alles muss raus - mit Thilo Mischke

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Spaziergang durch Monaco: Was kostet Freiheit? (m. Dr. Andreas Bosse)

Spaziergang durch Monaco: Was kostet Freiheit? (m. Dr. Andreas Bosse)

Thilo ist gerade auf Recherche in Monaco, einem der Epizentren des Wohlstands. Monaco, eine vergleichsweise kleine Stadt, die gerade den Formel-1-Grand-Prix abhält. Eine vergleichsweise kleine Stadt, an der sich unglaublicher Reichtum konzentriert. Durch diesen Trubel spaziert Thilo mit Dr. Andreas Bosse.

Bosse ist Rechtsanwalt und lebt seit 31 Jahren in Monaco. Und er berät seine Klient*innen dabei, denselben Schritt zu gehen. Denn in Monaco kann man so leben wie man will. Aber gibt nicht erst der Wohlstand die Möglichkeit so zu leben, wie man will? Wer kann das dann überhaupt? Denn in den Genuss von Wohlstand kommen bekanntlich nur wenige. Und damit auch in den Genuss der Freiheit, so zu leben wie man will.

Was ist die Definition von Wohlstand? Wer trägt die Verantwortung dafür, dass die Schere so weit auseinander geht? Was braucht man um glücklich zu werden? Und was hat das alles mit Monaco zu tun?

Und genau darum geht es im heutigen Podcast. Um die kleinen Fragen, zum Beispiel warum man sich entscheidet, in Monaco zu leben und was man dafür tun muss. Und um die große gesellschaftliche Frage: Wer trägt die Verantwortung für die Ungleichheit? Und wir sie Ungleichheit überwinden?

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#amr_buchklub — Quartalsfolge: Was ihr diesen Sommer lesen solltet!

Es gibt eine neue Buchklub-Folge und es wieder unsere altbekannte Quartalsfolge: Wir (Thilo, Coco und Luca) sprechen darüber, was wir in den letzten Monaten gelesen haben, welche Bücher uns begeistert, überrascht oder auch ratlos zurückgelassen haben und welche Titel sich als Sommer- oder Urlaubslektüre eignen könnten. Dabei geht es nicht nur um persönliche Leseeindrücke, sondern auch um größere Fragen aus dem Literaturbetrieb: Wie funktionieren eigentlich Vorschüsse und Honorare? Warum werden manche Bücher so unterschiedlich bewertet? Und was sagt das alles über den Kulturbetrieb aus?

Natürlich wird auch wie gewohnt gestritten, empfohlen, gelacht und sehr genau über Bücher gesprochen. Mit dabei sind unter anderem All die Farben, all das Licht von Cora Wucherer und Ich, die ich Männer nicht kannte von Jacqueline Harpman, dazu weitere Titel, die uns in den letzten Wochen begleitet haben.

Liste mit Büchern, über die wir gesprochen haben:

- All die Farben, all das Licht - Cora Wucherer
- Ich, die ich Männer nicht kannte - Jaqueline Harpman
- Da, wo ich dich sehen kann - Jasmin Schreiber
- Träume aus Salz — Annika Landsteiner
- Mit beiden Händen den Himmel stützen — Lily Tolkien
- Das können wir uns nicht leisten - Miriam Davoudvandi
- Fuck Girl — Bianca Jankovska
- Verschiedene Bücher von Kōji Suzuki
- Verbunden - Octavia E. Butler
- Eden - Auður Ava Ólafsdóttir

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Warum ist das Internet eigentlich so scheiße geworden? (m. Rose Tremlett)

Thilo hasst das Internet. Meistens jedenfalls und heute mehr als früher. Rose Tremlett liebt das Internet. Meistens jedenfalls. Und sie muss es wissen: Rose ist Internet-Feuilletonistin bei der ZEIT und schreibt regelmäßig über alles, was dort passiert. Wirklich alles. Egal ob Love Island mit Früchten, Brainrot, AI-Slop, Looksmaxxing, die Cyberdeck-Bewegung... die Liste ist lang und wird immer länger, denn Trends sind schneller in und wieder out, als Thilo „Patreon“ sagen kann.

Wer mit diesen Begriffen gerade nichts anfangen konnte: Don’t worry, Rose erklärt sie in dieser Folge. Und sie erklärt, wohin sich das Internet bewegt und warum wir vielleicht gerade vor einer Revolution stehen. Und die geht uns alle etwas an. Die wichtigste Frage: Kann das Internet wieder zu einem Ort werden, den man lieben kann? Denn offline gehen ist (zumindest für diejenigen, die am Nabel der Zeit leben wollen) keine Option.

