alles muss raus - mit Thilo Mischke

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Ukraine Spezial: „Ich habe nur ein Leben, das will ich nicht in einem Krieg verlieren“

Ukraine Spezial: „Ich habe nur ein Leben, das will ich nicht in einem Krieg verlieren“

Als die russische Armee am 24. Februar 2022 die gesamte Ukraine angreift, entscheiden sich von einem Tag auf den anderen sehr viele Ukrainer*innen in den Westen zu fliehen. So auch Lena. Sie lebt zu diesem Zeitpunkt in Kiew. Nach dem Angriff ist für sie klar: sie will Kiew sofort verlassen. „Ich hatte so eine Angst, dass sie die Brücken zerstören und ich nie wieder in den Westen kann.“ Ihr damaliger Freund will in der Ukraine bleiben. Er weigert sich mit ihr flüchten. Lenas Beziehung zerbricht und sie flieht ohne ihn nach Deutschland. Seitdem lebt sie in der Nähe von Bonn. Ihre Heimat zu verlassen war nicht einfach für sie. Aber Lena ist ehrgeizig. Innerhalb eines Jahres baut sie sich hier ein neues Leben auf, spricht mittlerweile fließend Deutsch und bekommt einen Studienplatz. Die deutsche Sprache bringt sie sich selbst bei, in dem sie ihr komplettes Leben auf deutsch umstellt.
Mit Thilo spricht sie über ihre Flucht, ihr neues Leben hier in Deutschland und über ihren Vater, der in der Ukraine kämpft. Kann sie sich vorstellen, wieder in die Ukraine zurückzukehren? Würde sie Deutschland in einem Kriegsfall unterstützen? Und wie viele Stunden hat sie investiert, um in einem Jahr die deutsche Sprache zu lernen?

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Nils Bokelberg: „Eine offene Beziehung ist der größte Liebesbeweis, den es gibt“

In Deutschland scheitert fast die Hälfte aller Ehen früher oder später. Und dennoch ist die monogame Beziehung, das beliebteste Beziehungsmodell. Aber wieso eigentlich?
Mittlerweile findet immer häufiger ein Diskurs über alternative Beziehungsmodelle statt. Was muss man beachten, damit eine offene Beziehung funktioniert? Sind monogame Beziehungen überhaupt noch zeitgemäß?

Der Moderator und Podcaster Nils Bokelberg führt eine offene Beziehung und ist glücklich mit dieser Entscheidung. Im Podcast spricht er mit Thilo darüber, warum er sich gemeinsam mit seiner Frau dazu entschieden hat, wie er mit Eifersucht umgeht und welche Regeln die beiden für ihre Beziehung festgelegt haben.

Ask me Anything - Folge 1: Wie verarbeitet man einen Messerangriff?

Traumatisierende Erlebnisse, lebensverändernde Diagnosen und folgenschwere Begegnungen. Was können wir lernen, wenn wir Menschen Fragen stellen, denen wir in unserem Alltag nie begegnen würden? Bei Ask me Anything sind genau diese Menschen zu Gast. Auch naive Fragen sind kein Tabu. Alle Fragen sind erlaubt.

In Folge 1 geht es um die Geschichte von Lauro:

Es ist ein grauer Novembertag in Berlin Hellersdorf, an dem Lauro sich entscheidet, seinen freien Tag zu nutzen, um ein paar Erledigungen zu machen. Er ist gerade auf dem Weg zur Apotheke, als er hinter sich eine Bewegung wahrnimmt. Nur wenige Sekunden später hat Lauro drei Messerstiche im Bauch. Blutüberströmt und unter Schock stehend, schleppt er sich bis zum nächsten Barbershop und bekommt dort Hilfe. Bis heute sind die Täter nicht gefasst und das Motiv unklar.

Im Podcast stellt Thilo ihm Fragen zu dem Messerangriff.
Wie fühlt es sich an, ein Messer in den Bauch gestochen zu bekommen? Wie schafft man es, so ein Erlebnis zu verarbeiten? Und hat sich Lauro manchmal gefragt, warum es ausgerechnet ihn erwischt hat?

