben auch eine Person wirklich zu verletzen.

00:24:20: Wie schaffen das die Politikerinnen und Politiker?

00:24:22: Der AfD dass ihnen das so egal scheint?

00:24:25: oder um das größte Beispiel zu nennen Donald Trump der wirklich Millionen von Videos kursieren wo er pupsst Wo es darum geht dass er irgendwie ne Windel trägt wo es darum Geht dass er pedofil ist.

00:24:37: also das sind Ja wirklich krasse angriffe Die Am Ende, Donald Trump ist ja auch ein Mensch.

00:24:44: Ein Jahr eigentlich treffen müssten.

00:24:46: also wie machen die das?

00:24:49: Ja zum einen glaube ich braucht man dann bestimmte charakterliche Fähigkeiten um das hinzubekommen.

00:24:55: Ich weiß nicht unbedingt ob es die besten charakterlichen Fähigkeiten sind aber wo man Sachen einfach ausblendet da auch Kritik einfach aus blenden Dann auch Sachen an sich abbranzen lassen.

00:25:03: und das zweite was bei der afd dazu kommt ist glaube ich ganz klar sie haben in den letzten dreizehn Jahren ihr bestehens einfach eine fanatische Ingroup aufgebaut, eine Community von Menschen die ihnen zujubelt egal wo sie hinkommen und daraus ziehen Sie Ihre Energie.

00:25:18: Das heißt, Sie wissen da sind zwanzig Prozent auf Bundesebene, vierzig Prozent auf Landesebene die einfach abgöttisch lieben!

00:25:26: Und wenn ich allein das weiß dass da Hunderttausende Millionen Leute draußen sind die es mich abfeiern und du wirst scheißegal ist ob ich ne fetterne Wirtschaftsaffäre an einem Schuhkleben habe oder irgendwelche Vorwürfe der Steuerinterziehung oder andere kriminelle Sachen Sie lieben mich trotzdem über alles.

00:25:42: Und das hilft, glaube ich schon, das Wissen dazu und so etwas fehlt den klassischen demokratischen

00:25:48: Parteien.".

00:25:49: Die haben erst mal eine Situation, wo sie das Gefühl haben, Sie wär nicht mehr geliebt.

00:25:53: Also die Liebe wird in jeder neuen Prognose immer stärker entzogen vielleicht, um das sehr plastisch zu machen und zum anderen würde sich einen grünen Anhänger aus dem Kreisverband reutlingen jetzt nicht fanatisch vor Ricarda Lang oder wen auch immer stellen und sie sagen alles geil war es so was und so weiteres kommt selten vor gibt es vielleicht auch ein Ultras und ein paar aber nicht in der Masse wie es die AfD produziert hat oder gemacht Und ich glaube, das hilft dann solchen Leuten extrem in solche Phasen durchzustehen.

00:26:23: Allein wenn du auf der Erfolgswerte schwimmst und die AfD macht das seit spätestens im Jahr zwei Tausend Fünf, also seit sie diesen nochmal extremen Aufstieg hingelegt hat, rennt sie von Erfolg zu Erfolg – und das hilft natürlich extrem!

00:26:36: Wenn ich weiß, ich werde immer weiter aufsteigen, ich kriege mal neue Hemdtaue, neue Posten... Dafür lohnt es sich dann, dass zu machen was ich gerade hier auch mich anfühlen will zu lassen oder persönlich zu verletzen zu lassen?

00:26:45: Gibt es eine Möglichkeit, dass du mit so einer Art Martin Fuchs von rechts auch mal reden konntest?

00:26:50: Also Menschen die Politikberatung machen für zum Beispiel die AfD.

00:26:54: Für Abgeordnete, für Landtagsabgeordnete... also was erzählen sie wenn du dich mal mit denen unterhalten konntist?

00:27:00: Welche Strategien fahren die?

00:27:01: und stellst du fest das ist gar nicht so unterschiedlich zu dem was ich mache nur eben ein bisschen undemokratischer.