Außer man liest Roses Kolumne. Zu der geht es hier: https://www.zeit.de/autoren/T/Rosemary_Tremlett/index

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Ist Pop-Journalismus die letzte Rettung für eine sterbende Branche? (m. Erika Thomalla)

Das „Ich" im Journalismus – ist es narzisstische Nabelschau oder das ehrlichste Werkzeug, das wir haben, um Wirklichkeit zu beschreiben? In dieser Folge von „Alles muss raus" trifft Thilo Mischke die Literaturwissenschaftlerin Erika Thomalla, deren Buch „Gegenwart machen" sich mit der Geschichte des deutschsprachigen Pop-Journalismus beschäftigt – von Tempo, Neon und Allegra bis zu Christian Kracht, Sibylle Berg und den großen Vorbildern des amerikanischen New Journalism wie Hunter S. Thompson und Tom Wolfe.

Die beiden sprechen über die goldenen Jahre, in denen Reporter mit prall gefüllten Spesenkassen monatelang recherchieren durften und Texte am Ende doch nicht gedruckt wurden. Über harte Textchefs der alten Schule, die heute in Marokko ihren Ruhestand genießen. Über die Frage, warum das Ich im Print fast verschwunden ist, während es in Reels, Reportagen und Streamingformaten omnipräsent geworden ist – allerdings oft ohne die Selbstreflexion, die den Pop-Journalismus einst auszeichnete.

Außerdem: Warum Eitelkeit den Journalismus krank macht, was KI nicht ersetzen kann, weshalb Bibliotheken in Zeiten von ChatGPT wieder wichtiger werden, wie Geschlechterverhältnisse die legendäre Redaktionskultur prägten – und es geht auch um die Frage, ob es so etwas wie einen ostdeutschen Pop-Journalismus eigentlich gab.

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Was bedeutet Jüdischsein nach dem 7. Oktober? (m. Lea Streisand)

In dieser Folge spricht Thilo Mischke mit der Autorin und Journalistin Lea Streisand über jüdische Identität, Angst, Antisemitismus und das Gefühl von Zugehörigkeit in Deutschland nach dem 7. Oktober. Es geht um persönliche Erfahrungen, gesellschaftliche Verdrängung, die dünne Schicht der Zivilisation – und um die Frage, wie sich jüdisches Leben in Berlin und Deutschland gerade verändert. Ein sehr persönliches Gespräch über Schmerz, Resilienz und darüber, warum Antisemitismus nie nur ein jüdisches Problem ist.

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Trump und Xi: Liegt Taiwan auf dem Verhandlungstisch? (m. Cornelius Dieckmann)

Wenn ihr diese Folge hört, ist Trump gerade in Peking gelandet. Dort wird er von dem chinesischen Präsidenten Xi empfangen – und schon der Ort des Treffens erzählt viel über die Machtverhältnisse zwischen China und den USA. Beide Machthaber haben ihre eigenen Prioritäten: Trump einen Krieg in Nahost, aus dem er nicht mehr rauskommt. Xi die Taiwanfrage, in der er hofft, Trump Zugeständnisse zu entlocken. Wie stehen seine Chancen? Vielleicht gar nicht so schlecht.

Was das bedeutet, ordnet SPIEGEL-Korrespondent Cornelius Dieckmann für uns ein. Er schaltet sich aus dem regnerischen Taiwan zu uns, von wo das Treffen genau beobachtet wird, und beantwortet die große Frage hinter dem Gipfel: Warum Taiwan eventuell auf der Speisekarte steht.

Zu Cornelius aktuellem SPIEGEL-Artikel kommt ihr hier: https://www.spiegel.de/ausland/donald-trump-bei-xi-jinping-unsere-groesste-furcht-ist-dass-taiwan-auf-der-speisekarte-landet-a-3bf2494c-f021-4e69-9e15-57cb90f96184

Nazis sind auf Dating-Apps, um Menschen zu verprügeln (m. Julius Geiler)

Triggerwarnung: In dieser Folge geht es um Gewalt an queeren Menschen.

Rechtsextreme nutzen Dating-Apps, um queere Menschen mit Fake-Profilen zu Treffen zu locken, sie auszurauben oder anzugreifen. Sie geben sich als jemand anderes aus, verabreden Dates – und warten dort mit Gewalt. Das sind keine Einzelfälle, das passiert in allen Landkreisen und Regionen, beschränkt sich längst nicht nur auf rechte Gruppen. Immer häufiger entstehen ungewöhnliche Allianzen: zwischen Rechtsextremen und migrantisierten Jugendlichen, die ihren Rassismus kurz beiseiteschieben, wenn sie sich auf ein gemeinsames Feindbild einigen können – schwule und queere Menschen.

In genau diesen digitalen Räumen recherchiert Julius Geiler. Der Journalist schreibt seit Jahren über Rechtsextremismus und den Osten Deutschlands. Für seine Arbeit liest er in rechtsextremen Chats mit – dort, wo sich Nazis „Guten Morgen“ und „Guten Abend“ schreiben, Gewaltfantasien teilen und Angriffe planen. Aktuell berichtete er für den Tagesspiegel über einen Prozess in Frankfurt (Oder): Jugendliche sollen in Brandenburg einen schwulen Mann über eine Dating App gezielt zu einem Treffen gelockt und brutal zusammengeschlagen haben.