Veronica Frenzel: "Ich habe das Nazi-Erbe meiner Großeltern in mir entdeckt"

Veronica Frenzel ist Journalistin und Autorin. In ihrem Buch "In eurem Schatten beginnt mein Tag" verarbeitet sie die NS-Vergangenheit ihrer Großeltern. Als sie spürt, dass das "Nazi-Erbe" ihrer Großeltern auch in ihr steckt, beginnt Veronica Nachforschungen über ihren Großvater anzustellen und seine Funktion im Nationalsozialismus und begibt sich auf deine Reise, die ihr einiges abverlangt.

Im Podcast erzählt Veronica, woran sie gemerkt hat, dass die Nazi-Vergangenheit ihrer Großeltern auch in ihr steckt. Sie beschreibt, was der intenisve Aufarbeitungsprozess mit ihr gemacht hat und was sie dabei über sich selbst gelernt hat. Wie bewertet sie die Erinnerungskultur in Deutschland und unseren Umgang mit dem Nationalsozialismus? Warum wird die Nazi-Vergangenheit der eigenen Vorfahren in so vielen Familien nicht aufgearbeitet? Und hat Veronica durch ihre Aufarbeitung Frieden mit ihren Schuldgefühlen gefunden?

Büro-Talk über neue Projekte: Was passiert 2023?

Thilos Urlaub ist vorbei. Frisch erholt und wieder zurück im Büro spricht er mit Redakteurin Johanna über die anstehenden Projekte im Jahr 2023. Außerdem will Thilo von Schülerpraktikant Valentin wissen, was für ihn spannender und moderner Journalismus ist.

Waren die Proteste in Lützerath ein Erfolg für die Klimabewegung?

Wasserwerfer, Polizeigewalt und hartnäckige DemonstrantInnen in Baumhäusern. Die letzten Tage in Lützerath waren turbulent. Ungefähr 20.000 Menschen haben sich am vergangenen Samstag auf den Weg in das nordrhein-westfälische Dorf gemacht, um gegen die drohende Abbaggerung für den Braunkohleabbau zu protestieren. Reporter Frederik Fleig hat die letzten Tage in Lützrath verbracht und die Proteste der KlimaktivistInnen begleitet. Im Gespräch mit Thilo berichtet er von den Zusammenstößen zwischen den Protestierenden und Polizei und erzählt, wie er die Proteste in Lützerath wahrgenommen hat.

Absurde Migrationsdebatten und das Problem der toxischen Männlichkeit

Zu Gast ist Alev Doğan. Sie ist Chefreporterin bei The Pioneer und macht unter anderem den Podcast „Der 8. Tag“. Mit ihr spricht Thilo über die Debatte, die durch Angriffe auf Sicherheitskräfte in der Silvesternacht ausgelöst wurde.

In der Silvesternacht gibt es in Berlin und anderen deutschen Großstädten gezielte Angriffe mit Feuerwerkskörpern auf Sicherheitskräfte. Einige der Angreifer haben einen Migrationshintergrund. Die Debatte, die durch die Ereignisse losgetreten wird, kapselt sich jedoch schnell von den konkreten Vorkommnissen ab und wird zu einer Generaldebatte über Migrationsprobleme und Integrationsversäumnisse. Konservativ-liberale Milieus von FDP bis CDU nutzen die Böller-Debatte zur Stimmungsmache gegen Migranten. Der CDU-Abgeordnete De Vries bedient auf Twitter rassistische Narrative und schreibt zu den Vorfällen: „Wenn wir Krawalle in unseren Großstädten, Verachtung gegenüber dem Staat und Übergriffe gegen Polizisten und Feuerwehrleute wirklich bekämpfen wollen, müssen wir auch über die Rolle von Personen, Phänotypus: westasiatisch, dunklerer Hauttyp sprechen.“

Mit Alev Doğan spricht Thilo darüber, warum diese Debatte zum Teil so rassistisch geführt wird und warum es falsch ist, die Motiv für die Taten in bestimmten Kulturkreisen zu suchen. Außerdem sprechen die beiden darüber, warum der Begriff des Migranten vor allem in negativen Kontexten verwendet wird.