00:27:07: Ja es geht abgespräch und habe mich mit diesen Leuten unterhalten.

00:27:10: allerdings liegt schon ein paar Jahre zurück wo das stattgefunden hat Und ehrlicherweise war ich immer rasch wie unprofessionell, die eigentlich agieren so von ihrem Vorgehen.

00:27:20: Also da ist das was immer gerne so grauen hört, oh, da ist die große Strategie und dann gibt es die großen quasi auch strategische Aufschläge und da ist alles genau so geplant.

00:27:30: Das gibt es natürlich wir kennen die Strategiepapiere aber in der Umsetzung einer Landtagsfraktion.

00:27:35: also ist das meistens sehr, sehr unprofessionell.

00:27:38: Das ist auch das Spannende wenn man sich mir anguckt wie eine Polizeikonvention unterhalb der großen prominenten Köpfe aussieht.

00:27:44: Also nicht die Gras, Weidels und Zigmunds sondern quasi die zweite und dritte Reihe.

00:27:48: das ist gottenschlechte politische Kommunikation.

00:27:50: Die funktioniert auch nicht.

00:27:51: ich habe jetzt mal so ein Tiktokanalyse für den Bundestag gemacht.

00:27:54: Da waren Videos von MDB aus dem Bundestag der AfD.

00:27:56: die hatten genau null Zugriffen.

00:27:58: also das vergisst man gerne auch wenn er Betrachtung ist.

00:28:02: Und ehrlicherweise hab' ich mich Ich glaube, ich in diesen Gesprächen nie wirklich der Ruhe unterhalten.

00:28:06: Wie haltet ihr eigentlich den Druck aus?

00:28:07: Aber das macht schon was mit den Leuten.

00:28:09: Also gerade von den Leuten die nicht politische Veranstaltungen haben und die noch Mitarbeiter waren, die werden auch extrem geschützt von der AfD.

00:28:16: Auf welcher Seite einer Landtagsfraktion findet man Namen der Presseleute?

00:28:20: oder der Social Media gibt es nicht.

00:28:21: Die werden extrem geschutzt damit sie eben nicht da ins Sperrfeuer kommen.

00:28:25: Und also von daher hat die Partei da schon auch gelernt oder weiß, dass sie ihr eigenes Team schützen muss.

00:28:35: Weil ich mich so frage, wenn du rätst lasst uns wieder sanfter miteinander umgehen ob die dann raten lass mal hier den Ton noch ein bisschen verschärfen.

00:28:43: wir werden jetzt immer Körperbilder bewerten im Landtag und Leute richtig beleidigen Also ob die einfach die gegenteilige Strategie fahren und ob das eine Strategie ist.

00:28:51: Wenn ich, also ich muss ganz ehrlich zugeben.

00:28:54: Ich habe vor forty-fünf Jahren meines Lebens keine Übertragung aus dem Landtag in Sachsen-Anhalt geguckt weil es einfach für mich sehr weit weg ist aus Berlin.

00:29:01: jetzt fange ich damit aber an und stelle fest alter was für ein Ton.

00:29:05: Also das ist ja noch mal ein anderes Level als im Bundestag.

00:29:08: Das ist ja nochmal persönlicher gemeiner niederträchtiger wie dort miteinander gesprochen wird.

00:29:13: und ich frage mich Breiten die das vor?

00:29:16: dass du jemanden beleidigst.

00:29:45: stilistisch abzugrenzen von der Partei, eben nicht anfangen dann auch die AfD-Menschen zu beleidigen.

00:29:51: Sondern zu zeigen, nee wir als demokratische Akteure sind anders unterwegs und glaube ich was du gerade gesagt hast ist total wichtig dass wir anfangen dahin zu gucken so ne?

00:30:01: Ich glaube die AfD konnte auch zu groß werden weil wir eben nicht in den Landtag geschaut haben wenn Du Dich mit einem MDL aus Sachsenhalt unterhalten hast und ich war öfter auf dem Landtag in Sachsenhall Die haben ja jedes Mal schon seit zehn Jahren erzählt, wie krass das ist und was es macht.