Thilo und Julius sprechen über rechte Gewalt, homophobe Netzwerke, Radikalisierung auf Social Media und die Frage, warum queere Menschen immer wieder Zielscheibe organisierter Angriffe werden. Aber auch über Solidarität und darüber, wie groß die Gegenbewegung inzwischen ist.

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#amr_buchklub: „Menschen wie wir“ – Heimat, Herkunft und das Leben dazwischen

In dieser Buchclub-Folge sprechen Thilo, Coco und Luca gemeinsam mit Cutter Phúc über „Menschen wie wir“ von Thị Thanh Thảo Trần – ein autofiktionales Memoir über Migration, Familie und die Frage, wo man eigentlich hingehört.

Ausgehend von der Geschichte einer jungen Frau, die aus Vietnam nach Deutschland kommt, diskutieren die vier über Themen wie Heimat, Heimweh, kulturelle Identität, Rassismus und das Aufwachsen zwischen zwei Welten. Dabei geht es nicht nur um die vietnamesische Diaspora, sondern um universelle Fragen: Was bedeutet Familie? Wo ist mein Platz? Und wie sehr prägt Herkunft, wer wir sind?

Phúc bringt auch seine eigene Perspektive ein und zieht Parallelen zwischen Buch und eigener Lebensrealität – etwa das Gefühl, zwischen zwei Kulturen zu stehen, früh Verantwortung zu übernehmen oder sich erst spät mit der eigenen Herkunft zu versöhnen.

Die Runde diskutiert außerdem, ob das Buch eher für Einsteiger oder erfahrene Leser:innen geeignet ist, wie zugänglich die Sprache ist und warum es manchmal schwerfällt, persönliche Geschichten überhaupt zu „bewerten“.

Diese Folge ist für dich, wenn du dich für Migration, Identität und gesellschaftliche Realitäten interessierst – oder wenn du einfach ein Buch suchst, das dich dazu bringt, über dein eigenes Leben, deine Familie und dein Verständnis von „Zuhause“ nachzudenken.

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Ist Friedrich Merz unser Joe Biden? (m. Niklaus Doll)

Friedrich Merz ist angetreten mit einem Versprechen: Politikwechsel. Reformen. Wohlstand für alle. Friedrich Merz ist angetreten, um der AfD Einhalt zu gebieten. Doch mehr Menschen möchten gerade die AfD wählen als die CDU. Das funktioniert also bisher nicht. Was läuft da schief? Nikolaus Doll, Politikredakteur bei der WELT, hat darauf Antworten.

Will Merz alles in kürzester Zeit meistern? Vor steigenden Kraftstoffpreisen, einer erstarkenden AfD, vor einer Koalition, die sich nicht besonders grün ist. Thilo hat sich diese Woche gefragt: Ist Friedrich Merz unser Joe Biden? Ein Mann, der das Richtige will — aber es nicht kann? Welche Taktik verfolgt er, um der Demokratie zu helfen?

Es geht um die strukturelle Lähmung der deutschen Politik — Bund, Länder, Koalitionspartner, Opposition, alle ziehen in verschiedene Richtungen. Um die Frage, ob Reformen überhaupt möglich sind, wenn gleichzeitig die AfD im Nacken sitzt. Und darum, warum Merz offenbar selbst überrascht ist von dem, was ihn erwartet hat — obwohl er es eigentlich hätte wissen müssen.

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Warum wird Berlin immer gehasst? (m. Patrick Bauer)

In dieser Folge spricht Thilo mit dem Journalisten Patrick Bauer über eine Stadt, die seit Jahrzehnten polarisiert. Warum wird Berlin so leidenschaftlich kritisiert – und gleichzeitig so sehr geliebt? Was steckt hinter dem immer wiederkehrenden „Berlin-Bashing“?

Gemeinsam gehen sie auf eine Reise durch die 90er, erinnern sich an West- und Ost-Berlin nach dem Mauerfall, an legendäre Clubs, leere Baulücken und ein Gefühl von Freiheit, das es so heute kaum noch gibt. Es geht um Zugezogene und Gebürtige, um Identität, Arroganz und die Frage, wer sich eigentlich „Berliner“ nennen darf.

Dabei wird schnell klar: Die Kritik an Berlin sagt oft mehr über die Menschen aus, die sie äußern, als über die Stadt selbst. Denn Berlin verändert sich – und bleibt sich gleichzeitig treu. Zwischen Verwahrlosung und Widerstandskraft, zwischen politischem Versagen und gelebter Solidarität.

Eine Folge über das Chaos als Prinzip, über das Leben am Rand der Extreme – und darüber, warum genau das vielleicht die größte Stärke dieser Stadt ist.

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