Proteste in Frankreich: Warum der Blick auf die Gewalt nicht reicht (m. Andrea Ritter)
Was steckt hinter Frankreichs Wut? Thilo Mischke spricht mit Andrea Ritter, freie Journalistin in Paris, über die Unruhen, das Verhältnis zwischen Polizei und Jugendlichen und die tiefen sozialen Spannungen im Land.
Aus Protesten gegen Lehrermangel, marode Schulgebäude und schlechte Lernbedingungen ist eine breitere Bewegung geworden: Auch hohe Lebenshaltungskosten und der Zustand öffentlicher Leistungen treiben Menschen auf die Straße. Am 17. Oktober demonstrierten Hunderttausende. Während viele friedlich protestierten, kam es in mehreren Städten zu schweren Ausschreitungen, Brandstiftungen und Plünderungen. Zugleich stehen Polizeieinsätze und Verletzungen von Demonstrierenden in der Kritik.
Thilo und Andrea blicken hinter die Bilder der Gewalt: auf soziale Ausgrenzung in den Vorstädten, Rassismus und das Versprechen von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Welche Rolle spielen Frankreichs koloniale Vergangenheit und die Rhetorik der politischen Rechten? Warum ist das Misstrauen zwischen Teilen der Bevölkerung und dem Staat so groß? Und was könnte den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken?
Eine Folge Too Much Information über die Frage, wessen Wut gehört wird – und was die Konflikte über Frankreich erzählen.
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