00:30:16: Aber es hat halt kein Interessiert, weil es da oben so ein kleines unwichtiges Bundesland im Osten war.

00:30:21: Und ich glaube, dass ist jetzt ganz wichtig, dass wir alle hingucken.

00:30:24: So die AfD-Anhänger werden dann nicht hingucken, denn ist es egal, was da jetzt am Ende Landtag debattiert wird.

00:30:29: Den geht's um Destruktionen, den gehts um Gefühle

00:30:31: usw.,

00:30:32: den geht's nicht um die Tagespolitik, die der gemacht wird.

00:30:35: Aber alle anderen sollten ja hingucken, sollen sich das angucken besten über parteiübergreifend, NGO-überggreifen was auch immer, überlegen wie unsere Reaktion dazu aussehen wird.

00:30:47: Also ich glaube diese Spirale einzusteigen und damit zu machen ist sehr komplett falsche Ansatz.

00:30:51: Wir müssen eine andere Ansatz finden und ich finde es charmant wenn wir versuchen quasi möglichst neutral, möglichst sachlich mit uns zu gehen und eben nicht die Verletzungen von rechts kommt dann zu erwidern.

00:31:02: genau

00:31:04: Siehst du in dem Rücktritt oder mit dem Niederlegen der Ämter von Bärbel Baas nicht nur eine persönliche Krise, sondern siehst Du auch ne Krise der Demokratie darin?

00:31:11: Ja kann man schon sagen.

00:31:12: Das zeigt dass das System an vielen Stellen krank ist leider, wo krank es im Sinne von wie man in Posten kommt, wie man im Posten behandelt wird, wie quasi auch Machtintrigen in diesem System funktionieren vielleicht auch.

00:31:26: Ja, ich denke schon, dass damit die Krise geht es ja schon länger und wird auch schon länger zum Glück diskutiert.

00:31:32: Aber das zeigt auf jeden Fall nochmal sehr plastisch, dass da leider einiges schiefläuft und man systemisch ran muss an bestimmte Sachen.

00:31:40: wie Sitzung gestaltet sind, da fängt es ja an.

00:31:43: Also wer wie wann Redeanteile hat, wer wie öffentlich Sachen durchstechen kann am Medien und das Medienspiel mitspielen und so Geschichten.

00:31:53: also da würde ich mir wünschen dass da ein kultureller Reflektionsprozess stattfindet wo wir als Entscheidungsträger genau das überlegen wo das System verändert werden kann.

00:32:03: aber würdest du sagen dass die Politik trotzdem grundsätzlich die Beleidigung braucht?

00:32:07: Also wir müssen auch mal ein bisschen meckern können und beleidigen können.

00:32:10: oder würdest du sagen jeder Ton muss sich grundsätzlich ändern weil einfach alles gerade so scheiße ist, dass wir neu denken müssen.

00:32:16: Wir politisch kommunizieren.

00:32:17: Meckern ist ja immer die Frage wie man das denn definiert.

00:32:19: Jeder von uns hat glaube ich eine andere Definition weil was noch mehr meckert fällt um was den Crossier Hassrede wird.

00:32:24: Es ist schwierig, was ich auf jeden Fall wichtig finde, dass wir weiter emotional bleiben.

00:32:30: Also dass wir Emotionen sind einfach ein extrem wichtiger Träger von politisch-sachlichen Argumentationen und Auseinandersetzungen.

00:32:37: Und das würde ich mir wünschen, dass Wir das pflegen!

00:32:39: Dass wir das öffentlich auch ausleben, emotional zu sein so... und das jetzt nicht irgendwie hinten anstellen Meckern, auch das kann eine Form der politischen Konnexation sein die immer angebracht ist.

00:32:50: Keine Frage so ne?