Thilos Urlaubsupdate #1 und Alexandra Rojkov über den richtigen Umgang mit Krisen

Thilo meldet sich mit einem kurzem Update und zahlreichen Kulturtipps aus seinem Urlaub. Außerdem hat er sich mit der Journalistin Alexandra Rojkov getroffen, die im letzten Jahr für den Spiegel aus der Ukraine berichtet hat.

Am 24. Februar jährt sich die völkerrechtswidrige Invasion Russlands auf die Ukraine zum ersten Mal. Der Konflikt zwischen den beiden Ländern besteht allerdings schon seit 2014. Als Putin im letzten Jahr die Großoffensive ankündigt eskaliert der Konflikt und wird plötzlich auch für Deutschland relevant. Social Media und Live-Berichtserstattung auf nahezu allen Kanälen ermöglichen eine Verfolgen des Krieges nahezu in Echtzeit und lösen große Verunsicherung aus: Wie weit würde Putin wirklich gehen? Wie wahrscheinlich ist ein Atomschlag? Machen wir uns mit Waffenlieferungen zur Kriegspartei?

Mit Alexandra spricht Thilo über die momentane Situation in der Ukraine.
Sie hält weitere Großoffensiven auf Kiew für wahrscheinlich, denn Putins Kriegsziele seien nach wie vor die gleichen. Dennoch scheint das öffentliche Interesse an dem Krieg mittlerweile deutlich geringer zu sein, als noch vor einigen Monaten. Aber warum eigentlich? Sollte uns der Krieg nicht nach wie vor interessieren? Im Podcast spricht Alexandra über ihren persönlichen Umgang mit politischen Krisen und darüber, warum Auszeiten und eine gute Medienhygiene enorm wichtig sind.

Weihnachtsfolge mit Vater Axel: „Älterwerden bedeutet zu akzeptieren, dass die Zeit rast“

Was hat Twitter mit literarischen Liebesbriefen zu tun? Warum ist Sarah Wagenknecht irre geworden? Sollte Cannabis legalisiert werden? Und warum war Thilo 17 Minuten im About Blank?

Auch in diesem Jahr nutzt Thilo die Weihnachtszeit für ein ausführliches Gespräch mit seinem Vater. Daraus entstanden ist ein traurig schöner Podcast, der durchaus zum Nachdenken anregt. Es geht nicht nur um Literatur und Politik, sondern auch um das Älterwerden und um die Frage, was uns in dieser Zeit, die durch so viele Krisen und negative Nachrichten dominiert wird, Anlass für Zuversicht geben kann.

Reichsbürgertum - Antisemitismus aus der Mitte der Gesellschaft und Empathie als Schlüssel?

Am 07.12.22 verhindert die Exekutive einen geplanten Putschversuch der Reichsbürger-Bewegung. Handys, Computer und Dokumente werden beschlagnahmt und Beschuldigte verhaftet. Als Reaktion darauf rücken Medien und Politik die Reichsbürger wieder in ihren Blick. Wurden sie zu lange unterschätzt? Und welche Gefahr besteht eigentlich für unsere Gesellschaft?
Für Tobias Ginsburg ist klar: Reichsbürger sind keine Aluhut tragenden Idioten sondern seit Jahrzehnten fester Bestandteil der rechten Szene. Und viel eher der Zahnarzt oder der Bäcker von nebenan, als die paranoiden Spinner, als die sie medial oft dargestellt werden. Ginsburg weiß das, weil er jahrelang undercover unter Reichsbürgern, Rechten und Esoterikern gelebt hat. Ein Doppelleben, dass der Autor und Journalist in seinen Büchern beschreibt und seltene Einblicke in die Szenen liefert, die der Allgemeinheit sonst verschlossen bleiben.
Mit Thilo spricht Tobias über die falsche Katalogisierung von Reichsbürgern, warum Antisemitismus kein exklusives Problem der Rechten ist und warum Empathie der Schlüssel sein könnte um menschenfeindlichen Bewegungen etwas entgegenzusetzen.