00:32:51: Wir sollten jetzt nicht versuchen als alles irgendwie was uns vielleicht empört dann auch runter zu schlocken sondern das darf auch mal genannt werden so es sollte bloß nicht zur zentralen roten fahnen aus der konnexion werden soll.

00:33:03: und da das ist ja mittlerweile geworden dass es ja ohne einen Anlass der Skandalisierung überhaupt nicht mehr geht dass man Argumente austauscht und da würde ich mir wünschen einfach Es ist fünfzig Prozent, sechs Prozent weniger Skandalisierung.

00:33:16: Und vor allem auch das fällt mir ganz, ganz häufig aufwendig PolitikerInnen beobachten und analysieren.

00:33:21: Nur weil man die Kanäle jetzt hat und bei ihm vielleicht ein Mikrohingerheit wird, nicht zu jedem Thema spruchfähig zu sein.

00:33:27: Nicht überall irgendwie das zu sagen war.

00:33:29: Das führt nicht dazu dass man inhaltlich teilweise schwach aufgestellt ist aber irgendwas sagen will oder irgendwie das Zitat in den Tagesschau bekommen möchte was so immer Und dann spitzt man es halt irgendwie um so zu dass es natürlich gesendet wird.

00:33:41: Aber innertlich ist es total baller-baller was man da jetzt erzählt hat.

00:33:44: So und dieses Kanalisierung oder dieses Überall seinen Kopf hinhalten, das auch mal zu ändern.

00:33:51: Das würde ich mir auch extrem

00:33:52: wünschen.".

00:33:53: Es ist ganz freut, ich hatte zwei Situationen die... also die das sehr gut beschreiben.

00:33:56: Ich habe einmal beim Deutschlandfunk ausprobiert zu sagen, ich weiß es nicht und die Reaktion darauf war so positiv!

00:34:04: Das hat mich total überrascht.

00:34:05: da wurde ging's so viel darum irgendwie Ukraine und für den neuen Angriff von Russland.

00:34:09: Ich meine natürlich ist es furchtbar.

00:34:10: aber was soll ich sagen außer dass es fuchbar ist?

00:34:12: Ich lebe ja dann nicht, ich hab keinen Bezug dazu.

00:34:14: Ich weiß einfach nicht wie ich mich dazu jetzt verhalten soll.

00:34:17: Und die gleiche Frage habe ich eine Woche später Ricarda langgestellt, also nicht über Kierf.

00:34:21: Sondern warum muss sie eigentlich zu allem immer was sagen?

00:34:23: Weil mir in dem Interview aufgefallen ist dass ihr zu allem egal was ich sie gefragt hatte hatte sie ein Take und erstaunlicherweise sagte sie dann im Gespräch du hast es eigentlich vollkommen recht man sollte nicht so allem immer einen take haben und vielleicht ist das der... Also wer zu allem ein take hat ist auch zu allem angreifbar und vielleicht sollten wir als Menschen in der Öffentlichkeit einfach auch jetzt nicht nur auf Politikerinnen und Journalisten bezogen uns auf unsere Kompetenzen berufen, um weniger beleidigt zu werden.

00:34:50: Weil ich meine der Trick der AfD ist ja dass sie gar keine Kompetenz haben.

00:34:54: Ganz vielen Ämtern das sie einfach keine Komvetenz haben und deswegen können Sie auch nicht über ihre Ämter beleidigte werden.

00:35:00: Ja finde ich einen sehr guten Ansatz, dass wir wieder lernen diesen Satz auszusprechen kann ich leider zu nichts sagen so.

00:35:07: Das hat die Piratmataya versucht als politisches Idee mal ins deutsche System einzuflanzen.

00:35:14: Das Ganze oft zu sagen sie wissen es nicht, das war dann zu viel und übergeigend.

00:35:18: Das hat man irgendwann an der Kompetenz gezweifelt.

00:35:20: auch damals ging das noch dass man mit in kompetenzt dann auch abgewildet wurde im Vergleich mit heute.

00:35:27: aber ab und zu mal diesen Satz zu sagen und auch dann zu erklären worum man das nicht weiß warum man zwar in fünfhundert anderen Themen total spruchfähig ist aber in diesem Thema die kollegin wäre finde ich sehr gut Können Politikerinnen

00:35:40: und Politiker wie Bärbel Baas und Kevin Kühnert können die zurückkommen oder haben sie sich den Weg verstellt durch das Zugeben von Schwäche?

00:35:47: Nein, also nein glaube ich nicht.

00:35:49: Also die können zurückkommen – die Frage ist ob Sie es wollen!

00:35:51: Also mit der Erfahrung, die Sie jetzt gemacht haben mag ich zu glauben dass Kevin Kuhnert glücklicher ist in der neuen Position, die er jetzt hat ohne diese öffentliche Aufmerksamkeit und ohne dieses tägliche... Skandalisieren dessen, was er tut.

00:36:05: Und auch Bärbel-Bars glaube ich hat lang genug in der Politik quasi ausgehalten.

00:36:09: die wird sich quasi auch etwas Neues suchen wo sie glücklicher für ihre mentale Gesundheit um und unterwegs ist als sie das bisher war.

00:36:15: aber prinzipiell glaube schon dass man zurückkommen kann.

00:36:18: Also es gibt die Beispiele immer wieder, Tschirm ist ein Ministerpräsident.

00:36:21: Der ist mal ziemlich tief gefallen auch nicht wegen unbedingt Mobbing oder den öffentlichen Zerstörung seiner Personen aber der war schonmal ganz tief unten mit seinen Skandalen, die er damals hatte.

00:36:32: Also das geht.

00:36:34: Das funktioniert wieder, ich glaube nur, dass es viele Leute glücklicher sind in anderen Positionen wo sie auch Einfluss auf Politik haben können und vielleicht sogar mehr Einflüsse haben können in so einer wendigen schnellen NGO als in einem großen alten Tankerfolkspartei wie Kevin Kühner.

00:36:51: Vielen Dank fürs Gespräch!

00:36:52: Das war sehr einleuchtend und gibt mir und ich glaube hoffe auch den Hörerinnen und Hörern inversives Verständnis dafür wie diese Kommunikation funktioniert und was das mit einem Menschen macht

00:37:01: Wenn dann noch die eine oder andere Zuhörer ein paar Sachen rausnehmen, denen der einen Alltag und wir uns alle ein

00:37:06: wenig

00:37:07: anders miteinander umgehen.

00:37:08: Dann bin ich auch hoffnungsvoll.

00:37:10: Ich weiß jetzt nicht wie es bei dir ist aber wenn ich hier in Berlin Ost anfange zu lächeln gilt das gleiche wie in Moskau.

00:37:15: wer lehlt der will betrügen?

00:37:18: Man muss das Lächeln an den Ort anpassen!

00:37:20: Ja selbstverständlich gibt es Menschen die sich auch nicht anlächern würde.

00:37:23: genau da ich bin ja schon auch teilweise selektiv so Genau, das einfach probieren.

00:37:28: Ganz spannend!

00:37:30: Nicht beim Bäcker, nicht beim Bäckermosten lächeln auf gar keinen Fall.

00:37:33: Einfach die Bestellung sagen... Das war TMI.

00:37:39: Diese Folge ist ein Produkt ihrer Zeit.

00:37:41: sie hält fest was ich heute weiß und wie Ich es heute sehe.

00:37:45: Manches davon wird in einem Jahr möglicherweise anders aussehen weil sich Dinge ändern und ich mich mit ihnen.

00:37:51: Das gehört dazu.

00:37:52: Auf Patreon können wir darüber diskutieren.

00:37:54: Deine Themenvorschläge schickst du mir am besten auch über Patreon oder über Instagram, oder via Mail an tmi.pqp.de.

00:38:04: Ich lese was da ankommt!

00:38:06: Bis zur nächsten Folge.